Dachpappe entsorgen

Ein flaches Dach wird meistens mit Bitumen-Schweißbahnen ausgestattet. Aber wo kann man Dachpappe entsorgen, wenn man das Dach neu decken möchte?

Dachpappe entsorgen
Dachpappe muss richtig entsorgt werden. Foto: iStock / anela

Ob Garage oder Gartenhaus: Die meisten Flachdächer werden mit Dachpappe gedeckt. Auch bei Ein- oder Mehrfamilienhäusern nutzt man sie unter den Dachziegeln. So kann sie das Flachdach abdichten und vor Feuchtigkeit und anderen Witterungseinflüssen schützen. Doch nach einiger Zeit schützt sie nicht mehr oder es entstehen Risse. Sie muss dann erneuert werden. Da die bitumenhaltige Dachpappe nicht einfach in den Hausmüll darf, sollte man sich schon vorher über das Dachpappe entsorgen informieren. Wir verraten, wo Sie die Dachpappe entsorgen können und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Was ist Dachpappe?

Dachpappe wird bei Ein- und Mehrfamilienhäusern unter den Dachziegeln angebracht. Bei Garagen oder Gartenhäusern verwendet man hochwertige Dachpappe und dafür keine Ziegel. Dachpappe besteht aus getränkten Dachbahnen. Heute wird die Pappe in Bitumen getränkt. Früher wurde sie in Teer getränkt. Daher gibt es auch heute noch auf vielen Dächern teerhaltige Dachbahnen. Es gibt verschiedene Arten Dachpappe. Diese haben für einen zusätzlichen Schutz (Abriebfestigkeit und UV-Strahlung) grobkörnigen Sand, Schiefersplitter oder feinen Kies beigemischt. Wenn die alte Dachpappe porös wird oder sogar Risse entstehen, ist es höchste Zeit, sie auszuwechseln.

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Ein einfaches decken auf der alten Dachpappe sollte man nicht machen, da sie dadurch noch schwerer wird. Durch das zusätzliche Gewicht einer zweiten Schicht, drückt es auf den Dachstuhl. Es kommt zu hohen Temperaturen und im schlimmsten Fall kann das Dach Feuer fangen.

 

Wo kann ich Dachpappe entsorgen?

Wenn man Dachbahnen entsorgen möchte, sollte man vorher herausfinden, um welche Art es sich handelt. Denn vor 1970 bestand die Pappe meistens auch Teer. Die Herstellung der teerhaltigen Dachpappe wurde eingestellt, da man darin gesundheitsschädliche Stoffe gefunden hat. Einige alte Dachpappen sind sogar mit Asbest versetzt. Und Asbest gehört zu den krebserregenden Stoffen. Da auch heute noch Dächer von vor 1970 mit Teerpappe gedeckt sind, wird das Material als gefährlicher Abfall bezeichnet. Eine fachgerechte Entsorgung ist daher unumgänglich. Auch wenn neue Dachpappe Pappe, Schiefersplitter, Sand oder Bitumen enthält, gehört sie zum Sondermüll und kann nur auf zwei Wegen entsorgt werden: Auf dem Wertstoffhof oder im Container.

Dachpappe auf dem Wertstoffhof entsorgen

Wenn kleinere Mengen entsorgt werden sollen, können Sie diese auf dem Wertstoffhof abgeben. Für eine fachgerechte Entsorgung müssen Sie die Dachpappe in Folie einwickeln. Achten Sie dabei darauf, dass kein Bauschutt an der Pappe haftet. Denn auch gewöhnlicher Bauschutt muss gesondert entsorgt werden:

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Bevor Sie die Dachpappe einfach auf dem Wertstoffhof entsorgen, sollten Sie dort Bescheid geben. Denn teilweise müssen Sie dann noch zusätzliche Regeln beachten. Alternativ können Sie sich aber auch bei der Stadtverwaltung über die Sonderregeln informieren.
Praxistipp: Beim Entfernen sollten Sie auf jeden Fall lange Kleidung, Schutzbrille, Handschuhe und einen Mundschutz tragen. So werden Sie vor Staub und evtl. vorhandenen gefährlichen Stoffen wie z.B. Teer oder Asbest geschützt.

Dachpappe im Container entsorgen

Sie möchten eine größere Fläche erneuern? Dann lohnt sich ein Container. In diesem können Sie auch größere Mengen Abfall entsorgen. Bevor Sie den Containerdienst beauftragen sollten Sie ungefähr berechnen, wie viel Material Sie entsorgen. Denn größere Container kosten mehr. Aber es wäre auch ärgerlich, wenn der Container zu klein ist und Sie für den vielen Abfall einen zweiten bestellen müssen, der auch wieder Geld kostet. Bei der Entsorgung können Sie in dem Container Dachpappe, Teerpappe, Bitumen und andere bitumen- oder teerhaltige Materialien entsorgen. Anderer Abfall wie z.B. Metall, Kunststoff oder Glas darf nicht in den Container. Übrigens: Ein Container ist auch sinnvoll, wenn Sie nicht wissen, ob Sie teerhaltige Dachbahnen oder sogar welche mit Asbest entsorgen. 

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Praxistipp: Es gibt zwei gute Möglichkeiten um herauszufinden, um welches Material es sich handelt. Wenn Sie ein kleines Stück entfernen und Sie Teer riechen, handelt es sich vermutlich um Teerpappe. Bei der zweiten Möglichkeit kann der Entsorgungsdienst die Art analysieren.

 

Was kostet Dachpappe entsorgen?

Die Kosten der Entsorgung variieren in den unterschiedlichen Regionen. Außerdem sind die Preise von der Art abhängig. Wenn die Entsorgung auf dem Wertstoffhof stattfindet, kostet eine Tonne etwa 200 Euro. Ein Container ist natürlich deutlich teurer. Wir berechnen hier beispielhaft die ungefähren Kosten von 100 m2 (etwa 5m3). Wenn Ihre Pappe vor 1993 hergestellt wurde sollten Sie eine Analyse vornehmen lassen. Diese kostet meist schon etwa 100-200 Euro. Wenn Sie den Abbau dann von einem Fachbetrieb vornehmen lassen, kostet das etwa 2.000-6.000 Euro. Wenn Sie den Abbau selbst übernehmen, sinken die Kosten auf circa 500-600 Euro. Während beim Abbau durch den Fachbetrieb die Miete für den Container meist bereits enthalten ist, kostet Sie der Container beim eigenen Abbau rund 200-300 Euro. Die Entsorgung an sich kostet dann bei beiden Möglichkeiten noch mal etwa 1.000-1.500 Euro. Sollten Ihre Dachbahnen nach 1993 hergestellt sein, können Sie sich schon die Expertenanalyse sparen. Denn dann wurden keine gefährlichen Stoffe mehr verwendet. Das macht dann auch die Entsorgung günstiger. Mit dem Abbau (200-300 €), der Containermiete (100-120 €) und der Entsorgung (200-500 €) kommen Sie dann auf eine Summe zwischen 500 und 920 Euro.
Praxistipp: Es lohnt sich vorher die verschiedenen Preise der Dienstleister einzuholen und zu vergleichen.

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