Stauden schneiden

Stauden sind ausdauernde Pflanzen, die mehrere Jahre blühen und fruchten. Doch vor der großen Blüte im heimischen Garten kommt der große Schnitt: Wir geben Tipps, wie Sie Stauden schneiden und was beim Rückschnitt zu beachten ist.

Stauden schneiden
Der richtige Rückschnitt kann bei Stauden zu einem ordentlichen Blütenschub führen. Foto: John Glover / Alamy
Inhalt
  1. Rosen, Hortensien und Co. schneiden
  2. Rückschnitt mit Gartenschere oder Staudensichel vornehmen
  3. Staudenschnitt: Herbst oder Frühling?

Die meisten Stauden wachsen auch bei wenig Pflege gut, aus den Knollen und Zwiebeln treiben die Stauden nach dem Winter immer wieder aus. Regelmäßige Arbeiten wie das Entfernen von Unkraut und verwelkten Blüten sollten Sie allerdings nicht vernachlässigen. Gut entwickelte Stauden sind auch bei der Wassergabe genügsam. Nur bei anhaltend heißem Wetter sollten Sie die Pflanzen abends reichlich gießen. Der Boden sollte dabei feucht werden, damit die Wurzeln genug Wasser aufnehmen können.

Die regelmäßige Pflege sowie der richtige Schnitt der Stauden sorgen für steten Blütennachschub, denn Stauden remontieren – sie blühen erneut, wenn man sie nach der Hauptblüte richtig schneidet. Mit dem Schnitt können Sie so die Anzahl und Größe der Blüten beeinflussen. Wenn im Frühjahr die ersten Triebe erscheinen, werden die schwachen Triebe abgeschnitten und nur die kräftigen Triebe stehen gelassen. Diese werden so noch kräftiger wachsen und größere Blüten hervor bringen.

Gartenpflege
 

Sträucher schneiden

Der Rückschnitt ist nötig, um Pflanzen blühvital zu halten: Wann und wie Sie schneiden sollten

Welken die Blüten von Rittersporn, Lupine, Katzenminze, Schafgarbe, Flockenblume oder Sommersalbei, schneiden Sie die Stauden gut eine Handbreit über dem Boden ab und geben ihnen etwas Volldünger. Die Pflanzen treiben wieder aus und bilden neue, wenn auch spärlichere Blüten. Das geht auch bei Frauenmantel, der nach der Blüte oft völlig ramponiert aussieht. Die neuen Blätter bleiben dann bis zum Herbst schön.
Im Herbst werden dann die meisten Stauden bis fast auf den Grund gekürzt, nachdem die Blütezeit vorbei ist. Nur die Stauden werden stehen gelassen, die aufgrund ihrer Früchte in der Winterzeit als Vogelfutter dienen. Nicht winterharte Stauden sollten Sie ins Winterquartier bringen, damit die Pflanze frostfrei überwintern kann.     

Gartengestaltung
 

Stauden winterhart

Winterharte Stauden bringen Farbe in den weißen Winter. Die Christrose blüht sogar

 

Rosen, Hortensien und Co. schneiden

  • Als Faustformel gilt: Wenn die Forsythien blühen, können Sie die Rosen schneiden. Die Rosenarten werden allerdings zu unterschiedlichen Jahreszeiten und auf verschiedene Weisen geschnitten.
  • Hortensienschneiden oder nicht? Sie brauchen tatsächlich einen regelmäßigen Schnitt. Die Art gibt die Schnittweise vor.
  • Lavendel verholzt von unten. Daher muss man Lavendel schneiden, wenn man nicht einen großen, kahlen Lavendelstrauch im Garten haben will.
  • Im Sommer wie im Winter muss man Blauregen schneiden. Und je mehr junge Triebe Sie schneiden, desto früher blühen sie.
  • Damit die dornigen Zweige nicht zu lang werden, sollten Sie die Bougainvillea schneiden, sobald die Hochblätter nach jedem Blütenschub vertrocknet sind.
  • Ginster ist zwar schön anzusehen, doch einige Arten können sich unbeschnitten innerhalb kürzester Zeit vermehren. Wenn Sie Ginster schneiden, haben Sie aber kein Problem mit einer Überwucherung.
 

Rückschnitt mit Gartenschere oder Staudensichel vornehmen

Der Rückschnitt gelingt am besten mit einer Gartenschere oder speziellen Staudensicheln, die sehr viele Halme auf einmal kappen. Bei robusten Bodendeckern können Sie sogar eine Stabheckenschere als Sense nehmen und den Schneidkopf dafür abwinkeln.

