Hanggarten Tipps für Gärten in Hanglage

Grundstücke am Hang sind beliebt, denn meist ist die Aussicht traumhaft und "unverbaubar"! Aber der freie Blick auf den nahen Forst oder die hügelige Gebirgskette wird zum Teil teuer erkauft: Hanggrundstücke müssen meist aufwändig bearbeitet werden, ehe darauf ein nutzbarer Hanggarten entsteht.

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Inhalt
  1. Hanggarten gegen Erdrutsch sichern
  2. Höhenunterschiede am Hanggarten nutzen – Gartenräume schaffen
  3. Sonderfall: Senkgarten anstatt Hanggarten
  4. Senkgärten schaffen Weite

Je nach dem, ob das Grundstück längs oder quer zu der Flanke eines Berges liegt oder ob nur die Parzelle selbst starke Niveauversprünge aufweist, sind die erforderlichen Erdarbeiten für einen Hanggarten unterschiedlich aufwändig.  Ein schmaler, langer Garten mit Steigung kann ein Problem sein – oder ein ganz besonderes Gestaltungsmerkmal. Wer einen Hanggarten anlegen will, tut gut daran, sich Tipps bei einem Profi zu holen. Wir haben Jörg Lonsdorf besucht, der als "Gartenenthusiast" auf Gärten am Hang spezialisiert hat. 
Tipps für einen Hanggarten finden Sie übrigens auch oben im Video.

Hanggarten gestalten

 

Hanggarten gegen Erdrutsch sichern

Bei der Gartengestaltung muss die Hangsicherung immer an erster Stelle stehen! Dafür eignen sich je nach Gliederung unter anderem Trockenmauern, Palisaden oder Gabionen, um das Erdreich am Fuß des Gefälles zu stützen. Verfügt Ihr Hanggarten über eine starke Neigung, sollten in jedem Fall Betonfundamente den Stützelementen den nötigen Rückhalt geben. Bei leichten Gefällen genügt die Hangsicherung durch Pflanzenbewuchs, z. B. mit Bodendeckern. Eine vor dem Pflanzen ausgelegte Mulchfolie verhindert von Anfang an, dass Erdreich abrutscht, noch bevor sich die Pflanzen zu einer grünen Decke geschlossen haben, oder dass an den schwer zugänglichen Stellen unerwünschte Wildkräuter auftreten.

Gartengestaltung Hangbefestigung
Hangbefestigung

Hanggärten gelten als Problemzonen, doch mit der richtigen Hangbefestigung werden sie vielfältig nutzbar

 

Höhenunterschiede am Hanggarten nutzen – Gartenräume schaffen

Hanggärten besitzen naturgemäß eine lange Sichtachse nach oben, sie spannend zu gestalten, ist wohl die größte Herausforderung. Durch Gehölze, die sich wie Kulissen von links und rechts in die Mitte schieben, entstand eine räumliche Ausgewogenheit. Baumkronen schließen und öffnen sich hier und da über dem Besucher, die Beetkanten im Hanggarten vermeiden jede gerade Linie. So entstanden fließende, ineinander übergehende Gartenräume. Am Ende der langen Sichtachse wartet vielleicht eine Bank, ein Ruhepol nach einem facettenreichen Gartenspaziergang.

Eine geneigte Fläche lässt sich schlecht nutzen. Gartenmöbel stehen schief und wackelig, der Ball beim Spielen rollt immer weg, Rasenmähen wird zur kräftezehrenden Arbeit und selbst bloßes Spazieren strengt im Hanggarten unnötig an und erhöht die Gefahr von Stürzen.

Weist das Grundstück ein starkes Gefälle auf, sind auch bewusst angelegte Ausgleichsstufen und dezentrale Gartentreppen sinnvoll. Ab 7% Neigung in Laufrichtung empfiehlt es sich, Stufen einzufügen. Aber Achtung: Einzelne Stiegen in einem Weg sind Stolperfallen. Schematisch angeordnete Stufen wirken steif, dem Gelände angepasste Ausgleichsstufen dagegen natürlich und stellen ein gutes Mittel zur Gartengestaltung dar.

