Ladegerät-Reparatur

Akku-Ladegerät reparieren

Aus selbst ist der Mann 11/2023

Der Akku und das damit betriebene Gerät funktionieren tadellos. Müssen Sie es dennoch wegwerfen, weil das Ladegerät defekt ist? Wir zeigen zwei Lösungen für die Ladegerät-Reparatur.

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Foto: sidm / PB, MMM, CK

Akku-Ladegerät reparieren

Akkugeräte halten in der Regel länger als Akku und Ladegerät. Gehen Ladegeräte doch einmal kaputt, kann man sie oft reparieren.

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Ladegerät reparieren

Schraubstellen sind manchmal mit solchen Stopfen verschlossen – hebeln Sie diese mit einer schmalen Schraubendreher-Klinge ab.

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Ladegerät reparieren

Die gesicherten Schrauben haben wir mit einem angepassten Schraubendreher herausgedreht.

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Ladegerät reparieren

Nun können wir die innen liegende Platine aus dem Gehäuse nehmen und auf Schäden untersuchen.

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Ladegerät reparieren

Defekte Kondensatoren herauslöten. Dazu die Lötstellen erhitzen und gleichzeitig am Bauteil ziehen.

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Ladegerät reparieren

Um die Befestigungs-Bohrungen von überschüssigem Lötzinn zu befreien, benutzen Sie am besten eine Entlöt-Pumpe.

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Ladegerät reparieren

Ersatz-Kondensatoren mit gleichen technischen Daten einsetzen – achten Sie bei abweichender Baugröße auf die Passung!

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Ladegerät reparieren

Lötbeinchen wieder mit den Lötpunkten verbinden. Kontrollieren Sie unbedingt die richtige Polung.

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Ladegerät reparieren

Überstehende Lötbeinchen mit einem Seitenschneider flach abtrennen.

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Ladegerät reparieren

Bei kleinen Kondensatoren kann es knifflig werden – eventuell dann einen schmaleren Lötkolben mit geringerer Leistung nutzen.

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Ladegerät reparieren

Reinigen Sie das Gehäuse vor dem Einsetzen der Platine von den Resten der ausgelaufenen Kondensator-Flüssigkeit.

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Ladegerät reparieren

Platine wieder lagerichtig einsetzen – in unserem Fall mussten wir dazu einen Acrylstab wieder über einer LED in Position ...

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Ladegerät reparieren

... bringen. Nun wird es spannend: Arbeitet das Netzteil wieder korrekt? In unserem Fall wurde der Akku leider nicht mehr geladen.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

Das als Ersatz beschaffte Ladegerät ist eigentlich für ein E-Bike gedacht und hat für unsere Anwendung den falschen Stecker.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

Nicht passenden Ladestecker einfach abschneiden, Leitungsmantel abisolieren und die Adern etwa 5 mm lang freilegen.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

Die frei liegenden Adernenden nun mit einem Lötkolben und Radiolot verzinnen.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

Den Stecker vom defekten Ladegerät öffnen, um im Inneren eine neue elektrische Verbindung herstellen zu können.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

Ist die Polung nicht offensichtlich (rote Ader = Pluspol), die Lage der Adern prüfen. Falls das Netzteil keine Spannung mehr ...

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Ersatz-Ladegerät anschließen

... ausgibt, können Sie die Polung auch am Akku messen und dann die Lage und Polung des Steckers entsprechend nachverfolgen.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

In unserem Fall konnten wir die Lötfahnen an den Steckverbindern aus dem Gehäuse ziehen, sonst die Adern abtrennen.

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Ersatz-Ersatz-Ladegerät anschließen

Alte Adern an den Steckverbindern abtrennen oder -löten und die verzinnten Adern des neuen Ladegeräts polrichtig anlöten.

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Ersatz-Ladegerät anschließen

Je nach Bauform des Steckers die Lötfahnen wieder in die richtige Position des Steckers einschieben. Steckergehäuse in Position ...

