Gartenbewässerungssysteme im Vergleich

Smarte Bewässerung: Gießen per Klick

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Viele freuen sich das ganze Jahr über auf ein paar Tage außerhalb der eigenen vier Wände. Wer während seiner Abwesenheit seinen Garten und seine Terrassenpflanzen versorgt wissen will, kann sich eine smarte Bewässerung zulegen. Wir stellen Ihnen Modelle und Unterschiede vor.

Ein Bewässerungscomputer ist an einem Außenwasserhahn montiert, im Hintergrund läuft ein Rasensprenger im Garten.
Hightech am Gartenschlauch: Smarte Systeme versorgen Terrasse und Garten gezielt mit Wasser. Foto: Hersteller / Gardena
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Seinen Garten automatisch bewässern zu lassen, ist eine reizvolle Idee, nicht nur zur Urlaubszeit. Insbesondere wer voll berufstätig ist, wird es zu schätzen wissen, wenn Pflanzen und Rasen automatisiert gegossen werden – das verhilft zu einem früheren Feierabend und mehr Freizeit. Aber natürlich gibt es bei solchen Bewässerungscomputern Unterschiede, nicht nur im Preis.

Die Basis der Systeme ist allerdings gleich: Alle haben ein elektrisches Ventil für den Anschluss an einen Wasserhahn. Dieses öffnet und schließt die Wasserzufuhr, wahlweise zeitgesteuert oder per Tastendruck. An das Ventil wird dann der Wasserschlauch angeschlossen, je nach System ist auch ein Doppel- oder Mehrfachanschluss möglich. Dann kommt der Schlauch und ans Ende des Schlauchs ein Verteiler oder Sprinkler nach Wahl.

Eine Hand dreht an einem Wasserhahn mit Doppelanschluss, an dem ein automatisches Eve Bewässerungssystem montiert ist.
Einfach oder doppelt: Für viele Systeme gibt es Einzel- und Mehrfachventile (hier von Eve). Foto: Hersteller / Eve

Bei einfachen Geräten wird die Steuerung am Computer selbst vorgenommen, häufig über ein paar Tasten. So lassen sich beispielsweise Bewässerungsdauer und Bewässerungsintervalle einstellen und Zeitpläne programmieren. Das Gerät selbst benötigt Batterien, einige Geräte besitzen ein Solarpanel mit Akku. Der Nachteil von Solar: keine Sonne, kein Strom. Wenn der Wasseranschluss ganztags im Schatten liegt, ist ein solarbetriebenes Gerät nicht sinnvoll.

Bresser Bewässerungssystem Smart Garden inkl. Bewässerungscomputer
Bresser Bewässerungssystem Smart Garden inkl. Bewässerungscomputer
ELSNER ELEKTRONIK Bewässerungscomputer Jardana
ELSNER ELEKTRONIK Bewässerungscomputer Jardana
Eve Aqua - Smarte Bewässerungssteuerung
Eve Aqua - Smarte Bewässerungssteuerung
Homematic IP Bewässerungsaktor
Homematic IP Bewässerungsaktor
OSRAM SMART+ Irrigation Controller
OSRAM SMART+ Irrigation Controller

Bewässerungssysteme für unterschiedliche Ansprüche

Die deutlichsten Unterschiede in den Geräten liegen im Leistungsumfang des Computers: Während sich bei den preiswertesten Modellen lediglich Zeitfenster für die Bewässerung einstellen lassen, arbeiten komplexere Systeme mit zusätzlichen Sensoren, die wichtige Daten zur Bodenfeuchtigkeit, Temperatur oder Wettervorhersage liefern – und nach diesen Informationen auch agieren.

