Clematis schneiden Clematis Schnittgruppen

Damit Pflanzen üppig blühen, benötigen Sie einen regelmäßigen Rückschnitt, das gilt auch, wenn Sie Ihre Clematis schneiden wollen – meistens zumindest, denn während einige Waldreben einen regelmäßigen radikalen Rückschnitt benötigen, dürfen andere Sorten gar nicht geschnitten werden.

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Inhalt
  1. Wann wird Clematis zurückgeschnitten?
  2. Clematis schneiden: Die drei Clematis-Schnittgruppen
  3. Verjüngungsschnitt nach Bedarf

Es gibt über 300 Arten von Clematis auf der Welt und nicht wenige Clematis-Sorten haben es in unsere Gärten geschafft. Allen gemein ist eine üppige Blüte, und damit diese erhalten bleibt, muss man die Clematis zurückschneiden.

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für den Schnitt gekommen? Und schneidet man wirklich alle Sorten gleich stark zurück? Selbstverständlich nicht! Damit Sie beim Schneiden der Clematis nicht aus Versehen zu viel oder zu wenig abschneiden, erklären wir Ihnen die drei Hauptschnittarten der Waldrebe.

 

Wann wird Clematis zurückgeschnitten?

Clematis schneidet man, wie die meisten starkblühenden Pflanzen, nicht nur um ihre Gesundheit zu erhalten und einen gleichmäßigen Wuchs zu erzielen, sondern hauptsächlich, um eine üppige Blüte zu fördern. Um das zu erreichen, darf die Pflanze jedoch nur zu bestimmten Zeiten geschnitten werden, abhängig von dem Zeitpunkt ihrer Blüte. Diese fällt jedoch je nach Clematis-Sorte ganz unterschiedlich aus.

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So gibt es Frühblüher, Sommerblüher und zweimal blühende Arten. Jede dieser Clematis-Sorten benötigt eine andere Art des Rückschnitts. Bevor Sie Ihre Waldrebe schneiden, müssen Sie daher erst einmal in Erfahrung bringen, zu welcher Schnittgruppe diese gehört.

 

Clematis schneiden: Die drei Clematis-Schnittgruppen

Radikaler Rückschnitt, leichtes Einkürzen oder gar kein Rückschnitt – all diese Methoden sorgen bei Clematis für eine reiche Blüte, wenn man den richtigen Schnitt bei der richtigen Sorte anwendet. Grob können Sie sich merken, dass Pflanzen, die bereits früh im Jahr blühen, die Anlage für diese Blüte bereits im Vorjahr bilden. Sie sollten daher nur mäßig bis gar nicht geschnitten werden, da ein Rückschnitt die Blüte im Keim erstickt.

Clematis mit großen lila Blüten
Entscheidend für den richtigen Zeitpunkt des Rückschnitts Ihrer Waldrebe ist, aus welcher Schnittgruppe die Clematis stammt! Foto: iStock / Robitaille

Clematis-Arten, die später im Jahr blühen, bilden die Anlage für ihre Blüten hingegen erst im selben Jahr aus. Sie können im Vorjahr daher radikaler zurückgeschnitten werden und benötigen dies sogar, um neue Triebe bilden zu können. Grob lassen sich die Waldreben anhand der Blütezeit in drei Gruppen einteilen: Frühblüher, Sommerblüher und Zweimalblüher:

Schnittgruppe 1: frühblühende Clematis

Clematis dieser Schnittgruppe legen die Triebe für ihre Blüten bereits im Herbst an. Ab diesem Zeitpunkt dürfen sie daher nicht mehr geschnitten werden, da ansonsten die Blüte im Frühjahr ausbleibt. Einer „Schnittgruppe“ im eigentlichen Sinne des Wortes gehören diese Waldreben daher nicht an, da man komplett auf einen Rückschnitt verzichten sollte. Grundsätzlich müssen diese Sorten nur alle paar Jahre nach Bedarf geschnitten werden.

