Stichsäge Alles, was Sie über die Arbeit mit Stichsägen wissen sollten

Eine Stichsäge hat fast jeder Heimwerker. Mit ein paar Tricks können Sie die Schnittqualität verbessern und den Anwendungsbereich deutlich erweitern.

Inhalt
  1. Das richtige Sägeblatt auswählen
  2. Stichsäge: Basiseinstellungen
  3. Komplizierte Schnitte meistern
  4. Stichsäge: Wartung und Reinigung

Selbst ältere Maschinen können mit dem richtigen Sägeblatt präzise sägen.

Stichsägen eignen sich besonders gut für das Sägen von Kurven. Doch das ist längst nicht ihr einziger Einsatzbereich. Mit einigen Tricks, den richtigen Basiseinstellungen und der korrekten Pflege wird eine einfache Stichsäge zu einer regelrechten Allzweckwaffe in der heimischen Holzwerkstatt.

 

Das richtige Sägeblatt auswählen

Scharfe Zähne sichern ein sauberes Schnittergebnis, sorgen aber auch für einen schnellen Arbeitsfortschritt: Bei allen Sägemaschinen ist das Sägeblatt so wichtig wie die Maschine selbst. Sägeblätter, die starke Schleifspuren und im mittleren Eingriffsbereich eine verminderte Zahnhöhe aufweisen, sind reif für einen Tausch.

Kontrollieren Sie vor jedem Schnitt, ob das zum Material passende Blatt montiert ist: Grobe Zahnungen mit großer Zahnhöhe erlauben schnelle Schnitte in Holz, verursachen aber auch stärkeren Ausriss. Feinere Zahnungen vermindern den Ausriss, reduzieren aber auch das Arbeitstempo.

Holzwerkstatt
Stichsägen-Test

Komplett überzeugen konnten in unserem Stichsägen-Test leider nur wenige Modelle

 

Stichsäge: Basiseinstellungen

Doch auch Vorwahlmöglichkeiten und Anwendung der Stichsäge selbst beeinflusst das Arbeitsergebnis. Kontrollieren Sie stets die Grundeinstellungen der Maschine, denn Hubzahl und ein eventuell vorgewählter Pendelhub beeinflussen die Qualität des Schnitts wesentlich.

Drehzahl anpassen

  • StichsägeHohe Drehzahl: Für Werkstattarbeiten in Holz sollte die Drehzahl auf Maximum stehen.
  • Mittlere Drehzahl: Eisen und Buntmetalle mit mittlerer Einstellung sägen, damit Material und Sägeblatt durch die Reibung nicht zu stark erhitzt werden.
  • Niedrige Drehzahl: Kunststoff mit langsamer Hubzahl und geringem Vorschub bearbeiten, sonst könnte der Schnittkanal hinter dem Sägeblatt wieder zuschmelzen.

Pendelhub einstellen

  • StichsägeAusgeschalteter Pendelhub: Feine Schnitte in Holz gelingen am besten mit ausgeschaltetem Pendelhub, denn der Pendelhub erhöht den Arbeitsfortschritt auf Kosten der Schnittqualität.
  • Geringer Pendelhub: Bei sehr großen Materialstärken, um im Schnitt voranzukommen.
  • Volle Pendelung: Grobe Zuschnitte können damit deutlich schneller erfolgen. Bei hartem Holz verbessert der Pendelhub den Eingriff der Sägezähne und die Spanabfuhr.
 

Komplizierte Schnitte meistern

Zur Bauanleitung

Das ideale Einsatzgebiet einer Stichsäge sind geschwungene Sägeschnitte mit moderaten Radien. Bei anderen Schnitten stößt eine Stichsäge schon einmal an ihre Grenzen. Mit einigen Tipps und Tricks gelingt es dennoch.

Gerade Schnitte

Gerade Schnitte sind aufgrund der geringen Blattbreite und der damit einhergehenden geringeren Stabilität vor allem in dickeren Werkstücken ein Problem, weil der Sägeschnitt verläuft – also an der Werkstückunterseite seitlich auswandert. Dieses Problems wird man auch nicht mit einem Parallelanschlag oder der Führung der Stichsäge an einer Schiene oder Hilfsleiste Herr.

Enge Radien

An ihre Grenzen stößt eine Stichsäge aber auch bei sehr engen Radien – vor allem in größeren Materialstärken. Hier behindert sich das Sägeblatt buchstäblich selbst, weil der Blattrücken ein Drehen der Säge im Schnitt verhindert. Abhilfe schaffen Sägeblätter mit kurzem Rücken, die zwar engere Radien ermöglichen, aber einem Verlaufen der Säge noch weniger Widerstand entgegensetzen können. Deshalb funktionieren diese Sägeblätter in dünnem Material am besten.

Foto: sidm / DW

Dicke Werkstücke

In dickeren Werkstücken greift man besser zu einem Kunstgriff: Um die Drehung des Sägeblatts zu erleichtern, werden Entlastungsschnitte bis zur äußeren Werkstückkante eingebracht, die am geplanten Schnittverlauf enden. Wird anschließend die enge Kurve ausgesägt, fällt das Abfallholz entlang der zuvor gesetzten Schnitte immer Stück für Stück ab und befreit dadurch das Blatt, das so leichter eingedreht werden kann.

 

Stichsäge: Wartung und Reinigung

Sorgen Sie dafür, dass Spanhaube und eventuell vorhandene Luftführungen der Stichsäge sauber sind – mit schlechter Sicht auf die Sägestelle wird das präzise Verfolgen des Schnittverlaufs schwierig. Sollte die Säge eine Führungsrolle hinter dem Sägeblatt aufweisen, sollten Sie diese gelegentlich mit etwas Silikonspray beweglich halten – Öl an dieser Stelle könnte später die Werkstückoberfläche verschmutzen.

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