Ein digitales Display, ein Bewässerungsventil und ein brauner Bodensensor von Bresser stehen auf einem weißen Tisch im Garten.
Zum Bewässerungssystem von Bresser gehört unter anderem eine Wetterstation mit Farbdisplay. Darauf werden alle Messwerte angezeigt (Komplett-Set ca. 100 Euro). Foto: Hersteller / Bresser

Bedeutet: Erklärt der Bodenfeuchtesensor den Boden noch für feucht genug, wird auch nicht bewässert. Kündigt sich Regen an, setzt die Bewässerung ebenfalls aus. Das kann interessant sein für Gartenfreunde, die zwar ihr grünes Refugium lieben, aber für die Pflege kaum Zeit aufbringen können oder möchten – eine vollautomatisierte Bewässerung nimmt ihnen einen Großteil der Arbeit ab und sorgt darüber hinaus dafür, dass die Pflanzen optimal mit Wasser versorgt werden, nämlich weder zu viel noch zu wenig.

Praxistipp: Wann gießen?

Der Garten sollte grundsätzlich am frühen Morgen oder am späten Abend gewässert werden, weil dann die Verdunstung und damit der Wasserverbrauch am geringsten ist. Außerdem verringert man so die Gefahr, dass die nassen Blätter der Pflanzen durch die Sonneneinstrahlung verbrennen (Brennglaseffekt).

Eine Hand steckt einen grünen Osram Bodenfeuchtesensor mit Metallfüßen in eine Wiese.
Der Bewässerungscontroller von Osram lässt sich mit einem Bodenfeuchtesensor kombinieren (im Set etwa 100 Euro). Foto: Hersteller / Osram

Die ganz einfachen Systeme, die im Prinzip wie eine Zeitschaltuhr funktionieren, benötigen kein WLAN. Wer mehr Möglichkeiten und damit Komfort haben möchte, benötigt ein stabiles Netz. Die Einrichtung erfolgt dann über die dazugehörige App, über die sich auch alle weiteren Einstellungen wie Wassermenge und Bewässerungszeit anpassen lassen.

An einer weißen Hauswand ist eine rechteckige Steuereinheit montiert, von der mehrere Bewässerungsschläuche ausgehen.
Professionell: Das Jardana Bewässerungssystem von Elsner steuert bis zu vier Gartenbereiche automatisch per App, Browser oder KNX. Das System wird vollständig vormontiert geliefert, Ventile und Elektronik sind bereits angeschlossen. Etwas tricky ist die Einbindung in ein KNX-Smart-Home (optional). Hierfür braucht man gegebenenfalls einen Techniker. Foto: Hersteller /Elsner

Vorteile von Bewässerungscomputern

  • Gezielt: Von der großflächigen Beregnung bis zur feinen Berieselung einzelner Pflanzen – mit einem Bewässerungscomputer lässt sich fast jede Pflanze individuell bewässern.

  • Multifunktional: Bei smarten Systemen haben Sie die Möglichkeit, das Basisgerät mit Windmessern, Wetterstationen und anderen Sensoren zu verbinden. Das erhöht den Komfort.

  • Zeitsparend: Nach einem anstrengenden Bürotag noch die Gießkanne durch den Garten zu schleppen, gehört mit einem Bewässerungssystem der Vergangenheit an.

  • Flexibilität: Ob Sommerurlaub, spontaner Wochenendtrip oder über Nacht bei Freunden – wo auch immer Sie sich aufhalten (und wie lange), Ihre Pflanzen sind trotzdem versorgt.

Schlagregner, Sprinkler und Co.

Neben der Steuerungseinheit ist für eine effiziente Bewässerung die Verteilung des Wassers entscheidend.

Ein Klassiker ist der Schlagregner, auch Rundsprenger genannt. Er liefert einen einzelnen, rotierenden Strahl, verteilt zuverlässig Wasser und hat in der Regel eine lange Lebensdauer. Allerdings eignet er sich primär für Rasenflächen und zum Beispiel weniger für einen Gemüsegarten, da es für viele Kulturen ungünstig ist, wenn sie Wasser von oben erhalten. Der Wasserstrahl ist zudem sehr windanfällig und driftet bei starkem Wind ab. Noch dazu ist schwer abzuschätzen, wie viel Wasser am Boden angekommen ist.

