Winterharte Staude

Welche Stauden winterhart sind, erkennt man hieran

Winterharte Stauden bringen Farbe in den weißen Winter – und die Christrose blüht dann sogar!

Stauden winterhart
Die Christrose gehört zu den winterharten Stauden, die nicht nur ihre Blätter behalten, sondern erst im Winter richtig aufblühen. Foto: fotolia.de/babsi_w
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Ein gut geplanter, abwechslungsreich bepflanzter Garten kann das ganze Jahr über interessant sein. Es gibt sogar einige pflegeleichten Stauden und Gehölze, die im Winter blühen. Diese Blumen nennt man winterhart. Aber wann sind Stauden winterhart?

Was ist eine winterharte Staude?

Stauden sind nicht verholzende, mehrjährige Pflanzen. Bei vielen Arten überstehen nur die unteren Teile der Pflanze den Winter, haben aber Überwinterungsknospen, aus denen sie im nächsten Jahr erneut austreiben. Manche winterharte Staude indes ist immergrün und zieht dann ihre Triebe nicht ein. Dazu gehören vor allem Gräser, Wasserpflanzen, Farne und Bodendecker.

Welche Stauden sind winterhart?

Eigentlich sind alle Stauden mehrjährig und damit auch winterhart. Allerdings sterben selbst bei vielen winterharten Stauden bei Frost die oberirdischen Pflanzenteile ab – nur durch das „Zurückziehen“ der Pflanze in den Boden übersteht die im Sommer krautig wachsende Pflanze die kalte Jahreszeit.

Zu den beliebten winterharten Stauden zählen u. a.:

  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Elfenblume (Epimedium x perralchicum)
  • Glockenblume (Campanula)
  • Herbstanemone (Anemone hupehensis)
  • Herbstaster (Symphyotrichum)
  • Katzenminze (Nepeta x faassenii)
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)
  • Kokardenblume (Gaillardia grandiflora)
  • Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
  • Kugeldistel (Echinops ritro)
  • Lupine (Lupinus polyphyllus)
  • Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis)
  • Purpurglöckchen (Heuchera)
  • Riesen-Lauch (Allium giganteum)
  • Rittersporn (Delphinium elatum)
  • Scharlachfuchsie (Fuchsia magellanica)
  • Sonnenhut (Echinacea purpurea)
  • Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)
  • Türkischer Mohn (Papaver orientale)

Manche winterharte Staude bleibt ganzjährig grün – und blüht sogar teilweise im Winter, etwa diese frostharten Stauden:

  • Adonisröschen (Adonis amurensis)
  • Christrose (Helleborus niger)
  • Duftveilchen (Viola odorata)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Kaschmir-Bergenie (Bergenia ciliata)
  • Lenzrose (Helleborus Orientalis)
  • Schleifenblume (Iberis sempervirens)
  • Schlüsselblume (Primula)
  • Schneeheide (Erica carnea)
  • Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum)

Welche winterharten Stauden blühen den ganzen Sommer?

Das Staudenbeet ist im Sommer das pflegeleichteste Beet im Garten. Anfangs sieht es noch etwas kahl aus – temporäre Zwischenpflanzungen verbessern das Bild –, doch wenn die vielen pflegeleichten Stauden, die im Boden überwintert haben, austreiben, bildet sich schnell ein üppig wogendes Blütenmeer.

Diese winterharten Stauden blühen den ganzen Sommer über besonders üppig und langanhaltend:

  • Buschmalve (Lavatera x olbia)
  • Duftnessel (Agastache rugosa)
  • Eisenkraut (Agrostietea stoloniferae)
  • Großblütiges Mädchenauge (Coreopsis grandiflora)
  • Islandmohn (Papaver nudicaule)
  • Mädchenauge (Coreopsis)
  • Nelkenwurz (Geum)
  • Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)
  • Pracht-Storchschnabel (Geranium x magnificum)
  • Prachtkerze (Gaura lindheimerii)
  • Purpur-Fetthenne (Sedum telephium)
  • Sommermargerite (Leucanthemum x superbum)
  • Spornblume (Centranthus ruber)
  • Steppensalbei (Salvia nemorosa)
  • Stockrose (Alcea rosea)
  • Ziersalbei (Salvia nemorosa)

Welche Stauden sind nicht winterhart?

Eigentlich sind Stauden bei uns winterhart. Die Pflanzen werden in verschiedene Winterhärteklassen eingeteilt und überstehen in ihren Herkunftsregionen eisige Temperaturen von bis zu -45 °C – in Gebirgshochlagen Asiens keine Seltenheit bei Nacht!

Allerdings gibt es auch ein paar beliebte Pflanzen im Staudengarten, die nicht wirklich winterhart sind. Zu denen gehören u. a. – auch wenn sie botanisch nicht zwingend zu den Stauden zählen:

  • Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana)
  • Fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana)
  • Kalla (Calla palustris)
  • Männertreu (Lobelia erinus)
  • Petunie (Petunia)
  • Wandelröschen (Lantana camara)

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Auch winterharte Stauden können bei extremen Frösten in langen Wintern absterben. Oft sind zu viel oder zu wenig Wasser, Nager und Schädlinge oder einfach Altersschwäche und Verrottung die Ursache.
Praxistipp: Achten Sie beim Kauf winterharter Stauden also auf die angegebene Frosthärteklasse, damit die Pflanzen auch im nächsten Frühling wieder wachsen.

