Wasserwaagen-Test 2023

16 Messgeräte im Vergleich

Aus selbst ist der Mann 6/2023

Unser Wasserwaagen-Test mit der VPA Remscheid zeigt, dass auch preiswerte Wasserwaagen genau arbeiten – Markenmodelle bieten allerdings clevere Zusatzfunktionen.

Welche Wasserwaage konnte überzeugen?
Welche Wasserwaage konnte überzeugen? Foto: sidm / MMM
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Die Preisspanne bei klassischen Wasserwaagen ist erstaunlich groß – für unseren Wasserwaagen-Vergleich der weit verbreiteten Modelle mit einer Länge von 80 Zentimetern reichte sie von unter 10 Euro bis über 70 Euro. Dabei bieten die teuren Wasserwaagen im Test zwar nicht mehr Genauigkeit, dafür aber unter anderem die Möglichkeit der sogenannten Überschlagsmessung. Dabei kann die Wasserwaage nicht nur mit der oben liegenden Libelle verwendet werden, sondern auch „über Kopf“ mit unten liegender Libelle – eine deutliche Erleichterung zum Beispiel beim Nivellieren von Tür- und Fensterstürzen oder abgehängten Decken.

Im Test sind 16 Messgeräte der Marken Circum, Maurerlob (Hornbach) Sola, Stabila, Stanley, Stier, Topex und 4K5 angetreten. Das Ergebnis des Vergleichs war überwiegend positiv. So konnte ein Modell die Bestnote "sehr gut" erreichen. Immerhin 11 Modelle erhielten von unseren Testern ein "gut". Zwei Wasserwaagen überzeugten mit einer "befriedigenden" Leistung. Ein Messgerät war nur "ausreichend" und eins fiel mit "mangelhaft" sogar durch.

Ob gefräste Auflageflächen einen Vorteil bei der Handhabung bieten, blieb im Test offen. Tatsächlich sind auch Wasserwaagen mit rundum lackiertem Profil für übliche Messungen hinreichend plan – auch wenn einige Produkte auf einem massiven Maschinentisch minimal kippelten (in Längsrichtung des Profils) oder (quer zum Profil) wackelten. Schwächen zeigten einige der Wasserwaagen beim Falltest, dem eine Abkühlung der Produkte auf –20 °C vorausging – simuliert wird damit ein Fallenlassen auf einer Winterbaustelle. Bei einer Wasserwaage war sogar die Einfassung der Libelle beschädigt – womit die Messgenauigkeit der Wasserwaage in Frage steht – das Produkt wurde deshalb abgewertet.

Wasserwaage: Was ist das?

Eine Wasserwaage ist ein Messgerät. Sie besteht hauptsächlich aus einer breiten Leiste mit zwei kleinen Anzeigen. Die Anzeigen nennen sich Libelle und helfen dabei, Bilder und Co. vertikal oder horizontal gerade aufzuhängen. Aber wann ist es gerade? Ob das aufgehangene Regal gerade hängt, erkennt man an der Libelle. Sie besteht aus einem kleinen Röhrchen, welches mit Flüssigkeit gefüllt ist und eine Luftblase beinhaltet. Das Röhrchen hat zwei Striche als Markierung. Befindet sich die Luftblase zwischen diesen Strichen, ist es gerade.
Praxistipp: Warum Libelle? Das Wort Libelle kommt aus dem lateinischen. „Libella“ bedeutet kleine Waage.

Und wie nennt man Wasserwaage noch? Die Wasserwaage ist ein praktisches Werkzeug und wird von Profis und Heimwerkern gleichermaßen benutzt. Dabei ist das Messgerät auch als Richtwaage oder Maurerwaage bekannt.

Welche Wasserwaage ist die beste?

Wer eine Wasserwaage möchte, möchte auch, dass sie richtig funktioniert. Doch wie genau messen Wasserwaagen? Kann man danach wirklich alles gerade aufhängen? Uns sind im Test diese Vor- und Nachteile begegnet.

Positiv aufgefallen im Wasserwaagen-Test

  • Die Ablesbarkeit der Libellen ist in aller Regel gut, meist gilt dies auch bei schlechterer Beleuchtung oder einem ungünstigen Ablesewinkel.
  • Praktisch: Einige Produkte bieten Eingriffe im Profil.

