Pilzzucht im Garten Pilze auf Holz selber züchten

Eine Pilzzucht im Garten züchten ist gar nicht so schwer, wenn man weiß wie. Als Nährböden dienen Stroh oder Holz wie z.B. Birkenstämme. Wie genau Sie köstliche Pilze im Garten selber züchten können, verrät Ihnen die Bildergalerie.

Inhalt
  1. Pilze auf Birkenstämmen züchten
  2. Pilzzucht im Garten: Speisepilz im Strohbeet züchten
  3. Gezüchtete Pilze aus dem Garten richtig lagern

Wer Pilze im Garten züchten möchte, sollte nicht nur Geduld mitbringen, sondern sich grundsätzliche Kenntnisse über Pilze im Garten aneignen. Welche Pilze wachsen auf welchem Substrat, welches Holz kann ich verwenden und wie muss das Stroh beschaffen sein? Welcher Zeitpunkt der Zucht ist günstig, welcher Standort sollte gewählt werden und was tue ich bei großer Trockenheit oder bei dauerhaften Niederschlägen?

Zur Bauanleitung

Eine der erfolgversprechendsten Sorten ist wohl der recht robuste Austernpilz, den wir auf Birkenstämmen gezüchtet haben. Wenn Sie schon etwas mehr Erfahrung gesammelt haben, können Sie auch Champignons züchten.

Was Sie noch über Pilze wissen sollten, zeigt das Video:

 

Ein paar grundsätzliche Hinweise und Antworten geben wir Ihnen hier, doch ist dies nur der Einstieg in ein faszinierendes, manchmal auch von Misserfolgen geprägtes Hobby. Denn anders als bei Fertig-Pilzkulturen oder Pilzzuchtsets handelt es sich bei Holz und Stroh um unsterile Substrate, die mit Bioziden oder Wildpilzen verunreinigt sein und den Erfolg schmälern oder sogar ganz vereiteln können. 

 

Pilze auf Birkenstämmen züchten

Checkliste Werkzeug
  • Akku-Bohrschrauber
  • Kelle
  • Kettensäge
  • Schubkarre
  • Spachtel

Wer mit der Pilzzucht auf Holz beginnt, hat verschiedene Sorten zur Auswahl, grundsätzlich sollten Sie für die Pilzzucht Laubhölzer mit intakter Rinde verwenden (z. B. Buche, Eiche oder Birke), die nach dem Schlagen etwa 4 Wochen gelagert wurden. Durch die Lagerung bauen sich die holzeigenen Abwehrstoffe gegen Pilzbefall ab und der Pilz kann auf dem Holz ungestört gezüchtet werden. Die Temperaturen sollten dabei über 10 °C und unter 35 °C liegen. Ideale Stämme haben – je nach Pilzart – einen Durchmesser von rund 20-40 cm und sind zwischen 50-100 cm lang. Bei Holz, das vor mehr als vier Monaten geschlagen wurden steigt das Risiko, dass das Holz bereits mit einem Wildpilz befallen ist, der die Ausbreitung des Speisepilzes verhindert. Ein besiedelter Holzstamm ist frostresistent, kann bis zu etwa einem Drittel des Eigengewichts an Pilzen hervorbringen und hält rund drei Jahre.

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Pilzzucht im Garten: Speisepilz im Strohbeet züchten

Die Pilzzucht auf Stroh geht meist etwas zügiger vonstatten als die Pilzzucht auf Holz, da der Pilz das Stroh schneller durchwachsen kann. Am besten geeignet (und am gängigsten) ist Weizenstroh. Ein Problem dürfte jedoch sein, dass es nur noch selten kleine, eckige Strohballen, sondern meist nur große Rundballen gibt, die kaum zu handhaben sind. Das Stroh sollte möglichst frisch und in Bio-Qualität verwendet werden. Konventionelles Stroh kann stark mit Bioziden belastet sein und das Pilzwachstum hemmen. Vor dem Beimpfen steht die Frage, wie der Ballen gewässert werden kann, da ein ausreichend großer Behälter meist nicht zur Verfügung steht. Idealerweise wird der Strohballen zwei Tage lang komplett in frisches Wasser getaucht. Eine tiefe Schubkarre als Behälter geht zur Not auch, wenn das Stroh darin gewendet wird. Wir haben einen großen stabilen Foliensack verwendet, der jedoch mit Gewebeklebeband oder Gurten fest an den Ballen gedrückt werden muss, damit er dem Wasserdruck standhält. Alternativ zum hier gezeigten vollständigen Tauchen über zwei Tage kann auch halb getaucht oder heiß begossen werden. Dabei werden mehrere Gießkannen mit mindestens 60 °C heißem Wasser über den Strohballen gegossen. Praxistipp: Bedenken Sie, dass der Ballen nach dem Wässern sehr schwer ist und kaum bewegt werden kann. Lassen Sie den Strohballen gut abtropfen und abkühlen, bevor Sie in ihm Pilze züchten.

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Auch der Strohballen wird im Schatten aufgestellt und idealerweise mit einem Schneckenzaun geschützt, da die lästigen Schnecken Ihnen sonst die Ernte klauen! Die Temperatur im Strohballen darf 35 °C nicht überschreiten. Auch darf der Ballen nicht austrocknen (bei Bedarf gießen) und nicht zu nass werden (ggf. abdecken).

 

Gezüchtete Pilze aus dem Garten richtig lagern

Wenn Sie ein Pilzgericht zubereiten möchten, gehen Sie in den Lebensmittelladen und kaufen die Zutaten, die Sie benötigen. Beim Pilze selber züchten ist das etwas ursprünglicher: Wenn die Pilze erntereif sind, sollten Sie sie auch ernten und am besten ganz frisch zubereiten. Doch bei einer größeren Pilzernte kommt es durchaus vor, dass Sie mehr Pilze ernten, als Sie verarbeiten können. Dann gibt es drei Möglichkeiten, um die Pilze zu lagern:

  1. Sie verschenken die Pilze an Freunde oder Nachbarn.
  2. Sie trocknen die Pilze und können Sie so noch viel später verwenden.
  3. Sie wickeln die Pilze in ein feuchtes Küchentuch, geben das Paket in eine Plastiktüte und legen es in den Kühlschrank. Rund eine Woche bleiben die Pilze dadurch schmackhaft und frisch.

Pilze sind druckempfindlich. Legen Sie sie lieber in ein Fach, als sie ins überfüllte Gemüsefach zu quetschen. Foto: sidm / GB

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Quelle: selbst ist der Mann 9 / 2017

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