Raumteiler selber bauen Raumteiler aus Leichtbauwänden selber bauen

Räume zu unterteilen oder Bereiche abzutrennen, gelingt am einfachsten und saubersten mit Leichtbauwänden. Wir zeigen Beispiele, wie Sie einen Raumteiler selber bauen.

In unserem ersten Beispiel sollte ein Appartement unterteilt werden. Um Schlafbereich (links oben im Bild), Küche (rechts) und Wohnraum (vorne) nicht  starr zu unterteilen, sollte nur zwischen Schlaf- und Kochbereich eine feste Wand entstehen, die durch ihre L-Form nach vorne hin die linke Küchenzeile verdeckt. Überdies wurde über dem vorderen Wandstück ein Schiebetürelement platziert – zwei Elemente verschließen so wahlweise Schlaf- oder Kochbereich.

Zur Bauanleitung

Möchten Sie einen Raumteiler selber bauen, gibt es dafür eine Vielzahl an Möglichkeiten. Allen gemein ist nur eins: Eine Leichtbauwand besteht aus Ständerwerk und Bauplatten.

 

Selber bauen: Leichtbauwände als Raumteiler

Als Ständerwerk stehen Metallprofile zur Wahl, die hohe Stabilität bieten, verzugfrei sind und durch Schlitzungen eine problemlose Kabelführung innerhalb einer Wand ermöglichen. Bei hohen Belastungen, z. B. rechts und links einer schweren Tür, muss man allerdings spezielle Profile verwenden (statt CW- sogenannte UA-Profile) oder aber die normalen CW-Profile mit Holzlatten ausfüllen und so verstärken. Der Nachteil von Metallprofilen ist ihre Festigkeit: Möchte man später etwas in der Wand befestigen, sollte man beim Bohren oder Nageln möglichst nicht aufs Metallprofil treffen. Überdies sind sie im Vergleich zu simplen Kanthölzern teurer. Wer allerdings auf ein preiswertes Holzständerwerk setzt, muss mit Verzug rechnen. Systemanbieter versuchen das zu vermeiden, indem sie z. B. Furnierschichtholz fürs Ständerwerk verwenden.

Trockenbaustützen aus Furnierschichtholz sind stabil, bieten einen guten Verankerungsgrund und lassen sich einfach verarbeiten. Foto: Steico

Zur Verkleidung des Raumteilers stehen verschiedene Bauplatten zur Wahl. Empfehlenswert sind feuchtigkeitsregulierende aus Gips oder Lehm, wobei letztere teurer und meist nur im Naturbaustoffhandel erhältlich sind, in Kombination mit Lehmputz aber für ein ausgezeichnetes Raumklima sorgen. Im Spritzwasserbereich verbaut man allerdings am besten zementhaltige Platten. Die gängigsten Bauplatten für Wohnräume sind Gipskartonplatten. Hier schützt eine Karton-Ummantelung den Gipskern. Mit einer imprägnierten Ummantelungen (meist grün) eignen sich Gipskartonplatten sogar für Raumteiler in Feuchträumen. Daneben gibt es Gipsfaserplatten, die aus einem Gips- und Papierfasergemisch bestehen, sich auch für Feuchträume eignen und etwas stabiler sind. Beiden gemein ist die glatte Oberfläche, die ein direktes Tapezieren oder Verputzen erlaubt.

 

Wie kann man einen Raumteiler selber bauen?

Möchte man den Raumteiler selber bauen, beginnt man mit der Montage von Boden- und Deckenprofilen, bei Metall sogenannte UW-Profile. Es folgen die CW-Ständerprofile. Zunächst verdübelt man die Anschlüsse zu den Wänden, dann stellt man weitere Ständer meist im Abstand von 62,5 cm in die Boden- und Deckenprofile ein (beachten Sie hierzu die Plattengröße und Montagerichtung "horizontal/vertikal"). Verwendet man Kanthölzer, verschraubt und verdübelt man diese auf vergleichbare Weise.

Checkliste Werkzeug
  • Akku-Bohrschrauber
  • Blechschere
  • Cuttermesser
  • Malerspachtel
  • Stichsäge

Für ein Holzständerwerk benötigen Sie dafür Säge und Bohrschrauber. Ein Ständerwerk aus Metall verlangt nach einer Blechschere, womit das Schneiden besser gelingt als mittels Metallsäge, sowie ggf. nach einer Nietzange (Alu-Pop-Nieten 4 x 6 mm verwenden) oder nach einer Profilverbundzange, womit Sie Profile stabilisierend verbinden können. Hohlräume zwischen den Ständern am besten mit Dämmstoff ausfüllen. Die Verarbeitung von Gipsplatten ist leicht. Für den Zuschnitt ritzen Sie Gipsplatten von außen an, brechen sie über eine Kante hinweg durch und schneiden dann die Ummantelung der anderen Seite durch. Die Befestigung an Metallprofilen bis 0,7 mm Materialstärke erfolgt mit Schnellbauschrauben mit Feingewinde. Bei dickeren Metallprofilen bis 2 mm sollte man Schnellbauschrauben mit Bohrspitze verwenden. Bei einem Holzständerwerk verwenden Sie Schnellbauschrauben mit Grobgewinde. Gut zu wissen: Wer den Raumteiler selber bauen möchte kann davon ausgehen, dass ein Holzständerwerk etwas günstiger ist.

Einfach
250 - 500 €
2-3 Tage
1

Raumteiler über Eck

Unten eine Möglichkeit, Wandecken auszubilden. Man kann die Profile aber auch aneinander setzen, mit Verbundzange verpressen und die Platten außen herumführen. Übrigens: Geld und Zeit spart man, wenn man einen Raumteiler nur einlagig beplankt.

Hier die Möglichkeit, eine Ecke auszuführen. Foto: Knauf

Praxistipp: Legt man aber auf Schallschutz Wert, sollte man mehrlagig beplanken und auch eine Dämmschicht einplanen. Soll gefliest werden, muss sogar zweilagig beplankt werden. Auch dort, wo schwere Gegenstände befestigt werden sollen wie z. B. in der Küche, sollte man unbedingt zweilagig beplanken.

Quelle: selbst ist der Mann 4 / 2019

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