Tauben vertreiben

Tauben gehören wohl zu den unbeliebtesten Vögeln. Sie werden vorschnell mit Krankheiten und Schmutz assoziiert – völlig zu unrecht! Doch wenn Sie lästige Tauben vertreiben möchten, finden Sie hier einfache und tierfreundliche Tipps zur Taubenabwehr.

Tauben vertreiben
Tauben kann man auch mit sanften Hausmitteln vertreiben. Foto: iStock / GoogolPix
Inhalt
  1. Warum Tauben vertreiben?
  2. Wie kann man Tauben vertreiben?
  3. Tauben vertreiben: Vorbeugung

Besonders in Großstädten findet man Tauben und auch ihre Hinterlassenschaften überall – schließlich ist das Nahrungsangebot dort reichlich und natürliche Feinde hat die Taube im Großstadtdschungel kaum zu fürchten. Kein Wunder also, dass man die große Anzahl an Tauben vertreiben möchte. Doch in unseren Gärten und auf dem Balkon ist das Problem meistens eher gering. Wenn also Stadttauben (Columba livia forma domestica) im Garten immer wieder auf der Terrasse ihren Kot hinterlassen, ist das sehr störend. Welche Gründe es noch gibt, um die Tauben zu vertreiben, erfahren Sie hier. Außerdem zeigen wir, wie Sie Tauben sanft vergrämen.

 

Warum Tauben vertreiben?

Stadttauben sind meistens dort, wo Menschen leben. Das liegt daran, dass diese Taubenart eigentlich eine verwilderte Haustaube ist. Früher hat man Tauben als Haustier gehalten und etwa als Brieftauben gezüchtet. Heute sind sie das nur noch selten, aber befinden sich immer noch gerne in der Nähe von Menschen.

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Denn dort finden sie meist auch genügend Fressen. Eigentlich ernähren sie sich nicht von unseren Essensresten oder achtlos weggeworfenem Müll. Doch dadurch, dass immer weniger Samen und Beeren in den Städten zu finden sind, fressen Stadttauben was sie finden, um nicht zu verhungern. Durch dieses nicht artgerechte Futter verändert sich ihre Verdauung (der typische "Taubenschiss" entsteht) und langfristig werden die Tauben durch unseren Zivilisationsmüll krank. Und das ist auch ein Grund, warum wir Menschen sie nicht im Garten oder auf dem Balkon haben wollen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass man sich an Stadttauben ansteckt, doch die Angst ist weiterhin da. Daher möchten viele die Tauben vertreiben.

Die besten Tipps zur Taubenabwehr auf dem Balkon finden Sie im Video:

 

Ein weiterer Grund ist der viele Kot der Tiere. Dieser enthält Salpetersäure, welche Ziegel, Beton, Autolacke und auch unsere Dächer angreift. So lange es sich nur um ein einzelnes Tier handelt, ist das kein Problem. Doch dort wo eine Taube ist, folgen meist mehrere. Und dann kann der Kot teure Schäden anrichten. Das ist übrigens auch der Grund, warum Großstädte versuchen, die Taubenpopulation gering zu halten. Denn auch denkmalgeschützte Gebäude werden dadurch beschädigt. Damit sie sich nicht stark vermehren, ist in Städten wie Hamburg und München das Taubenfüttern streng verboten. Außerdem werden vielerorts auch Taubentürme oder Nistkästen gebaut. So sollen Schäden in der Stadt vermieden werden. In Köln gibt es engagierte Bürger, die die Stadttauben in speziellenTaubenhäusern mit artgerechtem Futter versorgen und ihre Eier gegen Attrappen austauschen, um die Population natürlich zu stabilisieren. In ländlicheren Regionen sind Tauben eher selten ein großes Problem, da die Eier und Jungvögel oft von natürlichen Feinden wie Mardern oder Uhus gefressen werden. Aber auch Katzen und Ratten erbeuten die Tiere.

 

Wie kann man Tauben vertreiben?

Aber was, wenn all das nicht hilft? Wie kann man Tauben dann vergrämen? Natürlich gibt es viele chemische Substanzen und Anti-Tauben-Pasten mit denen Sie sie vertreiben können. Doch da diese meistens Gift enthalten und die Tiere verletzen oder sogar töten, sind diese aus Tierschutzgründen verboten. Auch das Jagen der Tiere ist nur Personen mit einer Sondergenehmigung erlaubt. Sie sollten daher auf sanftere und effektive Methoden zurückgreifen, die den Vögeln keinen Schaden zufügen.

