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Geht auch ganz einfach:

Innenwanddämmung Wände von innen dämmen

Wer Energiekosten einsparen will, kann mit der Dämmung seiner Außenwände dazu beitragen. Dies gelingt auch mit einer Innenwanddämmung.

Eine Innenwanddämmung ist nur vermeindlich einfacher – man braucht kein Gerüst und keine witterungsfeste Beschichtung. Durch Raumluftfeuchte und eingebundene Bauteilschichten wie Decken ist eine trockene und einheitliche Innendämmung aber ein schwieriges Unterfangen. Meist dämmt man deshalb nur Häuser mit historischen, erhaltenswerten Fassaden von innen.

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Am besten kommen dann diffusionsoffene Dämm- und Bauteilschichten zum Einsatz, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können, zum Beispiel Holzfaserdämmstoffe und Lehmputze wie in unserer Anleitung zu sehen. Darüber hinaus muss in den Dämmaufbau oftmals eine Dampfbremse eingebunden werden. Aber auch das hängt von Material und Aufbau ab, den ein Energieberater vor Ort ermitteln muss.

 

Anleitung: Innenwanddämmung

Das Gehöft, dessen Innenwanddämmung wir zeigen, stammt aus der Zeit, als Christian I. und II. von Sachsen ihr Fürstentum erstmals vermessen ließen. Das ist mehr als 400 Jahre her, und der damalige Erbauer des Hauses dürfte weder Aufwand noch Kosten gespart haben. Doch im Jahr 2018 war das kaum noch zu erahnen: Von den 400 qm Fläche wurden noch ganze 25 qm von einer alten Dame bewohnt, die anderen Räume verfielen zusehends. Durch das 4 m große Loch im Dach fand der Regen ungehindert den Weg ins Innere.

Baustoffe
Kalkputz

Wegen seiner positiven Eigenschaften wird der Baustoff Kalkputz wieder vermehrt eingesetzt

Die neuen Besitzer haben sich trotzdem an die Sanierung des zweigeschossigen Gebäudes gewagt. Das verfallene Gehöft sollte zum Zuhause für ihre sechsköpfige Familie samt fünf Pferden und drei Hunden werden. Ein Fulltime-Job: Ein halbes Jahr nahm man sich für das Projekt Urlaub. Und staunte dann nicht schlecht, was unterm alten Putz zum Vorschein kam: Über das Erdgeschoss spannte sich ein Kreuzrippengewölbe auf Sandsteinsäulen. Es war komplett verdeckt gewesen: Frühere Besitzer hatten zwischen den Säulen Wände eingezogen, um Kohlenkeller, Heizöltank und Toilette abzutrennen. Die 3,25 m hohe Gewölbedecke war mit Spanplatten abgehängt, so dass die Zimmer nur noch 2,10 m hoch waren – wahrscheinlich um die Räume überhaupt heizen zu können. Im 17. Jahrhundert waren solche Gewölbe als Deckenkonstruktion baulich die einzige tragende Lösung für größere Stallungen.

Das freigelegte Kreuzrippengewölbe im Erdgeschoss. Foto: Hersteller / UdiDämmsysteme

Auch von dem Fachwerk im Obergeschoss war zunächst wenig zu sehen. Dazu mussten die Wände erst von Lehm und altem Kalkputz befreit werden. Die Originalbalken darunter waren dann aber wie neu – sauber nur mit Holzzapfen verbunden, ohne einen einzigen Nagel. Bei diesem Gebäude eine Innenwanddämmung vorzunehmen bildete die Herkulesaufgabe bei der Sanierung. Schließlich ging es um eine Fläche von insgesamt 500 qm: Im Erdgeschoss mussten Bruchsteinmauern gedämmt werden, im Obergeschoss das Fachwerk sowie die Decke unter dem unbeheizten Speicher.