Wie überwintern winterharte Stauden?

Aber auch als robust und winterhart geltende Stauden brauchen eine gewissen Schutz vor Bodenfrost und eisigem Wind: Damit der Wurzelballen im kalten Boden keinen Schaden nimmt, sollten Sie winterharte Stauden mit Laub, Reisig oder Stroh anhäufeln und verwelkte Blätter bis zum nächsten Frühjahr an der Pflanze lassen – das wirkt wie ein zusätzlicher Wintermantel! Rechtzeitig vor dem Neuaustrieb ersetzen Sie den Winterschutz durch einen kleinen Haufen lockeren Kompost – der schützt vor späten Frösten und liefert die Nährstoffe für den Neuaustrieb. Wenn Sie Büsche und Sträucher zurückschneiden und abgestorbene Äste entfernen wollen, erledigen Sie das möglichst noch vor dem ersten Frost, damit sich die Schnittstellen wieder verschließen können. Kleinere oder empfindliche Staudenarten sollten eingetopft und in einem geschützten Winterquartier gelagert werden, zum Beispiel im Keller oder in der Garage. Zusätzlich empfiehlt sich, die Pflanztöpfe und Pflanzen mit Luftpolsterfolie einzuwickeln.

Wann muss ich meine winterharte Staude schneiden?

Wachsende Stauden brauchen einen jährlichen Rückschnitt, damit sie blühfreudig bleiben und um deren Lebensdauer zu verlängern. Dafür schneidet man im Herbst alle Stauden (die nicht im Winter blühen!) auf etwa 10 Zentimeter über dem Boden zurück. So können mehrjährige Stauden im Boden geschützt überwintern und im kommenden Frühjahr wieder kraftvoll austreiben.

Praxistipp: Wenn Ihre Stauden schon verblüht sind – oder gar bereits unansehnlich zu welken beginnen –, können Sie auch schon früher die Schere ansetzen. Oft treiben nach der ersten Blüte zurückgeschnittene Stauden noch einmal aus. In jedem Fall verhindert der rechtzeitige Rückschnitt, dass sich die pflegeleichten Stauden unkontrolliert selbst aussäen.

Aber: Damit das Staudenbeet nicht schon im Herbst total nackt wirkt, ist es ratsam, immergrüne Stauden ungestutzt zu lassen! Manche winterharte Staude, wie etwa die Bergenie fasziniert zu dieser Jahreszeit erst mit ihrer beeindruckend rötlichen Blattfärbung. Nur wenn die immergrünen Stauden das Beet zuzuwuchern drohen, ist der Rückschnitt im Herbst angezeigt.
Praxistipp: In jedem Fall sollten im Herbst alle welken, faulen und kranken Pflanzenteile abgeschnitten werden, um frühzeitig die Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten im Staudenbeet zu stoppen.

Wenn Sie die Blume im Beet nicht bereits im Spätherbst zurückgeschnitten haben, sollten Sie im Frühjahr mit der Schere ausrücken, um alle verfrorenen, abgestorbenen oder vertrockneten Pflanzenteile aus dem Vorjahr zu entfernen.
Mittlerweile ist der Frühjahrsschnitt bei vielen blühenden Stauden – anders als bei vielen anderen einjährigen Sommerblumen – „state oft he art“ – denn die attraktiven Samenstände sind im Winter ein hübscher Blickfang, die Samen liefern heimischen Vögeln Nahrung und im Gestrüpp der Pflanzen überwintern viele Insekten und Kleinstlebewesen!

Wann kann ich winterharte Stauden pflanzen?

Vorgezogene Stauden gibt es beinahe das ganze Jahr über zu kaufen. Die Erstauspflanzung in durchlässigen Boden kann praktisch ab Mai pausenlos bis zum Herbst erfolgen.
Wollen Sie Stauden im Beet umpflanzen, nutzen Sie dafür die Milde Jahreszeit von September bis Anfang November: Dann ist das Triebwachstum der Pflanzen abgeschlossen und die Pflanze kann die verbleibende Zeit bis zum Frost nutzen, um am neuen schattigen oder sonnigen Standort (je nach Sorte) anzuwachsen.
Jetzt ist auch der beste Zeitpunkt, um zu groß gewordene, hohe Stauden durch Teilung zu vermehren:

Winterharte Staude: die Christrose

Aber auch die Christrose gehört zu den winterharten Pflanzen. Die kleine Pflanze wird etwa 25 cm hoch und blüht von Dezember bis März. Die weißen, gelegentlich auch rötlich getönten Blüten der Christrose (Helleborus niger) bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den dunkelgrünen Blättern. Mittlerweile sind auch barock anmutende, gefüllte Christrosen-Sorten im Handel, zum Beispiel Double Ellen Picotee. Christrosen gedeihen gut im Halbschatten vor oder unter lichten Gehölzen, aber auch im Topf können Sie Christrosen pflanzen.

Praxistipp: Christrosen trotzen der Kälte und blühen im tiefsten Winter: Daher eignen sich Christrosen auch hervorragend für Kübel und Kästen – im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon.

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