Wasserkocher entkalken

Weiße Kalkflocken im Teewasser und unschöne Schlieren am Wasserkocher? Dann wird es höchste Zeit fürs Entkalken. Zitrone, Essigessenz oder Backpulver? Diese Hausmittel helfen wirklich!

Wasserkocher entkalken
In jedem Wasserkocher lassen sich irgendwann Kalkablagerungen finden – bei manchen früher, bei anderen später. Dann heißt es: Wasserkocher entkalken! Foto: iStock/FotoDuets
Inhalt
  1. Wieso entstehen Kalkablagerungen im Wasserkocher?
  2. Wie und womit kann der Wasserkocher entkalkt werden?
  3. Lassen sich Kalkablagerungen im Wasserkocher vermeiden?

Per se ist etwas Kalk in der Tasse Tee oder im Nudelwasser beim Kochen zwar nicht schädlich, trotzdem sollten Sie starke und auch leichte Verkalkungen möglichst schnell entfernen. Reinigen Sie Ihre Küchen-Elektrogeräte nämlich nicht regelmäßig, bietet der Kalk einen idealen Nährboden für gesundheitsschädliche Bakterien. Indem Sie den Wasserkocher entkalken, verlängern Sie außerdem die Lebensdauer des Gerätes und sparen zudem auch noch Energie! 

 

Wieso entstehen Kalkablagerungen im Wasserkocher?

Ausschlaggebend dafür, wie stark und schnell die weißen Ablagerungen in Ihrem Wasserkocher entstehen, ist neben Ihrer Nutzungshäufigkeit vor allem die Wasserhärte in Ihrer Region. Diese beschreibt die Konzentration von Mineralien wie Kalzium und Magnesium im Leitungswasser – je mineralreicher das Wasser, als desto härter wird es eingestuft.
Hartes Wasser hat seine Vor- und Nachteile: als Trinkwasser soll es gut für die Gesundheit sein, gleichzeitig sorgt es aber auch immer wieder für fiese Ablagerungen in Wasserkocher, Kaffeemaschine & Co.

 

Aber wieso sind die Verkalkungen denn nun gerade in Haushaltsgeräten ein so großes Problem? Ab einer Temperatur von etwa über 50°C, also beim Erhitzen oder Aufkochen des Wassers wandelt sich das eigentlich wasserlösliche Calciumhydrogencarbonat in wasserunlöslichen Kalk, der sich dann im Gerät ablagert. Die Verkalkungen können also nicht nur Ihren Wasserkocher und die Kaffeemaschine betreffen, sondern auch Ihre Spülmaschine oder Waschmaschine. 

 

Wie und womit kann der Wasserkocher entkalkt werden?

Der Kalk in Ihrem Wasserkocher ist eine mineralische Verschmutzung und kann dementsprechend nur mit sauren Reinigungs- oder Hausmitteln (pH-Wert < 7) entfernt werden. Zur Vorbeugung von starken Verkalkungen sowie zur Wasserenthärtung können Sie jedoch auch basische Mittel verwenden. 

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Wasserkocher mit Spezialreinigern entkalken

Vom Gel, über Tabletten bis hin zu Flüssigreinigern – Entkalker lassen sich in Drogerie und Supermarkt in jeglicher Konsistenz finden. Spezielle Unterschiede weisen die Reinigungsmittel allerdings nicht auf. Üblicherweise wird das Produkt zum Entkalken mit frischem Wasser verdünnt und in das Gerät gegeben. Ob der Entkalker mit dem Wasser erhitzt werden kann oder nur einweichen sollte, hängt stark von der jeweiligen Formulierung ab – beachten Sie deshalb stets die Herstellerangaben. Abschließend sollten Sie das Gerät gründlich mit klarem Wasser ausspülen.

Tipp: Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass das Produkt nicht nur für Spüle und Armaturen, sondern explizit auch zum Wasserkocher entkalken geeignet ist! 

Wasserkocher entkalken ohne Chemie – die besten Hausmittel

Auch wenn es für so ziemlich jede Aufgabe im Haushalt einen passenden Reiniger gibt, der uns die Arbeit erleichtert, sprechen gesundheitliche und ökologische Aspekte häufig gegen das Entkalken mit chemischen Reinigungsmitteln. Besonders bei der Verwendung in der Küche, sollten Sie die Inhaltsstoffe deshalb genau unter die Lupe nehmen oder direkt auf die Unterstützung von einfachen Hausmitteln setzen, denn leichte Kalkablagerungen sind für Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure überhaupt kein Problem. 

