Türsicherung

Sicherheitssysteme für Ihre Haustür

Aus selbst ist der Mann 2/2023

Um Einbrecher abzuhalten, benötigt man eine robuste Türsicherung – zunehmend mit elektronischer Unterstützung. 

Türsicherung Sicherheitssysteme für Ihre Haustür
Bei Verglasung an der Tür sollte das Schloss auch innen abschließbar sein. Foto: Hersteller / Abus
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Dicke Bolzen und Riegel, die in umlaufende Schließleisten greifen, machen das Aufhebeln einer Haus- oder Wohnungstür nahezu unmöglich. Doch standardmäßig verfügt eine Tür oft nur über ein Einsteckschloss, bestenfalls mit einem vernünftigen Beschlag und Schließzylinder. Wer mehr Sicherheit haben möchte, muss mehr zahlen und zu einbruchhemmenden Türen oder zu einer Türsicherung  greifen.

Die Polizei empfiehlt ohnehin Haustüren, die mindestens die Widerstandsklasse RC 2 gemäß der DIN EN 1627 erfüllen. Noch wirksamer sind Türen der Klasse RC 3, die auch gut ausgerüsteten Tätern Widerstand entgegensetzen. Welche Türsicherungen es gibt, erfahren Sie hier.

Türsicherung: Diese Möglichkeiten gibt es

Alternativ zu Türen, die einer Widerstandsklasse zugeordnet werden und definierte Sicherheitsmerkmale aufweisen, kann man bei manchen Herstellern auch einzelne Ausstattungen wählen und sich eine individuelle „Sicherheitstür“ zusammenstellen. Wichtig ist in jedem Fall, dass dann das Türblatt und mithin die Türfüllungen berücksichtigt werden. Aluminiumeinlagen oder – falls vorhanden – einbruchhemmende Verglasungen sollten nicht fehlen. Wohnungstüren sollten sowieso besonders gut gesichert werden, da sich Einbrecher in Mehrfamilienhäusern vor allem darüber Eintritt gewähren. In Ein- und Zweifamilienhäusern erfolgt der Einstieg öfter über verdeckt liegende Fenster und Terrassentüren, was nicht so bekannt zu sein scheint. Denn laut einer Abus-Sicherheitsstudie 2020 halten viele Befragte Türsicherungen und Alarmanlagen für relevanter als Fenstersicherungen. Laut Kriminalstatistik sind letztere aber der Hauptknackpunkt.

Übrigens: Die KfW fördert Privat-Maßnahmen zum Einbruchschutz mit einem Zuschuss von bis zu 1600 Euro. Allerdings nur, wenn die Arbeiten von einem Fachunternehmen durchgeführt werden und Sie nicht selbst Hand anlegen. Den Antrag hierfür müssen Sie vorab im Zuschussportal stellen.

Türsicherungssysteme im Überblick

Sehr hilfreich sind Automatikfunktionen, die eine Tür beim Zuziehen direkt verschließen, ohne dass man dies noch händisch selbst erledigen muss. Denn leider wird das eben oft vergessen. Ist die Tür jedoch bloß mit der schräg verlaufenden Falle gesichert, lässt sie sich mit einer Scheckkarte öffnen. Sicherheit bietet nur eine verriegelte Haustür! Diese Möglichkeiten haben Sie:

  • Schwenkriegel: Ober- und unterhalb vom Einsteckschloss mit Falle und Riegel können zwei Schwenkriegel für eine Dreifachverriegelung und mehr Sicherheit sorgen. Sie greifen ca. 20 mm tief in eine durchgehende Schließleiste – bei Automatikverriegelung automatisch beim Zuziehen!
  • Schlossriegel: Ein Einsteckschloss mit Falle und Riegel ist Standard. Die Falle gleitet beim Zuziehen ins Schließblech und wird über die Türklinke geöffnet, der Riegel wird durch den Schließzylinder betätigt. Bei Türen mit Automatikverriegelung erfolgt auch das automatisch beim Zuziehen.
  • Doppelbolzen: Zusätzlich zu zwei Schwenkriegeln ganz oben und unten können dazwischen noch weitere Bolzen oder Doppelbolzen wie bei der Rekord- Tresorverriegelung für Sicherheit sorgen. Sie stellen beim Verschließen einen festen Verbund mit der Edelstahlschließleiste her.

Elektronische Sicherungssysteme

Neben Schlössern, die man auch gut nachrüsten kann, helfen mehr oder weniger digitale Ausstattungen. Das fängt an mit einem Türspion und geht weiter mit einer Türsprechanlage, am besten mit Videobild. Gerade in Wohnungen, wo der Blick durch die Haustür nicht möglich ist, kann man so direkt sehen, wer davorsteht und klingelt. Weitere elektronische Sicherheitssysteme finden Sie hier: 

Elektronisches Schloss: Ohne Schlüssel die Tür zu öffnen, gelingt mit elektronischen Schlössern. secuENTRY von Burg-Wächter beinhaltet z. B. Sets elektronischer Zylinder, die die Wahl lassen, ob man nur per Fernbedienung oder auch per PIN-Eingabe oder Fingerabdruck die Tür öffnen möchte.

