Pflegeleichte Produkte

Fassade sanieren

Eine Fassade hat es nicht leicht: Bäume und Grünflächen, Temperaturschwankungen, Regen, Hagel, Bälle oder Fahrräder belasten sie. Entsprechend schwierig und teuer ist eine pflegeleichte Fassadengestaltung.

Auf einer hellen, grobkörnigen Fassade sind drei runde Dübel dicht nebeneinander eingesetzt.
Verputzen, streichen, verkleiden: Wir stellen pflegeleichte Bauprodukte für die Fassade vor. Foto: Hersteller / Sto
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Schmutz und Algenbewuchs fallen als erstes auf, wenn man sich Fassaden anschaut. Wer hier nicht regelmäßig mit Hochdruckreiniger und Farbe gegensteuern möchte, muss anfangs tiefer in die Tasche greifen. So helfen Dämmstoffe mit hoher Wärmespeicherfähigkeit weiter, also Holzfaser- oder Mineralwolle-Systeme, die aber meist teurer sind als Hartschaum. Möglichst dicke Putzschichten verzögern ebenfalls eine schnelle Abkühlung der Fassade und wirken Algenbewuchs entgegen. Zur Stabilität und Langlebigkeit tragen eine gute Armierung sowie Eckschutzschienen bei.

Ganz außen sorgen Fassadenfarben mit speziellen Inhaltsstoffen dafür, dass sich Schmutz schlecht anlagern kann und schnell vom Regen abgespült wird. Diese Farben mit Abperleffekt sind auch teurer als die Standardfarbe aus dem Baumarkt. Die Vormauer-Alternative mit Backsteinen verschlingt beim Bau sowieso mehr Geld, erübrigt allerdings auf Jahrzehnte große Pflegemaßnahmen.

Bleiben Sie bei Putz bzw. Wärmedämmverbundsystemen, achten Sie auf die maximale Stoß- und Schlagfestigkeit in Joule. Sie reicht bei WDV-Systemen von 10 bis 15 Joule einlagig verputzt bis zu 60 Joule bei zweilagig verputzter Dämmung. Und haben Sie keine Bedenken davor: Laut Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP und Untersuchungen der letzten 45 Jahre sind das Alterungsverhalten und der Wartungsaufwand bei WDV-Systemen ähnlich wie bei konventionell verputzten Wänden.

Fassadenreinigung

Nicht alles an der Fassade kann schmutzunempfindlich und reinigungsfreundlich sein. In dem Zusammenhang kommen Geräte mit praktischen Vorzügen ins Spiel. Zum Beispiel ein kräftiger, aber besonders leiser Hochdruckreiniger wie Kärcher K Silent oder das Gardena Cleansystem mit Bürstenaufsätzen bis hin zur Jalousienbürste. Diese lässt sich mit einem Klick an den Gartenschlauch anschließen.

Fassade sanieren: Dämmen, verputzen & streichen

Von der Dämmung der Hausfassade über das Verputzen der Dämmung und des Sockels bis hin zum Streichen der Fassade mit hochwertiger Farbe. Wir haben sämtliche Punkte Schritt für Schritt in der Bildergalerie zusammengefasst:

