Schrank restaurieren

Aus selbst ist der Mann 10/2021

Alte Möbel sind nicht immer wertvoll. Aber Sie erzählen oft ganz persönliche Geschichten. Daher lohnt es sich fast immer, sie aufzuarbeiten. Wir zeigen, wie Sie einen alten Schrank restaurieren.

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Foto: sidm / KEH

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Das Restaurieren von alten Schränken lohnt sich besonders bei Familienerbstücken.

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Eine Ecke des Kranzes war abgebrochen, die Teile waren aber noch vorhanden.

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Wenn Sich die Holzteile lückenlos ans Möbel ansetzen lassen, können Sie sie einfach wieder anleimen. Geben Sie hierzu ...

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... sparsam Holzleim an und fixieren Sie die Hölzer nacheinander mit Klebeband auf dem Möbel. Stramm anziehen, damit ...

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... ausreichend Anpressdruck aufgebaut wird. Wo möglich, auch Zwingen oder Leimklammern ansetzen!

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Nach dem Abbinden des Leims entfernen Sie das Klebeband und stoßen behutsam den ausgetretenen Leim ab. Bereits vor der nun folgenden Retusche ist der Schaden kaum noch erkennbar.

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Das Ende der Profilleiste ist abgebrochen und nicht mehr da.

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Schneiden Sie ein Stück Eichenholz zu, das von der Größe dem fehlenden Holz entspricht. Zeichnen Sie die Kontur auf.

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Nun schneiden Sie die Bruchstelle sauber aus: Mit der Japansäge einschneiden ...

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... und exakt ausstemmen. Verwenden Sie hierzu einen sehr scharfen Beitel. Ggf. den Stemmverlauf mit einer Feile nachglätten!

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Prüfen Sie nun, ob das Ersatzholz passt. Ggf. nacharbeiten. Je genauer es passt, desto weniger fällt die Reparatur auf. Das Ersatzholz sollte ähnlich gemasert sein!

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Leimen Sie das Holz nun an und warten Sie, bis der Leim vollständig abgebunden hat.

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Mit Hobel, Stech- bzw. Hohlbeitel und Rundfeile arbeiten Sie die Form heraus. Dann beischleifen. Retuschiert wird zum Schluss. Beim Nacharbeiten Schritt für Schritt vorgehen!

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Auch beim ausgerissenen Schlosskasten wird ein Ersatzholz eingeleimt. Das Holz schräg zuschneiden. Dann ausstemmen.

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Beim Einleimen fest mit Schraubzwingen verpressen. Hier wird das Übermaß deutlich.

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Mit dem Hobel arbeiten Sie die Überstände nach. Zuletzt beischleifen.

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Dass sich der alte Knochenleim löst, kommt häufig vor.

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Hier darf nicht einfach nachgeleimt werden: Der alte Leim muss zunächst runter! Mit Beitel oder Ziehklinge und ...

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... Schleifpapier die Kontaktflächen vom alten Leim befreien. Dann Leim angeben und mit Leimklammern verpressen.

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Gleiches gilt für Schnitzereien, die sich mit den Jahren gelöst haben. Sind solche Zierelemente abhanden gekommen, müssen ...

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... sie aufwendig nachgeschnitzt werden. Hier ist zum Glück noch alles vorhanden, sodass man nur die Kontaktflächen des ...

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... Schranks und des Zierelements abschleifen, den Leim angeben und das Bauteil exakt aufsetzen und verpressen muss.

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Hier zeigen wir, was mit Produkten zum Aufarbeiten möglich ist.

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Tiefere Kratzer lassen sich mit etwas Wachskitt im Holzfarbton zuspachteln. Die Farbtöne sind auch untereinander mischbar.

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Für feinere Kratzer reicht zumeist ein farbliches Angleichen mit dem Retuschierstift. Vorher gut schütteln!

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Die ersetzten Hölzer werden mit Holzbeize farblich angepasst. Mehrfaches Beizen macht den Farbton dunkler. Auch die ...

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... Übergänge und Schleifspuren nachbeizen. Mit Schellack, der sich nahezu ansatzfrei auftragen lässt, werden die Hölzer versiegelt.

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Um den teils stumpfen, ansonsten aber intakten Holzoberflächen neuen Glanz zu verleihen, tragen Sie dunkle Möbelpolitur auf.

Der nussbraune Eichenholzschrank ist ein Familienerbstück, das schon viel erlebt hat. Aufwendige Schnitzereien, üppige Materialstärken und die gute Substanz waren hier neben dem Erinnerungswert triftige Argumente für eine Schrank-Restaurierung.

