2-Komponenten-Kleber

Hohe Festigkeiten und Beständigkeit gegen Säuren, Kraftstoffe und UV-Licht zeichnen zweikomponentige Klebstoffe aus. Wir haben 2-Komponenten-Kleber ausprobiert, zeigen exemplarisch die Reperatur einer Duscharmatur und stellen unterschiedliche 2K-Kleber vor.

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Für Heimwerker zugängliche Mehrkomponenten-Klebstoffe basieren chemisch auf Epoxiden, einer sehr reaktionsfähigen Gruppe organischer Verbindungen. Sie härten zu einem Kunststoff der Kategorie Duroplast aus – und sind nur noch mechanisch zu lösen.

 

So funktionieren 2K-Kleber

Die beiden Komponenten dieser Klebstoffe werden als Binder und Härter bezeichnet. Der Binder ist dabei ein Kunstharz, den Härter stellt meist ein Amin dar. Die Polymerisation läuft immer in der Weise A-B-A-B-A-B- ab (Polyaddition). Die Einzelkomponenten können dabei nicht mit sich selbst reagieren und auch Umwelteinflüsse wirken sich in der Regel nicht auf die Einzelkomponenten aus – daher ist die Lagerfähigkeit unter günstigen Bedingungen nahezu unbegrenzt. Die Aushärtung zum Duroplast führt dazu, dass der Klebstoff chemisch nicht mehr gelöst werden kann – er ist beständig gegen Kraftstoffe, Säuren und sogar Lösemittel wie Dichlor- oder Trichlormethan. Chemikalien wie Säuren, Laugen, Treibstoffe oder Wasser können den Klebstoff allenfalls etwas erweichen oder auf lange Sicht unterwandern, wodurch er die Adhäsion verliert.

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2K-Kleber von Pattex

Der 2K-Kleber von Pattex härtet "extrem schnell" aus und übersteht sogar die Spülmaschine

Die Klebeverbindung ist außerdem sehr lange UV-beständig und hat eine sehr gute Temperaturresistenz von -40 bis + 100 °C. Einige Stunden kann er ohne permanente Schädigung sogar bis zu 180 °C aushalten. Wie alle Klebstoffe kann auch Epoxid-Klebstoff bei Erwärmung an Festigkeit verlieren – bei Abkühlung ist dieser Vorgang jedoch reversibel. Zwar gibt es Epoxide mit höheren Temperaturausschreibungen, diese beinhalten aber meist zusätzlich anorganische Stoffe wie Silikate, die die Eigenschaften des Epoxids verändern. Epoxide sind sehr schlagfest, da sich Duroplaste nicht thermisch verformen lassen und bei schlagartiger Belastung nicht brechen, splittern oder sich verformen.

Es gibt auch Reparaturmassen zum Kneten, die aus 2 Komponenten bestehen: Deren Anwendung haben wir hier im Detail beschrieben:

Spachteln
Reparaturmasse

Lesen Sie, für welche Arbeiten sich Reparaturknete eignet & wie sie verarbeitet wird

 

2K-Klebstoff verarbeiten

2K-Klebstoffe müssen immer innerhalb der angegebenen Topfzeit verarbeitet werden. Packungsangaben beziehen sich dabei auf Raumtemperatur (ca. 20 °C). Eine Erhöhung der Temperatur beschleunigt die Reaktion und verringert damit die Topfzeit. Eine Temperaturerhöhung um 10 °C führt zu einer Verdoppelung des Reaktionstempos – dies kann genutzt werden, um den Klebstoff zusätzlich thermisch zu vernetzen. Dadurch lässt sich die Zeit bis zur Funktionsfestigkeit stark verkürzen und gleichzeitig die Festigkeit der Verklebung stark erhöhen. Je länger die Topfzeit eines Epoxids, desto größer kann dieser Effekt eingesetzt werden. Ist die Topfzeit überschritten und der sogenannte Gelpunkt des Klebstoffs erreicht, sollte die Mischung verworfen werden, da der Klebstoff dann eine Oberfläche nicht mehr ausreichend benetzen kann – die Klebung wird leicht unterwandert und wird nicht dauerhaft stabil halten.
Kleine Mischfehler sind übrigens akzeptabel: Eine Erhöhung der Härtermenge führt dann zu einem flexibleren, weicheren Endprodukt, eine Erhöhung der Bindermenge zu einem starreren, festeren.

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