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Geht auch ganz einfach:

Hühnerstall selber bauen Der perfekte Hühnerstall für glückliche Hennen

Frisch gelegte Eier zum Frühstück ­– davon träumt so mancher Gartenbesitzer. Für leckere Eier braucht es jedoch glückliche Hühner und um das Federvieh zu erfreuen, braucht es eine artgerechte Unterkunft samt Auslauf. Wir erklären  daher, was Sie benötigen, um Ihren Hennen den perfekten Hühnerstall selber zu bauen.

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Inhalt
  1. Hühnerstall selber bauen: Material
  2. Kälteschutz im Hühnerstall
  3. Wie groß muss der Hühnerstall sein?
  4. Wie groß muss der Hühnerauslauf sein?
  5. Hühnerstall selber bauen: Einrichtung und Aufteilung
  6. Fertigen Hühnerstall kaufen

So manch ein Gartenbesitzer hat schon einmal mit der Hühnerhaltung auf einer unbenutzten Fläche im Garten geliebäugelt. Dazu gehört jedoch weitaus mehr, als irgendeinen kleinen Hühnerstall aus dem Baumarkt zu kaufen und eine Fläche einzuzäunen. Hühner sind nämlich wesentlich anspruchsvoller, als so manchem Hobby-Kleinbauern bewusst ist. Ob sich Ihr Garten für die Hühnerhaltung eignet, wie teuer die Haltung von Hühnern ist und mit welchen Überraschungen Sie bei der Haltung rechnen müssen, sollten Sie daher vorab anhand des folgenden Artikels klären:

Gartengestaltung Hühnerhaltung
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Steht Ihr Entschluss fest, geht es weiter mit dem Thema „Hühnerstall selber bauen“. Bevor Sie sich jedoch einen Fertig-Hühnerstall zum selber Aufbauen besorgen oder einer beliebigen Bauanleitung aus dem Internet folgen, geht es an die Planung des eigenen Hühnerstalls. Dafür müssen Sie sich zunächst die Frage stellen: Was braucht ein Huhn, um glücklich zu werden? Die Antwort darauf ist simpel in der Theorie, jedoch gar nicht so einfach praktisch umzusetzen. Ein Huhn benötigt nämlich nicht nur einen hochwertigen Hühnerstall, sondern auch eine entsprechende Einrichtung – samt Legenester, Hühnerstange und Kotbrett – einen großen Auslauf, ausreichend Licht und einen Kälteschutz im Winter. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie das alles erreichen und somit den perfekten Stall selber bauen.

 

Hühnerstall selber bauen: Material

Bevor Sie sich eine Hühnerstall-Bauanleitung suchen, ist zunächst die Frage des Materials zu klären. Holz bietet sich beim Bau eines kleinen Gebäudes in Eigenregie an, da es selbst für Hobby-Heimwerker einfach zu bearbeiten und gleichzeitig sehr stabil ist. Das verwendete Material sollte unbehandelt sein, ansonsten gibt es kaum Einschränkungen bei der Art des Holzes, das zum Bau verwendet werden kann. OSB-Platten sind praktischn, wenn es schnell gehen soll. Sie lassen sich leicht in Form schneiden und festnageln. Komplizierter, aber auch stabiler wird es, wenn Sie auf herkömmliche Holzbretter aus Kiefer oder Eiche zurückgreifen.

Praxistipp: Um das Holz witterungsbeständig zu machen, muss es mit einem Lack oder einer Lasur behandelt werden. Achten Sie beim Kauf darauf, ein Produkt, das aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht, zu kaufen. So ist es nicht schlimm, wenn die Hühner am Holz picken.

Holzschutz
Holzschutzlasur

Holz im Garten muss geschützt werden: Hier ein Überblick zum Thema Holzschutzlasuren

 

Kälteschutz im Hühnerstall

Bevor Sie den Hühnerstall bauen, sollten Sie sich auch Gedanken über die Isolierung machen. Nicht immer ist dies unbedingt nötig. Möchten Sie Tiere mit einem langen Gefieder halten oder fallen die Temperaturen im Winter selten unter 0 °C, können Sie auf eine Isolierung verzichten. Ansonsten bietet sich eine Isolierschicht aus Dämmmatten an, um den Hühnerstall winterfest zu machen – auch da Hühner weniger Eier legen, wenn ihnen kalt ist. Hierfür einfach Latten in der Dicke der Dämmmatten an die Wand bringen, die Dämmmatten zurechtschneiden, in die Fläche zwischen den Latten klemmen und zum Schluss alles gründlich mit OSB-Platten verschließen, sodass die Hühner nicht an die Dämmung gelangen können.

