Waschkommode

Antiken Toilettentisch restaurieren

Aus selbst ist der Mann 1/2021

Zu Zeiten, in denen noch kaum eine Wohnung ein eigenes Badezimmer besaß, war die Waschkommode weit verbreitet. Wir haben eine antike Kommode zum modernen Waschtisch umgebaut. 

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Foto: sidm / KEH

Antiken Toilettentisch restaurieren

Die aufgearbeitete Waschkommode fügt sich perfekt in das alte Pfarrhaus-Badezimmer ein. 

Foto: sidm / KEH

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Vorher: Dank der soliden Verarbeitung ist das Möbel noch zu retten. Schwundrisse und Verfärbungen zeugen aber von schlechter Lagerung. Von dem Furnier der hinteren Stellfüße ist nicht viel übrig geblieben.

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Um Verwerfungen zu verhindern, waren hinter die Seitenwände Leisten geleimt. Doch der Leim hatte sich gelöst. Daher ... 

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... haben wir den Spalt gereinigt, Leim mit einem Spatel angegeben und Wände und Leisten mit Schraubzwingen verpresst. 

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Die breiten Schwundrisse im Holz haben wir mit einer um 5° geneigten Handkreissäge auf ganzer Länge herausgeschnitten.

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Die Schnitte rechts und links des Risses sollten exakt parallel zueinander verlaufen. Verwenden Sie eine Führungsschiene. 

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Anschließend entnehmen Sie die gerissenen Holzstreifen; ggf müssen Sie sie von der Mitte aus heraushebeln. 

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Den Grund der Bodenplatte – hier war die Seitenwand mit halbverdeckten Zinken gefügt – haben wir sauber ausgestemmt.

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Aus Eiche-Leimholz mit durchgehender Lamelle haben wir nun einen entsprechend breiten trapezförmigen Streifen zugesägt. 

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Diesen Streifen anschließend einleimen. Oben konnten wir einfach eine Zwinge setzen, unten ließen wir hierzu die Leiste überstehen. Nicht zu viel Druck auf den Überstand ausüben, sonst wölbt sich die Leiste und die Leimfuge wird nicht dicht! 

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Nach dem Abbinden des Leims können Sie die Überstände der eingesetzten Leiste bündig mit der Feinsäge abschneiden. 

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Mit dem Exzenterschleifer haben wir dann die leicht überstehenden Flächen der Leiste bündig zur Seitenwand geschliffen. 

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Danach wurden mit einer im Farbton passenden Lacklasur zunächst der Mittelstreifen und dann die gesamte Fläche gestrichen. 

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Bei den hinteren Füßen haben wir das noch vorhandene Furnier komplett abgelöst und das darunterliegende Holz geschliffen. 

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Da diese Füße kaum sichtbar sind, haben wir uns ein erneutes Furnieren gespart und stattdessen nur die Lacklasur aufgetragen.

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Sämtliche Oberflächen waren derart ram-poniert, dass wir sie mit dem Exzenterschleifer und feinem Schleifpapier angeschliffen ... 

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... und mit Lacklasur eingelassen haben. Wenn die Oberflächen in besserem Zustand sind, reicht oftmals eine Möbelpolitur. 

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Stellen Sie die Kommode ohne Schubkästen auf den Boden und legen die Marmorplatte auf. Entscheiden Sie sich, das Waschbecken entweder  rechts oder links zu positionieren. Die Mitte scheidet wegen der geteilten Schubkästen aus! 

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Zeichnen Sie auf der Rückwand ein Fenster für den Wasserzu- und ablauf in der Höhe der vorhandenen Installation an. 

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In den Ecken durchbohren Sie die Rückwand, um dort die Stichsäge ... 

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... einsetzen zu können, mit der Sie die Platte herausschneiden. 

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Auf der Seite des Anschlussfensters mar-kieren Sie nun die Positionen für die Armatur hinter der Position des Waschbeckens. 

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Mit einer Diamant-Bohrkrone können Sie dann ein Loch im erforderlichen Durchmesser in die Marmorplatte schneiden. 

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Nun können Sie die am Armatursockel montierten flexiblen Anschlussschläuche der Armatur durch das Loch führen. Armaturen mit drei Leitungen (wie hier) benötigen Sie, wenn ein druckloses Untertischgerät verwendet wird!

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Verschrauben Sie die Armatur von unten und stecken – abhängig vom Modell – den Auslauf auf den Sockel. Waschtisch-Armaturen stehen meist auf dem Waschbecken. Nicht so in diesem Fall! Hier ist eine Armatur mit hohem Auslauf nötig! 

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Anschließend platzieren Sie das Aufsatzwaschbecken und markieren den Ablauf. 

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Auch dieses Loch wird mit einer Diamantbohrkrone geschnitten. Benutzen Sie auf keinen Fall eine Schlagfunktion! 

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Mit mäßigem Druck und ggf. ein oder zwei Pausen, um die Bohrkrone abkühlen zu lassen, kommen Sie recht gut durch den Marmor. 

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Klemmen Sie das Becken von der Unterseite mit dem entsprechenden Ablaufventilschaft und einem Schraubring auf der Platte fest. 

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Hier noch mal zur besseren Übersicht der komplette Röhrensiphon. Montiert wird der Siphon erst ganz zum Schluss! 

