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Geht auch ganz einfach:

Bettwanzen Bettwanzen erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Kleine Insekten, die nachts auf dem Bett krabbeln und Ihnen das Blut aussaugen – allein die Vorstellung von Bettwanzen ist für viele Menschen bereits unerträglich. Wir erklären, was Bettwanzen eigentlich sind, wie man sie sich einfängt und wie man die Parasiten endgültig wieder loswird.

Großaufnahme einer Bettwanze

Praxistipp: Klicken Sie sich durch die Galerie und erfahren Sie, wie Sie einen Befall mit Bettwanzen erkennen, wie Bettwanzenstiche zu behandeln sind und wie Sie die Wanzen aus dem Bett vertreiben!

Foto: iStock / John-Reynolds

Bettwanzen (Cimex lectularius) gehören zur Familie der Plattwanzen (Cimicidae). Die Parasiten, die auch Hauswanzen genannt werden, leben in der Nähe von menschlichen Schlafplätzen und ernähren sich von deren Blut. Die kleinen Blutsauger werden maximal 5,5 mm groß, vollgesaugt erreichen sie eine Größe von bis zu 9 mm. Ihr Körper ist rotbraun, behaart und besonders flach. So können sich die Tiere auch in die kleinsten Ecken und Spalten quetschen.

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Die Blutsauger verstecken sich tagsüber in Ritzen und Spalten, um nachts hervorzukriechen und das Blut ihrer Wirte auszusaugen. Dabei benötigen sie etwa zehn Minuten für eine Blutmahlzeit, wobei sie etwa das Siebenfache ihres Körpergewichts aufsaugen. Bettwanzen können bis zu 40 Tage ohne Nahrung auskommen. Ein Aushungern der Tiere ist daher sehr unwahrscheinlich. Bettwanzen müssen daher aktiv bekämpft werden.

Praxistipp: Bettwanzen besitzen zwar noch ein Paar Flügel, diese sind allerdings derart verkümmert, dass sie nicht mehr funktionsfähig sind. Vor fliegenden Bettwanzen brauchen Sie daher keine Angst zu haben.

 

Bettwanzen: Vorkommen

Bettwanzen kommen beinahe auf der ganzen Welt vor. Dort, wo sich Menschen aufhalten, kann man theoretisch auch die Wanzen antreffen. Ob in warmen oder kalten Regionen oder in großer Höhe – wichtig ist nur, dass es dort menschliche Behausungen gibt, deren Temperatur und Luftfeuchtigkeit den Tieren ein Leben ermöglichen. Wenn sie dann auch noch ein warmes Bett hat, das sie sich mit ihrem Wirt teilen kann, steht der Ausbreitung der Bettwanze nichts mehr im Weg.

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Während ihr Hauptlebensraum mittlerweile menschliche Wohnungen sind, können sie auch in Ställen vorkommen und leben teils sogar in Höhlen auf Fledermäusen. Es wird vermutet, dass dies auch ihre ursprünglichen Wirte waren, bevor sie vor mehreren tausenden Jahren den Mensch als praktischeren Wirt für sich entdeckt haben. Als ursprünglicher Herkunftsort werden Höhlen in Asien vermutet, wahrscheinlich mit Mittleren Osten, in denen Menschen mit Fledermäusen aufeinandertrafen und so befallen wurden. Die Tiere kamen auf den Geschmack von menschlichem Blut und nutzten ihren neuen Wirt, um sich mit ihm auf der ganzen Welt zu verbreiten. Im Mittelmeerraum ist die Bettwanze bereits seit der Antike bekannt. In Mitteleuropa war es ihr lange Zeit zu kalt. Erst im 17. Jahrhundert sorgten besser isolierte Wohnungen dafür, dass sie sich auch bei uns wie zu Hause fühlt.

 

Bettwanzen: Fortpflanzung

Bettwanzen können bis zu ein Jahr leben. In dieser Zeit legen die Weibchen mehrere hundert Eier. Ein Weibchen kann bis zu ein Dutzend Eier täglich legen. Aus diesen schlüpfen bereits nach einer Woche die jungen Bettwanzen. Diese müssen im Verlauf von fünf Wochen fünf Stadien durchlaufen, bis sie als ausgewachsene Tiere gelten. In jedem Stadium benötigen sie mindestens eine Blutmahlzeit und eine Temperatur von mindestens 15 °C, um sich weiterzuentwickeln.
Aufgrund der hohen Fortpflanzungsrate ist es wichtig, einen Befall von Bettwanzen frühzeitig zu erkennen, um deren Vermehrung zu stoppen. Das Video erklärt, wie Sie Bettwanzen erkennen:

