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Geht auch ganz einfach:

Wand verputzen

In der Regel wird eine Wand nur einmal verputzt – beim Neubau! Haben Sie aber Schimmel im Bad, porösen Putz und teilweise lockere Fliesen, sollten Sie ebenfalls die Wand verputzen.

Machen Sie den Putz neu, besteht auch die Möglichkeit, Rohre und Leitungen auszutauschen und neu zu verlegen, beispielsweise um mehr Steckdosen zu erhalten oder die Sanitärobjekte an anderer Stelle platzieren zu können. Wie Sie eine Wand verputzen, zeigt diese Anleitung Schritt für Schritt.

 
 

Wand verputzen

Haben Sie die alten Fliesen mit Bohrhammer und Meißelaufsatz abgeschlagen, muss wieder ein glatter und tragfähiger Untergrund hergestellt werden. Um nach der Renovierung im Bad eine glatte Wand zu erhalten, benötigen Sie zunächst Putzlehren. Diese sorgen dafür, dass Sie den Putz glatt und lotrecht abziehen können. Dafür müssen Sie sie aber auch vorher exakt mit der Wasserwaage ausrichten.

Sind die Putzlehren in Position, wird die Wand grundiert und dann der Putz batzenweise an die Wand geworfen und aufgetragen, bis sich die Flächen zwischen den Putzlehren schließen. Mit einer Abziehlehre solange über den Putz hinwegfahren, bis eine ebene Fläche entsteht. Für die abschließende Arbeit eignet sich ein Filzbrett.

Verputzen
Putz auf Fliesen

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Wandputz-Arten für Bäder

  • Zement-/Kalkzementputz:
    Zementhaltige Putze empfehlen sich überall dort, wo Wasser hingelangt, denn reine Zementputze können druckwasserdicht ausgeführt werden und nehmen kaum Wasser auf. Einen fürs Raumklima positiven Feuchtigkeitsaustausch darf man also nicht erwarten. Zementputze sind prädestiniert für Feuchträume wie Bad und Keller, in hochwassergefährdeten Gebieten auch fürs gesamte Erdgeschoss – bei üblichen Gipsputzen treten hier sonst größere Schäden auf. Die Dichtheit von Zementputz geht übrigens mit einer hohen Druckfestigkeit einher. Das Material ist sehr starr und unelastisch und kann bei dauerhafter Vibration oder starkem Druck abreißen. Trockenmörtel enthalten deshalb oft Kunststoffzusätze, die sie elastischer machen und die die Haftzugfestigkeit erhöhen. Das gilt auch für Kalkzementputz, der durch die Beimischung von Kalk ohnehin etwas elastischer als reiner Zementputz und etwas weniger dampfdicht ausfällt.
    Übrigens: Seit Juni 2015 gelten zwar neue Normen (DIN 18550-1 und DIN 18550-2), die die DIN V 18550 ersetzt haben. Die alte Norm mit Einteilung in Putzmörtelgruppen P I bis P IV ist aber noch „gängige Praxis“, zumal sich Literatur bzw. Produktzulassungen auf sie beziehen. Zementputz gehört demnach zur Mörtelgruppe P III, Kalkzementputz zur Mörtelgruppe P II. Der vor allem in Wohnräumen eingesetzte Gipsputz gehört zur Gruppe P IV, die Gruppe P I umschließt Kalkmörtel (siehe unten).

  • Kalkputz:
    Kalkputz bietet Schimmelpilzen keinen Nährboden, kann Formaldehyd und Stickoxid abbauen und viel Feuchtigkeit aufnehmen. Darin übertrifft er sogar Gipsputz und sorgt so für ein sehr angenehmes Raumklima. Der Wasseraufnahmekoeffizient, die Druckfestigkeit und die Elastizität variieren aber, was mit der verwendeten Mörtelart zu tun hat. So bietet Luftkalkmörtel ein sehr hohes Porenvolumen mit hoher Wasseraufnahmefähigkeit. Ein solcher Putz ist sehr geschmeidig, elastisch und ergiebig. Rührt man jedoch nicht selbst an, sondern greift zu Trockenmörtel-Fertigmischungen, erhält man überwiegend keinen reinen Luftkalkmörtel, sondern Mörtel mit Kalkhydrat oder hydraulischem Kalk. Diese weisen ein geringeres Porenvolumen auf und bieten von daher auch eine geringere Wasseraufnahmefähigkeit. Dafür sind sie aber etwas fester und frostbeständiger und vor allem sind sie schneller ausgehärtet. Da reiner Luftkalkmörtel nur durch die Anlagerung von Kohlendioxid erhärtet, dauert der Prozess hier mitunter Jahre. Förderlich sind eine gute Belüftung und Temperaturen im normalen, mittleren Bereich. Eine zu schnelle Austrocknung kann die Haftung allerdings auch verringern.
    Hydraulische Kalkmörtel erhärten dagegen sogar unter Wasser, in jedem Fall aber schon nach wenigen Tagen. Ihre Festigkeit liegt im oberen Bereich, ihre Wasseraufnahmefähigkeit dafür nur im unteren Bereich. Die Verarbeitung ist jedoch einfacher und schneller als die von Luftkalkmörtel.
 

Wände im Bad abdichten und fliesen

Nun folgt die Abdichtung. Und zwar müssen Sie den Spritzwasserbereich an Wänden und am Boden mit Duschabdicht-Anstrichen behandeln. In Ecken und rund um Rohre wird noch spezielles Abdichtband eingebettet. Man erhält diese Produkte im Set (hier Knauf Duschdicht-Set, ca. 37 Euro) oder einzeln (10 m Knauf Flächendichtband ca. 39 Euro, 5 kg Flächendicht ca. 30 Euro). Nun können die Fliesen verlegt werden. Interessant in unserem Fall: Wir verwendeten schnell abbindenden Kleber und Mörtel, der jeweils schon nach etwa drei Stunden trocken ist (Knauf Turbo Flexkleber, 20 kg ca. 30 Euro, Knauf Flexfuge schnell, 5 kg rund 12 Euro). Entsprechend schnell kann man weiterarbeiten.

Fotos: sidm / Archiv

Quelle: selbst ist der Mann

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