Wichtig ist, dass das Werkzeug immer scharf ist, um die Staude richtig schneiden zu können und nicht zu quetschen. Beim Rosenschnitt ist es zudem wichtig, dass die Schere sauber und desinfiziert ist, damit keine Krankheitserreger übertragen werden. Nach der Nutzung sollten die Werkzeuge gereinigt werden, damit die Pflanzensäfte nicht festtrocknen. Elektrische Gartenwerkzeuge müssen jährlich gewartet werden, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Foto: Thomas Heß

 

Staudenschnitt: Herbst oder Frühling?

Wer ein Staudenbeet angelegt hat, fragt sich spätestens beim Garten winterfest machen, ob die Stauden im Herbst oder Frühling einen Staudenschnitt brauchen. Oder brauchen Ihre Pflanzen gar keinen Staudenschnitt?

Staudenbeet
Damit das Staudenbeet auch nächstes Jahr schön blüht, ist ein Staudenschnitt erforderlich. Foto: iStock/Martin Wahlborg

Ein üppig blühendes Staudenbeet sieht einfach toll aus! Aber damit die Stauden schön blühen, benötigen Sie einen richtigen Staudenschnitt. Doch was ist ein „richtiger Staudenschnitt“? Schneidet man die Stauden überhaupt im Herbst? Oder doch im Frühling? Und brauchen eigentlich alle Stauden einen Rückschnitt? Auf all diese Fragen finden Sie hier die Antwort.

Staudenschnitt: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Viele Pflanzen müssen im Herbst geschnitten werden, damit Sie im nächsten Jahr wieder so schön blühen. Aber gehören Stauden dazu? Stauden können im Herbst geschnitten werden. Aber auch ein Staudenschnitt im Frühling ist möglich.
In dem Video sehen Sie, wie Sie Stauden pflanzen:

 

Staudenschnitt im Herbst

Wenn Sie Ihre Stauden im Herbst schneiden, haben Sie im Frühling mehr Zeit für andere Gartenarbeit. Denn besonders im Frühling gibt es im Garten viel zu tun. Ein weiterer Vorteil beim Staudenschnitt im Herbst ist, dass die Pflanzen noch fest sind. Im Frühling sind sie meist durch die Witterung matschiger. Ebenfalls von Vorteil: Durch den Rückschnitt wirken Sie Schädlingen und Pflanzenkrankheiten entgegen. So haben die Stauden einen gesunden Start in den Frühling.
Was Sie noch im Oktober erledigen sollten, zeigt unser Gartenkalender >>

Staudenschnitt im Frühjahr

Doch auch im Frühling ist ein Staudenschnitt sinnvoll. Im Frühling können Sie zum Beispiel neue, schwächere Triebe abschneiden und damit die starken Triebe stärken. So blühen diese kräftiger. Außerdem bieten abgestorbene Stauden vielen Tieren Nahrung und einen Unterschlupf in der kalten Jahreszeit. Dieser entfällt, wenn Sie die Stauden im Herbst schneiden und den Staudenschnitt weglegen.

Wie geht ein richtiger Staudenschnitt?

Ein richtiger Staudenschnitt funktioniert am besten mit einer scharfen Gartenschere oder einer speziellen Staudensichel, wenn Sie mehrere Halme gleichzeitig schneiden möchten. Alle verblühten Stauden schneiden Sie im Herbst etwa 10 cm über dem Boden ab.
Praxistipp: Wenn Sie kranke Stauden schneiden, sollten Sie das Werkzeug desinfizieren, damit Sie nicht weitere Pflanzen anstecken.
Doch es gibt auch Stauden, die Sie im Herbst nicht radikal zurückschneiden sollten. Dazu zählen z.B. immergrüne Pflanzen wie Koniferen oder Chinaschilf.

Staudenschnitt entfernen

Doch was passiert dann mit den Stauden? Kann ich den Staudenschnitt liegen lassen? Ja, den Staudenschnitt können Sie einfach liegen lassen. So kann er Tieren einen Unterschlupf bieten und gleichzeitig den Boden vor Frost schützen. Alternativ können Sie die Stauden aber auch kleinschneiden und als Auflockerung auf den Kompost geben. Kranke Pflanzenteile sollten Sie jedoch nicht auf dem Kompost entsorgen.
Praxistipp: Wenn Sie den Staudenschnitt häckseln, kann er als Mulch eingesetzt werden.

Quelle: Sonderheft 3 / 2014

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