Fertigparkett-Test

Neun Sorten Fertigparkett in Buche-Schiffsboden-Ausführung haben wir zusammen mit der LGA/TÜV Rheinland näher unter die Lupe genommen – sowohl preiswertes Parkett aus dem Baumarkt als auch teurere Markenprodukte mussten in unserem Fertigparkett-Test antreten.

Die größten Unterschiede der geprüften Holzböden liegen allerdings nicht bei der Oberflächengüte, sondern bei der Verlegung und der Elementgröße: So weisen sämtliche Handelswarenprodukte aus dem Baumarkt eine kürzere Gesamtlänge auf als die Markenware, die teilweise ebenfalls im Baumarkt, oft aber nur im Parketthandel erhältlich ist.

Fertigparkett-Test

Das hat Vor- und Nachteile: Mit längeren Elementen erzielt man einen schnelleren Verlegefortschritt, dafür dürfen sie aber keinerlei Verzug aufweisen und müssen stets eine intakte Nut- und Federverbindung haben, doch schon kleine Transportschäden oder die falsche Lagerung (schräg an der Wand stehend) führen dazu, dass lange Elemente deutlich schwerer ineinander greifen als kurze. Hinzu kommt die Transportkapazität. Die Markenprodukte sind allesamt mindestens 2,20 m lang, eine entsprechende Ladefläche muss also vorhanden sein, wenn man auf eine Anlieferung verzichten will.

 

Fertigparkett-Test: Klicksysteme im Vergleich

Unter anderem testeten wir ein Parkett von Tarkett. Bislang bietet die Firma Böden mit zwei Klicksystemen an: Ultraloc fürs waagerechte Zusammenfügen, T-Lock zum schrägen Klicken – hier im Test.

Ab April 2009 gibt es ein neues Verriegelungssystem (Lizenz Välinge 5G), dessen Produktbezeichnung Tarkett 2-lock lautet. Hierbei verhindert ein flexibles Verriegelungselement an den Stirnseiten (Kunststofffeder in der Nut) das vertikale Lösen – ähnlich wie bei den Parkettelementen von Haro (Top Connect), Max Bahr und Terhürne. Damit ist die im Fachjargon als „Fold-down“-Verriegelung bezeichnete Technik möglich, bei der eine Verriegelung durch Herabschwenken der Paneele nach Ansetzen an der Längsseite stattfindet und Stirn- und Längsseiten dann direkt ineinandegreifen. Werkzeug wird hierbei außer für den Zuschnitt nicht benötigt.

Gleiches gilt allerdings auch für die Parador-Klickverbindung – ohne eingearbeitete Kunststofffeder. Die Kunststofffeder hat übrigens einen Nachteil: Sollte man die Elemente einmal lösen wollen, gelingt dies nicht durch Aushebeln, sondern nur durch Schieben – und das ist recht mühselig.

 

So haben wir getestet

  • Fertigparkett-TestStirn-/Längskantenversatz: Stirn- und Längskanten werden auf einem verlegten Parkettabschnitt genau geprüft – wie groß ist der Versatz, wie eben der Boden?
  • Stoßprüfung: Bei der Stoßprüfung fällt ein derselbe Gegenstand aus gleicher Höhe auf die Böden. Wie tief und groß sind die Schäden?
  • Kratzer durch Möbelfüße: Ein Möbelfuß fährt mit ca. 30 kg belastet längs über die Parkettfläche, so als ob Sie beispielsweise einen Tisch verrücken. Die zurückbleibenden Schäden werden genau vermessen und notiert. Vor allem der OBI-Boden hat hier Defizite.
  • Mikroverkratzung: Genormte Schleifpads werden auf die Rotationsteller gespannt. Mit rotierenden Schleiftellern wird die Mikroverkratzung getestet. Hierbei schnitten alle Parkettböden sehr gut ab.
  • Abriebsprüfung: Auch der Abrieb spielt eine Rolle. Böden, die bei der Stoßprüfung sehr gut waren, schnitten hier schlechter ab – und umgekehrt.
 

Testergebnis: Gute Noten für Fertigparkett

Erstaunt kann man über das gute Abschneiden des Praktiker-Parketts sein: Für rund 22 Euro/qm erhält man einen Holzboden, der in der technischen Prüfung fast ausschließlich sehr gut abschnitt. Selbst wenn man die fehlende Garantieangabe mit mehr Punktabzug versehen würde, kann man dem Boden hinsichtlich seiner Oberflächengüte eben nichts vorwerfen.

Die Frage ist nur, inwieweit dieses Parkett in derselben Qualität weiter im Handel erhältlich sein wird. Baumärkte neigen dazu, die Hersteller ihrer Böden je nach Angebot auch einmal zu wechseln.

Markenhersteller versprechen mit ihren durchweg längeren (oder überhaupt gegebenen) Garantien eine kontinuierliche Qualität – allerdings zu Preisen, die teilweise mehr als 20 Euro/qm über der Baumarktware liegen.

Einen Unterschied hinsichtlich der Oberfläche gibt es jedoch beim Parkett von OBI. Dieser Boden hat nur eine Nutzschicht von ca. 2 mm. Damit ist seine Gesamtstärke zwar auch geringer als die der anderen Böden – was bei Renovierungen von Bedeutung sein kann. Eine Überarbeitung des Bodens mittels Schleifmaschine dürfte sich aber schwieriger gestalten: Die 2 mm sind schnell weggeschliffen.

Fußboden
 

Fertigparkett verlegen

Fertigparkett ist dank Klickmechanismus schnell verlegt: Wir zeigen, wie es geht

 

Fertigparkett-Test herunterladen

Umfang: 1 Seiten
kostenlos!
PDF herunterladen »

Fazit: Natürlich gibt es einen Testsieger, aber insgesamt weisen alle getesteten Parkettböden in der technischen Prüfung gute bis sehr gute Eigenschaften auf – und sind für den privaten Bereich bestens geeignet. Unterschiede finden sich vor allem rund um die Verlegung. Die detaillierten Einzel-Ergebnisse aller neun getesteten Fertigparkett-Sorten haben wir in unserer übersichtlichen Praxistest-Tabelle für Sie zum direkten Vergleich der Produkte zusammengefasst.

Fotos: sidm / Archiv

Quelle: selbst ist der Mann 5 / 2009

Beliebte Inhalte & Beiträge
Copyright 2018 selbst.de. All rights reserved.