Dämmstoff-Vergleich Die besten Dämmstoffe für die Fassade

Eine Außendämmung spart nicht nur Energie, sondern führt auch zu Problemen, die man jedoch minimieren kann. Wir zeigen Lösungen im Dämmstoff-Vergleich.

Inhalt
  1. Dämmstoff-Vergleich: Womit dämmen?
  2. Außendämmungen im Dämmstoff-Vergleich
  3. Dämmstoff-Vergleich: Wie dämmen?

Veralgung ist ein Stichwort, auf das Bauherren mit gedämmter Fassade allergisch reagieren. Betroffen sind vor allem die weit verbreiteten Polystyrolsysteme, die auf Grund ihrer geringen Wärmespeicherfähigkeit nachts schnell abkühlen, wodurch sich Tauwasser niederschlägt. Gleichzeitig trocknet Feuchtigkeit nur langsam ab, da die Wärme aus dem Hausinneren nicht bis an die Fassade vordringt. Soll sie auch nicht, die Fassade soll ja dämmen. Die nur dünne Putzschicht wiederum ist hier auch nicht hilfreich, sie speichert ebenfalls kaum Wärme und kühlt schnell ab. Doch was schneidet in einem Dämmstoff-Vergleich dann gut ab?  

 

Dämmstoff-Vergleich: Womit dämmen?

Um auf dem feuchten Untergrund dennoch Algen- und Grünbewuchs zu verhindern, kann man teure Silikonharzfarben einsetzen. Sie haben eine wasser- und schmutzabweisende Oberfläche und verzögern die Veralgung und Besiedlung mit Kleinstlebewesen. Auch Klinkerriemchen oder gar Vollklinker vor der Dämmschicht bieten Algen die Stirn.

Dämmstoffe im Vergleich

Daneben helfen konstruktive Maßnahmen. So empfiehlt sich ein möglichst großer Dachüberstand, da dieser die Schlagregenbelastung und die Wärmeabstrahlung verringert. Insbesondere bei der Fassadendämmung, die ohnehin den vorhandenen Dachüberstand reduziert, sollte man ggf. den Dachstuhl verlängern. Im Zuge einer empfehlenswerten Aufsparrendämmung wäre das kein großes Problem. Letztendlich spielt das Dämmmaterial eine Rolle. So reduziert ein Dämmstoff mit möglichst hoher Wärmespeicherfähigkeit die auf der Außenoberfläche anfallende Tauwassermenge, was zu geringerem Wachstum von Algen und Pilzen führt. Hier haben gerade Holzfaserdämmstoffe durchaus ihre Vorteile, wie das Fraunhofer Institut festgestellt hat. In Sachen Brandschutz geht allerdings nichts über mineralische Dämmstoffe. Und unübertroffen guten Wärmeschutz bieten spezielle Hartschäume.

 

Außendämmungen im Dämmstoff-Vergleich

Hier finden Sie einen Dämmstoff-Vergleich mit Vor- und Nachteilen der einzelnen Materialien. Im Einzelfall muss aber stets individuell ermittelt werden, wo und wie stark gedämmt werden muss (ca. 120 bis 300 mm können erforderlich sein), da dies immer vom bestehenden Wandaufbau, der Dämmstoffart und vom gewünschten Dämmeffekt abhängt. Und erst dann lassen sich realistische Kosten ermitteln.

EPS-Hartschaum (Polystyrol)

Bewährte Dämmvariante mit Wärmedämmwerten (bis zur WLS 0321). Neben weißen gibt es auch graue Platten, die mit Ruß und Graphit als Strahlungsabsorber behandelt sind.

  • Preiswert und wirtschaftlich
  • Gut dämmend
  • Mäßiger Brandschutz (Baustoffklasse B2)

Wenn der Dämmstoff gut dämmt, hilft ist er auch ein guter Schallschutz. Welche Vorteile das hat und wie Sie den Schallschutz verbessern können, zeigt das Video:

 

PIR-Hartschaum (Polyisocyanat)

Weiterentwicklung des ohnehin schon hoch dämmenden PUR-Hartschaum (Polyurethan), aber fester, und schmilzt im Brandfall nicht tropfend ab. Dämmwerte bis zur WLS 0231.

