Bienenweide

Bienen benötigen Nektar und Pollen als Nahrung und zur Ernährung ihres Nachwuchses. Bienentrachtpflanzen, die an beidem besonders reichhaltig sind, stehen daher bevorzugt auf der Speisekarte.

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Während sich einige Tierarten auf die kühleren Spätsommermonate freuen, ist diese Zeit besonders für Honigbienen, Wildbienen und Hummeln eine schwierige. Da sie nicht mehr viel Nahrung auffinden können, ist Ihre Hilfe jetzt besonders wichtig. Bienenweiden ziehen aufgrund ihres hohen Angebots an Pollen und Nektar Wild- und Honigbienen gleichermaßen an. Sie sind daher nicht nur eine gute „Investition“ gegen das Bienensterben, sondern vor allem auch für Imker von großer Bedeutung. Sie legen teilweise weite Strecken zurück, um ihre Völker an den Orten aufzustellen, an denen gerade eine bestimmte Bienenweide blüht.

Bienentrachtpflanzen für reichhaltigen Honig

Bienentrachtpflanzen locken Bienen und andere Insekten auf der Suche nach Nahrung in den Garten … und zauberhaft schön blühen sie zudem auch noch! Nicht jeder Honig schmeckt gleich – das dürfte jedem bereits einmal aufgefallen sein. Das liegt in erster Linie an den Pflanzen, von denen die Bienen Nektar und Pollen beziehen. Einige Bienenweiden werden daher bewusst von Imkern aufgesucht, um spezielle Honigsorten herzustellen. So liefert die Linde den als heilfördernd geltenden Lindenhonig, die Robinie den milden Akazienhonig und der Löwenzahn den aromatischen Löwenzahnhonig. 

Als weitere Bienentrachtpflanzen gelten: Buchweizen, Echter Thymian, Echter Lavendel, Gelber, Steinklee, Ysop und Holzapfel.

Bienenweide
Viele Blumen locken Bienen an. Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Viele dieser Pflanzen benötigen im Gegenzug auch die Bienen für den Fruchtertrag, insbesondere Obstgehölze sind darauf angewiesen. Möchten Sie den Bienen etwas Gutes tun, sollten Sie in Ihrem Garten und auf Ihrem Balkon besonders Bienenweiden anpflanzen.

Bienenweide: Blumenwiese anlegen

Am einfachsten ist das Pflanzen von Bienenweiden, indem Sie gleich eine ganze Wiese für die Bienen anlegen. Da schon im Juli weitaus weniger Blumen als im Mai und Juni blühen, verringert sich die Nahrung der Bienen automatisch. Ein Blick auf die Wiese oder das eigene Gartenbeet bestätigt dies: Nun sind nicht mehr Pflanzen verschiedenster Farben zu sehen, sondern Wiesen und Beete sind nur noch grün. Genau dann benötigen Sie die Hilfe von Hobbygärtnern, damit sie die kälteren Monate im Jahr unversehrt überstehen. Indem Sie bienenfreundliche Pflanzen säen, helfen Sie den vom Aussterben bedrohten Nützlingen sehr. Während Frühblüher im Winter den Bienen das Leben retten, sollten Sie im Spätsommer spätblühende Pflanzen als Bienenweide in Ihrem Garten pflanzen. Zu diesen gehören spätblühende Stauden und Gehölzer, die besonders viel Nektar und Pollen in ihren Blüten tragen, Indianernessel, Katzenminze, Pfefferminze, Dost, Phlox, Sommerflieder, Blauraute und die Säckelblume. Fetthennen locken mit ihren farbigen Blütendolden nicht nur Bienen und Hummeln, sondern auch Schmetterlinge an. So können Sie Bienen mit einer Bienenweide helfen und sie vor dem Verhungen retten. Voraussetzung ist, dass die Blumen aus regionalen Saatmischungen stammen.

Wichtig: Generell sollten Sie auf die Verwendung von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln und jeglichen Pestiziden verzichten. Mit diesen können Sie zwar Schädlinge bekämpfen, aber gleichzeitig schaden Sie so auch den Nützlingen, wie unter anderem Bienen, in Ihrem Garten.

