Auszieh-Regal

Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Aus selbst ist der Mann 7/2021

Die Bezeichnung Regal stammt vermutlich vom lateinischen Begriff riga (Reihe) ab. Unser Bauvorschlag kann durch ausziehbare Kästen zu den Seiten über sich hinauswachsen. Wie das Auszieh-Regal gebaut wird, zeigt die Anleitung in unserer Bildergalerie.

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Ausgezogen – oder streng geschlossen: Dieses Regal packt mehr, als man erwartet. Die Verschiebbarkeit macht es auch als Raumteiler nutzbar.

Foto: David Weimann, Fotolia

Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Für das Grundregal benötigen Sie fünf Böden aus MDF und vier Quadratstäbe (auch als Quadratleisten bezeichnet) aus Massivholz. Die Quadratstäbe sollten im Querschnitt mindestens 38 x 38 mm messen. Bei größeren Querschnitten die lichte Tiefe beim Bau der Kästen berücksichtigen!

Foto: David Weimann, Fotolia

Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Längen Sie die Quadratstäbe gerade auf 1730 mm Länge ab – z. B. mit einer Gehrungs- oder mit einer Kappsäge.

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Nun markieren Sie auf allen Quadratstäben die Lage und Dicke der fünf Regalböden.

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Schneiden Sie die Hölzer dort ein. Am besten einen Tiefenanschlag verwenden oder eine schmale Leiste mit doppelseitigem ...

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... Klebeband auf dem Sägeblatt befestigen. Dann stemmen Sie die Nut für die Überblattung sauber bis zum Grund aus.

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Jetzt markieren Sie in den Ecken der MDF-Böden die Ausklinkungen, also die Gegenstücke zu den Nuten in den Quadratstäben.

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Mit der Stichsäge schneiden Sie dort sorgfältig zunächst seitlich ein, dann trennen Sie die Holzstücke sauber heraus. Die Nuten in den Eckpfosten und die Ausklinkungen in den Böden sollten möglichst passgenau sein!

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Das Grundregal besteht nur aus vier Eckpfosten mit je fünf Nuten sowie aus fünf Böden mit je vier Ausklinkungen.

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Alle Oberflächen gründlich schleifen und die Kanten brechen. Den Staub abbürsten.

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Kleben Sie die Ausklinkungen und Nuten im Leimbereich mit glattem Malerkrepp ab – bei den Böden und den Eckpfosten!

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Die Bauteile werden nun einzeln zweifach mit Zwischenschliff lackiert. MDF vor dem Lackieren mit MDF-Grundierung abrollen. MDF-Grundierung füllt die saugstarken Kanten der Faserplatte! Als Endlack Acryl- oder Alkydharzlack verwenden.

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Nach dem Trocknen des Lacks das Klebeband vorsichtig entfernen. Ggf. mit scharfem Cutter rundum einritzen.

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Stecken Sie vor dem Verleimen die Teile „trocken“ zusammen, um die Passgenauigkeit zu prüfen. Erst dann Leim angeben. Das Verleimen sollte zügig – am besten zu zweit – erfolgen.

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Mit Zurrgurten oder mit Schraubzwingen verpressen Sie das Regal. Eckenschoner verwenden und austretenden Leim abwischen!

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Weiter geht es nun mit dem Zuschnitt der Kästen. Wir haben Bambusplatten verwendet und auf Gehrung zugeschnitten.

Foto: David Weimann, Fotolia

Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Bauteile mit nach oben gerichteter Außenseite Gehrungsspitze an Gehrungsspitze legen und mit Klebeband fixieren. Dann ...

Foto: David Weimann, Fotolia

Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

... umdrehen, Leim angeben und zusammenklappen. Mit Gurten verspannen. Wir haben drei große und zwei halbe Kisten gebaut.

Foto: David Weimann, Fotolia

Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Nach dem Abbinden alle Flächen gründlich schleifen und den Schleifstaub entfernen.

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Kleines Regal zum Ausziehen selber bauen

Mit Klarlack die Kisten von allen Seiten lackieren. Nach dem Trocknen und einem Zwischenschliff ein zweites Mal lackieren.

Checkliste Werkzeug

  • Gehrungssäge

  • Handkreissäge mit Führungsschiene

  • Spanngurte

  • Stechbeitel

  • Stichsäge

Regale sind weit verbreitete Möbel. Ihre offene Bauweise hat dabei Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist der, dass alle Gegenstände sofort sichtbar sind. Das macht Regale im Gewerbe, speziell im Logistikbereich, unentbehrlich. Der entscheidende Nachteil ist wohl der, dass die Gegenstände und die Tablare (die Regalböden) schnell verstauben.

Über die optische Wirkung von Regalen im Wohnbereich kann man trefflich streiten: Sie bringen Unruhe und sehen immer unordentlich aus, argumentieren die einen, sie sind gemütlich und schaffen Atmosphäre, meinen andere. Wahrscheinlich stimmt beides, und jeder muss für sich entscheiden, wie er eingerichtet sein möchte. Nicht zuletzt hängt die Wirkung ja auch von den Gegenständen ab, die ins Regal gestellt werden.

Die wohl verbreitetste Anwendung finden Regale – hier jedoch meist als Systemmöbel, die nicht selten die ganze Wandfläche einnehmen – vermutlich als Bücherregal. Noch mehr Ideen und Anleitungen, wie Sie Regale selber bauen, finden Sie hier >>

Auszieh-Regal selber bauen

Unser Auszieh-Regal ist als Stand-Alone-Regal ein in sich abgeschlossenes Modul. Doch anders als bei üblichen Bauformen bricht es durch die auf den Tablaren seitlich verschiebbarer Kästen aus Bambus-Dreischicht-Platte die sonst starre, vertikale Form auf. Die Kästen können also individuell verschoben werden, wobei man eine einigermaßen gleichmäßige Lastverteilung natürlich nicht aus dem Auge verlieren sollte. In diesem Fall haben wir drei große und zwei kleine Kästen gebaut, um die vier durch Deckel und Boden begrenzten Fächer zu bestücken. Das können Sie natürlich auch anders handhaben.

Und natürlich kann das Auszieh-Regal auch klassisch ohne die Einschübe verwendet werden; dann fehlt dem Möbel jedoch das Besondere. Da wir auf eine Rückwand vollständig verzichtet haben, sind zwei Anwendungen geradezu prädestiniert: einerseits als Eyecatcher mit ausreichend Platz vor einer farbig gestrichenen Wand, andererseits als Regal im Raum, um größere Zimmer in offener Form zu unterteilen. Die Grundkonstruktion aus quadratischen Profilhölzern und MDF-Böden ist dank der Überblattung zugleich stabil und filigran. Auch die Kombination von weißem Lack mit dem warmen Bambuston vermittelt einen dezenten Gesamteindruck.

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