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Für den Wasseranschluss und das Untertischgerät muss Platz geschaffen werden. Hierfür werden die Schubkästen umgebaut. Zeichnen Sie den benötigten Installationsraum unter die Schubkästen. 

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Die Ecken haben wir mit der Stichsäge einfach herausgesägt. Eleganter wäre, wenn man die Seitenwände komplett ... 

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... stehen ließe. Dann würden die Kästen auf den Laufleisten weiterhin geführt! Hier haben wir jedoch die komplette Ecke umgedreht ... 

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... und verschraubt. Zieht man den Schub-kasten heraus, kippt er aber, sobald die gekürzte Seitenwand vor dem Korpus liegt. 

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Auch die linke der beiden oberen Schubkästen wurde auf ganzer Länge deutlich gekürzt. Maßarbeit: Die Schubkästen wurden jeweils nur so weit wie erforderlich eingekürzt. 

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Zuletzt haben wir bei den Schubkästen die Holzknöpfe mit Dübeln eingeleimt und die Schlossrosetten angebracht. 

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Messen Sie nun die Breite des Spiegelaufsatzes und legen die Montagepositionen ... 

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... der LED-Leuchte fest. Schrauben Sie die Leuchte mit geeigneten Schrauben am Spiegelkopf fest. Vorbohren! 

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An der Rückseite des Spiegels montieren Sie nun eine Aufputz-Feuchtraum-Verteilerdose. 

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In der Dose verdrahten Sie die Anschlussleitung der Leuchte und die Zuleitung über ein Einbau-Funkschaltmodul. 

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Als Zugentlastung haben wir zwei Kabelbinder fest um die Leitungen gezogen. Machen Sie einen Funktions-Check mit ... 

Foto: sidm / KEH

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... dem Funktaster, den Sie an beliebiger Stelle ankleben können. Den Deckel aufsetzen und die Sanitäranschlüsse vornehmen. 

Foto: sidm / KEH

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Die Installation: Das Untertischgerät, die flexiblen Anschlussschläuche und der Siphon finden genug Platz hinter den Schubkästen. Alles dicht? Beobachten Sie genau, ob alle Anschlüsse dicht sind! 

Ganz selbstverständlich gehen wir heute ins Badezimmer oder auf die Toilette, öffnen den Wasserhahn und duschen, baden oder waschen uns einfach die Hände. Doch erst ab dem 20. Jahrhundert besaß der Großteil der Europäer ein privates Bad. Davor gab es die Zinkwanne oder eben die Waschkommode – noch ohne Wasser- und Abwasseranschluss!

Checkliste Werkzeug

  • Akku-Schrauber

  • Bohrkrone

  • Exzenterschleifer

  • Feinsäge

  • Handkreissäge mit Führungsschiene

  • Klüpfel

  • Stechbeitel

  • Stichsäge

  • Zwingen

Für die Benutzung unserer Waschkommode wurde seinerzeit noch die Emailleschüssel aus einem der Schubkästen geholt und mit auf dem Kohleofen erwärmtem Wasser gefüllt. So konnte man sich von Kopf bis Fuß mit dem Waschlappen reinigen. Heute bei uns kaum vorstellbar! 

Dem soliden Eichenmöbel mit Marmorplatte sieht man die Jahre jedoch an. Vor allem die Lagerung in einem feuchten Keller hat bei dem Möbel deutliche Spuren hinterlassen: Die Korpusseiten aus massiver Eiche sind komplett längs der Maserung aufgerissen, Feuchtigkeit hat das Furnier der hinteren Füße abgelöst und die Oberflächen sind stumpf-matt und stockig. Doch gerade das Alter des Möbels machte es interessant für den Einsatz in einem ehemaligen Pfarrhaus, dessen Badezimmer seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert wurde. Hier passte der originale Vintage-Look zum originalen Vintage-Look. Aber mit fließend Wasser! 

Waschkommode restaurieren

Die alte Kommode war zum Wegwerfen viel zu schade. Deswegen haben wir sie restauriert und ihr einen neuen Glanz gegeben. Sie haben auch eine Waschkommode, die restauriert werden soll? Dann folgen Sie unseren Schritten in der kurzen Anleitung oder den detaillierten Angaben in der Bildergalerie >>

  1. Bei unserer Kommoden waren Leisten lose. Diese haben wir zuerst verleimt. Dann haben wir die Schwundrisse im Holz behoben.
  2. Da wir dafür dünne Streifen des Holz entfernen mussten und neues Holz eingefügt haben, mussten wir den Farbton anpassen.
  3. Anschließend reparierten wir die Füße und haben die Oberfläche abgeschliffen.
  4. Um fließendes Wasser zu haben, haben wir auf der Rückseite ein Fenster für die Wasserleitungen gesägt. 
  5. Auch die Marmorplatte benötigte dann ein Loch für den Wasserhahn und um dort das Wasser ablaufen zu lassen.
  6. Jetzt können die Wasserleitungen verlegt und der Wasserhahn angebracht werden.
  7. Bevor wir nun den Siphon anbringen, restaurieren wir noch die Schubladen. Denn diese mussten etwas verkleinert werden, da sonst der Wasseranschluss nicht gepasst hätte.

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