Checkliste Werkzeug

  • Pinsel

  • Feile

  • Feinsäge

  • Hobel

  • Japansäge

  • Klüpfel

  • Leimzwingen

  • Stechbeitel

Die vorhandenen Schäden waren zwar zahlreich, aber nicht so schlimm, dass der Aufwand zu groß geworden wäre. Eine Aufarbeitung durch einen professionellen Restaurator wäre dennoch ordentlich ins Geld gegangen. Daher zeigen wir hier anhand verschiedener typischer Schadbilder, wie man mit vergleichsweise einfachen Mitteln und der nötigen Portion handwerklichen Geschicks einen Schrank restaurieren kann.

Schrank restaurieren: Schäden erkennen

Eine Restaurierung kann man in verschiedene Kategorien unterteilen. Hier stehen an erster Stelle die Holzarbeiten: Sie reichen vom einfachen Nachleimen gelöster oder abgebrochener, aber noch vorhandener Bauteile bis zum Austausch oder Ersatz abhanden gekommener „Substanz“.

Zu den Holzarbeiten zählen aber auch die Retusche, das Nachbeizen, das Ausbessern z. B. mit Wachskitt, das Versiegeln der Oberflächen und das Auffrischen mit Möbelpolitur. Allein die Behandlung mit entsprechenden Produkten zur Aufbereitung kann ein Möbel extrem aufwerten! Übrigens: Fachleute verwenden möglichst nur die Materialien, die es zur Zeit des Möbelbaus auch gab, und bereiten sie teils auch selbst zu, wie z. B. Knochenleim oder Leinölfirnis. Diesen Anspruch haben wir nicht.

Möbelschlösser, Scharniere und Co.

Eine weitere Kategorie betrifft die Beschläge: Beschädigte Möbelschlösser oder fehlende Schlüssel, defekte Scharniere oder andere Beschläge lassen sich nicht immer originalgetreu ersetzen. Allerdings gibt es auch hierfür Speziallieferanten – in der Regel sind dies Onlineshops –, die passende antike oder antik wirkende Beschläge anbieten. Doch nicht selten sind es bei den Altbeschlägen auch Kleinigkeiten, die Sie selbst reparieren können.

Intarsien: Beschädigte Einlegearbeiten

Sehr aufwendig und problematisch ist meist die Reparatur beschädigter Einlegearbeiten, sogenannter Intarsien. Hier ist es für den Laien oft schon schwierig, die geeigneten Furniere zu beschaffen – geschweige denn, fehlende Furniere exakt zuzuschneiden und einzupassen. Gerade die falsche Lagerung der Möbel z. B. in feuchten Kellern kann zur vollständigen Zerstörung der Furniere führen. In unserem Fall bestand der Schrank fast ausschließlich aus Massivholz, lediglich die Türfüllungen waren mit eher schlichten Intarsien verziert – und die waren zum Glück vollständig intakt.

Anleitung: Schrank restaurieren

In der Bildergalerie oben zeigen wir, wie Sie verschiedene Schäden an einem Schrank restaurieren. Eine kurze Anleitung finden Sie bereits hier.

  • Abgebrochene Ecke: Wenn beim Schrank eine Ecke abricht, Sie die Teile aber noch besitzen, können Sie diese mit Leim anbringen. Tragen Sie etwas Leim auf und fixieren Sie diese dann mit Klebeband. Nach dem Trocknen können Sie das Klebeband vorsichtig abziehen.
  • Kratzer: Tiefe Kratzer können Sie mit etwas Wachskitt zuspachteln. Bei kleinen Kratzern reicht meist auch ein Retuschierstift.
  • Abgebrochene Profilleiste: Hier können Sie ein Stück Holz (am besten die selbe Holzart) zuschneiden und die Bruchteile mit einer feinen Säge ausschneiden. Nun prüfen Sie ob das neue Stück passt. Falls nicht, müssen Sie hier etwas nacharbeiten. Mit Leim können Sie das Holz nun ankleben und auch hier mit Klebeband fixieren und trocknen lassen.
  • Ausgerissener Schlosskasten: Auch hier wird ein Ersatzholz eingesetzt. Verpressen Sie das Holz mit Zwingen, Überstände können Sie abhobeln.
    Praxistipp: Ersetzte Hölzer können Sie mit Holzbeize farblich anpassen. Auch Möbelpolitur oder Schellack eignet sich dazu.
  • Gelöster Leim: Hier sollten Sie nicht einfach neuen Leim benutzen. Schleifen Sie zuerst die alten Leimreste ab. Danach können Sie den Leim auftragen, das gelöste Stück anbringen und mit Zwingen verpressen.

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