Torf

Wer schon einmal Blumenerde gekauft hat, weiß, dass es Erde mit Torf und torffreie Erde gibt. Doch was genau ist Torf? Und wozu braucht man Gartentorf?

Torf
Torf ist in vielen Blumenerden vorhanden. Aber was genau bringt Torf? Foto: iStock / purefocus
Inhalt
  1. Torf: Was ist das?
  2. Wie entsteht Torf?
  3. Wofür wird Torf verwendet?
  4. Wo Torf kaufen?

Wenn der Garten neu bepflanzt werden soll, braucht man manchmal neue Erde. Und wie bei vielen Dingen ist auch bei den Blumenerden die Auswahl riesig. Nimmt man jetzt Erde mit Torf? Oder doch lieber torffreie Blumenerde? War Gartentorf nicht sogar schlecht für die Umwelt? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier.

 

Torf: Was ist das?

Als Torf bezeichnet man eine Form von Humus. Er entsteht im Moor und besteht aus unvollständig zersetzten und konservierten Pflanzenteilen. Verwendung findet er vor allem im Garten, da er viel Wasser speichert und für fast alle Pflanzenarten geeignet ist. Weil es verschiedene Moore gibt, gibt es auch unterschiedliche Arten des Substrats. 

  • Niedermoore: Torf aus Niedermooren hat einen pH-Wert zwischen 3,2 und 7,5 (sauer bis basisch). Es enthält viele Nährstoffe.
  • Hochmoore: Diese Torf ist mit einem pH-Wert von 2,5-3,5 sehr sauer und nährstoffarm. Hier unterscheidet man noch zwischen Weiß- und Schwarztorf (oberste Torfschicht und unterste Schicht).

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Praxistipp: Als Gartentorf verwendet man meistens Hochmoortorf, da dieser sich nicht so schnell zersetzt und anpassungsfähig ist.

 

Wie entsteht Torf?

Regenwürmer und Co. zersetzen im Boden pflanzliches Material. Doch da in Mooren der Boden voller Wasser ist, dauert die Zersetzung deutlich länger. Dadurch werden die Pflanzenteile nur teilweise zersetzt. Die abgestorbenen Pflanzenreste setzen sich ab und entwickelt sich zu einem humosen Boden: dem Torfboden. Bis dieser etwa einen Meter dick ist, vergehen rund 1.000 Jahre.

 

Wofür wird Torf verwendet?

Früher wurde getrockneter Torfboden als Brennstoff verwendet. Heute wird er größtenteils für Pflanzenerde genutzt. Denn seine positiven Eigenschaften können sich auf das gesunde Wachstum auswirken. Dadurch, dass der Boden viel Wasser speichert, leiden die Pflanzen nicht unter Sauerstoffmangel. Gleichzeitig kann er mit nur wenigen Mitteln für die Pflanzen aufbereitet werden. So können auch Pflanzen die keinen sauren Boden brauchen gut wachsen und gedeihen. Außerdem lockert Torf den Mutterboden auf und trägt so zur Bodenverbesserung bei.

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Wozu braucht man Gartentorf?

Aber gibt es Pflanzen die Gartentorf wirklich brauchen? Pflanzen wie Rhododendron oder Hortensien bevorzugen einen sauren Boden. Daher ist Gartentorf für sie wie auch andere Moorbeetpflanzen von Vorteil. Doch genauso gut, kann man auch spezielle Rhododendronerde oder Hortensienerde benutzen. Das bedeutet, keine Pflanze ist auf Schwarz- oder Weißtorf angewiesen.

Warum kein Torf in Blumenerde?

Seit einigen Jahren steht Gartentorf in der Kritik. Denn damit Blumen im eigenen Garten blühen, wird durch den Torfabbau die Natur geschädigt. Durch die künstliche Trockenlegung der Morre zum Torfabbau werden zahlreiche Lebewesen aus ihrem natürlichen Umfeld vertrieben. Bis sich das Moor von dem Abbau erholt hat, vergehen Jahrzehnte. Aber was ist dann eine bessere Alternative zu Gartentorf? Um die Schäden der Moore zu verringern, kann man torffreie Erde kaufen und diese mit Blähton, Kompost oder Holzfasern anreichern. Auch Sand, Kokosfasern oder organische Materialien können Gartentorf ersetzen.

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Wo Torf kaufen?

Wer nicht auf torffreie Substrate zurückgreifen möchte, kann Gartentorf in vielen Gartencentern oder online kaufen. Aber da die Natur und Umwelt immer mehr in das Bewusstsein der Menschen rückt und die Moore immer weiter abgebaut werden, wird es wahrscheinlich immer weniger Torf-Substrate geben. Wer nicht gänzlich auf Gartentorf verzichten kann, kann auch torfreduzierte Erden kaufen. Dabei ist der Torfanteil etwas geringer.

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