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Eine Hand mit rotem Handschuh zieht mit einer Zahnkelle Putz in gleichmäßigen Streifen an einer Wandfläche ab.
Sockel verputzen: Den Putz mit der Zahnkelle aufbringen. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Ein Gliedermaßstab misst die Tiefe der Rillen in frisch aufgetragenem, strukturiertem Putz an einer Wand.
Sockel verputzen: Die Mindestschichtstärke beträgt 5 mm. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit Handschuh zieht mit einer Zahnkelle Putz über ein rotes Armierungsgewebe an einer Wandfläche.
Sockel verputzen: Das Armierungsgewebe einbetten. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit rotem Handschuh zieht mit einer Glättkelle den aufgetragenen Putz an einer Wandfläche glatt.
Sockel verputzen: Eine zweite Lage Putz in 2 mm Schichtstärke aufziehen und die Oberfläche glätten. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit rotem Handschuh reibt mit einem Schwammbrett die noch feuchte Putzoberfläche an einer Wandfläche ab.
Sockel verputzen: Bei Bedarf die Fläche filzen. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit rotem Handschuh streicht frische Farbe mit einer Farbrolle auf eine verputzte Wandfläche.
Sockel verputzen: Dann zweimal streichen (hier mit HECK SILCO FF). Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit rotem Handschuh verteilt weißen Putz mit einer Zahnkelle auf einer gedämmten Hauswand unterhalb von Ziegelsteinen.
Dämmen und verputzen: Sockelbereiche vorher abdichten, dann Putz mittels Zahnkelle auf die Wand und … Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit schwarzem und rotem Handschuh verteilt weißen Mörtel mit einer Zahnkelle auf einer Dämmplatte vor Ziegelwand.
Dämmen und verputzen: … auf die Dämmplatte ziehen. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Person im weißen Arbeitsanzug drückt eine Dämmplatte gegen einen mit Kleber bestrichenen Sockel einer Ziegelhauswand.
Dämmen und verputzen: Platte andrücken. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Hand mit Handschuh verteilt frischen Kleber mit einer Zahnkelle in Rillenstruktur auf einer Wand mit Dämmplatten.
Dämmen und verputzen: Armierungsschicht aus mind. 5 mm Putz auftragen. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Person mit rotem Handschuh drückt ein Armierungsgewebe in frischen Putz an einer gedämmten Hauswand ein.
Dämmen und verputzen: Armierungsgewebe einlegen und … Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Eine Person mit roten Handschuhen zieht frischen Putz mit einer Glättkelle über ein eingelegtes Armierungsgewebe an der Hauswand.
Dämmen und verputzen: … mit 2 mm Putz überziehen. Mindestschichtstärke hier 7 mm. Foto: Hersteller / Heck Wall Systems
Ein Mann mit grauen Haaren reinigt die Außenfassade eines Hauses mit einem Hochdruckreiniger an einer Teleskopstange.
Fassade streichen: Die Fassade muss zunächst gereinigt werden. Halten Sie hierfür einen Hochdruckreiniger und passendes Zubehör bereit, zum Beispiel Spritzschutzbürste und Teleskopstrahlrohr, womit man sogar bis unters Dach gelangt. Foto: Claudio Kalex
Ein Mann steht auf einer Leiter und trägt mit einer Farbspritzpistole Farbe auf die Hausfassade auf.
Fassade streichen: Nach Trocknung wird grundiert, mit Quast, Rolle oder Sprühgerät. Foto: Claudio Kalex
Ein Mann mit weißem Haar streicht mit einer Teleskoprolle weiße Farbe auf eine Hausfassade, Fenster und Tür sind abgeklebt.
Fassade streichen: Nun alle Flächen abkleben, störende Anbauteile demontieren und erst die Ecken, dann die Flächen streichen. Wird eine Leiter genutzt, auf einen sicheren Stand achten, zum Beispiel Traversen einsetzen oder auf gewachsenem Boden Erdspitzen. Foto: Claudio Kalex
Ein Mann kniet vor dem Haus und streicht mit Pinsel dunkle Fassadenfarbe auf den unteren Bereich der Hauswand.
Fassade streichen: Abschließend den Sockelbereich säubern und streichen. Foto: Claudio Kalex
Ein Mann steht auf einer Leiter und streicht mit einer Rolle helle Fassadenfarbe an die Außenwand eines Einfamilienhauses.
Fassade streichen: Lässt sich nicht alles mit der Leiter erreichen, kann man sich ein kompaktes Stand- oder ein Rollgerüst ausleihen. Foto: Claudio Kalex

Sockel robust verputzen

Gebäudesockel sollten stoßfest ausfallen und mit speziellem Sockelmörtel verputzt werden. Ein Beispiel ist der faserarmierte, wasserabweisende 3-in-1-Sockelmörtel HECK K+A SL (3= kleben, armieren, abdichten): Mit Armierung erzielt man bereits bei einer 5-mm-Putzschicht eine Stoßfestigkeit von 30 Joule (J), bei zwei Lagen mit 10 mm Endstärke 60 J (Maßeinheit der Energie: 1 J = 1 Nm). Ab 7 mm Schichtstärke kann er als Dichtschlämme eingesetzt werden, sodass keine zusätzlichen Abdichtungsmaßnahmen erforderlich sind – ideal also für Sockelbereiche.

Dämmen und verputzen

Wer Dämmung verputzt, muss armieren, hier beim Sockeldämmsystem mit Steinwolle (HECK Soqel A2). Die Verarbeitung lässt sich allgemein auf das Dämmen und Verputzen übertragen.

