Test: Vertikutierer Diese Vertikutierer lüften den Rasen überzeugend

Vertikutierer-Test
© sidm / KEH

Stahlhart messern sie sich durch Moos und Unkraut im Rasen und machen Wurzelfilz ein Ende – Vertikutierer verschaffen Ihrem Rasen Luft und ermöglichen neues Wachstum. Zehn Vertikutierer traten im Test mit dem TÜV Rheinland gegeneinander an – aber nur drei Rasenlüfter konnten im Praxistest wirklich überzeugen. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Vertikutierer im Test haben wir wie immer in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.

Vertikutierer kaufen

Zu viel Schatten und Feuchtigkeit, zu wenig Dünger und eine niedrige Schnitthöhe am Rasenmäher können die Moosbildung auf dem heimischen Rasen begünstigen. Neben einer Bekämpfung der Ursachen kommt man dem Filz dann am besten mechanisch bei. Damit das mit einer groben Harke oder einem Schneidrechen nicht zum Kraftakt wird, kauft man sich am besten einen motorbetriebenen Vertikutierer, der sich oft mit einer weniger aggressiven Federwalze zusätzlich für die regelmäßige Rasenbelüftung einsetzen lässt.

 

Das ist uns beim Vertikutierer-Test aufgefallen

Ein eindeutiges Ergebnis bietet unser Vertikutierer-Test: Ist der Rasen erst einmal sichtbar vermoost, wird beim Vertikutieren viel Material entfernt – viele der getesteten Vertikutierer verstopfen deshalb schnell, selbst wenn sie ohne Fangkorb betrieben werden. Leider setzen sich viele Rasenlüfter auch ohne Fangkorb recht schnell zu, weil die Prallplatte hinten am Gerät die Abfuhr der hohen Materialmenge verhindert. Dennoch empfehlen wir beim Vertikutieren größerer Flächen, den Fangkorb von vornherein wegzulassen, denn die Leerung ist sonst alle paar Meter fällig und entsprechend nervig.

  • Der Fangkorb ist beim Vertikutieren nach wenigen Metern bereits voll
  • Bei vielen Vertikutierern kann die Messerwalze gegen eine weniger aggressive Federwalze getauscht werden
  • Ein großer Messerabstand zum Gehäuserand sorgt für unbearbeitete Ränder
 

Kaufempfehlung

 

Wie wurde getestet?

Wie gewohnt zählen für uns vor allem Erfahrungen aus der Praxis. Deshalb haben wir alle Geräte ausgiebig auf leicht bis mittelmäßig vermoostem, zuvor gemähtem Rasen getestet:

Vertikutierer-Test
Verleichende Tests sind die Basis unserer Versuchsreihen bei Werkzeugtests. © sidm / KEH
  • Gebrauchsanleitung: Bewertet wurden Verständlichkeit und Bebilderung, darüber hinaus unter anderem Tipps zum Vertikutieren sowie Hinweise zu Kabelführung, Fehlersuche und Wartung und Service/Ersatzteile.
  • Vertikutieren: Unter anderem haben wir getestet, wie gut das Gerät mit Fangkorb arbeitet, wie viel Moos im Fangkorb aufgenommen wird und ob die Rasenfläche nach der Bearbeitung noch Moos aufweist. Zusätzlich wurde ohne Fangkorb und mit größerer Tiefeneinstellung gearbeitet
  • Lüften: Wenn mitgeliefert bzw. möglich, haben wir auch mit der Federwalze gearbeitet. Auch hier wurden unter anderem der Arbeitsvorgang und die im Fangkorb gesammelte Moosmenge bewertet.
  • Schubkraft: Die meisten Geräte entwickeln durch die Walzendrehung eine Zugkraft in Arbeitsrichtung – diese haben wir gemessen und vergleichend bewertet. Als ideal wurde dabei eine mäßige Vorschubkraft angesehen.
  • Sicherheit: Der TÜV Rheinland beurteilte nach einschlägigen Normen die Sicherheit der Geräte, außerdem wurde die Geräuschentwicklung der Geräte unter Praxisbedingungen im Leerlauf gemessen.
 

Aktuellen Vertikutierer-Test herunterladen

Vertikutierer-Test
Umfang: 6 Seiten
1,99€

Die Tabelle mit allen detaillierten Prüf-Ergebnissen zum aktuellen Vertikutierer-Test 07/2018 finden Sie hier als Download >>

 

Weitere Tests von Vertikutierern und Rasenlüftern

Zuletzt haben wir im September 2006 Vertikutierer getestet: Damals haben insgesamt 13 Aerifizierer ihre Leistung im TÜV-Labor und unter Praxisbedingungen bewiesen. Ein Vertikutierer fiel im Test wegen Sicherheitsmängeln mit der Note "mangelhaft" durch! Die anderen Vertikutierer teilten sich gleichmäßig die Noten "gut" und "befriedigend". Vertikutierer-Test 09/2006 kostenlos herunterladen >>

Zunächst vermutet man einen Zusammenhang zwischen der Watt-Zahl der getesteten Vertikutierer und deren Leistung, Wurzelfilz rückstandsfrei aus dem Rasen zu kämmen. Aber der Vertikutierer-Test konnte hier keinen Zusammenhang bestätigen: Selbst der "nur" 500 Watt starke Rasenlüfter von Gardena überzeugte auf dem Rasen, genau so wie der 1100-Watt-Vertikutierer von Brill. Dass deutlich mehr Watt (und damit Stromverbrauch) nicht besser vertikutieren, zeigte sich an den Geräten von Wolf und Husqvarna (beide 1600 Watt).
Wichtiger für die Leistung eines Vertikutierers ist dessen Gewicht: Leichte Vertikutierer "hoppeln" schnell auf hartem Boden und dichtem Gras – dann dringen ihre Messer nicht bis zum Wurzrelfilz vor. Praxistipp: Ein mit Sand gefüllter Beutel, den Sie auf den Vertikutierer legen, sorgt für die nötige Bodenhaftung!

Quelle: selbst ist der Mann 9 / 2006

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