Negativ aufgefallen im Wasserwaagen-Test

  • Bei manchen Modellen löste sich beim Falltest eine oder beide Endkappen, ließen sich aber wieder montieren – die Funktion ist also weiterhin gegeben.
  • Teilweise kann der Profilsteg die Ablesung der Libelle behindern.

Wasserwaage kaufen: Worauf achten?

Wenn Sie sich dann im Baumarkt befinden und sich nicht für eine Wasserwaage entscheiden können, kann Ihnen unser Vergleich ein bisschen Orientierung geben. Gleichzeitig können Ihnen auch die folgenden 5 Punkte dabei helfen die beste Wasserwaage zu finden.

  • Ablesbarkeit: Wir haben überprüft, ob die Libellen auch von der Seite und bei wenig Licht noch gut ablesbar sind.
  • Genauigkeit: Bei der VPA wurde die Messgenauigkeit der Libellen ermittelt – sie lag stets im vom Anbieter auf dem Produkt angegebenen Bereich.
  • Auflageflächen: Wir haben überprüft, ob die Profile vollflächig auf einer exakt ebenen Fläche aufliegen – einige Wasserwaagen kippeln dabei geringfügig. Das beeinträchtigt zwar nicht die Genauigkeit, ist aber ein Hinweis auf die Sorgfalt der Verarbeitung.
  • Stabilität: Alle Wasserwaagen mussten einen Falltest überstehen – dabei lösten sich bei einigen Modellen die Endkappen, ein Produkt von Stier wurde sogar beschädigt.
  • Kennzeichnung: Unbekanntere (Eigen-) Marken sollten neben dem Markennamen auch eine Adresse auf dem Produkt angeben, außerdem sollte die Genauigkeit auf einer Wasserwaage angegeben sein.

Im Wasserwaagen-Test sind 16 Modelle angetreten. Die Testergebnisse stellen wir Ihnen weiter unten als PDF-Download zur Verfügung. Einige der Wasserwaagen aus dem Vergleich stellen wir Ihnen aber bereits hier vor:

Hersteller: 4K5 TRI 80
Gewicht (g): 62
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 60 x 26
Fazit: Sehr präzise, Profil minimal uneben, sehr stabile Konstruktion

Hersteller: Sola Red 3, 80cm
Gewicht (g): 78
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 58 x 28
Fazit: Sehr präzise, praktischer Rutsch-Stopper, sehr stabil

Hersteller: Sola Big X3, 80cm
Gewicht (g): 56
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 52 x 25
Fazit: Sehr präzise, sehr stabil

Hersteller: Sola AZM, 80cm
Gewicht (g): 74
Außenmaße (L x H x B, mm): 808 x 50 x 24
Fazit: Sehr präzise, Profil minimal uneben, sehr stabil

Hersteller: Stabila Wasserwaage Type 70-2
Gewicht (g): 42
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 48 x 20
Fazit: Sehr präzise, Profil minimal uneben, sehr stabile Konstruktion

Hersteller: Stabila Wasserwaage Type 80 AS-2
Gewicht (g): 62
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 50 x25
Fazit: Sehr präzise, Profil minimal uneben, sehr stabil

Hersteller: Stabila Wasserwaage 196-2
Gewicht (g): 83
Außenmaße (L x H x B, mm): 811 x 28 x 29
Fazit: Sehr präzise, praktischer Rutschstopp, sehr stabil

Hersteller: Stanley STHT1-43104
Gewicht (g): 46
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 48 x 24
Fazit: Sehr präzise, Profil minimal uneben, sehr stabil

Hersteller: Stanley STHT1-43112
Gewicht (g): 43
Außenmaße (L x H x B, mm): 800 x 49 x 23
Fazit: Sehr präzise, sehr stabil

Aktuellen Wasserwaagen-Test herunterladen

Wenn man eine Wasserwaage kaufen möchte, soll sie auch genau messen können.

Wasserwaagen-Test 2023

Umfang: 6 Seiten - kostenlos!