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Ersatz-Ladegerät anschließen

... bringen und dabei auf die Lage der Zugentastung achten. Hier wird die Leitung dazu durch eine Klemmung geführt.

Aus dem Scheitern dazulernen – und dann nicht aufgeben! Das gilt für die hier gezeigte Ladegerät-Reparatur. Zwar war die Ursache des Problems schnell gefunden – doch die ausgelaufenen Kondensatoren hatten offenbar andere Bauteile der Elektronik bereits beschädigt. So half unser Tausch der sichtbar defekten Kondensatoren allein nicht weiter.

Weitere nützliche Reparaturanleitungen:
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Wir gaben die Ladegerät-Reparatur deshalb auf und suchten nach einem anderen Weg, das Akkugerät – in unserem Fall einen Rasenmäher – doch noch zu retten. Die Lösung bestand darin, ein Ladegerät mit ähnlichen technischen Daten zu finden. Die Suche wird durch die Recherchemöglichkeiten des Internets erleichtert – kann aber dennoch zur Geduldsprobe werden, weil die technischen Angaben neuer Ladegeräte oft nicht direkt preisgegeben werden.

Diverse Kondensatoren im Inneren sind aufgebläht oder sogar schon ausgelaufen. Foto: sidm / PB, MMM, CK

Akkutechnik wird nämlich oft passend zu einem bestimmten Gerät und Hersteller oder im Set verkauft – und das mit dem in unserem Fall betriebenen Gerät ist längst nicht mehr auf dem Markt, sogar die Gerätemarke wird nicht mehr angeboten. Schließlich wurden wir bei einem auf die Reparatur von Werkzeugakkus spezialisierten Händler fündig, der Ladegeräte mit Angabe der Akku-Kennung anbietet, wie sie zum Beispiel beim Kauf von Akkupacks im Modellbau üblich ist.

Ladegerät reparieren

Im Haus und Garten werden Akkugeräte häufig verwendet. Nach ein paar Jahren ist es dann aber häufig so, dass das Ladegerät oder der Akku einen Defekt aufweisen. Und wie ärgerlich ist das, wenn das Gerät an sich aber noch funktioniert? Nicht immer kann man dann ein neues Ladegerät oder einen passenden Akku auftreiben. Dann kann es sinnvoll sein, das Zubehör zu reparieren. So war es auch in unserem Beispiel.

Beschädigten Kondensator austauschen

Kondensatoren finden Sie in praktisch allen gebräuchlichen elektrischen Geräten. Sie bestehen aus zwei elektrisch leitfähigen Flächen – den Elektroden – die von einem isolierenden Material – dem Dielektrikum – voneinander getrennt sind. Meist sind diese Bauelemente in einem kleinen Metallbecher gerollt untergebracht, daher die typische Röhrenform der Kondensatoren. Das isolierende Dielektrikum – meist eine isolierende, flüssige oder gelförmige Masse – ist der Alterung unterworfen und quillt nach längerer Betriebszeit auf und läuft dann oft sogar aus.

Da Kondensatoren preiswert sind, lohnt sich immer ein Tausch der betroffenen Bauteile. In unserem Fall war das Netzteil dadurch nicht zu retten. Doch an einen in den technischen Daten ähnlichen Ersatz konnten wir den vorhandenen Ladestecker montieren und den Akku weiter nutzen. Weitere Infos dazu finden Sie weiter unten.

Praxistipp: Elektrische Haushaltsgeräte sind oft mit gesicherten Schrauben verschlossen, die einen unbefugten Eingriff erschweren sollen. Zwar werden längst Sonderbits mit allen möglichen Profilen verkauft, schwierig wird es aber bei versenktmontierten Schraubenköpfen, da dann der Bithalter stört. Abhilfe schafft ein in Eigenregie per Feile angepasster Billig-Schraubendreher, der im gezeigten Fall Schraubenköpfe mit Mittelsteg lösen kann.

