Plasmaschneider Was kann man mit einem Plasmaschneider machen?

Ein Plasmaschneider eröffnet Heimwerkern ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten mit Metall: Wozu man einen Plasmatrenner braucht, welches Zubehör man für den Plasmaschneider benötigt und welche Geräte den Kauf lohnen, erfahren Sie hier.

Inhalt
  1. Wie funktioniert ein Plasmaschneider?
  2. Plasmaschneider: Was braucht man?
  3. Plasmaschneider mit Kompressor: Was gilt es zu beachten?
  4. Worauf achten beim Plasmaschneider?
  5. Plasmaschneider kaufen: Scheppach PLC40 selbst ausprobiert

Plasmaschneider klingt nach einem sehr speziellen Werkzeug: Was kann man mit einem Plasmaschneider alles machen? In der Metallverarbeitenden Industrie werden mit Plasmatrennern allerlei Formen aus Metallblechen geschnitten (z. B. im Karosseriebau). Auch die Feuerwehr nutzt Plasmaschneider, um klemmende Autotüren aufzuschneiden. Denn anders als beim Schneidbrenner entsteht beim Plasmaschneider nur lokal sehr begrenzt Hitze!

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Und wofür braucht ein Heimwerker eigentlich einen Plasmatrenner? Für alle Metallarbeiten im Garten (z. B. an Gartenwerkzeugen, Zäunen, Gewächshäusern, Pergolen, ...), bei der Reparatur von Fahrrad oder Auto und natürlich in der Metallbau-Werkstatt.

 

Wie funktioniert ein Plasmaschneider?

Ein Plasmaschneider trennt Metalle mittels eines Plasmas, das durch einen elektrischen Lichtbogen erzeugt wird – technisch gibt es daher einige Ähnlichkeiten zum Lichtbogenschweißen. Mit dem durch die Düse geleiteten konzentrierten Druckluftstrom erzeugt das Gerät ein Plasma – ein elektrisch leitfähiges Gas mit einer Temperatur von mehr als 20.000 °C. Durch die hohe Energiedichte des Lichtbogens schmilzt das Metall und wird durch den Gasstrahl nach unten aus der Schnittfuge getrieben – es entsteht ein Materialspalt.

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Plasmaschneider: Was braucht man?

Der eigentliche Plasmaschneider besteht aus einer Stromquelle, dem Handstück, einem Massekabel, Stromzuleitung und Druckluftzuleitung. Zusätzlich braucht man noch etwas Zubehör: Welche Düsen, welche Zündung, welches Gas und nicht zuletzt welche Schutzbrille sind für den Einsatz des Plasmaschneiders sinnvoll?

  • Welche Düsen am Plasmaschneider?
    Wenn man Abstand (Düse zu Metall), Stromstärke oder Durchflussgeschwindigkeit des Gases falsch einstellt, kann die Düse am Plasmaschneider beschädigt werden. Sinnvoll ist es, Ersatzdüsen vorzuhalten.
    Praxistipp: Stromstärke beim Plasmaschneiden immer auf den Düsendurchmesser abstimmen! Eine 80 A Düse sollte etwas mit 65–70 Ampere betrieben werden.
  • Welche Zündung ist ideal für Plasmaschneider?
    Plasmaschneidgeräte gibt es meist in zwei Varianten: mit Kontaktzündung, die einen Kontakt zum Werkstück benötigt, oder mit Pilotzündung, bei der der Listbogen bereits entsteht, ohne dass die Düse das Metall berührt. Beide Zündungen sind leicht handhabbar.
  • Welches Gas braucht ein Plasmaschneider?
    Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Plasmagas und Wirbelgas (bei industriellen Plasmaschneidern auch noch Kontrollgas). Als Plasmagas bezeichnet man alle Gase, die an der Zündungs- und Schneidphase beteiligt sind. Das Wirbelgas sorgt dafür, das der Plasmabogen nicht ausbricht und fokussiert wird. Es kühlt und schützt zugleich die Schneiddüse. Bei Heimwerker-Plasmaschneidern wird hier einfach Druckluft genutzt. Die im Kompressor verdichtete Raumluft ist günsitg und erlaubt gute Schnittqualitäten. Allerdings erodieren die Elektroden schneller als beim Einsatz von Edelgasen.
  • Welche Schutzbrille brauche ich bei der Arbeit am Plasmaschneider?
    Für einen guten Schutz der Augen brauchen Sie beim Plasmaschneiden ein Schutzbrille der Schutzstufe 11-13 gemäß der Schweißer-Schutzfilter DIN EN 166 und DIN EN 169.
 