Türspion: Neben klassischen „Gucklöchern“ sind digitale Spione wie der Door eGuard erhältlich, der den Raum vor der Tür mittels Kamera auf einen Bildschirm innen projiziert und bei Betätigung der Klingel automatisch ein Foto des Besuchers macht. So ist man bei Abwesenheit informiert.

Türsprechanlage: Vor allem für Wohnungen sicherheitsrelevant: Über eine Videotürsprechanlage direkt sehen, wer unten vor der Haustür steht, z. B. mit einer Siedle-Türsprechanlage und einem Videopanel mit Touchdisplay und Tasten für die zentralen Funktionen Sprechen und Tür öffnen.

Mechanische Sicherungen

Neben elektronischen Sicherheitssystemen gibt es auch mechanische Sicherungen. Diese bieten noch mehr Sicherheit. Welche Sie dabei nutzen können und worauf Sie achten sollten, finden Sie hier.

Schutzbeschlag: Ein Schutzbeschlag dient bei Weitem nicht nur der Optik und Handhabung. Vielmehr sollte er das Einsteckschloss und den Schließzylinder vor dem Abbrechen bzw. Herausziehen schützen. Dafür sorgen VdS-anerkannte, DIN-geprüfte Beschläge. Sie sollten mindestens der DIN-18257-Widerstandsklasse ES1, besser noch ES2 entsprechen.

Schließzylinder: Schließzylinder sollten die Angriffswiderstandsklasse B bzw. mit Ziehschutz D erfüllen (laut DIN EN 1303), zertifiziert sein (VDS, SKG-IKOB oder PIV CERT) und mindestens über Bohrschutz (BS) bzw. bei fehlender Abdeckung durch den Beschlag über Bohr- und Ziehschutz (BZ) verfügen. Beim Einbau in mehreren Türen darauf achten, dass die Zylinder gleichschließend sind!

Türzusatzschloss: Abgesehen von einbruchhemmenden Haustüren mit Mehrfachverriegelung verfügen die meisten Türen über ein einzelnes Schloss. Um die Tür an weiterer Stelle zu sichern und ein Aufhebeln zu erschweren, empfehlen sich Zusatzschlösser.

Deren Schließkästen müssen wie das Schließblech diagonal im Mauerwerk verankert werden.) Bei Glas in der Nähe darauf achten, dass das Zusatzschloss auch von innen abschließbar ist!

Einsteckschloss: Laut DIN 18251 werden Einsteckschlösser in fünf Klassen eingeteilt, je höher, desto besser der Einbruchschutz. Die Polizei empfi ehlt für Eingangstüren mindestens Schlösser der Klasse 4 (Zylinderschloss für Einbruchhemmung; Klasse 5 = Zylinderschloss für erhöhte Einbruchhemmung). Es handelt sich dann um ein Schloss für Schließ- bzw. Profilzylinder (PZ/PZW).

Schließblech: Ein vernünftiges Schließblech sollte eine Materialstärke von mindestens 3 mm aufweisen. Und es muss fest in der Wand verankert sein, am besten mit langen Dübeln (10 x 120) oder chemischen Befestigungen diagonal im Mauerwerk oder mit entsprechend langen Schrauben diagonal in einer Holzwand. Ist eine solche Diagonalbefestigung nicht möglich, muss ein Sicherheitsschließblech mit einer Mindestlänge von 50 cm mit mindestens 10 Schrauben montiert werden.

Panzerriegelschloss: Sicherer geht’s kaum: Mit einem Quer- bzw. Panzerriegelschloss sichert man die Tür über die gesamte Breite. Die Schließkästen links und rechts müssen allerdings fest im Mauerwerk verankert, also diagonal darin verschraubt sein. Fehlt der Platz für Schließkästen, besteht auch die Möglichkeit, den Riegel direkt in die Wand schließen zu lassen. Passende Mauerabdeckungen kaschieren die aufgestemmte Wand an der Stelle.

Türsicherung: Darauf sollten Sie achten

Neben der stets vorhandenen Falle samt Riegel darunter, der die Tür auf Höhe des Beschlags sichert, sollte eine Haustür über weitere Sicherungen verfügen: 

Foto: Hersteller / Hörmann

1= Schwenkhaken und Riegel: Diese sichern die Tür zusätzlich ober- und unterhalb des Schloss- und Schließkastens.

2= Hintergreifhaken: Auch die Bandseite muss gegen ein Aufhebeln gesichert sein, was mit diesen Haken erfolgt.

3= Rosette: Sie sollte den Schließzylinder abdecken und verhindern, dass er gezogen oder aufgebohrt werden kann.

4= Elektronischer Öffner: Manche Haustüren wie die des Herstellers Hörmann verfügen über eine automatische Verriegelung beim Zuziehen. Das Abschließen kann so nicht mehr vergessen werden und es besteht stets Versicherungsschutz.

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