Gipsputz

Gips: Bester Wandputz für Heimwerker

Als Innenputz ist Gips kaum wegzudenken. Gipsputz trocknet schnell, bildet eine glatte Oberfläche und reguliert das Raumklima.

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Foto: sidm / Archiv

Gipsputz auftragen

Mit Gipsputz verputzte Innenwände überzeugen mit besonders ebenmäßig-glatten Oberflächen und guten raumklimatischen Bedingungen. Foto: VG ORTH MultiGips

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Alte, lockere Putzreste vorher entfernen, z. B. mit einem Elektrospachtel (Schutzbrille tragen). Dann grundieren.

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Um den Putz gleichmäßig abziehen zu können, setzt man Putzschienen oder Holzleisten in Putzstärke* an die Wand. Statt sie zu nageln, setzt man sie besser mit Mörtel an die Wand, so lassen sie sich ausrichten.

* Mindeststärke 5 mm, mittlere Putzstärke 10 mm. Sind mehr als 15 mm erforderlich, Putz durchtrocknen lassen, grundieren und zweite Lage aufbringen!

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Gipsputz auftragen

Den Gipsputz nach Herstellerangaben mit Wasser anrühren: Hier werden 30 kg Rotband-Gipsputz mit 20 kg (= Liter) Wasser vermengt.

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Den Putz mit einer Kelle aufziehen. Die Verarbeitungszeit einer Mischung beträgt etwa 1,5 Stunden.

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Mit einer Richtlatte oder einem glatten Brett ziehen Sie den Putz über die Putzleisten hinweg glatt ab.

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Hat der Putz leicht angezogen, reiben Sie mit einem Filz- oder Schwammbrett in kreisenden Bewegungen darüber und verdichten ihn, dann ggf. mit Glättkelle glätten.

Renovierungen und Sanierungen benötigen verschiedene Baustoffe. Sehr beliebt zum Verputzen von Wänden ist dabei Gips. Denn er vereint viele verschiedene Vorteile, die andere Putze nicht haben. Doch welche sind das? Wie lässt sich diese Putzart auftragen und was muss man beachten? In diesem Artikel erfahren Sie nicht nur alles Wissenswerte über den Baustoff, sondern wir zeigen in der Anleitung auch, wie Sie Gipsputz auftragen und verarbeiten.

Was ist Gipsputz?

Calciumsulfat nennt sich der Baustein, aus dem Gips entsteht. Gipsputz besteht aus mineralischem Mörtel (Baugips, Sand und Wasser) und weiteren Zuschlagstoffen wie z.B. Gesteinskörnungen. Seine erste Verwendung konnte man in Asien auf 9.000 bis 7.000 vor Christus datieren. Bereits in dieser Zeit wurde er für Wände verwendet. Kein Wunder: Denn eine herausragende Eigenschaft stellt seine Sorptionsfähigkeit dar. Im Gegensatz zu zementhaltigem Putz kann er so viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. In Innenräumen sorgt das dafür, dass er schneller trocknet und ein ausgeglichenes, wohngesundes Raumklima entsteht.

Ein Vorteil ist, dass diese Putze sehr vielseitig, einfach einsetzbar, ökologisch, kostengünstig, atmungsaktiv und dampfdiffusionsoffen ist. Zusätzlich sind sie geruchsarm und schadstofffrei. Damit sind sie auch für Allergiker gut geeignet. Als ideale Verbindung erweist sich die Kombination von Flächenheizsystemen und Gipsputz – sofern Sie über eine Wandheizung verfügen. Ansonsten freut man sich grundsätzlich über die glatten Oberflächen, die man erzielen kann Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, auf eine bereits mit Zementputz überzogene Rohbauwand eine Putzschicht aus Gips aufzuziehen. Als schwer entflammbarer Baustoff unterstützt er auch den Brandschutz.

Praxistipp: Für den Putz müssen Sie mit Kosten zwischen fünf bis zehn Euro pro Quadratmeter rechnen. Im Vergleich zu anderen Putzen ist er damit recht günstig.

Wofür kann man ihn verwenden?

Putz ist ein idealer Untergrund für Dekorputze, Tapeten, Farben, Fliesen und allen anderen gängigen Untergründen. Somit hält er auch auf Ziegel- und Kalksteinmauern, Beton, Trockenbauplatten oder Gipskarton. Da Gips wasserlöslich ist, darf der Putz nur im Innenbereich eingesetzt werden.

Unser Tipp: Die verschiedenen EInsatzgebiete finden Sie zusammengefasst auch in dem folgenden Video:

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Räume, die dauerhafter Feuchtigkeit ausgesetzt sind, sollte man nicht unbedingt damit verputzen. Das heißt aber nicht, dass er für Bad und häusliche Küchen gänzlich ungeeignet ist, es kommt auf den Feuchteanfall und die Belüftung an. Wirklich ungeeignet ist er für den Außenbereich und Nassräume wie Schwimmbäder oder Duschanlagen.

Was ist besser: Kalkputz oder Gipsputz?

Für das Verputzen wird auch Kalkputz verwendet. Doch welcher Putz ist besser? Das ist so nicht ganz einfach zu sagen, da es auf Ihr Anwendungsgebiet ankommt. Anders als Gips kann Kalk aber auch im Außenbereich angewendet werden. Daher ist hier die Entscheidung ganz leicht. In Innenräumen können beide Putzarten verwendet werden. Ein Vorteil von Kalkputz ist, dass er schimmelhemmend ist und so gut in Feuchträumen verwendet werden kann. Der Nachteil ist, dass Kalkputz deutlich teurer ist.