Die besten Rasensprenger-Modelle finden Sie in unserem aktuellen Praxistest mit der VPA Remscheid:

Für Beete eignen sich daher eher mehrere kleine Sprinkler und Micro-Drip-Systeme, zu denen auch die Tropfschläuche gehören. Ein solcher Tropfschlauch besitzt viele winzige Löcher, über die er Wassertropfen an die Umgebung abgibt. Die Vorteile: Das Wasser gelangt direkt zu den Pflanzen, es gibt keine Verdunstung und empfindliche Kulturen bleiben oben trocken. Der Nachteil: Sobald das Beet neu bepflanzt wird, muss der Schlauch erneut verlegt werden.

Bewässerungssysteme anschließen: Gardena & Homematic IP

Der Bewässerungsautomat Water Control von Gardena bewässert Ihren Garten intelligent und präzise. Der integrierte datengesteuerte Terminassistent nutzt Echtzeit-Wetterdaten sowie eine umfangreiche Pflanzenbibliothek, um den individuellen Wasserbedarf Ihrer Pflanzen zu berechnen. Auch als Dual Water Control mit zwei Ventilen erhältlich.

Der Homematic IP Bewässerungsaktor kann einfach in das Homematic IP Smart-Home-System integriert werden. Über die App lassen sich flexible Zeitpläne erstellen oder Sensoren einbinden. Die Nachrüstung ist fast selbsterklärend und schnell erledigt. Voraussetzung ist allerdins, dass ein Access Point bereits vorhanden ist.

Wie Sie beide Bewässerungssysteme anschließen, erklären wir Ihnen Schritt für Schritt in der Bildergalerie:

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Ein Gardena Smart Water Control ist an einem Wasserhahn einer weißen Backsteinwand angeschlossen.
Mini-Automat, Maxi-Wirkung: Der Smart Water Control lässt sich bei Bedarf immer wieder neu programmieren. Foto: Hersteller / Gardena
Eine Person hält eine Gardena Smart Water Control-Basisstation und steckt ein Netzwerkkabel in das Gerät ein.
Ans Netz anschließen: Für die Nutzung aller smarten Funktionen muss zunächst ein Smart Gateway mit dem Router verbunden werden. Foto: Hersteller / Gardena
Eine Person hält ein Smartphone mit geöffneter Gardena-App, daneben steht die Gardena Smart Water Control Basisstation.
Vielfalt: Das herstellereigene Smart Gateway verbindet alle Gardena-Smart-System-Geräte. Foto: Hersteller / Gardena
Ein Gardena Smart Water Control ist am Wasserhahn installiert, daneben bedient eine Hand ein Smartphone mit passender App.
Zuordnung: Über die App wird das Gerät ausgesucht und zum System hinzugefügt. Das geht innerhalb weniger Sekunden. Foto: Hersteller / Gardena
Eine Person fotografiert mit dem Smartphone einen blühenden Hortensientopf und blaue Deko-Kugeln auf der Terrasse.
Individuell: Mit der Gardena-App kann man die eigenen Pflanzen bestimmen und sich anzeigen lassen, welche Eigenschaften sie besitzen und welche Ansprüche sie haben. Foto: Hersteller / Gardena
Ein Homematic IP Bewässerungsaktor ist an einem Wasserhahn vor einer roten Backsteinwand angeschlossen.
Flexibel und schnell: Der Homematic IP Bewässerungsaktor lässt sich schnell nachrüsten. Die Installation ist beinahe selbsterklärend. Foto: Hersteller / Homematic IP
Eine Person hält einen Homematic IP Bewässerungsaktor und setzt frische Batterien in das geöffnete Batteriefach ein.
Das Gerät selbst benötigt zwei Batterien vom Typ 1,5 V LR6/Mignon/AA. Foto: Hersteller / Homematic IP
Eine Person montiert einen Homematic IP Bewässerungsaktor an einem Wasserhahn vor einer roten Backsteinwand.
Für den passgenauen Anschluss an den Außenhahn liefert der Hersteller Adapter mit. Foto: Hersteller / Homematic IP
Ein Homematic IP Bewässerungsaktor ist an einem silbernen Wasserhahn vor einer roten Backsteinwand angeschlossen.
In den unteren Teil des kleinen Computers wird die Gartenschlauchkupplung eingeklickt. Foto: Hersteller / Homematic IP
Ein Homematic IP Bewässerungsaktor ist am Wasserhahn installiert, daneben steuert eine Hand das Gerät per Smartphone-App.
Über den Access Point des Herstellers wird der Bewässerungsaktor dem System hinzugefügt. Foto: Hersteller / Homematic IP