Plasmaschneider mit Kompressor: Was gilt es zu beachten?

Damit beim Plasmaschneider der Plasmastrahl entstehen kann, muss das Schneidgas stark komprimiert werden. Das übernimmt ein Kompressor: Er presst die Raumluft so stark zusammen, dass der erhöhte Druck ausreicht, um den Plasmastrahl zu erzeugen. Die meisten Plasmaschneider besitzen allerdings keinen eingebauten Kompressor und werden daher an einen externen Kompressor angeschlossen.

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Sollten Sie noch keinen Kompressor besitzen, achten Sie beim Kauf darauf, dass der Kompressor ausreichend Leistung für den Einsatz am Plasmaschneider bereitstellt: Entscheidend ist die „effektive Liefermenge“, die die Kompressor-Hersteller auch als Füll-Leistung oder Ausgabeleistung deklarieren. Diese Kenngröße muss zur Leistung des Plasmatrenners passen: Wie viel Luft verbraucht der Plasmaschneider und wie viel Luft stellt der Kompressor bereit?
Praxistipp: Vorsicht beim Vergleich der Luftmengen! Auf Kompressoren wird oft die (viel größere) Ansaugleistung beworben, entscheidend ist aber, "was hinten raus kommt", also die „effektive Liefermenge“ an Luft, die der Kompressor bereitstellt!

 

Worauf achten beim Plasmaschneider?

Wenn Sie sich das erste Mal mit Plasmatrennern beschäftigen, schwirren viele Fragen durch den Raum: Wie viel Grad, wie viel Ampere, wie viel bar braucht der Plasmaschneider?

  • Der leitfähige Plasmastrahl hat eine Temperatur von etwa 30.000 °C.
  • Heimwerker-Plasmatrenner arbeiten mit ca. 120 Ampere: Damit können Bleche bis zu einer Dicke von knapp 32 mm geschnitten werden.
  • Wie viel Druck der Kompressor erzeugen muss, hängt auch vom angeschlossenen Plasmaschneider ab (vgl. Absatz "Plasmaschneider mit Kompressor"): Meist liegt der Wert bei 4-6 bar.
 

Plasmaschneider kaufen: Scheppach PLC40 selbst ausprobiert

Unter 200 Euro kostet der neue Plasmaschneider PLC 40 von Scheppach. Das Gerät eignet sich zum Schneiden von Stahlblechen, Edelstahl, Aluminium, Eisen und Kupfer. Für den Betrieb ist ein Druckluft-Kompressor mit einer Luftleistung von wenigstens 150 Litern pro Minute nötig.

"Selbst ausprobiert" Fazit: Scheppach Plasmaschneider
  • + Heimwerkergerechter Plasmaschneider
  • + Unkomplizierte Inbetriebnahme (alle benötigten Komponenten anbei)
  • + sehr einfache Anwendung, mit etwas Übung recht saubere Trennungen

Das Gerät erzeugt Stromstärken bis zu 40 Ampere, was für Materialstärken bis 10 Millimeter in Eisen und 12 Millimeter in Stahl ausreicht – Kupfer kann bis zu einer Stärke von 4 mm geschnitten werden. Das Metall wird geschnitten wie Butter – ein für Neulinge faszinierender Arbeitsfortschritt.

Bei der Nutzung muss unbedingt ein Schweißerhelm getragen werden, außerdem sind aufgrund der starken Hitzeentwicklung feste, nicht brennbare Kleidung und Stulpenhandschuhe aus Leder dringend empfehlenswert.

Quelle: selbst ist der Mann 12 / 2020

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