Stemmeisen

Arbeiten mit dem Stechbeitel

Aus selbst ist der Mann 3/2022

Stechbeitel oder Stemmeisen sind aus der Holzwerkstatt nicht wegzudenken. Ob Holzverbindungen, das Bearbeiten von Kanten oder das Abtragen von austretendem Klebstoff – das gilt beim Arbeiten mit dem Stechbeitel.

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Foto: sidm/MMM

Arbeiten mit dem Stechbeitel

Die Anschaffung eines Stemmeisen-Sets aus zähem Stahl bietet Anfängern die Möglichkeit, sich in der vielfältigen Arbeit mit Stecheisen auszuprobieren.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Kanten bearbeiten

Überstände des aufgebügelten Umleimers können Sie mit einer flach aufliegenden und scharfen Klinge einfach abstechen.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Kanten bearbeiten

Das gleiche gilt bei den Flächen: Setzen Sie das Eisen sehr flach an und schieben Sie es leicht schräg durch die Umleimerkante.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Kanten bearbeiten

An dem spiralförmigen Span erkennen Sie, dass das Eisen scharf ist. Entstehen wegen Scharten Kratzgeräusche, hören Sie auf, ...

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Kanten bearbeiten

... denn dann verkratzen Sie die Oberfläche! Alternativ kann man den Umleimer auch mit der Stechbeitelkante abstoßen.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Kanten bearbeiten

Am Ende wird der Umleimer noch einmal kurz mit Schleifpapier geschliffen, um ggf. vorhandene scharfe Kanten zu brechen.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Egal ob es um Fingerzinken oder – wie hier – um ein Zapfenloch geht: Zunächst wird sauber mit spitzem Bleibstift angerissen …

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

... und zwar immer auf beiden Seiten! Hierzu den Anriss exakt über die Kante auf die Rückseite des Bauteils winkeln.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Idealerweise schneiden Sie die Flächen entlang der Konturen mit einem Furnier- oder Anreißmesser auf beiden Seiten vor.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Auf diese Weise findet die Beitelklinge ihre richtige Position sofort. Halten Sie das Stemmeisen exakt senkrecht in Position.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Mit dem Schlagholz, Klüpfel oder Schonhammer versetzen Sie dem Beitel nun einen kräftigen Schlag – rundum an allen Seiten.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Nun versetzen Sie den Beitel nach innen, – hier mit der Fase nach oben – und treiben das Eisen schräg auf den Rand zu.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Auch dies machen Sie rundum, jeweils an den gegenüberliegenden Seiten, und wiederholen die Schlagfolge: Ssenkrecht am …

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

... Rand, dann schräg von innen nach außen. So arbeiten Sie sich etwa bis zur halben Materialstärke sauber vor.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Dann drehen Sie das Werkstück um und beginnen mit der gleichen Methode von der Rückseite.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Stemmen

Irgendwann treffen die beiden Halblöcher aufeinander – das Zapfenloch ist fertig! Ggf. sauber nachstechen und verputzen.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Beitel schärfen

Der richtige Schleifwinkel ist für einen funktionierenden Beitel wichtig.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Beitel schärfen

Verwenden Sie einen Öl- oder Wasser-Abziehstein. Zuerst die Vorderseite ...

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Beitel schärfen

... der Klinge flach auflegen und kreisend bewegen, dann die Rückseite.

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Beitel schärfen

Stets abwechselnd vorne und hinten schleifen, danach dasselbe auf der ...

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Arbeiten mit dem Stechbeitel: Beitel schärfen

... feinen Seite des Steins. So sieht das perfekte Endergebnis aus. Wichtig: Vor dem Lagern die Klinge leicht einölen!

Beitel, Stecheisen oder Stemmeisen – ein Werkzeug mit vielen unterschiedlichen Bezeichnungen. Vom Aufbau her sehen die Beitel – wir beschränken uns hier auf Flacheisen – in der Regel wie folgt aus: Heft oder Griff aus Holz bzw. Kunststoff, meist mit Schlagring oben und Zwinge unten, sowie einer Klinge mit Dornschaft aus geschliffenem und gehärtetem Stahl. 

Derzeit sehr beliebt:

Die DIN 5139 unterscheidet Beitel der Form A (mit geraden Klingen-Seitenkanten) von denen der hierzulande viel weiter verbreiteten Form B mit Seitenfasen, die ein saubereres Ausstechen von Innenecken wie z.B. bei Zinken ermöglichen. Zudem unterscheiden sich die Werkzeuge in der Ausformung des Hefts und natürlich in der Material- und Herstellungsqualität sowie den Anschliffwinkeln. Tischler legen sich im Laufe ihrer Karrieren oft auf bestimmte Hersteller fest, mit deren Produkten sie am besten zurechtkommen.

Stemmeisen richtig benutzen – das Wichtigste auf einen Blick

Das Arbeiten mit dem Stechbeitel ist kein Hexenwerk – und doch gibt es einige Regeln und Empfehlungen, die Sie berücksichtigen sollten.

  • Stemmeisen wirken auf den ersten Blick recht harmlos – bei der Arbeit mit dem scharfen Stechbeitel ist aber immer Vorsicht geboten.
  • Nach dem Kauf muss das Stemmeisen zunächst einsatzbereit gemacht werden – das heißt: Klinge schärfen!
  • Mit der flachen Rückseite plan angelegt, lassen sich durch Schaben feine Späne vorm Werkstück abheben. Achtung: Nur mit zähem Stahl durchführen!
  • Beim Stemmen wird der Beitel senkrecht in das Werkstück getrieben. Dazu benötigt es die Schlagkraft eines Schlagholzes, Klüpfels oder Schonhammers.

Stemmeisen kaufen – Welches ist das beste?

Für den Heimwerker-Bedarf lohnt sich immer die Anschaffung eines Stemmeisen-Sets. So haben Sie gleich eine Auswahl von in der Regel vier bis sechs Stechbeiteln mit einer Breite von 4 bis 40 mm. Damit lässt sich von groben Arbeiten bis filigranen Verzierungen alles umsetzen.

Ob Sie einen Griff aus Holz oder Kunststoff wählen, ist hauptsächlich eine Frage des Geschmacks. Bedenken Sie aber, dass Kunststoffgriffe – besonders diejenigen mit Soft Grip – eine höhere Sicherheit garantieren. Holzhefte können die Schlagkraft jedoch besser in die Klingenspitze übertragen und punkten oft mit hochwertiger Optik.

In puncto Stahl haben Sie die Wahl zwischen reinem Kohlenstoffstahl, wie er bei japanischen Stemmeisen verwendet wird oder legiertem Stahl, aus dem europäische Stemmeisen überwiegend gefertigt werden. Japanische Stechbeitel weisen eine recht geringe Zähigkeit auf, überzeugen aber mit einer langen Standzeit und dank ihrer Trägerschicht auch mit einer starken Klinge, die Belastungen der Hammerschläge problemlos aushält. Die legierten Klingen sind dagegen sehr zäh und verzeihen dementsprechend auch eher mal den ein oder anderen Fehler – ideal für alle Einsteiger!