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Laptop: Wärmeleitpaste erneuern

Aus selbst ist der Mann 11/2023

Ältere Computer und Laptops leiden zuweilen an Überhitzung – Ursache ist oft die Alterung der Kühlpaste zwischen Funktions-Chips und Luftkühlung. Wenn auch Ihr Laptop schwächelt, können Sie das Notebook reparieren.

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Foto: sidm / MMM

Laptop: Wärmeleitpaste erneuern

Ausgetrocknete Temperatur-Leitpaste führte zur Überhitzung.

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Gerät ausschalten und alle Leitungsverbindungen ausstöpseln. Auch Speicherkarten sollten entnommen werden. Ebenso Stecker und Einschübe entfernen.

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Gehäuse aufschrauben. Laptops sind meist von unten zu öffnen, oft sind die dafür nötigen Schrauben markiert.

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Falls erforderlich, Gehäuse mit einem Kunststoffspatel (Handy-Werkzeug) vorsichtig aufhebeln.

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Nun zunächst das Gerät noch einmal starten und prüfen, ob sich die Kühlungs-Lüfter im Gerät drehen. Prüfen Sie zunächst die mechanischen Kühler.

 

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Die Kühler sind über metallische Bahnen mit den hitzebelasteten Prozessoren des Rechners verbunden. Lösen Sie die Verschraubungen ...

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... und die elektrischen Anschlüsse der Kühler, um die Kontaktflächen kontrollieren zu können. Dazu müssen Sie die ...

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... Kühleinheit komplett demontieren und von den zu kühlenden Prozessoren abziehen. Wenn das ohne Widerstand geht ...

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... und die Kontaktflächen eingetrocknet erscheinen, wie in unserem Fall, haben Sie das Problem gefunden.

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Damit die neue Paste ihre Funktion erfüllen kann, müssen die eingetrockneten Reste entfernt werden. Fläche mit einem Spatel ...

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... bearbeiten, Krümel am besten absaugen. Die Kühlflächen der Prozessoren abwischen, bei Bedarf mit einem Reinigungsmittel ...

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... bearbeiten. Wir haben die Flächen mit WD-40 Universalreiniger eingesprüht und das Mittel etwas einwirken lassen.

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Alle beteiligten Kontaktflächen sollten nach der Behandlung eben und frei von Anhaftungen sein.

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Kühlelemente lagerichtig bereitlegen, damit die Montage nach Auftrag der neuen Paste reibungslos verlaufen kann.

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Nun die neue Paste auftragen. Bei Portionsbeuteln die gesamte Menge aus einem Beutel für einen Prozessor verwenden.

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Kühlkörper von oben auf den Prozessor legen und vorsichtig aufdrücken. Dabei verteilt sich die Paste gleichmäßig über die ...

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... Kühlfläche. Verschraubungen wieder herstellen, Gerät montieren. Sie können es sofort in Betrieb nehmen.

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Staub kann im Inneren des Geräts die Lüftung zugesetzt haben, vor allem enge Lamellen und Luftschlitze in Laptops sind davon betroffen. Saugen Sie die Luftwege deshalb gründlich ab. Dabei sollten Sie die Schaufelräder der Ventilatoren mit einem nicht metallischen Gegenstand blockieren, damit diese durch den Luftstrom nicht in Rotation versetzt werden und dabei eventuell ungewollt zum Stromerzeuger werden – das könnte die Elektronik schädigen.

Auch ältere PCs und Laptops können für weniger anspruchsvolle Büroanwendungen und für das Surfen im Internet genutzt werden. Nach vielen Jahren der Nutzung können allerdings auch andere Alterungserscheinungen der Grund für eine Notebook-Reparatur sein – vor allem eine Überhitzung von Prozessor und Grafikeinheit. Wobei nicht die integrierten Schaltungen das Problem darstellen, sondern deren Kühlung. Grund kann Staub in den Luftwegen der internen Ventilation sein, den Sie einfach mit einem Staubsauger entfernen können.

Oft ist aber auch die thermische Verbindung zwischen Prozessoren und Kühlung unterbrochen, sodass die entstehende Hitze von CPU und Grafikeinheit nicht mehr vollständig abgeführt werden kann und Sie das Notebook reparieren müssen. Diesem Problem können Sie mit einer Erneuerung der sogenannten Wärmeleitpaste begegnen, die in den Jahren spröde wird und damit ihren Zweck nicht mehr erfüllen kann. Diese gelartige Paste schafft einen sicheren Wärmeübergang zwischen den zwei Metallflächen, die sich zum einen auf dem zu kühlenden Bauteil und zum anderen auf der Unterseite des Kühlers befinden. Lässt die Wirkung der Paste nach, wird das Material bröckelig und trocken, es kommt zum Wärmestau – das elektronische Bauteil kann überhitzen.

