Lehmputz Lehmputz auftragen und verarbeiten

Gesund, ökologisch, günstig: Bautechniken mit Lehm werden schon seit über 9000 Jahren praktiziert und doch erkannte man erst im 20. Jahrhundert seine positiven Eigenschaften als Putz. Wie Sie Lehmputz auftragen und verarbeiten können, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Man kann es in der Natur beobachten: Aus einem Schlammbett entsteht durch Sonneneinstrahlung schnell eine knochentrockene Lehmwüste. Regnet es wieder, so wird erneut Schlamm daraus. Am Bau hat das zwei Vorteile: Zum einen lassen sich entstandene Putzrisse durch leichtes Anfeuchten wieder zuschlämmen und verschließen, zum anderen benötigt man für spätere Recyclingprozesse vergleichsweise wenig Energie.

Dass das bloße Zusetzen von Wasser den Putz wieder geschmeidig macht, erleichtert natürlich auch die Verarbeitung. Die Kehrseite dieser positiven Eigenschaft: Für starke Feuchtbelastungen im Spritzwasserbereich oder an der Fassade eignet sich Lehmputz nicht. In der Regel wendet man ihn ausschließlich innen auf trockenen Wänden an. Hier bietet der Lehmputz grundsätzlich eine sehr hohe Feuchtigkeitsaufnahme, die das Raumklima positiv beeinflusst. Desweiteren ist seine Flexibilät hoch und hilft somit, Bewegungsrisse zu vermeiden. Durch die Zugabe von Pflanzenfasern und Sand wird diese Eigenschaft noch verstärkt.

LehmputzFoto: Putz kompakt / Helmut Kollmann

1) gemessen nach 28 Tagen; 2) gemessen nach 90 Tagen

 

Lehmputz auftragen und verarbeiten mit Multipor

Wichtig bei der Verarbeitung: Lehmputz darf nicht zu lange feucht bleiben, da sonst Schimmelgefahr besteht. Dem Trocknungsprozess sollte man von daher ruhig durch Heizen, Lüften und Entfeuchten unterstützen. 
Die in der Bildergalerie dargestellte Anleitung zum Lehmputz auftragen und verarbeiten, zeigt ein Lehmsystem in Kombination mit der mineralischen Dämmplatte Multipor. Diese besteht aus Sand, Kalk, Zement sowie Wasser und kann mit Multipor Lehmmörtel auf verschiedene Untergründe geklebt werden. Der Lehmtrockenmörtel aus Natursanden und Lehmpulver dient gleichzeitig als Armierungsschicht und Oberputz, wozu man ihn nur mit unterschiedlich viel Wasser anrührt. Wichtig ist ein abschließender diffusionsoffener Anstrich, um die feuchtigkeitsregulierende Wirkung des Lehmsystems nicht zu verschließen. Normale Dispersionsfarbe ist also tabu. Am besten verwendet man die zum System gehörende Multipor Lehmfarbe, die auch wunschgemäß abgetönt werden kann. Lehmputz

Lehmputz ist in einer Vielzahl verschiedener Farbtöne erhältlich. Foto: Hersteller / Haga

Tipp: Eine große Farbauswahl an Lehmfarben und -putzen, können Sie auch bei Haga, Lesando oder Volvox finden.

Besonders sinnvoll ist der Einsatz dieses Lehmsystems in Fachwerkhäusern, da Lehm zum einen die nötige Flexibilität aufweist, die arbeitendes Fachwerk verlangt, und zum anderen Bauholzfeuchte problemlos entweichen lässt. Nicht umsonst wurden Fachwerkhäuser urrsprünglich mit Lehm ausgefacht und innen verputzt. Die mineralische Dämmplatte innen sorgt wiederum für einen guten Wärmeschutz, ohne dass man die Fachwerkfassade tangiert – sie ist ebenfalls diffusionsoffen.

Quelle: selbst ist der Mann 11 / 2016

Beliebte Inhalte & Beiträge
Mehr zum Thema
Copyright 2021 selbst.de. All rights reserved.