Smarte Bewässerung: Gießen per Klick
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Viele freuen sich das ganze Jahr über auf ein paar Tage außerhalb der eigenen vier Wände. Wer während seiner Abwesenheit seinen Garten und seine Terrassenpflanzen versorgt wissen will, kann sich eine smarte Bewässerung zulegen. Wir stellen Ihnen Modelle und Unterschiede vor.
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Seinen Garten automatisch bewässern zu lassen, ist eine reizvolle Idee, nicht nur zur Urlaubszeit. Insbesondere wer voll berufstätig ist, wird es zu schätzen wissen, wenn Pflanzen und Rasen automatisiert gegossen werden – das verhilft zu einem früheren Feierabend und mehr Freizeit. Aber natürlich gibt es bei solchen Bewässerungscomputern Unterschiede, nicht nur im Preis.
Die Basis der Systeme ist allerdings gleich: Alle haben ein elektrisches Ventil für den Anschluss an einen Wasserhahn. Dieses öffnet und schließt die Wasserzufuhr, wahlweise zeitgesteuert oder per Tastendruck. An das Ventil wird dann der Wasserschlauch angeschlossen, je nach System ist auch ein Doppel- oder Mehrfachanschluss möglich. Dann kommt der Schlauch und ans Ende des Schlauchs ein Verteiler oder Sprinkler nach Wahl.

Bei einfachen Geräten wird die Steuerung am Computer selbst vorgenommen, häufig über ein paar Tasten. So lassen sich beispielsweise Bewässerungsdauer und Bewässerungsintervalle einstellen und Zeitpläne programmieren. Das Gerät selbst benötigt Batterien, einige Geräte besitzen ein Solarpanel mit Akku. Der Nachteil von Solar: keine Sonne, kein Strom. Wenn der Wasseranschluss ganztags im Schatten liegt, ist ein solarbetriebenes Gerät nicht sinnvoll.
Bewässerungssysteme für unterschiedliche Ansprüche
Die deutlichsten Unterschiede in den Geräten liegen im Leistungsumfang des Computers: Während sich bei den preiswertesten Modellen lediglich Zeitfenster für die Bewässerung einstellen lassen, arbeiten komplexere Systeme mit zusätzlichen Sensoren, die wichtige Daten zur Bodenfeuchtigkeit, Temperatur oder Wettervorhersage liefern – und nach diesen Informationen auch agieren.

Bedeutet: Erklärt der Bodenfeuchtesensor den Boden noch für feucht genug, wird auch nicht bewässert. Kündigt sich Regen an, setzt die Bewässerung ebenfalls aus. Das kann interessant sein für Gartenfreunde, die zwar ihr grünes Refugium lieben, aber für die Pflege kaum Zeit aufbringen können oder möchten – eine vollautomatisierte Bewässerung nimmt ihnen einen Großteil der Arbeit ab und sorgt darüber hinaus dafür, dass die Pflanzen optimal mit Wasser versorgt werden, nämlich weder zu viel noch zu wenig.
Praxistipp: Wann gießen?
Der Garten sollte grundsätzlich am frühen Morgen oder am späten Abend gewässert werden, weil dann die Verdunstung und damit der Wasserverbrauch am geringsten ist. Außerdem verringert man so die Gefahr, dass die nassen Blätter der Pflanzen durch die Sonneneinstrahlung verbrennen (Brennglaseffekt).

Die ganz einfachen Systeme, die im Prinzip wie eine Zeitschaltuhr funktionieren, benötigen kein WLAN. Wer mehr Möglichkeiten und damit Komfort haben möchte, benötigt ein stabiles Netz. Die Einrichtung erfolgt dann über die dazugehörige App, über die sich auch alle weiteren Einstellungen wie Wassermenge und Bewässerungszeit anpassen lassen.