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Die benötigte gelartige dauerelastische Spezialpaste gibt es in kleinen Portionsbeuteln, in Tuben oder in Spritzen. Foto: sidM / MMM

Die Wärmeleitpaste sichert den Temperaturübergang zwischen festen Flächen, sie ist für ca. einen Euro pro Portion (je Prozessor rund 0,5 Gramm) bei spezialisierten Versendern erhältlich. Die Wärmeleitfähigkeit wird in Watt pro Meter Kelvin (mK) angegeben – typisch sind 2 bis 5 Watt/(mK). Der Wärmeübergang wird meist durch Silikonöle erreicht. 

Glücklicherweise gibt es praktisch immer einen Sicherheitsmechanismus in der Software des Rechners: Bei zu hoher Temperatur wird die Leistung des Geräts zunächst vermindert, im Extremfall schaltet das System schließlich die komplette Stromversorgung ab. Ist die Grafikeinheit betroffen, zeigt der Bildschirm zunächst Bildfehler oder wird gleich ganz dunkel – bei nicht mehr gekühlter CPU kann aber auch das gesamte System ohne Vorwarnung abschalten, um die betroffenen Komponenten vor einem Hitzeschaden zu bewahren.

Anleitung: Notebook-Reparatur

Typisch für Überhitzungen sind plötzliches, unerwartetes Abschalten des Geräts oder der Bildschirmdarstellung. Je nach Umfang sind dann der zentrale Rechenprozessor (CPU) oder der Grafik-Chip des Geräts betroffen – oder beide, wie in unserem Fall.

Temperaturprobleme werden auch durch unüblich starke Lüfteraktivität oder starke Erwärmung der Gerätehülle (bei Laptops vor allem der Unterseite) angezeigt. Bei Verdacht kann die Temperatur auch im Betriebssystem ausgelesen werden. Um das Problem zu beheben, müssen Sie zunächst die Kühlung ausbauen. Wie das geht, zeigt unsere folgende Kurzanleitung und die ausführliche Anleitung in der Bildergalerie >>

Laptop-Kühlung ausbauen

Die Kühlung erfolgt entweder direkt durch auf das Bauteil geklebte oder gespannte metallische Kühlrippen, die mit einem zusätzlichen Ventilator versehen sind, oder – wie in unserem Fall – über Kühlwege, die zu einem oder mehreren Ventilatoren führen. Diese müssen zunächst demontiert werden, um an den Kontaktbereich direkt auf dem Bauteil zu gelangen:

  1. Als Erstes müssen Sie Speicherkarten, Stecker und Co. entnehmen.
  2. Anschließend können Sie das Gehäuse aufschrauben.
  3. Jetzt kann es sein, dass Sie das Gehäuse mit einem Kunststoffspachtel vorsichtig aufhebeln müssen.
  4. Wenn Sie das Gerät jetzt einschalten, können Sie kontrollieren, ob sich die Kühlungs-Lüfter noch drehen.
  5. Ist das der Fall, können Sie diese demontieren. Dafür müssen Sie die Verschraubungen lösen.
  6. Kontrollieren Sie alle Anschlüsse und Kontaktflächen. Ist eine Kontaktfläche eingetrocknet, haben Sie das Problem gefunden.

Laptop-Kühlung reinigen

Vor dem Auftragen der neuen Temperaturpaste sollten Sie diese Metallfläche gründlich reinigen, damit das Gel sie später wieder vollständig benetzen kann. Wir haben die festgebackene Schicht des Materials mit einem Schaber vorsichtig abgetragen und die Flächen danach mit einem lösenden Reinigungsmittel bearbeitet.

Am besten ist es, die Paste in einem Klecks zentral auf dem jeweiligen Prozessor zu platzieren – durch das spätere Aufdrücken des Kühlers verteilt sich diese dann blasenfrei. Sollte dabei etwas Paste seitlich herausquellen, ist dies unproblematisch. Danach alle Montageschrauben wieder moderat anziehen und den elektrischen Anschluss der Kühlventilatoren nicht vergessen. Der Rechner ist nach dem Zusammenbau sofort wieder betriebsbereit.

Praxistipp: Was Sie bei der Reinigung beachten müssen, zeigt die Anleitung oben >>

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