Sideboard bauen

Aus selbst ist der Mann 1/2017

Es gibt Möbel, die toll aussehen. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich dann das schöne Sein als Schein. Denn kaum ein Möbelhersteller greift zu 26 mm starkem, massivem Nussbaum-Leimholz. Wir ziegen Ihnen, wie Sie ein wirklich schönes Sideboard bauen.

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Das Sideboard ist aus hochwertigem Walnussholz und mit einem gradlinigen Design.

Sideboard

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Grifflos: Durch die schräg geschnittene Griffkante konnten wir auf Beschläge zum Öffnen verzichten.

Bauanleitung

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Exakter Zuschnitt braucht nicht unbedingt eine Formatkreissäge; mit Handkreissäge und Führungsschiene geht dies ebenso genau.

Kommode

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Die beiden Seiten werden an der Rückseite durchgefalzt.

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Boden und Deckel mit der Oberfräse einsatzgefalzt.

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Den Fräserradius vom Einsetzen stemmen Sie anschließend mit einem scharfen Stechbeitel sauber weg.

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Da Boden und Deckel durchgehen und die aufrechten Elemente dazwischen liegen, werden diese für Holzdübel mit 8-mm-Löchern versehen.

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Dübel-Markierstifte einsetzen und Dübelpositionen exakt auf das jeweilige Gegenstück übertragen.

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An den Markierpunkten die Zentrierspitze des Holzbohrers ansetzen und ebenfalls Sacklöcher bohren. Dübel einsetzen, ...

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... erstes Element auf den Boden setzen, Distanzhölzer auflegen und dann die Dübelpunkte der Zwischenwände ermitteln.

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Im rechten Bereich der Kommode die Nut für die Schiebetür fräsen – zum Einsetzen der Tür oben tiefer als unten.

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Bei der geringen Höhe des Sideboards kann auf eine aufwendige Lochreihe verzichtet werden. Fertigen Sie eine kleine Schablone mit 2-mm-Bohrungen im Bohrabstand von 32 mm an.

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Anschließend leimen und nageln Sie ein Anschlaghölzchen gegen den Kopf. Wichtig ist, die Schablone immer von einer Seite anzulegen.

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Bis auf das Schubkastensegment werden die Ausfachungen mit einer Mini-Lochreihe für Regalböden ausgestattet.

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Dazu die Schablone anlegen, mit Drahtstift die Bohrungen markieren und mit der Ständerbohrmaschine einbohren.

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Für das Schubkastenelement werden Leisten mit 2 Dübeln je Leistenseite zwischen den Wänden angebracht.

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Jetzt alle Teile rechtwinklig verleimen und verpressen. Am besten zu zweit arbeiten!

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Anschließend sowohl beim Tür- als auch beim Schubladenelement eine obere Anschlagleiste unter den Deckel leimen.

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Die Füße bestehen aus drei aufeinandergeleimten Plattenabschnitten. Um zu verhindern, dass sich die Platten beim ...

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... Leimen verschieben, Drahtstifte in die Leimflächen schlagen, Köpfe abkneifen, Leim angeben und kantenbündig pressen.

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Da das Sideboard gelegentlich bewegt werden soll, werden in die Füße kleine Lenkrollen (Roller-Minis) eingelassen.

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Anschließend leimen Sie die Füße unter den Boden. Auch hier hilft der "Nageltrick" und verhindert ein Verschieben.

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Seiten und Front werden zur Aufnahme des Bodens durchgenutet, die Rückwand ist um das Maß bis zur Nut schmaler.

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Seiten und Front/Rückwand werden gedübelt; hierbei gehen die Seiten durch.

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Verleimen Sie die drei Schubkästen und überprüfen dabei die Rechtwinkligkeit.

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Nun den Boden einschieben und von unten gegen die Rückwand verschrauben.

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Die Kugel-Vollauszüge schrauben Sie in den Korpus; gegen die Seiten gespannte Zulagen sorgen für gleiche Montagehöhe.

