Ortungsgeräte im Test

Ortungsgeräte Praxistest

Gemeinsam mit dem TÜV Rheinland haben wir 11 Ortungsgeräte auf Messzuverlässigkeit, Sicherheit, Ergonomie und Materialgüte geprüft. Alle Ortungsgeräte im Test sind für Heimwerker
ausgelegt und kosten zwischen rund 17 und 100 Euro. Fazit unseres Tests von Leitungssuchgeräten: Kupferrohre finden fast alle Detektoren, Stromkabel, Armierungen oder Verbundrohe dagegen nur wenige.

Digitale Ortungsgeräte kaufen

Ortungsgeräte sollen vor unliebsamen Überraschungen beim Bohren schützen und bei der Suche nach Befestigungspunkten helfen. Die meisten Probleme bereiten den Leitungssuchgeräten im Test aber ausgerechnet elektrische Leitungen! Eine krasse Fehlmessung – die in der Praxis fast unvermeidlich zu einem Anbohren der Leitung führen würde – mit entsprechendem Veletzungsrisiko für den Heimwerker. Gute Ortungsgeräte können aber immerhin den Verlauf von Wasserleitungen und Metallarmierungen recht präzise anzeigen. Daher vergaben die Prüfer auch fünfmal die Gesamtnote "gut", je drei Ortungsgeräte bewerteten sie mit "befriedigend" und "ausreichend".

  • Elektroleitungen werden generell nicht sicher erkannt
  • Wasserleitungen hingegen werden meist auch von preiswerten Geräten geortet
  • Einige Ortungsgeräte lieferten keine sinnvollen Ergebnisse auf Putz
 

Kaufempfehlung

Ortungsgeräte im Test
Für unseren Test haben wir Musterwände mit typischen Materialien der Hausinstallation gebaut, um die Geräte unter kontrollierbaren Bedingungen ausprobieren zu können. © sidm
 

Wie wurde getestet?

  • Handhabung: Wie gut kann das Gerät an der Wand geführt und abgelesen werden? Ist die Bedienung einfach?
  • Anleitung: Werden die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Ortung gut erklärt? Eine gute Anleitung sollte ohne aufwendiges Blättern schnell helfen, Einzelfragen bei der Bedienung zu klären. Schrift und Bild sollten beieinander stehen und groß genug gedruckt sein.
  • Aufschriften: Der TÜV Rheinland hat kontrolliert, ob die Geräte mit den vorgeschriebenen Angaben versehen sind. Erstaunlicherweise haben hier viele Hersteller ihre Hausaufgaben aus den Normenvorgaben nicht erledigt.
  • Praktische Messungen: An speziell für diesen Test gebauten Musterwänden haben wir die Genauigkeit der Ortung ausprobiert und verglichen. In einer präparierten Gipskartonwand konnten Ständerwerk aus Holz und Metall, Rohre aus Kupfer, Stahl und Verbundwerkstoff (Aluminium/Kunststoff) und eine angeschlossene Elektroleitung gefunden werden. In einer verputzten Wand aus Porenbeton waren eine Metallarmierung, Rohre aus Kupfer und Verbundwerkstoff und eine angeschlossene Elektroleitung eingebaut. Rohre und Leitungen verliefen jeweils immer tiefer unter der Oberfläche, so dass im Test genau ausprobiert werden konnte, wie weit die Geräte das Material noch aufspüren können.
  • Materialerkennung: Keines der Geräte konnte die Materialunterschiede erkennen. Holz- und Metallständerwerk wurden nicht unterschieden.
Diese Marken haben wir getestet:
  • Black & Decker
  • Bosch
  • Burg Wächter
  • KWB
  • Laserliner
  • Max Bahr
  • Skil
  • Stanley
 

Aktuellen Leitungssuchgeräte-Test herunterladen

Die detaillierten Einzel-Ergebnisse aller 11 getesteten Ortungsgeräte haben wir in unserer übersichtlichen Praxistests-Tabelle für Sie zum direkten Vergleich der Produkte zusammengefasst.

Umfang: 6 Seiten
kostenlos!
PDF herunterladen »

 

Wie funktioniert ein Ortungsgerät?

Handliche Detektoren spüren Elektroleitungen und Rohre in der Wand auf – mit elektromagnetischen Feldern. Lesen Sie, wie ein Ortungsgerät im Inneren funktioniert.

Ortungsgeräte im Test

Mehrere auf einem Ferritkern sitzende Spulen A erzeugen und erkennen magnetische Felder, sie werden mit einer Elektronik C ausgewertet – die Ergebnisse sind auf einer Anzeige B sichtbar. Die Steuerung erfolgt über Schalter E, die optische Anzeige wird durch Signaltöne aus einem Piezosummer D unterstützt. Die für den Betrieb notwendige Energie liefert eine Batterie F. © sidm

Ortungsgeräte können zum Beispiel Rohre und elektrische Leitungen in Wänden aufspüren. Preiswerte Heimwerkergeräte nutzen dafür eine Ferritspule als Peilantenne und werten bei unter Spannung stehenden Elektroleitungen die durch sie verursachte elektromagnetische Induktion aus. Die meisten Detektoren erzeugen außerdem ein Magnetfeld geringer Stärke – mit der Ferritantenne als Empfänger kann damit auf in der Wand befindliche Metallrohre geschlossen werden.

Wird alternativ mit einem Kondensator ein elektrisches Feld erzeugt, so kann auch auf die Dichte eines Baustoffs rückgeschlossen werden – auf diese Weise wird zum Beispiel ein verborgenes Holzständerwerk aufgespürt. Dabei wird die sogenannte dielektrische Leitfähigkeit der Wand analysiert, während der Benutzer mit dem Gerät über die Wand fährt. Änderungen der Leitfähigkeit werden auf einer Anzeige ausgegeben. Kombinationsgeräte sind meist zwischen einem magnetischen und dielektrischen Messverfahren umschaltbar. Wesentlich teurere Profigeräte nutzen eine genauere Radarpeilung.

Quelle: selbst ist der Mann 1 / 2010

Beliebte Inhalte & Beiträge
Copyright 2018 selbst.de. All rights reserved.