Möglichkeit 1: Wasserkocher entkalken mit Essig oder Essigessenz

  1. Vermischen Sie 2 Esslöffel Essigessenz oder einen Schuss Essig mit etwa einem halben Liter Wasser.
  2. Geben Sie das Gemisch in den Wasserkocher und kochen Sie es auf. 
  3. Lassen Sie die Mischung anschließend etwa 45 Minuten einwirken, um auch hartnäckige Ablagerungen aus dem verkalkten Wasserkocher zu lösen.
  4. Öffnen Sie währenddessen am besten ein Fenster, damit sich die reizenden Essigdämpfe schnell verflüchtigen.
  5. Spülen Sie das Gerät zuletzt gründlich aus.

Achtung: Benutzen Sie Essig oder Essigessenz nur, wenn Ihr Wasserkocher ausschließlich aus säurebeständigen Materialien wie Edelstahl besteht. Andernfalls könnte Ihr Gerät beschädigt werden.

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Möglichkeit 2: Kalkablagerungen entfernen mit Zitrone

  1. Lösen Sie 1-2 Esslöffel Zitronensäure-Pulver in circa 500 Milliliter lauwarmem Wasser auf.
  2. Befüllen Sie Ihren Wasserkocher damit bis zum Kalkrand und lassen Sie die Mischung etwa 30 - 45 Minuten einwirken. 
  3. Abschließend sollten Sie Ihren Wasserkocher gründlich mit kaltem Wasser ausspülen.

Achtung: Verzichten Sie unbedingt darauf, das Zitronensäure-Wasser-Gemisch im Wasserkocher zu erhitzen! Ab einer Temperatur von über 40°C entsteht aus der Reaktion von Zitronensäure und Kalk das sogenannte Calciumcitrat, das sich ebenfalls absetzt und noch schwieriger als Kalk zu entfernen ist. 

Möglichkeit 3: Mit Gebissreiniger-Tabletten zum kalkfreien Wasserkocher

Als einer der besten Tipps für schnelles Entkalken kursiert im Internet ein besonderes Hausmittel: Gebissreiniger-Tabs. Wegen der häufig enthaltenen Zitronensäure gelten diese als ein wirksames Hausmittel zum Wasserkocher entkalken. 
Aber Achtung: Viele Anleitungen raten dazu, eine Gebissreiniger-Tablette in etwa 500 Millilitern Wasser aufzulösen und dieses Gemisch anschließend aufzukochen. Davon raten wir dringend ab, um auch hier die Entstehung von Calciumcitrat zu vermeiden. Lassen Sie die im Wasser aufgelöste Tablette stattdessen einfach über Nacht einwirken und spülen Sie das Gerät am nächsten Morgen gründlich mit klarem Wasser aus. 

Noch mehr Tipps und Tricks, um den Wasserkocher zu entkalken zeigen Ihnen unsere Kollegen von Liebenswert und Männersache >>

 

Lassen sich Kalkablagerungen im Wasserkocher vermeiden?

Wasserkocher entkalken schön und gut, aber gibt es denn nicht eine Möglichkeit, die lästigen Ablagerungen in der Küche oder auch im Bad von vornherein zu vermeiden? Wer in einer Region mit sehr hartem Wasser wohnt und sich sowohl das ständige Entkalken sparen als auch die Vorzüge von weichem Wasser genießen möchte, hat zwei Möglichkeiten: 

Wasser enthärten mit Backpulver und Natron

Nicht zum Entkalken, dafür aber zum Enthärten des Wassers und somit zur Vorbeugung von fiesen Ablagerungen können Sie Backpulver oder Natron verwenden. Ein echter Trick, um sich das ständige Reinigen zu ersparen!
Geben Sie dazu etwa ein bis zwei Messerspitzen des Hausmittels in das Wasser und kochen Sie es in Ihrem Wasserkocher wie gewohnt auf. 

Tipp: Mit dem enthärteten Leitungswasser schmeckt nicht nur der Tee und Kaffee viel besser, es eignet sich auch hervorragend zum Gießen Ihrer Zimmerpflanzen!

Weiches Wasser dank professioneller Wasserenthärtung

Mit einer professionell durchgeführten Wasserenthärtung sagen Sie hartem Wasser den Kampf an. Dabei wird eine Enthärtungsanlage an die Hauptleitung im Keller angeschlossen, die die Calcium- sowie Magnesiumionen des harten Wassers herausfiltert und dauerhaft für weiches Wasser – und somit weniger Aufwand beim Reinigen und Entkalken – sorgt. 

Wann sich eine solche Installation lohnt, wie genau die Anlage funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt, erfahren Sie hier:

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