Vorteile von Bewässerungscomputern
Gezielt: Von der großflächigen Beregnung bis zur feinen Berieselung einzelner Pflanzen – mit einem Bewässerungscomputer lässt sich fast jede Pflanze individuell bewässern.
Multifunktional: Bei smarten Systemen haben Sie die Möglichkeit, das Basisgerät mit Windmessern, Wetterstationen und anderen Sensoren zu verbinden. Das erhöht den Komfort.
Zeitsparend: Nach einem anstrengenden Bürotag noch die Gießkanne durch den Garten zu schleppen, gehört mit einem Bewässerungssystem der Vergangenheit an.
Flexibilität: Ob Sommerurlaub, spontaner Wochenendtrip oder über Nacht bei Freunden – wo auch immer Sie sich aufhalten (und wie lange), Ihre Pflanzen sind trotzdem versorgt.
Schlagregner, Sprinkler und Co.
Neben der Steuerungseinheit ist für eine effiziente Bewässerung die Verteilung des Wassers entscheidend.
Ein Klassiker ist der Schlagregner, auch Rundsprenger genannt. Er liefert einen einzelnen, rotierenden Strahl, verteilt zuverlässig Wasser und hat in der Regel eine lange Lebensdauer. Allerdings eignet er sich primär für Rasenflächen und zum Beispiel weniger für einen Gemüsegarten, da es für viele Kulturen ungünstig ist, wenn sie Wasser von oben erhalten. Der Wasserstrahl ist zudem sehr windanfällig und driftet bei starkem Wind ab. Noch dazu ist schwer abzuschätzen, wie viel Wasser am Boden angekommen ist.
Die besten Rasensprenger-Modelle finden Sie in unserem aktuellen Praxistest mit der VPA Remscheid:
Für Beete eignen sich daher eher mehrere kleine Sprinkler und Micro-Drip-Systeme, zu denen auch die Tropfschläuche gehören. Ein solcher Tropfschlauch besitzt viele winzige Löcher, über die er Wassertropfen an die Umgebung abgibt. Die Vorteile: Das Wasser gelangt direkt zu den Pflanzen, es gibt keine Verdunstung und empfindliche Kulturen bleiben oben trocken. Der Nachteil: Sobald das Beet neu bepflanzt wird, muss der Schlauch erneut verlegt werden.
Bewässerungssysteme anschließen: Gardena & Homematic IP
Der Bewässerungsautomat Water Control von Gardena bewässert Ihren Garten intelligent und präzise. Der integrierte datengesteuerte Terminassistent nutzt Echtzeit-Wetterdaten sowie eine umfangreiche Pflanzenbibliothek, um den individuellen Wasserbedarf Ihrer Pflanzen zu berechnen. Auch als Dual Water Control mit zwei Ventilen erhältlich.
Der Homematic IP Bewässerungsaktor kann einfach in das Homematic IP Smart-Home-System integriert werden. Über die App lassen sich flexible Zeitpläne erstellen oder Sensoren einbinden. Die Nachrüstung ist fast selbsterklärend und schnell erledigt. Voraussetzung ist allerdins, dass ein Access Point bereits vorhanden ist.
Wie Sie beide Bewässerungssysteme anschließen, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt in der Bildergalerie:
Nachteile von Bewässerungscomputern
Erstinstallation: Ein Bewässerungscomputer allein bringt nicht viel. Erst im Zusammenspiel mit den dazugehörigen Komponenten wie Schläuche, Düsen, Sprinkler und weiterem Zubehör ergibt so ein System Sinn.
Kosten: Auch wenn Sie sich nicht für ein Highend-System entscheiden, teurer als ein einfacher Gartenschlauch ist ein Bewässerungscomputer samt Zubehör allemal.
Zeit: Für das Verlegen der Schläuche und Düsen und die Programmierung des Bewässerungssystems samt App-Steuerung sollte man ausreichend Zeit einplanen. Bei einem großen Garten mit verschiedenen Pflanzzonen kann das schon mal ein ganzes Wochenende werden.
Solar-Bewässerung für Hochbeete und Kübelpflanzen
Speziell für die Bewässerung von Hochbeeten, Terrassen- und Balkonpflanzen bietet Gardena das Solar-Bewässerungssystem AquaBloom. Die Funktionsweise des AquaBlooms: Die Steuereinheit wird an einem möglichst sonnigen Standort aufgestellt, perfekt ist ein Platz mit direkter Sonneneinstrahlung. Vor der ersten Benutzung muss es mindestens acht Stunden aufgeladen werden.

Das Verteilerrohr wird auf die entsprechenden Längen zugeschnitten und mithilfe der T- und L-Stücke zu einer Art Netz zusammengesteckt. Überall dort, wo eine Pflanze bewässert werden soll, wird ein Reihentropfer montiert. Jetzt muss der Ansaugschlauch nur noch in ein Wassergefäß gehängt (Regenfass, Zinkwanne, oder ähnliches) und die Steuereinheit entsprechend des Wasserbedarfs eingestellt werden – dabei hat man die Wahl zwischen 14 vorprogrammierten Zeitplänen. Bewässerung ohne Strom und Wasseranschluss. In zwei Ausführungen erhältlich, ab ca. 130 Euro.
Solar-Bewässerung für den Rasen
Auch für den Rasen gibt es solarbetriebene Optionen. Das Gardena AquaPrecise All-in-One-System arbeitet oberirdisch mit Solarbetrieb (ca. 400 Euro). Ein Solar-Panel versorgt die Steuerung und Bewässerungsventile mit Energie, der Feuchtesensor misst den Boden, die Steuerung gibt bei Bedarf Wasser ab. Die Programmierung erfolgt über die App. Das Gerät gibt es auch in einer Einbau-Version (unterirdisch, ca. 450 Euro).
Unser Fazit
Smarte Bewässerungssysteme sind die ideale Lösung für Gartenliebhaber, die Zeit sparen und ihren Garten dennoch optimal pflegen möchten. Ob eine günstige Zeitschaltuhr oder eine vollständig integrierte Smart-Home-Lösung mit Sensoren und App-Steuerung – für jeden Bedarf gibt es das passende System. Aufwendige Systeme lohnen sich vor allem für Berufstätige und Vielreisende. Einfache Systeme mit Solarbetrieb sind hingegen günstiger und stellen bereits eine Erleichterung bei der Pflege von Balkonblumen dar.
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