Mauerziegel

Vollziegel und Hintermauerziegel mauern

Aus selbst ist der Mann 5/2021

Ob für Haus, Anbau oder Garage, ob für die Grillummauerung oder Gartenmauer – Mauerziegel glänzen durch Vielfalt und gute Eigenschaften.

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Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Vollziegel und Hintermauerziegel mauern

Klinker sind hartgebrannte Ziegel, die z. B. als Vormauerziegel an der Fassade eingesetzt werden.

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Vollziegel und Hintermauerziegel mauern

Nur einschalig gemauerte Wände, dank holzfasergefüllten Mauerziegeln (Silvacor von Unipor) erfüllt das Haus aber KfW-Effizienzstandard 40.

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Vollziegel und Hintermauerziegel mauern

Hier dasselbe, mit holzfasergefüllten Mauerziegeln gebaute und nun verputzte Haus.

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Hintermauerziegel setzen

Mit Hintermauerziegeln werden Gebäudewände erstellt. Zuunterst legt man auf die Bodenplatte im Wandverlauf eine Abdichtbahn gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus. Darauf folgt eine erste satte Mörtelschicht.

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Hintermauerziegel setzen

In diesen Dickbettmörtel setzt man nun die erste Steinreihe und kann die Ziegel gut darin ausrichten – die Oberkante muss absolut waagerecht verlaufen! Die Mauerziegel greifen an der Stoßfuge mit Nut und Feder ineinander.

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Hintermauerziegel setzen

In jeder zweiten Ziegelreihe an den Stellen Mauerverbinder/-anker einlegen, wo später Innenwände anschließen.

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Hintermauerziegel setzen

Ab der zweiten Mauerschicht verwendet man Dünnbettmörtel zum Mauern. Er wird mit einem Mörtelschlitten aufgetragen.

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Hintermauerziegel setzen

Alternativ stehen Mörtelpads zur Verfügung: Einfach auflegen und Wasser dazugeben. Anschließend können die nächsten Ziegel aufgemauert werden.

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Hintermauerziegel setzen

Die Mörtelpads vermeiden Misch- und Auftragsfehler. Mischmaschinen entfallen auch und Staub wird reduziert.

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Vollziegel mauern

Mit Vollziegeln wie Klinkern kann man gut eine Grillummauerung bauen. Markieren Sie den Umriss und setzen Sie zuerst vier Ziegel in den Ecken in Dickbettmörtel und richten Sie gleichmäßig aus.

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Vollziegel mauern

Dann eine Richtschnur spannen und daran entlang die erste Ziegelreihe in Mörtel setzen. Als Stoßfugenbreite empfehlen sich etwa 1 cm.

Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Vollziegel mauern

Ist die unterste Ziegellage rechtwinklig gesetzt und waagerecht ausgerichtet, beginnt man versetzt die zweite Ziegellage in einer Ecke aufzumauern.

Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Vollziegel mauern

Auch in der zweiten Lage zuerst die Ecken mauern. Durch leichtes Klopfen lassen sich die Ziegel im Mörtelbett gut ausrichten.

Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Vollziegel mauern

Spannen Sie erneut die Richtschnur jeweils straff von Ecke zu Ecke und orientieren Sie sich an ihr. Beim Mauern Fugenversatz einhalten!

Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Vollziegel mauern

Die Überbindung sollte > 40 % der Steinhöhe betragen! Den Fugenmörtel verdichten und glatt streichen.

Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Zweischalig bauen

Bei Gebäudeaußenwänden setzt man manchmal auch Hintermauerziegel und Vollziegel bzw. Klinker ein. Ein solches zweischaliges Bauen ist zwar aufwendiger, der Dämmstoff ist aber witterungsgeschützt zwischen den massiven Mauerreihen untergebracht. Abgesehen davon ist hoher Schall-, Wärme- und Brandschutz gewährleistet.