Huhn auf einem Ast im Schnee
Hühnern macht Kälte wenig aus, sie legen dann jedoch weniger Eier. Foto: iStock / aetb

Praxistipp: Ein isolierter Stall ist im Winter ideal, bring im Sommer jedoch einige Probleme mit sich. Die schlechtere Luftzirkulation bietet einen idealen Nährboden für Milben. Lüften Sie daher unbedingt täglich!

 

Wie groß muss der Hühnerstall sein?

Die Größe des selbstgebauten Hühnerstalls hängt maßgeblich davon ab, wie viele Hühner Sie halten möchten, wie groß die Hühner sind und wie artgerecht die Haltung sein soll. Insbesondere beim letzten Punkt, sollte man sich nicht an den Normen in der kommerziellen Eierproduktion orientieren. Schließlich möchte man in der Regel seine eigenen Hühner halten, damit man stets frische Eier von glücklichen und gesunden Hühnern hat und nicht, um im Hühnerstall seine eigene Legebatterie von 9 Hühnern auf einem Quadratmeter zu betreiben – artgerechte Haltung sieht definitiv anders aus!
Orientieren Sie sich daher eher an der ökologischen Hühnerhaltung, bei der maximal 6 Tiere pro Quadratmeter erlaubt sind. Bauen Sie den Hühnerstall selber, sollten Sie natürlich versuchen, den Hühnern so viel Platz wie möglich zu bieten. Peilen Sie daher eine Größe von maximal 3 Hühnern auf einem Quadratmeter Fläche an. Halten Sie Zwerghühner, können es auch ein bis maximal zwei Hühner mehr pro Quadratmeter sein. Voraussetzung ist hierbei jedoch, dass die Hühner außerhalb des Stalls noch über einen großen Auslauf verfügen.

Praxistipp: Berücksichtigen Sie bei der Größe des Stalls auch die Höhe. Hühnern reicht möglichweise ein ein Meter hoher Stall, Sie sollten darin jedoch unbedingt ausreichend Platz zum Stehen haben, damit das regelmäßige Reinigen nicht zu einer Qual für den Rücken wird.

 

Wie groß muss der Hühnerauslauf sein?

Wenn Sie einen Hühnerstall bauen, planen Sie auch immer gleich den Hühnerauslauf mit ein. Dieser sollte idealerweise vom Rest des Gartens abgetrennt sein, denn Hühner lieben es zu scharren und können so innerhalb kürzester Zeit den schönsten Rasen in eine karge Mondlandschaft verwandeln. Damit die Hühner auch genügend Platz zum Scharren, Picken und Laufen haben, sollten Sie pro Huhn etwa fünf Quadratmeter Auslauffläche einplanen.

Hühner in einem eingezäunten Auslauf
Hühner benötigen einen großen Auslauf, um glücklich zu sein. Foto: iStock / ViktorCap
 

Hühnerstall selber bauen: Einrichtung und Aufteilung

Hühnern reicht es keinesfalls aus, lediglich einen rechteckigen Raum als Unterschlupf zu haben. Sie benötigen eine ganz spezielle Aufteilung des Hühnerstalls mit einer bestimmten Stalleinrichtung.

Scharrbereich

Hühner scharren nicht nur im Auslauf, auch im Inneren des Stalls muss ihr natürliches Bedürfnis zu scharren, befriedigt werden können. Beim Stallbau sollten Sie daher ein Drittel der Fläche als Scharrbereich einplanen. Damit die Hühner auch etwas zu Scharren haben, geben Sie in diesem Bereich gut 15 cm Einstreu.

Legenester

Wie viele Eier ein Huhn legt, hängt von Rasse, Alter, Witterungs- und Haltungsbedingungen ab. Junge Hühner legen mehr Eier, vor allem wenn es Ihnen besonders gut geht. Im Winter benötigt das Huhn mehr Energie, um warm zu bleiben und legt deswegen weniger Eier. Im Schnitt können Sie mit etwa drei bis vier Eiern pro Huhn in der Woche rechnen. Und diese legen die Hühner, ganz gleich, ob es ein Legenest gibt oder nicht. Mit Legenestern im Hühnerstall ist es für Sie allerdings einfacher, die Eier täglich einzusammeln und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Sie auch im Winter regelmäßig frische Eier bekommen. Das Legenest sollte dabei sauber, warm und abgedunkelt sein. Ein Legenest mit 35-40 cm Höhe, Breite und Tiefe – je nach Größe der Hühner – reicht für etwa drei Tiere aus. Bei größeren Gruppen sollten Sie mehr Legenester bereitstellen oder ein Gruppennest von etwa einem Quadratmeter Größe verwenden. Dies reicht für etwa sieben bis zehn Tiere. Da Hühner es bevorzugen, beim Eierlegen geschützt zu sein, sollten sich die Legenester knapp einem Meter über dem Boden befinden und durch eine Hühnerleiter erreichbar sein.

