Hammer-Test 22 Hämmer im Vergleich

Einen Hammer gibt es wohl in jedem Haushalt – oftmals unsichere Antiquitäten. Wir haben daher mit der VPA Remscheid in unserem Schlosserhammer-Test 22 Modelle auf die Probe gestellt.

Schlosserhämmer im Test
Diese Marken haben wir getestet:
  • Bauhaus
  • Conmetall
  • Connex
  • Go on (Hagebau)
  • Lux
  • Peddinghaus
  • Stanley

Schlosserhammer sind doch simple Werkzeuge – was kann man da schon testen? Die DIN-Norm nennt Mindeststandards für das Basiswerkzeug – doch nicht alle Typen in unserem Vergleich erfüllen die Kriterien. Zusätzlich zu den aufgelisteten Marken wurden im Schlosserhammer Vergleich auch ein Hammer-Typ von Habero (Gedore) getestet. Von den elf 500 g und elf 300 g schweren Schlosserhämmer im Test erreichten 4 Modelle die Bestnote "sehr gut" und 12 die Note "gut". Vier Schlosserhämmer waren noch "befriedigend", einer "ausreichend" und lediglich ein Hammer fiel auf ganzer Linie mit einem "ungenügend" durch.

 

Was ist ein Schlosserhammer?

Es gibt viele verschiedene Hammerarten. Aber was ist ein Schlosserhammer? Ein Schlosser-Hammer ist ein Standardhammer, wie er in jedem guten Werkzeugkoffer vorhanden sein sollte. Er ist kein spezieller Hammer aber daran erkennbar, dass sein Hammerkopf aus geschmiedetem und gehärtetem Stahl besteht.
Nach der DIN-Norm sollte das Stiel-Material Eschen- oder Hickory-Holz sein. Das macht das Werkzeug robust. Es gibt aber auch Modelle mit einem Fiberglas-Stiel. Damit der Stiel im Kopf hält, wird im Hammerkopf ein Ringkeil in den Stiel getrieben, der ihn mit dem Kopf verpresst.
Achtung: Ist der Verguss blickdicht, sieht man nicht, wie tief der Stiel im Kopf steckt. „Oft wird der Stiel nur zu 3⁄4 eingeschoben“, sagt Bodo Hoppe von der Versuchs- und Prüfanstalt (VPA) in Remscheid.
Damit der Stiel nicht beschädigt wird, wenn man einen Nagel nicht trifft, schützt ihn eine Hülse: Mal ist sie aus Metall, mal nur aus  Kunststoff.

 

Verwendung Schlosserhammer

Der Schlosserhammer findet im privaten und gewerblichen Gebiet Verwendung. Im Gewerbe werden die Hämmer häufig von Juwelieren, Künstlern oder beim Schiffbau genutzt. Im privaten Gebrauch nutzen die Hämmer Heimwerker auch für gröbere Arbeiten wie z.B. zum Einschlagen von Nägeln oder zum Bauen und Reparieren von Zäunen.

Das Video zeigt, wie Sie Nägel verbinden:

 
 

Schlosserhammer Aufbau

Der Schlosserhammer besteht wie ein ganz gewöhnlicher Hammer aus einem Kopf und einem Stiel. Der Hammerkopf besitzt eine Pinne (die schmale Seite) und eine Bahn (die flache Seite). Die Pinne sitzt mittig auf dem Hammerkopf. Je nachdem, ob er die deutsche, französische oder englische Form hat, ist der Hammer aber anders aufgebaut.
Die deutsche Form hat einen recht langen Stiel und einen klassisch geformten Hammerkopf.
Die französische Variante hat eine abgesetzte Pinne. Der französische Schlosserhammer ist auch als Schreinerhammer bekannt, da er häufig für das Schlagen auf Holz verwendet wird.

Das englische Modell unterscheidet sich durch seine Kopfform. Denn dort wo sonst die spitze Pinne ist, hat die englische Form eine Kugel. Die englischen Bauformen werden auch Ingenieurshammer genannt, da er zum Einsatz kommt, wenn man sehr präzise Schläge ausführen möchte. Diese Form hat einen relativ kurzen Stiel und ist deutlich leichter als die beiden anderen Bauformen.

 

Welcher ist der beste Hämmer?

Der beste Schlosserhammer erfüllt die Voraussetzungen der DIN und gleichzeitig Ihre persönlichen Anforderungen. Welche Dinge uns im Hammer Vergleich aufgefallen sind, sehen Sie hier:

Positiv aufgefallen im Schlosserhammer-Test

  • Viele der guten Werkzeuge sind günstige Hämmer.
  • Die meisten Schlosserhämmer haben einen guten Schliff, welcher entscheidend ist.

Negativ aufgefallen im Schlosserhammer-Test

  • Die Hälfte der Schlosserhämmer hat keine Stielkopf-Schutzhülse.
  • Fast alle Schlosserhämmer haben einen lackierten Griff, der weniger Halt bietet.

Qualitäts-Hammer

 

Schlosserhammer kaufen: Worauf achten?

