Fenster einbauen

Aus selbst ist der Mann 8/2018

Schaut man sich alte Burganlagen an, fragt man sich unwillkürlich, wie kalt es im Winter für die Bewohner gewesen sein muss. Sandsteinumfasste Öffnungen – auch früher schon als Fenster bezeichnet – wurden bei Kälte mit Holz- oder Blechläden verschlossen. Gute 500 Jahre später können wir Fenster einbauen mit Rahmenprofilen und Dreifachverglasung, die kaum mehr Kälte durchlassen als eine dicke Außenmauer.

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Fenster: Butylband zuschneiden

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Butylband mit 5 cm Überlänge pro Rahmenseite zuschneiden, Abdeckband vom Befestigungsstreifen lösen und ...

Fenster einsetzen

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... am Fensterrücken andrücken. Nun das Fenster einsetzen.

Fenster ausrichten

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Mit Hilfe von Holzklötzen/Keilen kann das Fenster ausgerichtet werden.

Fenster: Ausrichtung kontrollieren

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Klopfen Sie die Keile zwischen Rahmen und Maueranschluss und kontrollieren Sie die Ausrichtung mit der Wasserwaage.

Fenster: Korrekturen

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Durch weiteres Hereinschlagen oder Herausziehen der Keile lassen sich Korrekturen vornehmen.

Fenster verkeilen

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Verkeilen Sie das Fenster so lange, bis es fluchtgerecht in der Maueröffnung sitzt.

Fenster: Befestigungslöcher

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Bohren Sie nun durch die vorgesehenen Befestigungslöcher des Fensterrahmens Löcher ins Mauerwerk. Zur Befestigung ...

Fenster: Dübel einstecken

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... eignen sich Fenster- und Metallrahmendübel oder wie hier Universaldübel plus Abstandsschraube. Dübel einstecken.

Fenster: Dübel eintreiben

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Mit Hilfe der Abstandsschraube den Dübel ins Mauerwerksloch treiben.

Fenster: Schraube festschrauben

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Steckt der Dübel in der Wand, schraubt man die Schraube bündig zur Rahmeninnenseite fest.

Fenster: Dämmschaum

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Nun den Hohlraum zwischen Fenster und Mauerwerk mit geeignetem Dämmschaum bzw. Fenstermontageschaum dosiert verfüllen.

Fenster: Fensterflügel einhängen

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Ist der Schaum ausgehärtet, hängen Sie den Fensterflügel ein. Auch die Keile ...

Fenster: Schutzfolie abziehen

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... können Sie nun entfernen. Dann die Schutzfolie vom Butylband abziehen und es sorgfältig ans Mauerwerk kleben.

Fenster: Praxistipp

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Praxistipp: Zusätzlich oder alternativ zum Montageschaum kann man auch eine Hinterfüllschnur aus Polyethylen in die Anschlussfuge drücken. Oder Faserdämmstoff.

Fenster: Fugen verspachteln

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Die Anschlussfugen können jetzt über das Butylband hinweg (Farbe und Putz haften darauf) verspachtelt werden.

Fenster: Fensterbänke montieren

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Montieren Sie nun auch eventuelle Fensterbänke von innen.

Fenster: Fensterban-Dämmmodul

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Praktisch und energetisch sinnvoll: Fensterbank-Dämmmodul, das Wärmebrücken vermeidet.

Fenster: Wärmeschutz

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Hoher Wärmeschutz: Moderne Fenster bieten hohen Wärmeschutz. Die Alphaline 90 von Veka mit 90 mm Bautiefe erzielt z. B. Uf-Werte von nur 1,1 W/(m²K) (je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung!)

Fenster: Abdeckpapier

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Ein neues Fenster bietet zwar extrem hohen Wärmeschutz, erfordert aber auch einen extrem dichten Einbau – sonst nützt der Fenstertausch energetisch nichts. Allein mit Montageschaum sollte man deshalb nicht arbeiten. Vielmehr muss innen eine dampfdichte Abdichtung mit Fenster-Butylband erfolgen. Dies sind elastische, selbstklebende Kautschuk Bänder, die mit einem Kunststoffvlies kaschiert sind. Man klebt sie seitlich am Rahmen fest, bevor man das Fenster einsetzt. Dazu das Abdeckpapier am Befestigungsstreifen entfernen. Sind die Anschlussfugen mit Montageschaum ausgefüllt und ist dieser durchgehärtet, entfernt man die restliche Schutzfolie und klebt die Bänder umlaufend an die Wand (Laibung). Dann können die nun dichten Anschluss fugen überputzt und gestrichen werden.

Fenster: Winddicht

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Fenster müssen winddicht eingebaut werden, sonst nützt deren beste Wärmedämmung nichts: Zuerst füllt man die Fuge zwischen Fenster und Wand (punktuell) mit Montageschaum; mit Mineralwolle oder Hanf kann man Zwischenräume dämmen. Auf der Innenseite muss die Fuge luftdicht (diffusionsdicht) ausgeführt sein, damit die in der Raumluft vorhandene Feuchtigkeit nicht in die Fuge eindringen kann. Auf der Außenseite schützt man die Fuge mittels Dichtband gegen Schlagregen.