Hand greift nach Ei im Legenest
Legenester ersparen Ihnen die Eiersuche. Foto: iStock / happydancing

Praxistipp: Ob Hühner das gesellige Gruppennest bevorzugen oder lieber einen kuscheligeren Platz, ist unterschiedlich. Wenn Sie den Platz haben, lohnt es sich sicherlich neben einem Gruppennest noch ein kleineres Legenest zur Verfügung zu stellen.

Hühnerstange und Kotbrett

„Wie die Hühner auf der Stange“, – das bekannte Sprichwort hat sicherlich seine Berechtigung, denn wenn Hühner nicht gerade Scharren und Eierlegen, sitzen Sie bevorzugt auf Hühnerstangen herum, um auch alles gut im Blick zu behalten und nachts beim Schlafen vor potenziellen Fressfeinden geschützt zu sein. Die Sitzstangen sollten rund sein und einen Durchmesser von etwa vier bis fünf cm aufweisen, sodass die Hühner sie bequem umgreifen können. Sie werden auf einer Höhe von etwa einem halben Meter angebracht – bei großen Hühnern gerne 20 cm höher, bei Zwerghühnern 20 cm tiefer. Sofern möglich, sollten alle Sitzstangen auf gleicher Höhe angebracht werden, damit keine Konkurrenzkämpfe um die höheren Sitzplätze ausbrechen. Die Anzahl der Sitzstangen richtet sich nach der Anzahl der Hühner. So sollte jedes Huhn mindestens 25 cm Platz haben.

Gartengestaltung
Kaninchenstall selber bauen

Wie Sie diesen Kaninchenstall selber bauen, erklärt unsere Anleitung im Detail

Da die Hühner die komplette Nacht auf der Sitzstange verbringen, wird der Bereich unter den Stangen schnell eingekotet und muss täglich gesäubert werden. Um Ihnen diese Arbeit, soweit es geht zu erleichtern, bietet sich ein Kotbrett an. Dieses verhindert, dass der Kot täglich die Einstreu auf dem Boden verschmutzt. So müssen Sie dieses nicht täglich austauschen, sondern nur das Kotbrett mit lauwarmem Wasser und einer Bürste reinigen.

Hühnerklappe

Auch wenn Sie selbst ein absoluter Frühaufsteher sind, sollten Sie über die Anschaffung einer automatischen Hühnerklappe nachdenken. Hühner zieht es nämlich bereits mit den ersten Sonnenstrahlen ins Freie. Ist die Stalltür im Sommer nicht bereits um vier oder fünf Uhr geöffnet, kann das zu lautstarkem Protest der Hennen führen. Automatische Hühnerklappen verfügen entweder über eine Zeitschaltuhr, bei der Sie selbst einstellen können, wann die Tür sich morgens öffnet, oder über einen Lichtsensor, der sich flexibel dem täglichen Sonnenaufgang anpasst. Die Größe der Klappe ist von der Größe der Hühner abhängig, sollte aber etwa 30x40 cm groß sein.

Huhn steht auf Leiter zum Hühnerstall
Eine automatische Hühnerklappe erspart Ihnen das frühe Aufstehen. Foto: iStock / BurlJantzen

Fenster

Im selbst gebauten Hühnerstall, müssen auch Fenster unbedingt berücksichtigt werden. Trotz Auslauf kann es nämlich immer mal wieder nötig sein, die Hühner im Stall zu lassen. Selbst wenn dies nur ein paar Tage aufgrund von schlechtem Wetter der Fall ist, ist es für die Hennen äußerst unangenehm, den Tag im Dunkeln verbringen zu müssen. Auf Dauer beeinträchtigt das die Eierproduktion und macht die Hühner krank. Planen Sie daher ausreichend große Fenster ein, die idealerweise nach Osten und Süden ausgerichtet sind, damit die Hühner morgens und im Laufe des Tages viel Licht abbekommen.

 

Fertigen Hühnerstall kaufen

Wollen Sie den Stall nicht selber bauen, sind natürlich auch zahlreiche Fertigmodelle Online und im Baumarkt erhältlich. Vertrauen Sie hierbei jedoch nie auf das, was Ihnen in der Beschreibung versprochen wird. Messen Sie immer nach und kontrollieren Sie vorab, ob der Stall den Kriterien entspricht, die in diesem Artikel besprochen wurden. Das gilt auch für Bauanleitungen aus dem Internet. Wollen Sie dennoch nicht einen kompletten Hühnerstall selber bauen, bietet es sich an, auf ein kleines Gartenhaus zurückzugreifen und dieses in wenigen Handgriffen in einen schönen Stall für Ihre Hühner umzubauen.

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