  1. Nest entfernen: Wenn Sie vermehrt welche entdecken, sollten Sie aufmerksam werden. Suchen Sie in der näheren Umgebung nach Zweigkonstruktionen. Diese können ein Nest sein. Um es zu entfernen sollten Sie als Schutz Handschuhe und einen Mundschutz tragen. Wenn Sie es nicht direkt entfernen, kommen sie zurück oder das Nest wird von neuen bewohnt. 
    Praxistipp: Aber was, wenn sich Eier in den Nestern befinden? Bei den Eiern ist es wichtig zu wissen, ob sie schon lange bebrütet wurden. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie die Eier gegen Plastikeier tauschen. Die echten Eier können Sie dann auf Wiesen für andere Vögel als Beute auslegen. Wenn die Eier allerdings schon mehrere Tage bebrütet wurden oder Sie sich nicht sicher sind, rät die Tierschutzorganisation Peta dazu, die Eier mit einer Lampe zu durchleuchten. Sehen Sie eine dunkle Füllung, hat sich bereits ein Embryo entwickelt. Dann legen Sie das Ei zurück ins Nest und können nur warten , bis die Kleinen flügge geworden sind. Danach sollten Sie es direkt entfernen.
  2. Plastik-Spikes: Wenn die Vögel regelmäßig auf dem Fenstersims oder dem Geländer sitzen können Sie Spikes anbringen. Auf den Spitzen aus Kunststoff können die Vögel nicht landen und suchen sich einen anderen Platz. Oftmals werden auch DIY-Spikes aus Brettern mit Nägeln als Lösung präsentiert. Von diesen wird aber abgeraten, da sich daran auch Kinder oder andere Tiere verletzten können. Die Plastik-Spikes erhalten Sie online oder im Baumarkt und können selbst angebracht werden. Als Alternative zu Spikes können Sie auch einen Spanndraht über die Fläche auf der die Vögel sitzen spannen. 
  3. Taubenschreck: Zur Taubenabwehr eignen sich auch Attrappen von Uhus oder Raben. Diesen können Sie einfach am Geländer befestigen. 
  4. Windräder: Dekorativ und effektiv sind Windräder. Diese können Sie einfach in einen Blumenkübel stecken. Die unvorhersehbaren Bewegungen verjagen sie.
    Praxistipp: Anstelle von Windrädern können Sie auch ein DIY ausprobieren. Basteln Sie aus alten CDs ein Mobile und hängen Sie dieses so auf, dass sich die CDs bewegen und reflektieren. Genauso gut können Sie auch Alufolie an Bändern befestigen. Dieses raschelt zusätzlich noch. Auch ein Windspiel wirkt als Taubenabwehr, bei diesem Mittel flüchten die Vögel schnell. Ultra- oder Infraschallgeräte sind übrigens keine gute Lösung. Zwar werden die Tauben davon abgewehrt, aber die Töne werden auch von Haustieren wahrgenommen. 
  5. Haustiere: Sie haben eine Katze oder einen Hund? Prima, denn diese können die Tiere verscheuchen. Tauben gehen Katzen aus dem Weg, Hunde bellen die Vögel manchmal an. Da sie die Haustiere nicht einschätzen können, meiden Sie deren Revier.
    Praxistipp: Wenn Sie kein eigenes Haustier haben reichen auch Tierhaare. Diese können Sie einfach auf Ihrem Balkon etwas verteilen. Aber: Tauben gewöhnen sich an Gerüche. 
  6. Wasser: Ein einfaches Mittel ist es, die Tiere mit Wasser zu verscheuchen. Dafür können Sie entweder eine Wasserpistole nehmen (zielen Sie nur auf den Körper oder die Füße) oder einfach einen Eimer Wasser in die Richtung der Vögel schütten. Dann sind sie in kurzer Zeit  weg.
  7. Taubennetz: Ein sehr wirksames Mittel sind Netze. Diese können Sie über den Balkon spannen. Die Netze sehen zwar nicht schön aus, sind aber sehr effektiv.
  8. Professionelle Hilfe: Wenn gar nichts geholfen hat, können Sie sich eine professionelle Taubenabwehr installieren lassen. Möchten Sie das nicht, reicht es oftmals die Stadtverwaltung zu kontaktieren. Diese müssen dann ein neuen Konzept erarbeiten. Hilft das nicht, können Sie auch einen Schädlingsbekämpfer engagieren. Diese kennen sich mit den verschiedenen Arten und den jeweiligen Schutzbestimmungen aus.

Praxistipp: Wenn Sie als Mieter Tauben-Schäden feststellen, muss sich Ihr Vermieter darum kümmern. Andernfalls haben Sie sogar den Anspruch auf eine Mietminderung zwischen 10-35 %. Auch Vogelkot kann für eine Mietminderung von bis zu 10 % sorgen.
Weitere Tipps und Tricks zum Vertreiben von Tauben finden Sie auch bei wunderweib.de >>

 

Tauben vertreiben: Vorbeugung

Um gar nicht erst in die Situation zu kommen Tauben zu vertreiben, können Sie ein paar vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Als erstes sollten Sie darauf achten, dass Ihre Terrasse oder der Balkon sauber ist. Sollten Sie also nicht gerade im Garten essen, sind Lebensmittel im Garten keine gute Idee. Denn diese sind Nahrung und zieht die Vögel an. Essensreste sollten Sie niemals draußen stehen lassen. Auch Mülleimer auf dem Balkon können Tiere anziehen, neben Tauben auch Ratten oder andere Wildtiere. Verschließen Sie die Mülltonnen daher sorgfältig.

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Viele Tauben auf Ihrem Balkon können aber auch durch Cafés oder Restaurants angezogen werden. Wenn Sie über einem wohnen und die Cafés Essensreste nicht wegräumen, bleiben die Tauben gerne in der Nähe Ihrer Futterquelle. Bitten Sie die Besitzer Mülleimer zu leeren und Essensreste wegzuräumen. Ein weiterer Grund, warum sie sich bei Ihnen wohlfühlen, kann eine geschützte Sitzgelegenheit sein. Damit es sich die Vögel dort nicht zu gemütlich machen, können Sie diese regelmäßig stören. Dadurch fühlen sich die Tiere bedroht und werden fliehen. Später erinnern sie sich daran, dass sie dort nicht ungestört sind, meiden den Balkon und suchen sich einen anderen Platz.

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