PDF herunterladen >> (1.33 MB)

Bei den meisten Modellen war das auch der Fall. Doch nicht alle Modelle können die beste Wasserwaage sein. Nur eine kann unser Testsieger oder der Preis-Leistungs-Sieger werden. Welche Wasserwaage den Titel "beste Wasserwaage" letztendlich erhalten hat, zeigt unsere ausführliche Tabelle mit den detaillierten Ergebnissen zum aktuellen Wasserwaage Vergleich. Diese finden Sie hier als Download >>

Wer hat die Wasserwaage erfunden?

Über die Entstehung der Wasserwaage weiß man nicht viel. Bereits im alten Ägypten wurde aber wohl schon Wasser benutzt, um gerade Flächen auszuheben. Doch erst 1661 wurde die Wasserwaage von Melchisédech Thévenot das erste Mal erwähnt und beschrieben. Dadurch wird dieses Jahr als das Geburtsjahr der Wasserwaage bezeichnet. Zu dieser Zeit war die Handhabung allerdings noch recht komplex, die erste handliche Wasserwaage gab es etwa Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie bestand aus Holz und war nur ca. 20-30 cm lang.

Wie funktioniert eine Wasserwaage?

Wenn man erklären möchte, wie eine Wasserwaage funktioniert, muss man zwischen digitalen Wasserwaagen und analogen Wasserwaagen unterscheiden. Wir erklären hier nur, wie analoge Wasserwaagen funktionieren. Die bereits häufig erwähnte Libelle ist das Herzstück der Wasserwaage. Bei einer Messung gibt sie an, ob eine Fläche gerade ist oder ob ein Bild gerade hängt. Die Libelle sitzt in einem Holzkörper (meist Acryl), der mit einer gelb-grünen Flüssigkeit gefüllt ist. In dieser Flüssigkeit ist auch eine Luftblase, die nur in zwei Richtungen pendeln kann. Die Mitte der Libelle wird durch zwei Striche gekennzeichnet. Befindet sich die Luftblase genau in der Mitte, ist die Fläche gerade.

Wie benutze ich die Wasserwaage?

Als geübter Heimwerker weiß man eigentlich, wie man eine Wasserwaage richtig benutzt. Aber man lernt nie aus. Um eine Fläche zu messen, legen Sie die Wasserwaage auf die Messfläche. Dabei überprüfen Sie, ob sie wirklich plan aufliegt. Denn schon ein kleiner Stein kann das Ergebnis ungenau machen. Außerdem sollten Sie beim Anlegen darauf achten, dass die Wasserwaage in der Mitte des Gegenstands aufliegt. Das Ende sollte niemals über die Kante herausragen.

Tipp
Einige Wasserwaagen weisen keine exakt plane Messfläche auf und wackeln – darunter leidet die Genauigkeit.

Praxistipp: Viele wissen nicht, dass man bei manchen Modellen nicht beide Seiten zum Anlegen verwendet. Für ein besseres Ablesen sollte die Libelle immer oben sein.

Wasserwaage: Worauf muss man bei der Libelle achten?

Bei schlechten Wasserwaagen kann sich bei niedrigen Temperaturen und unsanfter Behandlung die Luftblase in der Libelle teilen – dann ist die Ablesung zunächst nicht mehr möglich. Das Problem stellt sich immerhin bei Erwärmung des Produkts zurück und wurde im Test nicht negativ bewertet. Sollen öfter Nivellierarbeiten mit leichtem Gefälle vorgenommen werden – etwa bei Pflasterarbeiten oder dem Anlegen von Terrassen – sind zusätzlich dafür vorgesehene Markierungen an der Libelle praktisch. Das für den Wasserablauf gängige Gefälle von 2 Grad wird dann mit einem zweiten Markierring angezeigt – das bieten einige Produkte. Libellen in 45-Grad-Neigung werden dagegen eher selten wirklich benötigt.

Wie kontrolliert man eine Wasserwaage auf Genauigkeit?

Beim Kauf einer Wasserwaage können Sie wenig falsch machen: Die Genauigkeit der Produkte im Test liegt durchweg über dem vom Anbieter angegebenen Wert – meist sogar sehr deutlich darüber. Oft ist es auch so, dass einige Wasserwaagen nicht auf einer exakt planen Messfläche aufliegen und wackeln – darunter leidet eine genaue Messung.