Foto: Hersteller / Initiative Bauen mit Backstein / Wienerberger / Unipor / Poroton / sidm

Zweischalig bauen

Zweischaliges Bauen hat noch weitere bauphysikalische Vorteile, wie diese Grafiken zeigen. Links eine verputzte Fassade mit üblichem Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Tau und Regen auf der Oberfläche führen hier oft zu Algenbildung. Rechts eine zweischalige Wand mit Kerndämmung: Feuchtigkeit verdunstet oder wird von der Oberfläche aufgenommen und bei Trockenheit abgegeben. Algenbildung ist kaum ein Thema.

Der Begriff „nachhaltig“ ist fast schon etwas abgenutzt, umschreibt eine Eigenschaft von Mauerziegeln aber recht gut. So sind die Rohstoffe, aus denen sie bestehen, natürlich und später auch recycelbar. Darüber hinaus lassen sich mit Hintermauerziegeln Wände erstellen, die keine separate Dämmung an der Fassade benötigen, um erforderliche Dämmwerte einhalten zu können.

Woraus bestehen Mauerziegel?

Aus den natürlichen Zutaten Ton, Lehm, Sand und Wasser werden Mauerziegel gebrannt, je nach Brenndauer entstehen dann verschiedene Produkte. Hintermauerziegeln mischt man für eine bessere Wärmedämmung Sägemehl oder Polystyrolkugeln bei, die während der Verbrennung schmelzen und kleine Hohlräume hinterlassen. Porosierten Ziegel füllt man darüber hinaus mit Perlit oder Holzfasern, was die Wärmedämmung weiter verbessert und eine separate Dämmschicht außen erübrigt. Damit ist also kein Hartschaum an der Fassade nötig, der aus Erdöl hergestellt und später aufwendig entsorgt werden muss.

Hier ein mit Perlit gefüllter Mauerziegel ( T7), Wärmeleitwert 0,07 W/(mK). Foto: Poroton

Neben großen Mauerziegeln wirken Vormauerziegel wie Backsteine und Klinker zierlich. Mit wenigen Hohlräumen versehen oder gar als Vollziegel gebrannt, haben sie eine sehr hohe Rohdichte und sind im Fall von Klinkern auch frei bewittert fast unbegrenzt haltbar – je höher gebrannt, desto eher. Man kann mit ihnen ein Vormauerwerk errichten, wo ihre hohe Wärmespeicherung zum Tragen kommt, oder eine Grillummauerung, wo sie mit Stabilität und Brandsicherheit punkten.

Klinker sind bei rund 1200 °C gebrannt und können unverputzt eingesetzt werden. Foto: Bauen mit Backstein Zweischalige Wand

Und Farbe machen sie selbst: Anstrich überflüssig, lebenslang! Übrigens: Lehmziegel (ungebrannt) und Backsteine (bei ca. 900 °C gebrannt) müssen vor dauerhafter Nässe geschützt und verputzt werden. Klinker dagegen sind bei rund 1200 °C gebrannt und können unverputzt an der Fassade oder als Pflasterung verwendet werden.

Mit Mauerziegeln bauen

Ein Stein, der von der Sonne beschienen wurde, fühlt sich immer noch angenehm warm an, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Der Grund: Je schwerer und kompakter ein Material ist, desto mehr nimmt es Wärmeenergie auf, speichert sie und gibt diese als Strahlung wieder an eine kühlere Umgebung ab. Wenn es draußen kalt wird, ist es deshalb noch sehr lange warm in massiven Bauwerken, wird es draußen warm, bleibt es innen noch sehr lange schön kühl.

