Leichtbetonsteine Leichtbetonsteine verarbeiten

Poröses Vulkangestein ist der entscheidende Zuschlag, der Betonsteine leicht macht: Wir zeigen hochdämmende Leichtbetonsteine vom Planstein- bis zum Schalungsstein-System.

Inhalt
  1. Was sind Leichtbetonsteine?
  2. Leichtbetonsteine mauern
  3. Dämmen mit Leichtbetonsteinen

Kalksandsteine und Ziegel kennt fast jeder, doch in manchen Gegenden kommen auch Leichtbetonsteine beim Mauern zum Einsatz. Und zwar dort, wo die nötigen Leichtzuschläge in Form von Bims abgebaut werden können – in ehemaligen vulkanischem Gebieten wie zum Beispiel der Eifel.

 

Was sind Leichtbetonsteine?

Statt Kies und Sand verwendet man zur Herstellung von Leichtbeton porige Zuschläge wie Bims oder Blähton. Rund 85 Prozent der Körner bestehen aus Poren mit eingeschlossener Luft. Das macht die Zuschläge nicht nur leicht, sondern auch hochdämmend. Die notwendige Druckfestigkeit und Standsicherheit der Leichtbetonsteine wird durch das Anmischen mit Zement und Wasser erzielt.

Baustoffe
Grundwissen Baustoffe

In unserem Grundwissen erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Baustoffe

Nach 24 bis 36 Stunden Trockenzeit erzielt man schon eine Festigkeit, die ein mechanisches Greifen, Stapeln und Palettieren erlaubt. Nach weiteren 28 Tagen Lagerzeit ist die Endfestigkeit erreicht. Bims entsteht übrigens aus vulkanischen Eruptionen, bei denen Lava durch Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf aufgeschäumt wird. Abgebaut wird er unter einer 30 bis 100 cm dicken Mutterbodenschicht in 1 bis 6 m Tiefe. Bei Blähton, der zum Teil auch zum Einsatz kommt, handelt es sich um kalkarmen Ton, der mit Kalkstein zusammen gemahlen und gebrannt wird.

 

Leichtbetonsteine mauern

Mauersteine stets versetzt aufmauern! Das notwendige Überbindemaß beträgt immer mindestens 45 mm bzw. 40 Prozent der Steinhöhe. Die erste Steinreihe wird in einem dicken Mörtelbett waagerecht ausgerichtet. Alle weiteren Leichtbetonsteine werden mit Dünnbettmörtel vermauert.

Checkliste Werkzeug
  • Bandsäge
  • Bohrmaschine
  • Freifallmischer
  • Glättkelle
  • Maurerhammer
  • Maurerkelle
  • Richtlatte
  • Rührquirl
  • Senklot
  • Wasserwaage
  • Winkelschleifer

Eine Sonderstellung nehmen Schalungssteine aus Leichtbeton ein. Wie Lego lassen sie sich trocken versetzen. Nur das Verfüllen verlangt Fachwissen. Die erste Schicht wird wie üblich in Normalmauermörtel der Mörtelgruppe III gesetzt und darin flucht- und lotgerecht ausgerichtet. Weitere Schichten setzt man trocken im Verband, wobei die Kammern der Leichtbeton-Schalungssteine durchgehende Füllkanäle bilden müssen. Vor Beginn der Betonierarbeiten sollten Anwender die Schalungssteine vornässen.

Schalungssteine lassen sich einfach zusammenstecken und werden dann mit Beton verfüllt. Foto: Hersteller / KLB

Ihre Verfüllung erfolgt dann entweder nach halber Geschosshöhe oder spätestens bei 1,80 m. Eine Bewehrung entsteht mittels vertikaler Betonstabstähle in den Arbeitsfugen: Je Meter Wandlänge sollten dabei mindestens zwei Steckeisen mit einem Durchmesser von 8 mm angeordnet werden. Diese dürfen nicht weniger als 20 cm tief in die Betonschichten hineinreichen. Der Beton selbst ist gemäß der jeweiligen Zulassung zu verdichten. Die Betonförderung, Verarbeitung und Nachbehandlung sollte von eingewiesenen Fachleuten ausgeführt werden.

 

Dämmen mit Leichtbetonsteinen

Bims und Blähton weisen ein Porenvolumen von bis zu 85 Prozent auf und sorgen als Zuschlag für ein geringes Gewicht und gute Dämmwerte der Leichtbetonsteine.

Zur Bauanleitung

Zusätzlich mit Dämmstoffkern versehene Leichtbetonsteine ermöglichen sogar Bauten bis hin zum Passivhausstandard – komplett ohne den Einsatz eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS).