Nachteile von Bewässerungscomputern

  • Erstinstallation: Ein Bewässerungscomputer allein bringt nicht viel. Erst im Zusammenspiel mit den dazugehörigen Komponenten wie Schläuche, Düsen, Sprinkler und weiterem Zubehör ergibt so ein System Sinn.

  • Kosten: Auch wenn Sie sich nicht für ein Highend-System entscheiden, teurer als ein einfacher Gartenschlauch ist ein Bewässerungscomputer samt Zubehör allemal.

  • Zeit: Für das Verlegen der Schläuche und Düsen und die Programmierung des Bewässerungssystems samt App-Steuerung sollte man ausreichend Zeit einplanen. Bei einem großen Garten mit verschiedenen Pflanzzonen kann das schon mal ein ganzes Wochenende werden.

Solar-Bewässerung für Hochbeete und Kübelpflanzen

Speziell für die Bewässerung von Hochbeeten, Terrassen- und Balkonpflanzen bietet Gardena das Solar-Bewässerungssystem AquaBloom. Die Funktionsweise des AquaBlooms: Die Steuereinheit wird an einem möglichst sonnigen Standort aufgestellt, perfekt ist ein Platz mit direkter Sonneneinstrahlung. Vor der ersten Benutzung muss es mindestens acht Stunden aufgeladen werden.

Eine Solar-Bewässerungsanlage versorgt ein bepflanztes, schwarzes Hochbeet neben einer blauen Regentonne mit Wasser.
Das solarbetriebene Gerät ist ideal für Hochbeete, Terrassen und Balkone. Foto: sidm / Michael Müller-Münker

Das Verteilerrohr wird auf die entsprechenden Längen zugeschnitten und mithilfe der T- und L-Stücke zu einer Art Netz zusammengesteckt. Überall dort, wo eine Pflanze bewässert werden soll, wird ein Reihentropfer montiert. Jetzt muss der Ansaugschlauch nur noch in ein Wassergefäß gehängt (Regenfass, Zinkwanne, oder ähnliches) und die Steuereinheit entsprechend des Wasserbedarfs eingestellt werden – dabei hat man die Wahl zwischen 14 vorprogrammierten Zeitplänen. Bewässerung ohne Strom und Wasseranschluss. In zwei Ausführungen erhältlich, ab ca. 130 Euro.

Solar-Bewässerung für den Rasen

Auch für den Rasen gibt es solarbetriebene Optionen. Das Gardena AquaPrecise All-in-One-System arbeitet oberirdisch mit Solarbetrieb (ca. 400 Euro). Ein Solar-Panel versorgt die Steuerung und Bewässerungsventile mit Energie, der Feuchtesensor misst den Boden, die Steuerung gibt bei Bedarf Wasser ab. Die Programmierung erfolgt über die App. Das Gerät gibt es auch in einer Einbau-Version (unterirdisch, ca. 450 Euro).

Unser Fazit

Smarte Bewässerungssysteme sind die ideale Lösung für Gartenliebhaber, die Zeit sparen und ihren Garten dennoch optimal pflegen möchten. Ob eine günstige Zeitschaltuhr oder eine vollständig integrierte Smart-Home-Lösung mit Sensoren und App-Steuerung – für jeden Bedarf gibt es das passende System. Aufwendige Systeme lohnen sich vor allem für Berufstätige und Vielreisende. Einfache Systeme mit Solarbetrieb sind hingegen günstiger und stellen bereits eine Erleichterung bei der Pflege von Balkonblumen dar.

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