Einschalige, verputzte Fassaden erhitzen sich im Sommer schneller bis ins Innere hinein. Verklinkerte Fassaden halten die Wärme ab, die Raumtemperatur ist im Schnitt 3 °C kühler. Foto: Bauen mit Backstein Zweischalige Wand

Nicht ohne Grund vertrauen die Menschen im Mittelmeerraum seit Jahrtausenden diesem Prinzip, massive Ziegelbauten gehören dort „zum guten Ton“. Massive Baustoffe dämpfen nämlich die Temperaturamplitude (Differenz zwischen der Maximal- und der Minimaltemperatur) und sorgen für eine Phasenverschiebung des Temperaturverlaufs. Und je kleiner sich die Schwankung der Außentemperatur im Inneren auswirkt, desto günstiger bzw. angenehmer ist es für die Bewohner.

Vollziegel mauern

Wer seine Fassade mit Vormauerwerk ausführen will, eine Sichtschutzmauer oder einen Gartenkamin mauern möchte, braucht Vormauersteine. Hierfür gibt es geeignete Mauerziegel in Form von Klinkern, deren Verarbeitung wir in unserer Bildergalerie anhand einer Grillummauerung zeigen. Die Mauerfugen müssen dabei immer so geformt sein, dass Regenwasser schnell abläuft und sich nicht in den Fugenflanken staut, sonst bröckelt der Mörtel mit der Zeit wieder heraus. Die richtige Ausformung der Fugen erzielen Sie mit dem Fugeisen oder einem Stück Schlauch.

Hintermauerziegel verarbeiten

Bei Ziegeln, die heute fürs Hintermauerwerk verwendet werden, handelt es sich meist um porosierte Mauerziegel, deren Hohlräume sogar mit mineralischem Dämmgranulat gefüllt sein können. Hiermit lassen sich einschalige Außenwände ohne separate Dämmschicht errichten, die heutige Anforderungen an die Wärmedämmung erfüllen. Zur guten Wärmedämmung trägt auch ein möglichst fugenloses Mauern bei.

Hierfür benötigt man besonders maßhaltige Planziegel, was auf heutige Hintermauerziegel weitestgehend immer zutrifft. Diese werden im Dünnbettverfahren aufgemauert. Dicke, für Wärmebrücken anfällige Mörtelfugen entfallen somit. Schön für Selbstbauer: Hat der Vorführmeister die erste Ziegelschicht gesetzt und ausgerichtet, kann man die weiteren Schichten relativ leicht selbst lotrecht aufmauern. In unserer Bildergalerie sehen Sie, wie das am besten gelingt.

Mit Mauerziegeln zweischalig bauen

Eine zweischalige Wand mit Vormauerziegeln hat eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer, ist fast wartungsfrei, verfügt über hohen Schallschutz (rund 5 dB besser als einschalige Wände), eine hohe Wärmespeicherung, mit Kerndämmung über hohen und dauerhaften Wärmeschutz, über einen hervorragenden Brandschutz und nicht zuletzt über sehr guten Schlagregen- und Witterungsschutz. Und der Wandaufbau macht deutlich, dass der Dämmstoff witterungsgeschützt zwischen den massiven Mauerreihen untergebracht ist: Auf das Hintermauerwerk folgt die Kerndämmung und dann das Vormauerwerk. Zweischaliges Bauen ist allerdings aufwendiger und teurer.

Hier der Wandaufbau einer zweischaligen Wand: Hintermauerwerk, Kerndämmung, Vormauerwerk. Foto: Bauen mit Backstein Zweischalige Wand

Die größere Wärmespeicherfähigkeit von Vormauerwerk im Vergleich zu einem Wärmedämmverbundsystem verringert übrigens auch die Tauwasser- und mithin Algenbildung auf der Fassade. Darüber hinaus besticht Vormauerwerk aus Ziegeln in unterschiedlichen Farbnuancen von Rot-Braun bis hin zu Blau-Schwarz. Wer also nicht nur mit hochwärmegedämmten Hintermauerziegeln, sondern zweischalig mit einer Vormauer aus Klinkern baut, hat eine interessante Fassadenoptik und nicht wenige bauphysikalische Vorteile, die die Mehrkosten dafür durchaus sinnvoll erscheinen lassen.

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