Fenster: Fassadendämmung

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Fenster sind stets ein sensibler Punkt bei der Fassadendämmung, da die Anschlüsse rundum dicht ausgeführt werden müssen. Ein Problemlöser soll das Dichtsystem Roka-Co²mpact darstellen, das alle Anschlussstellen rund ums Fenster in einem Korpus aus Polystyrol-Hartschaum in sich vereint. Dichtheit und Dämmung sollen so in diesem Bereich eher gewährleistet sein und separate Dichtungsmaßnahmen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Infos bei Beck+Heun.

Fenster: System

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Fensterdichtsystem im Überblick: 1. Gedämmter Rollladenkasten, 2. Fensterbankmodul mit thermisch getrenntem Aufnahmeelement der Fensterbank, 3. Laibungsplatten mit zweiteiligen Führungsschienen für einen vierseitigen, dichten Fensteranschluss.

Fenster verkeilen

Fenster dämmen

Nachdem das Fenster ausgerichtet, verkeilt und verdübelt ist, ...

Fenster: Montageschaum

Fenster dämmen

... werden die Hohlräume zur Mauer mit Montageschaum verfüllt.

Fenster: Hinterfüllschnur

Fenster dämmen

Es folgen Hinterfüllschnur, Kompriband und/oder Putz und Silikon.

Checkliste Werkzeug

  • Akku-Schrauber

  • Bohrmaschine

  • Hammer

  • Schere

  • Spachtel

  • Wasserwaage

Dennoch besteht Abdichtungsbedarf: Die Anschlussfugen zwischen Außenwand und Fensterrahmen müssen ebenfalls den hohen Wärmedämmanforderungen der Gebäudehülle entsprechen, sonst entstehen Wärmebrücken. Dies wiederum führt zu Wärmeverlusten, höheren Energiekosten und oftmals zu Schimmelbefall an den betroffenen Stellen. Unsere Bilderserie zeigt wie Sie Ihre Fenster einbauen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie nicht nur mit Fenster-Montageschaum oder einem Faserdämmstoff arbeiten, sondern die Fugen rund ums Fenster innen und außen mit geeigneten Dichtbändern abdecken. So können Sie Fenster einbauen.

Fenster einbauen: Professionelles Abdichtmaterial

Professionelles Abdichtmaterial erhalten Sie in gut sortierten Baumärkten, im Baustoffhandel und natürlich über Onlineshops. Hier sind auch problemlos alle Markenprodukte zu bekommen. Was den Fensterkauf betrifft, so stehen hier dieselben Bezugsquellen zur Verfügung. Gleichfalls können Sie sich an einen Fensterbau-Fachbetrieb wenden, der Ihnen die Fenster einbaut und eine Gewährleistung bietet, die Sie bei Selbstmontage natürlich nicht haben. Vielleicht findet sich aber auch ein Kompromiss – reden Sie mit dem Handwerker, ggf. können Sie ja Vor- oder Zuarbeiten leisten.

Fenster einbauen: Material auswählen

Welches Fenster Sie wählen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack und den vorhandenen Geldmitteln ab. Die nötigen Wärmedämmwerte erzielen heute Fenster aller Materialarten, ob preiswerter Kunststoff, schönes Holz oder eine langlebige Holz-Aluminium-Konstruktion.

Aluminiumfenster

  • besonders leicht
  • sehr stabil
  • hohe Langlebigkeit
  • minimaler Pflegeaufwand

Kunststofffenster

  • hohe Stabilität durch stahl- oder aluminiumverstärkte Hohlprofile
  • günstige Anschaffungskosten
  • sehr guten Wärme- und Schallschutzdämmung
  • in nahezu allen Formen erhältlich
  • geringer Pflegeaufwand

Holzfenster

  • hervorragende Wärmedämmeigenschaften
  • empfindlich gegenüber UV-Licht, Nässe und Frost
  • hoher Pflegeaufwand
  • sollten alle 5 Jahre neu gestrichen werden

Fenster einbauen: U-Werte beachten

Die Energieeinsparverordnung 2009 schreibt in jedem Fall vor, das die Fenster bei einem Austausch oder Neubau einen U-Wert von mindestens 1,30 W/(m²K) erfüllen müssen. Bei einem Neubau und gleichfalls bei einer umfassenden Sanierung besteht auch die Möglichkeit, den Jahresprimärenergiebedarf des ganzen Gebäudes als Maßstab zu nehmen. Je nach Gebäudetyp darf der Bedarf dann gewisse Obergrenzen nicht überschreiten – hier sind individuelle Berechnungen nötig. Richten Sie sich nach dem Bauteilverfahren und somit nach dem U-Wert, achten Sie auf den angegebenen Gesamtwert des Fensters! Der Uf-Wert bezieht sich nur auf den Rahmen, der Ug-Wert auf das Glas. Berücksichtigen Sie auch eventuelle Fördermaßnahmen von Bafa und KfW, die Sie bei Ihrer Bank vor der Baumaßnahme beantragen können. Schärfere, also niedrigere U-Werte unter 1,30 W/(m²K) ergeben eventuell höhere Förderbeiträge. Fragen und vergleichen lohnt sich.

Fotos: Veka, Claudio Kalex

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