  • Bewährt, aber relativ teuer
  • Sehr gut dämmend
  • Mäßiger Brandschutz (Baustoffklasse B2)

Phenolharz-Hartschaum

Am besten dämmender Hartschaum (bis zur WLS 021)1), wodurch man mit sehr geringen Dämmstärken hohe Dämmwerte erzielt (praktisch z. B. für Laibungsbereiche).

  • Ziemlich teuer
  • Hervorragend dämmend
  • Nur schwer entflammbar (Baustoffklasse B1)

Mineralschaum

Alterungs- und verrottungsbeständig, mechanisch belastbar und nicht brennbar. Aber nur ausreichende Dämmwerte (bis zur WLS 0421) und relativ teuer.

  • Druckfest und stabil, dennoch leicht
  • Nur mäßig dämmend
  • Sehr guter Brandschutz (Baustoffklasse A1)
Mineralschaum hat einen guten Brandschutz und ist leicht.  Foto: Hersteller / Sto

Mineralfasern

Ziemlich gute Dämmwerte (bis zur WLS 0351) und gleichzeitig ein hervorragender Brandschutz zeichnet Mineralwolle aus. Außerdem ist dieser Dämmstoff diffusionsoffen.

  • Bewährt, aber relativ teuer
  • Gut dämmend
  • Sehr guter Brandschutz (Baustoffklasse A1)

Holzfasern

Eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, eine gute Entfeuchtungsfähigkeit sowie hoher Schall- und sommerlicher Hitzeschutz ist Holzfaserplatten zu eigen. Und sie sind diffusionsoffen.

  • Ziemlich teuer
  • Relativ gut dämmend (WLS 039)1)
  • Mäßiger Brandschutz (Baustoffklasse B2)
 

Dämmstoff-Vergleich: Wie dämmen?

Typisch ist die Dämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Es ist aber auch möglich, mit einer Vorsatzschale zu dämmen oder sogar im und untern Stein mit Mauerziegeln. Beispiele für die verschiedenen Dämmungen finden Sie oben in der Bildergalerie >>

Hartschaum-Wärmedämmverbundsystem: Auf der gesäuberten, alten Putzfassade wird zunächst ein mineralischer Klebemörtel aufgezogen. Es folgen die Dämmplatten, die ggf. noch zusätzlich verdübelt werden. Darüber kommt ein mineralischer Leichtmörtel als Armierungs- bzw. Unterputz, in den das Armierungsgewebe eingebettet wird. Nach Trocknung erfolgt eine Grundierung bzw. ein Voranstrich und darüber abschließend ein mineralischer Oberputz.

Fassade
WDVS: Styropor-Fassadendämmung

Gerade bei dünnwandigen Häusern lässt sich durch eine Außendämmung Energie einsparen

Dämmen mit Vorsatzschale: Auf eine bestehende Wand aus Vollziegeln, wird eine Holzrahmenkonstruktion aus Stegträgern oder Vollholzquerschnitten montiert. Eventuelle Unebenheiten können dabei ausgeglichen werden. Darüber folgen stabile Holzfaser-Dämmplatten, und die Hohlräume zwischen den Stegträgern werden mit Holzfaser- oder Zellulose-Einblasdämmung lückenlos gefüllt. Es folgt ein mineralischer Klebe- und Armierungsmörtel, Armierungsgewebe und abschließend ein mineralischer Oberputz oder wahlweise auch ein diffusionsoffener Silikonharzputz, der mit silikonvergüteter Fassadenfarbe gestrichen wird.

Dämmung mit Mauerziegeln: Wer neubaut, kann statt eines verhältnismäßig aufwendigen und schadensanfälligen WDVS auch hochdämmende Mauersteine bzw. -ziegel einsetzen. Die Hohlräume von Hochlochziegeln sind dann z. B. mit Dämmstoff verfüllt. Bei Einsatz eines WDVS wiederum muss nicht zwangsläufig Putz die äußere Schicht bilden, auch Riemchen sind möglich – und verhindern effektiv eine Veralgung.

Quelle: selbst ist der Mann 6 / 2018

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