Bei einem Schlosserhammer gibt es viele Merkmale, die für eine gute Qualität sprechen. Diese Dinge haben wir bei unserem Hammer Test verglichen:

  • Abziehprüfung: Sitzt der Hammerkopf fest auf dem Stiel? DIN 1193 gibt klare Vorgaben: 3.000 bzw. 6.000 N Kraft zerren am Hammer.
  • Materialhärte: Dieser technische Wert stellt sicher, dass der Hammer nicht zu hart ist und im Einsatz splittert. Auch darf das Metall nicht zu weich sein, sonst bilden sich Dellen.
  • Verarbeitung: Der Kopf soll frei von Einschlüssen, Rissen etc. sein. In einem Werkzeug haben die Tester aber nichtmetallische Einschlüsse gefunden. Sie schwächen das Materialgefüge und führen zu Absplitterungen.
  • Kennzeichnung: Die VPA-Werkzeugprofis schauen genau hin. Denn um Garantieleistungen einzufordern, muss der Anbieter dauerhaft auf dem Hammer stehen – meist als Aufdruck.
  • Chemische Analyse: Einige Griffe rochen stark – das Labor prüfte auf Schadstoffe wie PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe).
  • Rutschsicherheit: Lackierungen sind oft zu rutschig. Für guten Halt bei der Arbeit sorgen Gummi-Ummantelungen oder Nuten im Stiel. Ummantelungen sind zwar griffig, enthalten vereinzelt aber immer noch krebserregende Stoffe. Nuten können Druckstellen hinterlassen.
  • Stielkopf-Schutzhülse: Geht ein Schlag daneben, beschädigt der Nagel den Stiel. Aufgeschobene Hülsen schützen ihn.

In unserem Schlosshammer-Test sind 22 Hammer gegeneinander angetreten. Unser übersichtlicher Testbericht mit allen Noten, Wertungen und den Hammer-Testsiegern der 300 und 500 g Schlosshämmer finden Sie weiter unten im Download.


Hersteller: Habero 4 H-300
Gewicht (g): 300
Material Stiel: Hickory
Abziehprüfung (N): 9.700
Fazit: Einfache, aber gute Ausführung


Hersteller: Habero Rotband 300
Gewicht (g): 300
Material Stiel: Hickory
Abziehprüfung (N): 24.600
Fazit: Hochwertiges Produkt, ohne sichtbare Mängel


Hersteller: Stanley Graphite
Gewicht (g): 300
Material Stiel: Glasfaser
Abziehprüfung (N): 6.900
Fazit: Pinne nicht gefast, blind vergossen, PAK


Hersteller: Stanley Graphite
Gewicht (g): 500
Material Stiel: Glasfaser
Abziehprüfung (N): 12.000
Fazit: Schlechter Schliff, Pinne nicht gefast


 

Aktuellen Schlosserhammer-Test herunterladen

Hammer-Test SE04/2008
Umfang: 6 Seiten
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Das Fazit unseres Schlosserhammer Vergleich ist besonders erfreulich. Neben Schliff und Härte ist auch die Handhabung wichtig. Denn für ein sicheres Arbeiten muss der Hammer gut in der Hand liegen. Diese Preise waren unterschiedlich. Aber bedeutet ein hoher Preis auch, dass die Qualität besser ist? Mehr Details zum Thema Hammer gibt es im ausführlichen Testbericht hier zum Download >>

Schlosserhammer welches Gewicht?

Sie haben sich dazu entschlossen einen Schlosserhammer zu kaufen und wissen nicht welches Gewicht er haben muss? Hier ist die Antwort. Im privaten Gebrauch ist ein Werkzeug mit 300-500 g vollkommen ausreichend.
Für leichte Nagelarbeiten gibt es aber auch welche mit 100 oder 200 g. Ein Modell mit 1.000 g ist beim Heimwerken nicht notwendig. Diese kommen meist wie Vorschlaghammer für schwere Stein- oder Abrissarbeiten zum Einsatz.

Schonaufsatz für Schlosserhammer

Damit farbige Bleche nicht beschädigt werden oder Schlagspuren sichtbar sind, gibt es Schonaufsätze für den Kopf. Diese werden einfach auf dem Hammerkopf befestigt. Diese Extra-Ausstattung erhalten Sie im Baumarkt oder bei dem Hersteller selbst.

Schlosserhammer lagern und pflegen

Wer eine lange Lebensdauer bei seinem Schlosserhammer garantieren möchte, sollte ihn richtig lagern und pflegen. Bei der Lagerung sollten Sie vor allem darauf achten, dass der Hammer sauber ist. So können Sie ihn auch beim nächsten Mal direkt verwenden. Außerdem sollten Sie ihn nur im trockenem Zustand lagern. Denn bei zu viel Feuchtigkeit kann Rost entstehen. Um das Werkzeug vor Rost zu schützen, können Sie ihn auch mit einem Öl schützen. Ein paar Tropfen von Maschinenöl (z.B. das, welches Sie auch für die Fahrradkette nutzen) reichen schon aus. 
Praxistipp: Sollte sich doch mal Rost ansetzen, reicht es meist ihn mit einer Drahtbürste abzubürsten.
Zusätzlich zu der Pflege mit Rostschutz sollten Sie auch regelmäßig überprüfen, ob der Hammerkopf fest sitzt. Denn nur ein fester Kopf bietet eine hohe Sicherheit. Ist dies nicht der Fall können Sie den Stiel mit einer Feinsäge etwas einschneiden und ihn dann wieder in den Hammerkopf stecken. Zum Schluss noch einen kleinen Holzkeil in die Schnittfläche stecken und schon sitzt der Kopf wieder fest auf dem Stiel.

Fotos: sidm / Archiv

Quelle: selbst ist der Mann 4 / 2008

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