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Geht auch ganz einfach:

Schimmel vorbeugen Dämmplatten und Putz gegen Schimmel

Sind der Schimmel und eventuelle Feuchtequellen wie Rohrbrüche und fehlende Wandabdichtungen beseitigt, kann man mit geeigneten Platten und Putzen erneutem Schimmel vorbeugen.

Inhalt
  1. Schimmel vorbeugen: Vorteile von Platten & Putz
  2. Schimmelhemmende Dämmplatten
  3. Schimmelhemmende Putze

Je dicker eine schimmelhemmende Schicht ausfällt, desto effektiver ist meist ihre Wirkung beim Schimmel vorbeugen. Denn naturgemäß wird so auch mehr Feuchtigkeit aus der Raumluft aufgenommen, ohne dass sie bis aufs Mauerwerk durchschlägt oder auf der Oberfläche verbleibt. Bei einem Schimmelproblem bewährt es sich also, nach der Beseitigung des Schimmels den Schimmel vorzubeugen.

Mit Dämmplatten Schimmel vorbeugen

Zum Schimmel vorbeugen nutzen Sie neben einem geeigneten Putz auch eine schimmelresistente Innendämmplatte – vor allem, wenn Sie ohnehin dämmen wollen. Denn von innen erweist sich das meist als problematisch, da die Oberflächentemperatur der Innendämmung um einige Grad höher liegt als die der Mauer außerhalb der Dämmung, wodurch sich hier Feuchtigkeit niederschlagen kann. Bei herkömmlichen Dämmstoffen versucht man das zu vermeiden, indem man darüber luftdicht Dampfbremsfolien verklebt. Sicherer und gerade bei Schimmelproblemen effektiver gelingt es jedoch mit schimmelhemmenden Dämmplatten. Hier kann man auf eine Dampfbremse verzichten, allerdings müssen die Platten mit Gewebe verputzt werden. Der Putz wiederum stellt eine zusätzliche Schicht dar, die Wasser und Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann. Auf schimmelhemmende Platten folgen deshalb schimmelhemmende Putze auf Kalk- oder Silikatbasis. Sie sind hochdiffusionsoffen.

 

Schimmel vorbeugen: Vorteile von Platten & Putz

Sowohl eine Putzschicht als auch die unten aufgeführten Platten – vor allem aus Calciumsilikat – sind immens saugfähig und können viel Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. So entsteht auch kein dauerhafter Feuchtefilm auf der Wandoberfläche, der zur sichtbaren Schimmelbildung führen kann. Abgesehen davon können auf den hier aufgeführten Materialien keine Schimmelsporen gedeihen – zu alkalisch, zu hoch der ph-Wert. Entscheidend dabei ist jedoch, dass auch abschließend kein schimmelförderndes Material zum Einsatz kommt, also keine Kunstharzdispersionsfarben, dicke Schichten Tapetenkleister oder gar absperrende Vinyltapeten. Am besten verstreicht man Kalk- oder Silikatfarben auf den entsprechenden Putzen.

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Wichtig bei der Verarbeitung: Sie müssen in ein vollflächiges Klebebett gesetzt werden, Hohlräume dahinter sind zu vermeiden, gleichfalls Kleber im Fugenbereich. In jedem Fall sollten Sie stets Produktsysteme ein und desselben Herstellers verbauen und dessen Verarbeitungshinweise genau beachten – kein System gleicht exakt dem anderen! Und noch ein Hinweis zu Sanierputzen, die oft als Mittel gegen Schimmel angepriesen werden. Das sind sie aber nicht, im Gegenteil: Sie sind wasserabweisend, Feuchtigkeit wird nicht aufgenommen und verbleibt auf der Oberfläche, wodurch sich Schimmel bilden kann. Die Stärke von Sanierputzen ist die Einlagerung von Mauerwerkssalzen, aber nicht die Schimmelbekämpfung.
Einziger Nachteil: Gerade die schimmelhemmenden Platten sind leider ziemlich teuer. Man sollte sie deshalb nur dort einsetzen, wo auch ein Schimmelproblem besteht.

 

Schimmelhemmende Dämmplatten

Um Schimmel vorzubeugen benötigen Sie schlechte Schimmelwachsbedingungen und eine hohe Wasseraufnahme. Das schaffen Sie mit Dämmplatten. Wir stellen Ihnen drei geeignete Dämmplatten vor und nennen Vor- und Nachteile.

Mineralschaumplatten

Mineraldämm- bzw. Mineralschaumplatten werden aus Sand, Kalk, Zement und Wasser hergestellt und mit Porenbildnern aufgeschäumt, ähnlich wie Porenbeton, nur mit einem nochmals höheren Luftporenanteil von bis zu 98 Prozent. So können sie gut Wasser und Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,042 W/mK (je niedriger, desto besser).

  • hohe Wasseraufnahmefähigkeit
  • schimmelhemmend
  • durchschnittliche Wärmedämmung

Calciumsilikatplatten

Calciumsilikatplatten werden aus Kalk, Quarzsand und kleinen Mengen Wasserglas und Zellulose hergestellt. Im Gegensatz zu normalen Mineraldämmplatten enthalten sie keinen Zement, können nochmals mehr Wasser aufnehmen und sind dank sehr hohem ph-Wert (z. T. über 12) resistent gegen Schimmel. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt allerdings bei nur etwa 0,06 W/mK.

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  • sehr hohe Wasseraufnahmefähigkeit
  • schimmelresistent
  • bescheidene Wärmedämmung

Perlitedämmplatten

Perliteplatten werden aus Perlite (Vulkangestein), mineralischem Kleber (Natrium- und Kaliumsilikate) und einem Verdickungsmittel (Stärke) hergestellt. Das Perlite wird dabei gemahlen und gebrannt, wobei es sich um das Zehn- bis Zwanzigfache aufbläht. Dank relativ hohem ph-Wert von rund 10 sind die Platten schimmelresistent. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,045 W/mK.

  • hohe Wasseraufnahmefähigkeit
  • schimmelresistent
  • durchschnittliche Wärmedämmung
 

Schimmelhemmende Putze

Es gibt auch Putz, der Schimmel vorbeugen kann. Hier stellen wir Ihnen Kalkputz und Silikatputz vor und nennen deren Eigenschaften.

Kalkputz

Kalkputz besteht aus gebranntem Kalkstein. Wurde dieser ohne Wasserüberschuss gelöscht, entsteht Weißkalkhydrat. Wird er mit Wasserüberschuss gelöscht, entsteht Calciumhydroxid (Löschkalk/Sumpfkalk). Dabei bilden sich mehr Poren und der Kalkputz kann nochmals mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Kalkputz ist nicht so abriebfest, haftungsfördernde Zusatzstoffe verschlechtern aber die Schimmelhemmung.

  • schimmelhemmend (ph-Wert bis zu 12)
  • hohe Wasseraufnahmefähigkeit
  • feuchtigkeitsregulierend

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Silikatputz

Silikatputz besteht aus Kaliwasserglas, dem man meist organische Bindemittel beimischt (max. 5 Prozent Polymer-oder Kunstharzdispersion), damit er haftfähiger und elastischer wird (beachten Sie stets Herstellerangaben zur Untergrundvorbehandlung). Durch Verkieselung mit mineralischen Untergründen ist er sehr abriebfest, und das alkalische Salz verbleibt dauerhaft auf der Wandoberfläche.

  • schimmelhemmend (ph-Wert >7)
  • hohe Wasseraufnahmefähigkeit
  • feuchtigkeitsregulierend

Quelle: selbst ist der Mann 6 / 2020

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