Fassade streichen

Wer lange Freude an der gestrichenen Fassade haben möchte, wählt eine hochwertige, teurere Farbe. Selbst wenn kein Baumbestand in der Nähe für schnelle Vermoosung sorgt, ist das ratsam und auf Dauer oft preiswerter, da man seltener streichen muss.

Zwei Nahaufnahmen zeigen unterschiedliche Verläufe von Wassertropfen auf einer blauen, strukturierten Oberfläche im Vergleich. - Foto: Hersteller / Sto

Spezialprodukte für saubere Fassaden

Wird Schmutz vom Regen abgespült und trocknen Fassaden schnell, bleiben sie länger sauber. Silikonharzfarben versprechen das selbst im Baumarktbereich. Profifarben wie StoColor Dryonic bieten mit der mikrostrukturierten Oberfläche besonders hohen Schutz. Der Vergleich zeigt, wie Wasser auf einer normalen Oberfläche haftet und wie es auf der Dryonic-Oberfläche abfließt. Auch praktisch: Auf mehrfarbigem Putz wie StoSuperlit sieht man Schmutz fast nicht.

Pflegeleichte Fenster und Türen auswählen

Neben der Fassade ist es auch sinnvoll, wenn Fenster und Türen pflegeleicht sind. Holzfenster sind neu schön, man muss sie aber pflegen und regelmäßig streichen, weil ihnen Feuchtigkeit außen und sogar innen zusetzt. Kunststoff und Aluminium sind deutlich pflegeleichtere Materialien. Auch außenliegende Sprossen sind schön, aber witterungsempfindlich. Glatte Türoberflächen und sprossenfreie Fenster lassen sich leicht reinigen.

Ein weißes Fenster mit Sprossen ist in eine rote Backsteinfassade mit leichtem Rundbogen über dem Rahmen eingebaut.
Abwischen und fertig: Kunststofffenster oder Fenster mit Aluminiummantel sind pflegeleicht. Foto: Hersteller / Rekord

Fassadenverkleidung von Dauer

Für eine pflegeleichte Verkleidung ist Faserzement das richtige Material. Die Paneele aus Portlandzement, Sand, Zellulosefasern und Wasser besitzen eine hohe Formstabilität bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen und sind widerstandsfähig bei Schlagregen und Windlasten. Gleichzeitig schützt eine Oberflächenbeschichtung wie bei Hardie-Plank vor UV-Strahlung.

An einer dunkelgrauen, waagerechten Fassadenverkleidung hängen mehrere kleine Eiszapfen an einer Fuge.
Faserzementplatten sind unempfindlich gegenüber Frost und salzhaltiger Luft. Die Langlebigkeit wird durch eine 15-jährige Garantie unterstrichen. Foto: Hersteller / James Hardie

Zusammenfassung: Saubere Fassade Schritt für Schritt

Zusammenfassend noch einmal die wichtigsten Schritte für eine saubere Fassade im Überblick:

  1. Dämmung: Gegen Algenbewuchs hilft eine hohe Wärmespeicherfähigkeit des Dämmstoffs. Er muss aber stets gut abtrocknen können bzw. vor Nässe sowie Stößen und Druck geschützt werden.

  2. Putz: Putz (sowie Armierung und Farbe) schützt die Fassade und macht sie pflegeleicht. Gut: mineralische, risssichere Putzsysteme mit hoher Schlagfestigkeit (in Joule) und Hagelwiderstandsklasse.

  3. Farbe: Farbe ist entscheidend für die Pflegeleichtigkeit. Wichtig: Fassadenfarbe mit Abperleffekt (zum Beispiel Silikonharzfarben) und auf Holzverkleidungen witterungsbeständige Lasuren ohne feste Lacke.

  4. Verkleidung: Holz ist stets mehr oder weniger pflegeintensiv bzw. verlangt Dachüberstand. Weniger Arbeit machen Verkleidungen aus Faserzement, Kunststoff, rostresistentem Metall oder Glas.

  5. Fenster: Kunststoff- und Alurahmen sind praktisch, Glas sowieso. Gut: Leichtpflegeglas mit photokatalytischer Beschichtung, die auf UV-Licht reagiert und mithilfe von Regen Verschmutzungen löst.

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