Ladegerät-Stecker übernehmen

Die Akkuspannung in Li-Ion-Akkupacks ergibt sich aus parallel geschalteten Akkuzellen als Vielfaches der Zell-Einzelspannung von 3,6 Volt. Die von uns am Akkupack gemessene Spannung von gut 25 Volt lässt also auf 7 parallel geschaltete Zellpakete schließen. Je nach Leistungsfähigkeit der Akkus werden weitere Zellen in Reihe geschaltet, um die Kapazität des Akkupacks zu erhöhen – in unserem Fall ergibt sich damit eine Akkukennung von 7S3P, entsprechende Ladegeräte sind ausgelegt für E-Bikes oder Golf-Caddys.

Was nicht passt, kann in manchen Fällen passend gemacht werden. Foto: sidm / PB, MMM, CK

Allerdings passt der Ladestecker nicht zu unserem Akku. Kein Problem: Dafür zeigen wir Ihnen, wie Sie den vorhandenen Stecker des alten Ladegeräts für das neue Ladegerät übernehmen können. Besonders wichtig ist es dabei, die richtige Polung sicherzustellen. Dazu das Ladegerät anschließen und mit einem Multimeter die Ladekontakte und deren Ausrichtung ermitteln.

Ist das Original-Ladegerät – wie in unserem Fall – nicht mehr funktionsfähig, messen Sie die Polung am Akku. In beiden Fällen kennzeichnen Sie die Kontakte am Ladestecker. Nun können Sie den nicht benötigten Stecker am neuen Lader abschneiden und an den abisolierten Adern ebenfalls die Polung messen, falls diese nicht durch ihre Farbgebung offensichtlich ist.

Ist die Polung nicht klar, sollten Sie mit einem Multimeter die Lage der Adern prüfen. Foto: sidm / PB, MMM, CK

Wie bei allen Li-Ion-Akkus können Sie mit einigen einfachen Regeln die Lebensdauer des Akkus verlängern: Belassen Sie den Akku nicht dauerhaft am Ladegerät und lagern Sie das Akkupack nicht in großer Hitze oder bei Frost. Ein Nachladen dieses Akkutyps ist auch nach teilweiser Entladung sinnvoll, zur Lagerung sollte der Akku nicht leer, aber auch nicht ganz voll sein.

Worauf muss ich bei Ersatzteilen achten?

Zum Glück muss man nicht immer ein Ladegerät oder den Akku reparieren. Besonders dann, wenn man gar keine Ahnung von Elektrik hat, traut man sich eine solche Reparatur auch oft nicht zu. Im besten Fall können Sie dann einfach ein Ersatzteil kaufen. Worauf Sie dabei achten müssen, zeigt unsere kurze Auflistung.

  • Akkutyp: Der Aufbau des Akkus und die aktiven Speichermaterialien entscheiden über die Art des Ladeverfahrens. Daher Akkus nur mit Ladegeräten laden, die für den jeweiligen Akkutyp ausgewiesen sind!
  • Daten: Ladegerät und Akku müssen passende Werte aufweisen. Sie finden die Angaben am Ladegerät oft klein gedruckt unter der Bezeichnung "Output". Die Akkuspannung wird in Volt (V), die Ladespannung in Ampere (A) vermerkt. Bei einem Ersatz-Ladegerät sollten Sie auf eine ähnliche Stromstärke achten, im Zweifel diesen Wert etwas kleiner wählen.
  • Kennung: Für Akkupacks hat sich ein Abkürzungssystem etabliert. Es gibt Auskunft, wie viele Zellen parallelund reihenverschaltet sind. Ein 3S2P-Akkupack enthält insgesamt 6 Zellen. Davon sind je 2 Zellen parallel (2P) verbaut. Drei dieser Zellpaare sind seriell (3S), also in Reihe geschaltet.

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