Wildobst

Leckere Früchte finden sich längst nicht nur im Obstgarten. Doch viel Wildobst gilt im Volksmund als giftig – dabei sind viele Wildobst-Sorten nach der richtigen Erntezeit und Zubereitung durchaus zum Verzehr geeignet. Vor allem für Konfitüren und Gelees eignen sich die Wildfrüchte besonders gut.

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Prunus Spinosa

Wildobst: Schlehen

Wer die weißbereiften dunkelblauen Beeren von Prunus spinosa vor dem Frost kostet, dem zieht sich im Mund alles zusammen: Die hübschen Früchte enthalten Gerbstoffe, die erst durch Minusgrade abgebaut werden, notfalls auch im Gefrierfach. Roh sollte man die Beeren ohnehin nicht verzehren, da sie zwar als ungiftig eingestuft werden, in größeren Mengen aber Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Dafür ergeben sie die köstlichsten Liköre, Fruchtweine und Konfitüren.

Berberis vulgaris

Wildobst: Berberitze

Der Name „Sauerdorn“ beschreibt treffend zwei wesentliche Merkmale der Berberitze (Berberis vulgaris). Die kleinen roten, sehr Vitamin-C-haltigen Beeren können ab Oktober geerntet werden. Im Gegensatz zu den Trieben und Blättern der Pflanze sind sie nahezu frei von Berberin, das der Pflanze ihre Einstufung als „schwach giftig“ bescherte. Lecker schmecken die angenehm säuerlichen Beeren in Form von Konfitüre, getrocknet im Müsli oder – wie etwa im Iran üblich – im Reis.

Sorbus aucuparia

Wildobst: Eberesche

Sorbus aucuparia lautet der lateinische Name der berühmt-berüchtigten Vogelbeere. Die Gefahr, dass Kinder die ohnehin nur schwach giftigen rohen Beeren verzehren, ist allerdings gering – sie schmecken extrem bitter. Nach den ersten Frösten geerntet lassen sich jedoch leckere Konfitüren und Liköre aus ihnen zaubern. Ein Tipp für den Hausgarten ist die Sorte ‚Edulis‘: Die auch als „Essbare Eberesche“ angebotene Züchtung bringt sehr große, weniger gerbstoffhaltige Beeren hervor.

Rosa gallica

Wildobst: Wildrosen

Essig-Rose (Rosa gallica), Hunds-Rose (Rosa canina) und Co. sind robust, attraktiv und tragen nach der Blüte eine Vielzahl roter Hagebutten. Diese können sogar pur gegessen werden, wobei sie umso süßer schmecken, je später im Jahr man sie pflückt – sie sollten in jedem Fall schon ein wenig weich sein. Zur Verarbeitung entfernt man die Kelchreste und Stielansätze und kratzt die Samen samt der feinen Härchen heraus, die bei Kindern früher als Juckpulver beliebt waren.

Ob Kornelkirschen (Cornus mas) oder Sanddorn (Hippophae rhamnoides), eine ganze Reihe Wildobst schmückt sich Jahr für Jahr nicht nur mit attraktiven Blüten und Blättern, sondern auch mit vitaminreichen Beeren – und so mancher Vogel wundert sich insgeheim, dass die Menschen so achtlos daran vorübergehen. Nun, viele Arten der Wildfrüchte stehen schlicht im Ruf, für Menschen giftig zu sein. Das stimmt oft jedoch nur bedingt: Vogelbeeren beispielsweise enthalten zwar Stoffe, die beim Verzehr der rohen Beeren Übelkeit verursachen können, beim Kochen werden sie aber abgebaut – und damit sind die Früchte für köstliche Konfitüren und Gelees, süßen Kompott oder Liköre geradezu prädestiniert.

Wildobst-Sorten: Unbekannte Köstlichkeiten

Die Apfelbeere (Aronia melanocarpa), eine interessante Köstlichkeit im herbstlichen Garten, ist in unseren Breiten noch recht unbekannt. Sie stammt ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas und gedeiht dort auf feuchten und sauren Standorten, kommt aber mit trockeneren Standorten auch zurecht. Die Apfelbeere gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und kann als Busch zwischen 2 bis 3 m hoch werden. Ab Mai erscheinen 1-1,5 cm große, cremeweiß bis blassrosa gefärbte Blüten: Bis zu 20 Einzelblüten sind zu beeindruckenden, doldenartigen Blütenständen zusammengefasst. Je nach Fruchtstand reifen etwa 15 erbsengroße, schwarze Früchte, die ab Mitte August bis Oktober geerntet werden können. Die rote Herbstfärbung des Laubes ist neben Blüten und Früchten ein weiterer Pluspunkt für die Apfelbeere. Achtung: Ihre Früchte sind (wie z. B. auch Holunderbeeren) zum Rohverzehr nicht geeignet.

Die interessantesten Fakten über Blaubeeren sehen Sie im Video:

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Wildfrüchte konservieren

Noch eine Konservierungsmethode mehr bietet sich für die ebenfalls im Spätsommer und Herbst heranreifenden Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren und Preiselbeeren an: Sie lassen sich problemlos einfrieren, um später Kuchen und Torten zu krönen.
Praxistipp: Legen Sie die Früchte zunächst einzeln auf ein Blech oder ein Kunststoffbrettchen und lassen Sie sie kurz im Gefrierfach anfrosten. Danach können Sie sie in Tüten füllen, ohne dass sie zusammenkleben und ihre Form verlieren.

Das folgende Video zeigt – exemplarisch an Zwetschgen –, wie man Obst einfriert und haltbar macht. Pflaumen einfrieren ist ganz eifach – sehen Sie selbst:

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Fotos: Fotolia

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