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Zeitpunkt Rückschnitt: Kein regelmäßiger Rückschnitt erforderlich. Falls einzelne Triebe aus Platzgründen gekürzt werden müssen, kann dies direkt nach der Blüte erfolgen.
  • Schnittanleitung: Falls die Pflanze zu groß wird, einzelne Triebe entfernen. Alle fünf Jahre ein Verjüngungsschnitt, da die Pflanze sonst verkahlt. Auch alte Triebe können dann bis ins Holz radikal einkürzt werden.
  • Sorten: Alpen-Waldrebe (Clematis alpina), Berg-Waldrebe (Clematis montana), Großblumige Waldrebe (Clematis macropetala), sowie sämtliche Clematis-Hybriden und Artverwandten der Atragene-Gruppe

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Schnittgruppe 2: zweimal blühende Clematis

Diese Clematis-Sorten blühen zwei Mal im Jahr, müssen demnach zwei Mal geschnitten werden und gehören deswegen praktischerweise der Schnittgruppe 2 an. Die Zweimal-Blüher blühen zunächst im Frühjahr an den Kurztrieben, die sich nach dem Winter aus dem vorjährigen Holz bilden. Die zweite Blüte findet an den neu gebildeten Langtrieben statt. Damit beide Blüten üppig ausfallen, ist daher einmal ein starker und einmal ein leichter Rückschnitt nötig.

  • Blütezeit: Mai-Juni und Juli-August
  • Zeitpunkt Rückschnitt: Nach der ersten Blüte und im Spätherbst bzw. zeitigen Frühjahr
  • Schnittanleitung: Schneiden Sie im Herbst die Triebe etwa um ein Drittel bis die Hälfte zurück, damit die erste Blüte üppig ausfällt. Nach der ersten Blüte schneiden Sie nur leicht zurück, indem Sie die verwelkten Blüten entfernen, damit auch die zweite Blüte üppig ausfällt.
  • Sorten: Großblumige Clematis-Hybriden

Schnittgruppe 3: sommerblühende Clematis

Sommerblühende Clematis haben kein Altholz und bilden ihre Blüten jährlich an den neuen Trieben. Damit diese kräftig wachsen, müssen sie jedes Jahr stark eingekürzt werden, ansonsten verkümmern die Triebe schnell und bilden kaum mehr Blüten aus. Die Waldreben dieser Gruppe sind daher auch eher den Stauden ähnlich und sind keine wirklichen Kletterpflanzen im eigentlichen Sinne.

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Zeitpunkt Rückschnitt: Im Herbst von November bis Dezember oder im zeitigen Frühjahr von Februar bis März. Empfohlen wird der Schnitt im Herbst, da so sichergestellt werden kann, dass keine neuen Triebe, die sich bereits gebildet haben, beschädigt werden.
  • Schnittanleitung: Schneiden Sie besonders radikal zurück. Sämtliche Triebe sollten auf 30 cm zurückgeschnitten werden.
  • Sorten: italienische Waldreben (Clematis viticella), Clematis texensis sowie einige Hybriden, sämtliche staudig bzw. krautig wachsenden Clematis-Pflanzen

Praxistipp: Ein erneuter Rückschnitt direkt nach der ersten Blüte kann diese Sorten ebenfalls zu einer zweiten Blüte im Jahr anregen, sofern die Temperaturen mitspielen.

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Verjüngungsschnitt nach Bedarf

Unabhängig von der Schnittgruppen der Clematis ist es sinnvoll, sämtliche Sorten etwa alle fünf Jahre radikaler zurückzuschneiden. Die Waldrebe neigt ansonsten dazu, unten zu verkahlen. Das sieht vor allem an Rankhilfen oder Gartenbögen unschön aus und sollte daher vermieden werden. Dagegen hilft nur ein Radikalschnitt, wie er sonst nur in Schnittgruppe 3 üblich ist. Die frühblühenden Waldreben können direkt nach der Blüte zurückgeschnitten werden. So haben sie Zeit, bis zum nächsten Jahr neue Triebe auszubilden und erneut zu blühen. Zweimal blühende Clematis hingegen schneidet man erst im Winter zurück. So entfällt lediglich die erste Blüte im nächsten Jahr.

Praxistipp: Auch im ersten Jahr nach der Pflanzung sollten Sie sämtliche Clematis-Sorten bis auf 30 cm kürzen, auch Sorten der Schnittgruppe 1 und Schnittgruppe 2. Dies fördert die wichtige Wurzelbildung im ersten Jahr und sorgt für einen dichteren Wuchs der Pflanze.

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