 
 

Bettwanzen auf dem Vormarsch

Bettwanzen wurden in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg weitestgehend aus Mitteleuropa verdrängt. Gründe hierfür waren vor allem die vermehrte Reinlichkeit in den Haushalten sowie der exzessive Einsatz von Insektiziden, vor allem DDT. Seit dem Jahr 2000 sind die blutsaugenden Insekten jedoch wieder auf dem Vormarsch und man hört vermehrt Berichte aus Ländern wie USA, Großbritannien und Frankreich von Bettwanzen – auch in Deutschland häufen sich die Fälle zusehends. Grund hierfür ist einerseits der Wegfall von flächendeckend eingesetzten Pestiziden.

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Bettwanzen erkennen und erfolgreich bekämpfen

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Nachdem DDT als nachweislich krebserregend beinahe weltweit verboten wurde, ging man dazu über, weniger schädliche Bekämpfungsmethoden anzuwenden. So wurde früher bei einem Kakerlakenbefall die ganze Wohnung begast, was auch sämtliche Bettwanzen abtötete. Heutzutage werden punktuell Fraßköder benutzt, für die sich Bettwanzen jedoch nicht interessieren. Auch die zunehmende Globalisierung und die vermehrte Reiselust der Menschen trägt ihren Teil zur Verbreitung der Bettwanzen bei.

 

Bettwanzen vorbeugen

Bettwanzen aktiv zu bekämpfen, ist aufwendig, zeitintensiv und kostspielig. Besser ist es da, sich die kleinen Parasiten gar nicht erst einzufangen. Vorsicht ist da auf Reisen geboten. Vor allem auf Fernreisen mit dem Flugzeug und bei Übernachtungen in Hotels mit einer hohen und schnell wechselnden Zahl der Gäste besteht erhöhte Bettwanzengefahr. Die lässt sich selbst in einem gehobenen Hotel nicht komplett ausschließen. Da Bettwanzen sich tagsüber in den kleinsten Ritzen und Ecken verstecken, ist es für Reinigungspersonal beinahe unmöglich die Tiere zu erkennen, sofern der Befall nicht bereits besonders stark ausgeprägt ist – und bis es dazu kommt, können bereits dutzende Gäste, ohne es zu wissen, ein paar Wanzen im Gepäck mit nach Hause genommen haben. Als Gast liegt es daher an Ihnen, die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, sich Bettwanzen einzufangen. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:

  1. Stellen Sie unmittelbar nach Ihrer Ankunft das Gepäck zunächst in die Badewanne. Auch im Laufe des Aufenthalts sollten Sie Ihre Koffer nie auf dem Bett oder dem Boden lagern.
  2. Untersuchen Sie dann das Zimmer auf Bettwanzen. Ziehen Sie die Bettdecken und das Bettlaken von der Matratze ab und untersuchen sie die Ränder der Matratze. Begutachten Sie außerdem sämtliche Sessel und Stühle, sowie die Kleiderschränke, sofern Sie Ihre Kleidung dort aufhängen möchten.
  3. Bei der Rückkehr stellen Sie das Gepäck zunächst vor der Tür bzw. erneut in die Badewanne und waschen Sie dann sämtliche Kleidungsstücke (nicht die vergessen, die Sie bei Ankunft tragen!) bei 50 bis 60 °C.
  4. Der Koffer sollte entweder im Keller gelagert werden, wo die Wanzen lange genug keine Nahrung bekommen oder wenn möglich für mehrere Tage in einem Plastikbeutel in die pralle Sonne gelegt werden.

Bedenken Sie vor allem, dass Sie sich Bettwanzen nicht nur in Ihrer Unterkunft einfangen können, sondern die Tiere Sie auch von einem Flugzeugsitz oder aus der Gepäckablage heraus befallen können. Besonders bei stark frequentierten Ferienfliegern ist es der Crew gar nicht möglich, nach jedem Flug alles derart gründlich zu reinigen, dass ein Befall komplett ausgeschlossen werden kann.

Praxistipp: Bettwanzen können über 40 Tage ohne Nahrung auskommen. Das sollten Sie auch bedenken, wenn Sie gebrauchte Möbel oder Kleidung kaufen. Dass Second-Hand-Kleidung als erstes bei mindestens 50 °C in der Waschmaschine landet, versteht sich von selbst. Auch Möbel sollten jedoch immer gründlich inspiziert werden, bevor sie aufgestellt werden ­– vor allem wenn es sich dabei um Betten oder Polstermöbel handelt.

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