Wichtig ist das Verhältnis aus Stufenhöhe (Steigung S) und -tiefe (Auftritt A), das Steigungsmaß. Als Faustformel gilt: 2S + A = 63 cm. Weicht man zu weit von diesem Ideal ab, wird die Treppe schwergängig, man beginnt zu stolpern. Eine Treppe wird als bequem empfunden, gilt zusätzlich die Formel: A - S = 12 cm. Im Zweifelsfall: ausprobieren! Messen Sie Treppen nach, die Sie mühelos überwinden.

Achtung: Bei einer Terrassierung muss jede Terrasse für sich abgesichert werden. Dabei können Mauern & Co. gleichzeitig als reizvolle Sitz- oder Liegemöglichkeit dienen. Im Zuge der Terrassierung ihres Hanggartens entscheiden sich viele Gartenbesitzer auch für einen Steingarten. Er eignet sich für Flächen, die schwer zugänglich sind. Pflegeleichte Stauden, Gehölze, Wildhecken und Sträucher haben in Kombination mit Steinwällen, Kieseln und Findlingen ihren ganz eigenen wild-romantischen Charme.

 

Sonderfall: Senkgarten anstatt Hanggarten

Er ist in Privatgärten immer noch selten zu sehen, eine spannende Herausforderung für jeden Gärtner und doch überall da, wo man ihn findet, eine tolle Gartengestaltung: Der klassische Senkgarten umfasst einen meist rechteckigen Ausschnitt des Gesamtgartens und ist um einige Stufen tiefergelegt. Eine Natursteinmauer, die den Senkgarten auf allen vier Seiten einrahmt, stützt die bepflanzten Böschungen. Im Zentrum liegt ein Teich, ein blühendes Beet oder auch ein gepflasterter Platz mit einladenden Sitzplätzen. Der abgesenkte Garten ist ein Raum voller Kontraste zwischen der Strenge der rechteckigen Form und einer überquellenden Pflanzenfülle!

Ein Senkgarten bietet Wind- und Frostschutz, die einfassende Mauer und – wenn vorhanden – Terrassenplatten erwärmen sich und geben die gespeicherte Wärme zurück. Gut für die Pflanzen – und auch Menschen haben es so im Senkgarten äußerst behaglich! Erfunden wurde er in England, insbesondere, um Duftpflanzen und Raritäten einen wirkungsvollen Rahmen zu geben.

 

Senkgärten schaffen Weite

Der Senkgarten braucht nicht viel Platz, im Gegenteil er schafft Weite: Da er einen Höhenunterschied in den Garten bringt, lässt er sogar kleine Reihenhausgärten größer erscheinen. Außerdem entstehen durch die Böschungen zusätzliche Flächen für eine üppige Bepflanzung. Der Bau eines solchen Gartens muss allerdings sorgfältig geplant und ausgeführt werden, vor allem, damit das Erdreich rundum nicht abrutscht.
Das Video zeigt, wie Sie es sonst schaffen, dass ein kleiner Garten größer wirkt:

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Der Reiz eines Teiches auf der untersten Ebene des Senkgartens liegt insbesondere in seiner Spiegelwirkung: Er verdoppelt das bunte Bild der Blüten ringsum und lässt sich dazu mit Seerosen und anderen blühenden Wassergewächsen bepflanzen. Und im Herbst zeigt der Senkgarten seine Pracht, wenn sich am prominenten Platz die Blätter von einigen Gehölzen und Gräsern gelb, rot, braun oder orange verfärben und sich die Spätsommerpflanzen allmählich mit Herbstblühern vermählen: Ruhe und Geborgenheit strahlt der Garten dann aus. Er erlaubt, da er ja Wind und Kälte durch seine Lage abwehrt, sich dort auch an grauen und kühlen Tagen aufzuhalten und am Garten zu erfreuen.

Quelle & Fotos: BGL / www.mein-traumgarten.de / HALM / www.bodendecker-am-laufenden-meter.de

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