Wand mit Gips verputzen

Von Hand oder mit einer Maschine kann er aufgetragen werden. Gerade für große Flächen ist das Verarbeiten mit einer Maschine deutlich schneller. Wie bei Putz oder Farbe muss der Untergrund tragfähig, trocken, sauber, staub- und frostfrei sein. Und die Umgebungs- und Bauteiltemperatur sollte +5 °C nicht unterschreiten.

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Bei der Verarbeitung müssen Sie außerdem immer darauf achten, dass er nicht zu schnell trocknet, sonst entstehen Spannungen und Risse. Lüften Sie also oft, aber kurzfristig und setzen Sie keinesfalls Heiz- oder Entfeuchtungsgeräte ein, solange der Gipsputz nicht durchgetrocknet ist. Auch der Putzgrund muss trocken ausfallen, damit er nicht mürbe wird, sich anlöst, ausblüht und abbröckelt. Eine Grundierung ist übrigens nicht immer notwendig. Doch Grundierungen verbessern die Haftung des Putzes auf glatten und schwach saugenden Untergründen wie Beton oder auf porösen und stark saugenden Untergründen wie Porenbeton und Gipsplatten.

Sowohl feucht als auch trocken kann man Gipsputz filzen und dadurch glätten. Das ist zum Beispiel für ein anschließendes Tapezieren notwendig. Wichtig ist dabei immer, dass das Filzbrett feucht ist oder der Putz regelmäßig befeuchtet wird. Sie können den Putz auch mit einer Richtlatte oder einfach einem glatten Brett glattziehen. Mit entsprechendem Werkzeug können Sie eine strukturierte Innenwand erhalten.

Die Oberfläche können Sie ebenfalls mit Schleifpapier glatt bekommen. Dann muss die Wand trocken sein. Gerade für große Flächen ist es dann leichter, wenn Sie ein Schleifgerät verwenden. Beim Schleifen mit Schleifpapier müssen Sie auf die Körnung achten. Die Schleifpapierkörnung ist in Nummern und Farben unterteilt. Grobe Körnungen haben kleine Nummern, feine Körnungen haben große Nummern. So können Sie ein Schleifpapier mit einer Körnung von 80 oder weniger besonders gut für das Entfernen von Tapeten und Kleberesten oder für grobe Unebenheiten nutzen. Wenn es dann an die Feinarbeit und Endbearbeitung geht, nutzen Sie mittlere Körnungen (80-220) und feine Körnungen (220 und höher).

Wann kann ich die Wand streichen?

Damit Sie die Wand streichen oder tapezieren können, muss der Putz trocken sein. Dabei ist die Trocknung von Raumfeuchte, Raumtemperatur und Belüftung abhängig. Bei besonders günstigen Bedingungen (hohe Temperatur, niedrige Luftfeuchtigkeit) kann der Untergrund schon nach fünf bis zehn Tagen trocken sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Wand zehn bis 14 Tage trocken lassen. Denn dann ist die Oberfläche auch ohne Trockengeräte bereit für das Überstreichen oder Tapezieren.

Gebrauchsfertige Mischungen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Trockenmörtel mit genau definierten Eigenschaften, ob zum Verputzen von rohem Mauerwerk oder zum Verspachteln von Trockenbaufugen.

Gipsputz

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Dank ausgefeilter Dosieranlagen im Werk können Hersteller grammgenaue Mischungen produzieren, die man selbst auf der Baustelle kaum so hinbekommt. Fertige Trockenmörtel können Sie also je nach Erfordernissen auswählen und auf der Baustelle mit Wasser anmischen. Bei größeren Bauvorhaben werden gipshaltige Produkte fertig gemischt im Silo angeliefert. In diesem kostenlosen Download finden Sie alle wesentlichen Mischungsverhältnisse, eine Übersicht zu den technischen Eigenschaften von Gipsputz und weitere Informationen.

Wo kann man Gipsputz entsorgen?

Gipsputz ist ein beliebter und praktischer Baustoff. Gerade bei Sanierungen und Renovierungen stellt man sich dann aber die Frage, wie man den Putz entsorgen kann. Es ist so, dass Gips nicht fürs Recycling genutzt werden kann. Das liegt daran, dass er für die Wiederverwertung mehrfach zerkleinert und gesiebt werden muss. Und das ist sehr aufwändig. Daher muss er immer entsorgt werden. Wo und wie Sie Gipsputz entsorgen, kommt immer darauf an, wie viel Sie entsorgen möchten. Denn kleinere Mengen können einfach in der Restmülltonne entsorgt werden. Größere Mengen dürfen nur auf dem Recyclinghof entsorgt werden. Wirklich große Mengen, wie Sie zum Beispiel bei Sanierungs- Renovierungs- oder Abrissarbeiten anfallen, dürfen Sie nur in einem Container entsorgen. Diesen können Sie für einen bestimmten Zeitraum mieten. Ein Entsorgungsunternehmen kann dann den Container auch wieder abholen. Hierfür fallen natürlich Kosten an, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Ein Vergleich ist daher zu empfehlen. Um bei der Entsorgung Geld zu sparen, bringen Sie den Abfall am besten selbst zur Deponie.

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