Stoßfugenbereich füllen

Dass Dämmung dämmt, zeigen werks- und bauseits gefüllte Steinsysteme. Beim KLB-Planblock Kalopor sind zum Beispiel die Kammern der 249 mm hohen Steine nicht nur über die gesamte Höhe mit Dämmstoff-Stecklingen aus Steinwolle gefüllt, sondern werden noch zusätzlich im Stoßfugenbereich verfüllt. Hierfür sind die den Stein üblicherweise rechteckig begrenzenden äußeren Querstege großflächig unterbrochen und weisen in Steinachse jeweils eine Aussparung der Hälfte der mittleren Hohlkammern auf. Diese offen gebliebenen Kammern in den Stoßfugen füllt man während des Aufmauerns.

Die Dämmstecklinge in den Stoßfugen unterbrechen den Wärmestrom von innen nach außen und verbessern so die Wärmedämmung. Foto: Hersteller / KLB

Das erscheint auf den ersten Blick mühselig, verhindert aber die sonst übliche Unterbrechung der Dämmstoffschichten im Bereich der unvermörtelten Stoßfugen. Die Wand wird also dichter, wodurch man Heizenergie einspart. Damit erfüllt das Mauerwerk bei einer Wärmeleitzahl von bis zu 0,07 W/(mK) für die 36,5er-Außenwand einen U-Wert von 0,18 W/(m K) und damit die Vorgaben der Energieeinsparverordnung.

Dämmen mit Plansteinen

Leicht- bzw. Hohlblocksteine sind die Klassiker, die im Dickbettverfahren aufgemauert werden. Als Ergänzung stehen Vollsteine zur Auswahl. Alle Leichtbetonsteine lassen sich im 25-cm-Raster (12,5 cm) mit jeweils 12 mm Lagerfuge und bei Vollsteinen zuzüglich 10-mm-Stoßfuge verarbeiten. Die Wärmeleitzahlen liegen bei 0,11 W/(mK). Die noch besser dämmende Alternative mit Wärmeleitzahlen von bis zu 0,10 W/(mK) stellen Plansteine dar. Exakte Fertigungsmethoden können die Maßtoleranzen von 4 mm in der Höhe auf weniger als 1 mm verringern. Die Plansteine aus Leichtbeton lassen sich deshalb problemlos mit Dünnbettmörtel in einer Dicke von 1 bis 3 mm aufmauern. Auch das trägt zu einer besseren Wärmedämmung bei, da dicke Mörtelfugen eine potenzielle Wärmebrücke darstellen. Die höchste Wärmedämmung erzielen leichte Plansteine mit einer werkseitigen Dämmstofffüllung. Beim KLB Isostar beispielsweise liegt man dann bei Wärmeleitzahlen von bis zu 0,08 W/(mK). Mit bauseitigem Einbringen von Dämmstoffstecklingen lässt sich das weiter verbessern (siehe vorheriger Absatz).

Ein Leichtbetondeckel schützt die Oberseite des eingefüllten Dämmstoffs vor mechanischen Beschädigungen. Foto: Hersteller / Jasto

Seit Neuestem gibt es auch Leichtbetonsteine mit Deckel wie den Jastoplan Therm. Der Dämmstoff ist dabei auf der Oberseite durch eine Leichtbetonschicht vor mechanischen Beschädigungen und Witterungseinflüssen geschützt. Außerdem lässt sich auf dieser Schicht der Dünnbettmörtel noch einfacher auftragen.

Wärmebrücken verhindern

Nicht nur gedämmt ist dieses Steinsystem, sondern durch seine Form auch gut gewappnet gegen Wärmebrücken: Die Z-förmige Geometrie der Leichtbetonsteine ist das Geheimnis des Z-Steins von Jasto. Durch die spezielle Form ergibt sich ein Mauerwerksverband ohne durchgehende Stoßfugen. Die aus Sicht des Wärmeschutzes neuralgische Stoßfuge verliert damit ihren negativen Einfluss auf die Wärmebilanz des Hauses – die Wand ist durchgängig dichter. Hinzu kommt, dass die Kammern des Steins mit mineralischem oder organischem Dämmstoff gefüllt sind.

Dank spezieller Form ergibt sich beim Z-Stein ein Mauerwerksverband ohne durchgehende Stoßfugen. Foto: Hersteller / Jasto

Praktisch: Durch den modularen Aufbau entsteht eine Art Baukastensystem, das vor Ort ein schnelles und rationelles Arbeiten erlaubt. So werden keine zusätzlichen Ergänzungssteine benötigt, da der Z-Stein aus vier gleichen Würfeln besteht (Tetris-Effekt). Jeder Ergänzungsstein lässt sich auf der Baustelle einfach aus dem Z-Stein sägen (siehe Bildergalerie). Da der Z-Stein keine Nut- und Feder-Ausbildung besitzt, ist kein Nacharbeiten an Laibungen und Ecken nötig. Ansonsten handelt es sich um 249 mm hohe Leichtbetonsteine mit einer Wärmeleitzahl von bis zu 0,07 W/(mK), die mit Dünnbettmörtel aufgemauert werden.

Quelle: selbst ist der Mann 7 / 2019

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2021 selbst.de. All rights reserved.