Weitere Blumen für Wild- und Honigbienen

Neben diesen schadet es jedoch auch nicht ein paar weitere generell bienenfreundliche Pflanzen im Garten zu pflanzen. Hierzu zählen beispielsweise: Dahlien, Astern, Malven, Schafgarbe, Weißdorn, Stachelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren sowie sämtliche Küchenkräuter wie Salbei und Rosmarin.

Bienenfreundliche Pflanzen

Blumen für Bienen sind pflegeleicht, versorgen Bienen und weitere Insekten mit Nektar und sehen obendrein noch wunderschön aus. Bevor Sie einfach wild drauflos pflanzen, gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten, damit vor allem die gefährdeten Wildbienen tatsächlich etwas von der Blütenpracht haben.

Bienenfreundliche Pflanzen
So sieht es aus, wenn Insekten an den Nektar wollen. Foto: fluwel.de

Bienenfreundliche Pflanzen sind ungefüllte Pflanzen

Je vielfältiger die Pflanzen im Garten sind, desto wohler fühlen sich Insekten und Nützlinge – das gilt übrigens auch für den Rasen. Im Gegensatz zu klassisch grünen Gräsern lockt eine Blumen- und Kräuterwiese Bienen, Hummeln & Co. an und ist gleichzeitig eine pflegeleichte Alternative zum Rasen. Gefüllte Pflanzen sind bestimmte Zuchtformen, bei denen der Blütenkopf vollständig mit Blütenblättern besetzt ist. Das sieht zwar besonders schön aus, doch die Blumen bieten den Bienen so keinen Nektar mehr. Verzichten Sie daher lieber auf Blumen wie Chrysanthemen, Zuchtrosen oder gefüllte Dahlien. Der Vorteil: Ungefüllte Pflanzen sind weniger pflegeintensiv und auch nicht so anfällig für Krankheiten.

Praxistipp: Ein Bienenweide Samen-Mix (z.B. von Compo) für sonnige bis halbschattige Standorte enthält bunte ein- und mehrjährige Sommerblumen wie Ringel- und Kornblume, Klatschmohn und Steinkraut. Aus der vielfältigen Mischung wird mit der Zeit eine farbenfrohe Blumen- und Kräuterwiese, die Bienen, Hummeln und Schmetterlingen reichlich Nahrung und Unterschlupf bietet. 

Blumen für Bienen zu jeder Jahreszeit

Während heimische Blumen immer zu bevorzugen sind, schadet es jedoch auch nicht, einige Blumen anzupflanzen, die generell als insektenfreundlich gelten. Hierbei sollten Sie jedoch darauf achten, dass das Nahrungsangebot von März bis Oktober durchgehend gedeckt ist. Bienen benötigen schließlich nicht nur im Sommer Nektar. Die Mischung macht’s:

  • Frühjahr: Schneeglöckchen, Krokusse, Primeln, Kastanie, Kirsche, Leberblümchen, Lungenkraut, Pfingstrose, Kastanie, später auch Maiglöckchen und Bärlauch
  • Sommer: Cosmea, Tagetes, Himbeere, Brombeere, Katzenminze, Bienenfreund, Kornblume, Malve und mediterrane Kräuter
  • Herbst: Fette Henne, Sonnenhut, Sonnenbraut, Efeu, Aster, ungefüllte Dahlien und Herbstanemonen

Möchten Sie gleich eine ganze Blumenwiese anlegen, gilt ein ähnliches Prinzip: Bevorzugen Sie regionale Saatmischungen. Nur diese locken auch die gefährdeten Wildbienen an.

Bienenweide auf dem Balkon

Sollten Sie keinen eigenen Garten, sondern einen Balkon besitzen, können Sie Bienen dennoch vor dem Verhungern retten. Die Wilde Malve, Kornblumen oder Feldthymian lassen sich hervorragend in Balkonkästen pflanzen!

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