Spinnentiere Diese Gift-Spinnen kommen dem Menschen gefährlich nah

Wer Angst vor Spinnen hat, braucht zukünftig starke Nerven: Immer mehr Giftspinnen fühlen sich in Deutschland wohl! Die Spinnentiere suchen jetzt, wenn es draußen kälter wird, ein warmes Versteck und finden es – in unseren Wohnungen!

Giftspinnen
Foto: Michael Lorenzet / pixelio

Schon als Kind konnte man es im Herbst beobachten: Werden die Nächte kalt und feucht, zieht es Spinnentiere ins Haus. Alles, was acht Beine hat, macht sich auf in Richtung menschliche Behausung, um sich dort vor der Kälte zu verkriechen. Bislang waren die überwiegende Mehrzahl der Spinnen im Garten und rund ums Haus harmlos – oder sogar nützlich, weil sie andere Schädlinge gefressen haben.

 

Aber nun lassen sich auch immer mehr Giftspinnen in der Nähe von Wohnbebauung blicken. Heimische Spinnen können auch giftig sein, aber die Zahl der giftigen Spinnen, die als achtbeinige Einwanderer zu uns kommen, wird immer größer!
Wissenschaftler erkennen einen eindeutigen Zusammenhang: Mit dem Klimawandel steigt auch die Zahl der Giftspinnen in Deutschland stetig an. Darunter auch eine Art dabei, die dem Menschen gefährlich werden kann. Andere Giftspinnen können so groß wie eine Tarantel werden.

 

Diese giftigen Spinnen sind in Deutschland verbreitet

Giftige Kreuzspinne

Die Kreuzspinne ist fast in jedem Garten zu finden: Dort reduziert die Kreuzspinne die Zahl lästiger Fliegen, Mücken und ähnlicher Quälgeister, die als Beute im Spinnennetz hängen bleiben. Obwohl sie andere Schädlinge frisst, gilt die Kreuzspinne bei vielen Menschen trotzdem nicht als Nützling. Schuld daran ist, dass die Spinne mit der charakteristischen Rückenmusterung (vier längliche Flecken streben auf einen zentralen Punkt zu) prinzipiell giftig ist. Allerdings reicht die Giftmenge der Kreuzspinne nicht aus, um dem Menschen gefährlich zu werden. Meist scheitern schon ihre Beißwerkzeuge beim Versuch, die menschliche Haut zu ritzen.

giftige Kreuzspinne
Die auffällige Rückenmusterung gibt der Kreuzspinne ihren Namen. Foto: krzysztofniewolny / pixabay

Giftige Schwarze Witwe

Ganz anders der Biss dieser heimischen Giftspinne: Die Schwarze Witwe ist völlig schwarz und warnt Fressfeinde mit einem leuchtend orangefarbenem Punkt auf dem Hinterleib vor ihrer toxischen Ladung! Den Tag versteckt sich die Spinne gern unter Steinen und geht erst mit der Dämmerung auf die Jagd.
Außer Beutetiere beißt die schwarze Witwe nur zu, wenn sie sich bedrängt und bedroht fühlt – dann auch mal einen Menschen! Wir empfinden den Biss der Schwarzen Witwe als ebenso schmerzhaft wie einen Wespenstich. Das Gift der Spinne führt zu Schwellungen, Rötungen, Juckreiz und bei Allergikern auch zu schwerwiegenderen Symptomen.

Giftige Hauswinkelspinne

Ihre langen Beine allein lassen schon viele Menchen vor Ekel erschaudern: Doch auch die dürre Hauswinkelspinne verfügt über Giftdrüsen. Ihr Gift lähmt Beutetiere – zu denen der Mensch allerdings nicht gehört, klar. Falls die Hauswinkelspinne Sie doch mal zwickt, fühlt sich ihr Biss wie ein kleiner Nadelstich an.

giftige Spinnentiere
Rund ums Haus ein oft gesehener "Gast": die giftige Hauswinkelspinne. Foto: Rainer Brückner / pixelio
 

Eingeschleppte Giftspinnen in Deutschland

Die "Spinne in der Yuccapalme" ist zwar nur ein moderner Mythos – in dem aber auch deutlich wird: In einer global verflochtenen Welt, sind fremde, eingeschleppte Tierarten Alltag. Ob giftige Spinnen als blinde Passagiere auf Obst-Frachtern über den Atlantik schippern oder tödliche Virus-Krankheiten von Zugvögeln eingeschleppt werden – erst der Klimawandel schafft auch bei uns eine Witterung, in der sich die tropischen Einwanderer Wohlfühlen!

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Kräuseljagdspinne – schmerzhafter Biss

Der achtbeinige Einwanderer stammt ursprünglich aus dem Mittelmeer ist groß wie eine Tarantel, stark behaart und giftig! Die Kräuseljagdspinne durchstreift bodennah ihr Jagdgebiet (statt ein Netz zu weben und dort auf Beute zu warten) und tötet ihre Beute mit einem beherzten Biss, was ihr auch den Namen Nosferatu-Spinne eingebracht hat. Wie andere Spinnentiere auch sucht die Kräusesjagdspinne im Winterhalbjahr Schutz in unseren Häusern. Ein Biss der giftigen Spinnenart wird als schmerzhaft (etwa wie bei einem Bienenstich) wahrgenommen. Alle Tipps, wie man einen Insektenstich behandelt, sind auch hier als Sofortmaßnahme hilfreich. Bei anhaltenden Beschwerden sollte man einen Arzt aufsuchen.

Ammen-Dornfinger

Von allen Giftspinnen in Deutschland ist dieser Achtbeiner der einzige, der dem Menschen mit seinem Biss richtig gefährlich werden kann. Aus Südeuropa eingeschleppt sind die Kieferklauen der Ammen-Dornfinger stark genug, um die menschliche Haut zu durchdringen. Nicht nur bei Kindern, Allergikern und Menschen mit geschwächtem Imunsystem kann das Gift der Ammen-Dornfinger zu ernsten Gesundheitsproblemen führen, daher sollte nach einem Biss des Ammen-Dornfingers unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Typische Symptome sind Schwellungen, Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen im Extremfall ist auch ein anaphylaktischer Schock möglich.

Mehr Informationen zum Ammen-Dornfinger: Giftige Spinne breitet sich in Deutschland aus >>

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