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Sind alle Auszugspaare montiert, schrauben Sie die Schubkästen von außen an. Auch diese liegen dabei auf Zulagen.

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Schneiden Sie nun Tür und Schubkasten-Blenden inklusive der schrägen oberen Griffleiste mit Kreis- und Stichsäge zu.

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Für ein symmetrisches Ausrichten der Blenden seitlichen Anschlag anklemmen und unten Distanzhölzer platzieren.

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Schubkasten (mit abgekniffenen Nägeln versehen) dann fest gegen die Front drücken.

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Front jetzt in so markierter Position von der Schubkasteninnenseite festschrauben, dann weitere Blenden ebenso montieren.

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Topfbandbohrungen in die Tür einlassen ...

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... Topfbänder montieren und die Kreuzplatten in entsprechender Höhe gemäß Bohrschema im Korpus montieren.

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Durch Einklicken werden Topfband und Kreuzplatte miteinander verbunden, es folgt die Justage mittels Stellschrauben.

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Schrauben Sie nun die Rückwand (Sperrholz mit einer Seite Nussbaumfurnier) mit Rückwandschrauben fest. Vorbohren.

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Satiniertes Plexiglas zuschneiden, Kanten glätten und von der Rückseite einen Klotzgriff aus Nussbaum anschrauben.

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Tipp: Hartwachs-Öl feuert die Maserung von Nussbaum-Holz an. Es wird dunkler, erhält einen matten Glanz und schützt das Holz vor Feuchtigkeit und Staub. Hartwachs-Öl nach dem Feinschliff auftragen und Überschuss mit dem Lappen aufnehmen; zwei- bis dreimal wiederholen.

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Die Maße des Sideboards.

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Fussbohrungen: Zur Aufnahme der Roller-Mini-Lenkrollen müssen Sie in die Füße ca. 20 mm tiefe 40-mm-Löcher bohren.

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Fussbohrungen: Zur Aufnahme der Roller-Mini-Lenkrollen müssen Sie in die Füße ca. 20 mm tiefe 40-mm-Löcher bohren.

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Die Materialkosten liegen bei 2000 Euro.

Oscar Wilde hat es mit seiner viel zitierten Äußerung auf den Punkt gebracht: "Mit dem guten Geschmack ist es ganz einfach: Man nehme von allem nur das Beste." Zugegeben, das lässt sich praktisch nicht in allen Lebensbereichen umsetzen, aber bei langfristigen Anschaffungen ist es durchaus angemessen, sich daran zu erinnern. Darum greifen wir für unser tolles Sideboard zu stärkerem Holz. Die Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie das Sideboard bauen und ohne hohe Kosten ein Designer-Möbel aus Walnussholz fertigen!

Sideboard bauen: Gradliniges Design ohne Firlefanz

Checkliste Werkzeug

  • (Ständer-) Bohrmaschine

  • Akku-Schrauber

  • Dübel-Markierstifte

  • Exzenterschleifer

  • Forstnerbohrer

  • Handkreissäge

  • Leimzwingen

  • Oberfräse

  • Stechbeitel

Das Sideboard ist ein echter Klassiker, an dem Generationen Freude haben können. Das Material wird durch die geradlinige und zeitlose Konstruktion ohne Schnörkel und Firlefanz nochmals aufgewertet. Auch hier passt wieder ein Wilde-Zitat: "Mode ist eine so unerträgliche Form der Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen." Keine Sorge, bei diesem Sideboard müssen Sie sich über Modeaspekte keine Gedanken machen.

Produkte von der Werkzeug-Checkliste

Das Video zeigt, wie dekorativ das Sideboard am Ende aussieht:

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Das Walnuss-Leimholz mit durchgehender Lamelle ist zwar kostspielig, aber edel. Bei einem solchen Möbel ist das Beste eben oft gerade gut genug. Ohne Griff, dafür mit schräger Griffkante versehen, kommen die Türen und Schubladenfronten der Kommode aus. So wirkt das Möbel noch geradliniger.

Fotos: sidm/Archiv, Pavel Strnad,; Zeichnungen: Jens Bosse

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