Fassade dämmen WDVS: Styropor-Fassadendämmung

Gerade bei dünnwandigen Nachkriegsbauten lässt sich durch eine Außendämmung Energie einsparen. Die Arbeiten dazu sollten aber nicht unterschätzt werden. Wir erklären, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihre Fassade dämmen möchten.

Checkliste Werkzeug

Eine WDVS Styropor-Fassadendämmung beginnt weit vor dem Verkleben der ersten Dämmplatten. Zunächst muss bei vielen Häusern ein Gerüst aufgestellt werden, um sicher überall an die Fassade zu gelangen. Schon hier muss man abschätzen, wie lange man für die Arbeiten braucht, denn jede Woche, die das Gerüst über die vereinbarte Zeit hinaus stehen bleibt, wird oft über Gebühr berechnet. Auch muss im Vorfeld ggf. bei der Stadtverwaltung abgeklärt werden, inwieweit man Gerüste z. B. auf öffentlichen Gehwegen aufstellen darf – und wie lange.

Nicht vergessen sollte man einen Anruf bei der Hausratversicherung, denn ein Gerüst bietet bessere Einstiegsmöglichkeiten für Einbrecher. Meist reicht ein Anruf und der Hinweis auf die Standzeitdauer, ggf. fallen aber auch für die Zeit Mehrkosten an, die man in Kauf nehmen sollte – sonst zahlt die Versicherung nachher bei Einbruch nicht.

Fassade Fassade dämmen
WDVS: Fassade dämmen

Ein Wärmedämmverbundsystem spart Heizenergie: Bei der Montage lauern aber viele Fehlerquellen

 

Fassade dämmen: Dämmstoff wählen

Der nächste Schritt ist die Wahl des Dämmstoffs. In Abhängigkeit von der Art des Materials muss dann die für Ihr Haus geeignete Dämmstärke ermittelt werden. Hier kann der Dämmstoffhersteller zum Teil helfen, besser ist es jedoch, sich das von einem ausgewiesenen Energieberater nach einem Vor-Ort-Termin berechnen zu lassen.

Praxistipp: Je niedriger der Wärmeschutzwert, desto besser die Dämmung. Und je niedriger die Diffusionswiderstandszahl μ, desto besser die Dampfdurchlässigkeit.

Polystyrol

Über 80 Prozent der WDV-Systeme sind aus expandiertem Polystyrol. Neben weißem "Styropor" zählt auch das graue "Neopor" dazu. Polystyrolplatten sind leicht, preiswert und einfach zu verarbeiten (Ein neuer noch besser dämmender Schaumstoff ist Phenolharz-Hartschaum).

  • Wärmeschutz: 0,0035 bis 0,040 W (mK)
  • Wasserdampfdurchlässigkeit: mittel (μ = 20 bis 60)
  • Brandschutz: B1 – schwer entflammbar
  • Vorteile: preiswerte Systeme, schnelle und unkomplizierte Verarbeitung
  • Nachteile: "brennbarer" Baustoff aus Erdöl, kann verspröden, geringe Wasserdampfdurchlässigkeit

Steinwolle

WDVS mit Steinwolle haben einen Marktanteil von rund 12 Prozent. Es gibt Platten mit liegenden und die "Lamelle" mit senkrecht zur Fassade stehenden Mineralfasern. Haupteinsatzgebiet sind Häuser mit hohen Brandschutz-Anforderungen.

  • Wärmeschutz: 0,0035, bis 0,040 W/(mK)
  • Wasserdampfdurchlässigkeit: sehr gut (μ = 1)
  • Brandschutz: A – nicht brennbar
  • Vorteile: optimaler Brandschutz, guter Schallschutz (Platten), optimale Wasserdampfdurchlässigkeit
  • Nachteile: Dringt Feuchtigkeit ein, wird der Dämmstoff schnell geschädigt

Holzfaser

WDVS auf Basis von Holzfaser-Dämmstoffen findet man meist im Holzrahmenbau. Mit mineralischen Putzen kombiniert, erreichen Wände mit Holzfaser-WDVS trotz der Baustoffklasse B2 einen recht guten vorbeugenden Brandschutz.

  • Wärmeschutz: 0,039 W/(mK)
  • Wasserdampfdurchlässigkeit: gut (μ = 3)
  • Brandschutz: B2 – normal entflammbar
  • Vorteile: Dämmplatte aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz-Hackschnitzel), hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, guter Schallschutz
  • Nachteile: Brandschutz nur mit mineralischen Putzen

Mineralschaum

Mineralschaumdämmplatten wie in unserem Beispiel sind eine Weiterentwicklung des Porenbetons und ebenso unkompliziert zu verarbeiten. Sie sind aus Kalk, Sand, Zement und Wasser und als ökologischer Baustoff zertifiziert; für nichtbrennbare WDVS.

  • Wärmeschutz: 0,045 W/(mK)
  • Wasserdampfdurchlässigkeit: gut (μ = 3)
  • Brandschutz: A – nicht brennbar
  • Vorteile: optimaler Brandschutz, sehr gute Ökobilanz, hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, massiv und formstabil
  • Nachteile: nur mäßig guter Wärmeschutz, daher ist immer Dämmdicke nötig

Fassade
Innendämmung

Darf die Fassade nicht gedämmt werden, ist die Innendämmung eine Alternative

 

WDVS-Dämmung: Worauf Sie achten sollten

Die eigentlichen Arbeiten beginnen mit der Fassadenreinigung und mit der vorübergehenden Demontage von Anbauteilen wie Rinnenfallrohren. Erst dann wird gedämmt.

Damit an keiner Stelle Nässe in das WDVS eindringt und keine Spannungen auftreten, müssen alle Übergänge zwischen Dämmung und angrenzenden Bauteilen mit vorkomprimierten Fugendichtbändern ausgebildet werden. Achten Sie auch darauf, dass Putz-Übergänge zu Fenster- und Türrahmen nicht etwa mit Silikon, sondern fachgerecht und schlagregendicht mit Anputzprofilen hergestellt werden. Ebenfalls wichtig: Offene Fugen zwischen den Dämmplatten müssen in ganzer Tiefe mit Dämmstoff ausgestopft werden, damit das WDVS keine Wärmebrücken aufweist.

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Quelle: selbst ist der Mann 5 / 2014

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