Simpel, aber komplex

Schritt für Schritt: Verdrehten Hocker einfach selber bauen

Ob als Beistelltisch oder als verdrehter Hocker – dieses Sitz- und Abstellmöbel strahlt eine ganz eigene Ästhetik aus. Fast wirkt es so, als hätte ein starkes Wesen Deckel- und Bodenplatte eines einfachen Kastens um 90 Grad gegeneinander gedreht.

Ein Hocker aus hellem Holz in verdrehter Form steht auf einem Betonboden, im Hintergrund befinden sich drei Torso-Skulpturen.
Die wie gefaltet wirkenden Wände durchdringen sich in der Mitte. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
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Werkzeugliste

Tauchsäge mit Führungsschiene und/oder Formatkreissäge, Akku-Bohrschrauber, Schleifgerät, Winkelmesser, Schmiege, Fein- oder Ziehsäge, Pinsel

Es gibt Möbel, die einfach faszinierend sind. Und dieser verdrehte Hocker bzw. Beistelltisch gehört eindeutig dazu, obwohl – oder gerade weil – er im Grunde ganz schlicht ist. Verantwortlich dafür sind die schräg verlaufenden, jeweils rechtwinklig miteinander verleimten und verschraubten Stützplatten, die dem außergewöhnlichen Möbelstück einerseits eine klare Struktur geben, ihm andererseits aber eine Taille mit fast spielerischer Geometrie verleihen.

Gerade und doch komplex

Die handwerklichen Fähigkeiten, um dieses Möbelstück nachzubauen sind prinzipiell überschaubar. Dennoch sollten sich nur geübte Holzwerker daran begeben, denn der Zuschnitt muss überaus exakt sein. Zwar gelingt er – wie hier gezeigt – auch mit einer Tauchsäge und einer Führungsschiene, noch genauer geht es aber in Verbindung mit einer Format-(Tisch-)Kreissäge. Denn schon das Einstellen des Schnittwinkels ist bei einer Handsäge deutlich aufwendiger als bei einer stationären Säge.

Ist der Zuschnitt jedoch einmal gelungen, ist der Rest beinahe ein Kinderspiel. Hergestellt werden zwei spiegelverkehrte, rechtwinklig miteinander verbundene Dreiecke, die verleimt und verschraubt werden. Da sie sich in der Mitte überlappen, muss zudem in ein Bauteil eine exakte Kerbe mit der Ziehsäge geschnitten werden.

In der Bildergalerie finden Sie Schritt für Schritt die vollständige Anleitung zum Bau des verdrehten Hockers:

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Eine Handkreissäge mit Führungsschiene, drei Holzplatten und ein Zollstock liegen nebeneinander auf einer Werkbank.
Schneiden Sie aus 18 mm starkem Leimholz die Bauteile für den Hocker mit etwas Übermaß zu. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Zwei Holzplatten mit Lineal, Zollstock und Bleistift liegen auf einer grauen Fläche, Hilfslinien sind eingezeichnet.
Nun zeichnen Sie die Schrägen der Dreiecksplatten für die Hocker-Stützsäule (zwei Anrisse!) exakt an. Den Verlauf der Schrägen entnehmen Sie der Zeichnung. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Zwei Hände halten einen digitalen Winkelmesser, der zwei Metallwinkel mit einer Anzeige von 60 Grad misst.
Zum exakten Einstellen der Tauchsäge (Winkel 21°) stellen Sie den Winkelmesser auf 69° ein. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Tauchsäge mit Führungsschiene und ein verstellbarer Metallwinkel liegen auf zwei schräg zugeschnittenen Holzplatten.
Schneiden Sie die Bauteile entlang der Schiene zunächst einmal von links nach rechts und dann umgekehrt zu. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein zugeschnittenes Holzbrett in Dreiecksform liegt auf einer Fläche, daneben liegen ein Zollstock und ein Bleistift.
Reißen Sie nun auf der längsten Seite des breiten Bauteils gleichmäßig verteilt vier Positionen für Schrauben an. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Holzbrett mit zwei gebohrten Löchern liegt auf einer Fläche, daneben liegt ein Metallholzbohrer.
Da die Schraubenköpfe später abgedeckt werden, bohren Sie zunächst mit einem 8-mm-Bohrer etwa 5 mm … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein kleiner Bohrer liegt auf einer Holzplatte, in der Nähe befindet sich ein gebohrtes Loch mit sichtbarer Markierung.
… tief – wichtig ist dabei, parallel zur Schnittkante zu bohren! Dann mit einem 4-mm-Bohrer durchbohren. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Tauchsäge mit Führungsschiene liegt auf zwei dreieckig zugeschnittenen Holzplatten auf einer Werkbank.
Neigen Sie nun das Sägeblatt Ihrer Tauchsäge um 36°. So schneiden Sie die kurzen Katheten, die auf der Boden- bzw. Deckelplatte liegen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Dreieck-Holzbrett liegt auf einer Werkbank, darauf steht ein roter kabelloser Exzenterschleifer mit Staubfang.
Vor dem Verleimen und Verschrauben glätten Sie alle Oberflächen gründlich mit dem Exzenterschleifer. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Person trägt mit einer weißen Flasche Holzleim auf die Kante eines dreieckigen Holzbretts auf.
Geben Sie nun Leim an die Kontaktstellen der zu verbindenden Dreiecks-Bauteile. Stellen Sie die Dreiecke … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Person schraubt mit einem roten Akkuschrauber eine Schraube in die Kante eines Holzbretts.
… gegeneinander – die Spitzen stehen auf beiden Seiten gleichmäßig über – und verschrauben Sie sie. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine kleine Handsäge mit Holzgriff liegt auf einer Gehrungslade, daneben mehrere abgesägte Holzdübelstücke.
Die Spitzen dann von Hand entlang dem Winkelschnitt kappen. Jetzt schneiden Sie die Dübelstopfen zu. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Person füllt mit einer weißen Leimflasche Holzleim in ein gebohrtes Loch einer Holzplatte.
Geben Sie zunächst etwas Leim in die Bohrung über den Schraubenköpfen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Hammer treibt einen Holzdübel in ein gebohrtes Loch einer dreieckigen Holzplatte vor rotem Hintergrund.
Anschließend schlagen Sie die Dübelabschnitte vorsichtig ein. Die Dübelstopfen stehen zunächst etwas hervor. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Person sägt mit einer Feinsäge den überstehenden Teil eines Holzdübels an einer Holzplatte ab.
Nach dem Abbinden des Leims kürzen Sie die Dübel mit einer Japan- oder Dübelsäge bündig. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein zusammengeschraubtes, dreieckiges Holzelement steht auf der Werkbank, davor liegt ein roter Akku-Exzenterschleifer.
Anschließend werden die Dübelstopfen noch einmal sauber nachgeschliffen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Person zeichnet mit einem Schreinerwinkel und Bleistift eine schräge Linie auf ein helles Holzbrett in heller Umgebung.
Exakt in der Mitte der einen Säulenhälfte wird nun eine Kerbe angezeichnet – dort überlappen sich die beiden Elemente. Achtung: Es gibt zwei identische Säulenteile, nur eines wird eingeschnitten. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Person sägt mit einer Handsäge an einem hellen Holzbrett eine schräge Nut für den verdrehten Hocker.
Den Zuschnitt erledigen Sie möglichst exakt mit einer Ziehsäge (Japansäge) – dazu nach und nach erst auf einer, … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Holzbrett mit schräger Schnittkante liegt auf einem Tisch, davor eine Handsäge und ein ausgeschnittenes Holzdreieck.
… dann auf der anderen Seite einschneiden, bis die Schnitte genau aufeinandertreffen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Eine Handkreissäge mit Führungsschiene liegt auf zwei übereinander gelegten Holzplatten in einer hellen Werkstatt.
Dann schneiden Sie den quadratischen Boden und – 50 mm größer, damit er rundum 25 mm übersteht – den … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Mann bohrt mit einer Akku-Bohrmaschine Löcher in eine aufgestellte Holzplatte in einer Werkstatt.
… Deckel zu. Den Boden können Sie entweder verschrauben, oder – wie hier – verdübeln. Schrauben oder Dübellöcher müssen schräg eingebracht werden. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Mann trägt in einer Werkstatt Holzleim auf die Kante eines vorbereiteten Holzbrettes auf.
Für die Dübel Leim in die Löcher geben, dann … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Holzrundstab wird mit einem Hammer in eine gebohrte Öffnung an der Kante eines Holzbretts eingetrieben.
… die Abschnitte der Dübelstange einschlagen und nach … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Mann sägt mit einer Feinsäge einen überstehenden Holzdübel bündig an einer hellen Holzplatte ab.
… dem Abbinden des Leims wie gehabt bündig einkürzen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Mann trägt in einer Werkstatt Holzleim auf die Kanten zweier schräg montierter Holzplatten auf.
Die überstehende Deckelplatte wird nur stumpf aufgeleimt. Leim angeben, dem Überstand exakt auf der … Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Mann setzt in einer Werkstatt die abgeschrägten Platten eines verdrehten Hockers passgenau zusammen.
… Unterseite des Deckels anzeichnen und dann über Kopf ausrichten und verpressen. Austretenden Leim abstechen. Das Holz sollten Sie zweimal mit Öl einlassen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Ein Mann befestigt mit einer Akku-Bohrmaschine Möbelfüße an der Unterseite eines verdrehten Hockers aus Holz.
Unter die Bodenplatte haben wir 25-mm-QuickClick-Mobelgleiter-Aufnahmen von Wagner geschraubt. Foto: sidm / Michael Müller-Münker
Mit einem Gummihammer wird ein Filzgleiter an die Unterseite einer Holzkante vom verdrehten Hocker befestigt.
Je nach Böden können Sie dann die für Sie passenden Einsätze einfach eindrücken oder schlagen. Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Materialliste und Zeichnung

Das A und O beim Bau des verdrehten Hockers ist der exakte Zuschnitt. Um teuren Verschnitt zu vermeiden, empfehlen wir, zunächst an preiswertem 18-mm-Holz zu üben – dabei kann es sich auch um einfache Spanplattenreste handeln.

Die vollständige Materialliste inklusive einer Zeichnung und sämtlichen Maßangaben, finden Sie hier als kostenlosen PDF-Download:

Materialliste & Zeichnung

Download (5.17 MB)

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