Fassade
Innendämmung

Darf die Fassade nicht gedämmt werden, ist die Innendämmung eine Alternative

Zwei Lkw waren nötig, um die 60 Paletten mit Dämmplatten von UdiDämmsysteme anzuliefern. Aufeinandergestapelt dienten sie während der Sanierung sogar als Notbett, um auf der Baustelle zu übernachten. Für die unregelmäßigen Bruchsteinmauern eignen sich Dämmplatten mit integriertem Untergrund-Ausgleich (UdiIn Reco). Die 4 cm dicke Putzträgerplatte wird durch eine biegsame Holzfasermatte ergänzt. Mit ihr lassen sich Unebenheiten von bis zu 2 cm ausgleichen. Der Bauherr montierte die 100 mm starken Platten mithilfe der patentierten Stelldübel in Eigenarbeit. Der dazugehörige Teller drückt die Platten in die richtige Position und die Widerhaken verkrallen sich im Dämmstoff. Unter Aufnahme hoher Zugkräfte werden die Holzfasern gegen die Wand gepresst. So gedämmt beträgt der U-Wert 0,354 W/(m2·K). Zuvor lag der Wert bei 1,712 W/(m²· K). Für das Fachwerk im Obergeschoss war für die Innenwanddämmung ein dreiteiliger Wandaufbau nötig: Die Basis bildet ein 10 cm dicker Holzfaserdämmstoff (UdiFlex) mit Klemmwirkung, um die Fachwerkzwischenräume gut abzudichten. Die Dampfbremse UdiSteam verhindert, dass im Winter warme Luft nach außen strömt. Komplettiert wird die Innenwanddämmung durch die 4 cm starke Putzträgerplatte UdiSpeed. Auch der rein mineralische Mörtel (Udi Grundspachtel) ist atmungsaktiv und schimmelresistent. Bei der Wandgestaltung entschied sich der Bauherr für einen farblich naturbelassenen Lehmfeinputz. Unterm Strich gelang es mit der Innenwanddämmung des Obergeschosses, den U-Wert von zuvor 1,59 W/(m2·K) auf 0,24 W/(m2·K) zu senken.

Die Gefache wurden mit Lehmfeinputz versehen. Foto: Hersteller / UdiDämmsysteme

Das Kreuzgewölbe im Erdgeschoss ist heute der Mittelpunkt des Hauses. Küche, Wohn- und Esszimmer gehen in dem 100 qm großen Raum nahtlos ineinander über. Für ein behagliches Raumklima sorgt die Holzfaserdämmung in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Das 400 Jahre alte Gehöft weist mit der jetzigen Innenwanddämmung bei einem wohngesunden Raumklima Werte wie ein Niedrigenergiehaus auf. Jetzt fehlen nur noch Teile der Fassade. Sie wird die Geduld der Bauherren noch einmal auf eine harte Probe stellen. Denn frühere Bewohner haben Fugen und Risse einfach mit Zementmörtel zugeschmiert.

 

Innenwanddämmung im Holzbau

Im Holzbau erfolgt die Innenwanddämmung oft zwischen Holzständern. Hier punkten Faserdämmstoffe wie Mineralwolle, die durch einfachen Zuschnitt leicht an Ständer- und Balkenkonstruktionen angepasst werden können. Sie schmiegen sich fugenlos an. Mit Lambda-Werten von 0,035 W/(m·K) erzielen sie außerdem hohen Wärmeschutz auch in schlanken Konstruktionen.

Ideal im Holzbau: Nicht brennbarer Dämmstoff wie Steinwolle bietet hohen Brandschutz. Foto: Hersteller / Rockwool

Die elastische Flexirock 035 Dämmplatte von Rockwool ist z. B. ideal für den Einsatz zwischen Ständern, Stielen und Balken von Decken, Außen- und Innenwänden eines Holzhauses geeignet. Ihre hohen Rückstellungskräfte erleichtern und beschleunigen die Verarbeitung der Platte auch über Kopf im Deckenbereich. Und schließlich bietet gerade Steinwolle mit einem Schmelzpunkt von über 1000 °C beste Voraussetzungen für hohen Brandschutz im Holzbau. Wichtig: Dämmt man Außenwände von innen, muss die Dämmfläche raumseits luft- und feuchtedicht mit einer Dampfbremse verschlossen werden.

Quelle: selbst ist der Mann 8 / 2022

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