Wenn Sie sich aber sicher sind, dass die Wasserwaage plan aufliegt, können Sie die Messgenauigkeit selbst überprüfen. Hierfür können Sie einfach der Anleitung folgen. Vorher ist es nur wichtig, dass Sie wissen, dass man die horizontale und vertikale Genauigkeit prüfen kann.

Horizontale Genauigkeit kontrollieren

Um die horizontale Genauigkeit zu überprüfen, legen Sie die Wasserwaage auf einen Tisch. Dafür muss dieser aber nicht gerade sein. Mit einem Bleistift können Sie dann die Referenzlinie entlang der Messfläche markieren. Dabei verändern Sie nicht die Position der Wasserwaage. Nun drehen Sie das Messgerät um 180° um ihre eigene Achse und setzen Sie an die Referenzlinie an. Wenn die Libelle nun an der gleichen Position wie vorher ist, ist die Wasserwaage genau.

Vertikale Genauigkeit überprüfen

  1. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Messung Ihrer Wasserwaage ungenau ist, können Sie auch die vertikale Libelle kontrollieren.
  2. Richten Sie zuerst die Wasserwaage an einer Wand in der vertikalen Position (Libellenblasse mittig) aus.
  3. Dann markieren Sie auch hier die Referenzlinie entlang der Messfläche. Verändern Sie dabei nicht die Position.
  4. Nun drehen Sie die Wasserwaage um 180° um die eigene Achse und legen die Wasserwaage an die Referenzlinie an.
  5. Befindet sich die Libellenblase immer noch mittig, ist die Wasserwaage in Ordnung.

Praxistipp: Zwei Markenanbieter im Test garantieren in der Regel Genauigkeiten von 0,5 Millimeter Abweichung pro Meter, was einer Winkelabweichung von 0,03 Grad entspricht. Tatsächlich gemessen wurde von der VPA bei den beiden besten Produkten im Test eine sehr viel geringere Abweichung von unter 0,03 Millimeter pro Meter. Für übliche Nivellierarbeiten im Montage- und Baubereich sind Messgenauigkeiten bis ein Millimeter pro Meter durchaus akzeptabel – im Test lag der schlechteste Wert bei unter 0,6 mm/m.

Neben analogen Wasserwaagen gibt es auch digitale Wasserwaage. Aber sind diese genauer als analoge Wasserwaagen? Die Genauigkeit bei digitalen Wasserwaagen (oder auch elektronischen Wasserwaagen) wird durch den Grad der Abweichung ermittelt. Da die meisten elektronischen Wasserwaagen eine Abweichung von etwa 0,05 Grad zeigen, sind sie schon sehr genau. Dadurch können Messflächen auch besonders genau ausgemessen werden. Trotz der geringen Abweichung wird der Grad der Genauigkeit bei einigen Herstellern aus dem Vergleich noch geringer angegeben.

Praxistipp: Es gibt auch Laser-Wasserwaagen. Diese können mit einem Laser den genauen Abstand messen. Den Strahl des Lasers kann man bei einer Laser-Wasserwaage sogar meistens gut erkennen.

Wasserwaage: Wie lang?

Aber wie lang sollte eine Wasserwaage sein? Für den Hausgebrauch reicht eine Wasserwaage mit einer Länge von 60 cm meist vollkommen aus. Es gibt Wasserwaagen aber natürlich auch kleiner oder noch länger.

Für den Heimwerker sollte eine Wasserwaage aber nicht kürzer sein als 40 cm. Maurer haben teilweise sogar Wasserwaagen mit einer Länge von 200 cm. Das ist für die meisten Heimwerker aber doch eher unpraktisch. In unserem Test waren die Wasserwaagen etwa 80cm lang.

Was kostet eine Wasserwaage?

In unserem Vergleich kosteten die Wasserwaagen zwischen 7 Euro und 76 Euro. Das ist ein ganz schön großer Unterschied! In unserem Test schnitten die meisten Modelle auch im Preis-Leistungs-Verhältnis gut ab. Doch besonders die günstigeren Wasserwaagen konnten unsere Tester nicht immer restlos überzeugen. Wichtig ist, dass Sie sich für eine Wasserwaage entscheiden, die Ihren Anforderungen gerecht wird. Deswegen sollten Sie sich vor einem Kauf überlegen, wie lang die Wasserwaage sein soll und welche besonderen Funktionen sie aufweisen soll.

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