Ledercouch flicken

Lesen Sie, wie Sie eine Ledercouch flicken und das Leder mit der geeigneten Pflege lange Zeit geschmeidig halten.

Das Ledersofa ist in vielen Wohnzimmern zu Hause: Neu und gepflegt macht es seinen Besitzern viel Freude – aber mit der Zeit zeigen sich Gebrauchsspuren und irgendwann auch die ersten Schäden. Damit das Sofa nicht auf den Sperrmüll wandern muss, lohnt es sich gerade bei hochwertigen Ledersofas, die Schäden frühzeitig zu beheben.

 

Loch in Leder reparieren

Ein Loch in der Ledercouch zu reparieren oder im Vinylstuhlpolster, im Autositz oder in der Lederhose ist keine unleistbare Herausforderung: Die Anwendungsmöglichkeiten für dieses spezielle Leder-Reparatur-Set sind vielfältig. Zum Set gehören Spezialkleber, die farbige Reparaturmasse mit Mischtopf, eine Mischtabelle, Strukturpapier, Transferstempel, Füllstoff, Spatel und ein Probestück. Richtig gearbeitet, können Sie die reparierte Stelle kaum von der Umgebung unterscheiden. Solche Lederreparatur-Sets werden beispielsweise von der Firma ATG angeboten, die auf die Reparatur von in Fahrzeugen üblichen Materialien wie Kunstleder, Stoff und Leder spezialisiert ist.

 

Ledersofa reparieren: Loch flicken

Wenn Sie Ihr Ledersofa reparieren wollen, sind in der Regel die folgenden Arbeitsschritte erforderlich. Klar ist auch, dass ein Schaden am Leder (ob ein Brandloch von der Zigarette, Kratzspuren der Katze oder der Rotweinfleck) nie vollständig "unsichtbar" auf dem Naturprodukt gemacht werden kann. Praxistipp: Ratsam ist es, die (chemischen) Reiniger an einer unauffälligen Stelle zu testen, ehe Sie damit großflächig die Sitzfläche der Ledercouch behandeln.

  • Vor der Lederreparatur muss das Leder gereinigt werden: Saugen Sie das Sofa mit dem Staubsauger ab und reinigen Sie die schadhafte Stelle zusätzlich mit einer milden Seifenlauge.
  • Kleine Kratzer oder Risse in spröde gewordenem Leder können Sie mit speziellen Farbauffrischern aus dem Lederfachhandel reparieren.
  • Risse und Löcher im Leder hinterfüttern Sie am besten mit einem Stück stabilen Stoffs, das mit dem Lederbezug des Sofas verklebt wird: Schieben Sie dazu einen kleinen Stoffflicken durch das Loch im Leder und streichen es glatt, bis es plan unter dem Lederbezug liegt. Mit einer Spritze geben Sie nun Lederkleber zwischen Bezug und Flicken und drücken die Ränder fest aufeinander. Bis der Kleber abgebunden hat, sollte der Bezug spannungsfrei gehalten werden. Unebenheiten kann man später noch mit Leder-Reparaturspachtel bearbeiten und den Farbton mit Lederfarbe angleichen.
  • Nach jeder Lederreparatur sollte das Ledersofa gut imprägniert werden, um weiteren Schäden vorzubeugen.

 

Leder reinigen & pflegen

Flecken sind immer ärgerlich!  Auf Ledermöbeln sind sie aber auch eine Herausforderung – einfach waschen ist hier nicht möglich.

Dennoch muss man sich nicht mit Flecken auf der ledernen Sofagarnitur abfinden. Denn es gibt einige Mittel, die Flecken und Schmutz schnell verschwinden lassen. Zumindest dann, wenn es noch nicht zu spät ist. Daher ist eine regelmäßige Pflege und Reinigung durchaus zu empfehlen
Praxistipp: Gegen angetrockneten Schmutz, Speisereste oder Fett auf Glattledermöbeln helfen Lederimprägnierschaum oder Feinwaschmittel, die in handwarmem, destilliertem Wasser gelöst werden:

  • Ein weiches Tuch anfeuchten,
  • gut ausdrücken
  • und den Fleck großflächig abwischen, ohne dabei das Leder zu durchfeuchten.
  • Mit einem Wolltuch gut nachtrocknen.

Leder ist ein Naturprodukt und bedarf daher auch einer besonderen Pflege: Da Leder sich nicht selbst regenerieren kann, sollten Sie es regelmäßig reinigen und mit essenziellen (also lebensnotwendigen) Nähr-, Feuchtigkeits- und Pflege-Stoffen versorgen, damit das Material seine spezifischen Eigenschaften, wie z. B. seinen weichen Griff und seine Natürlichkeit behält. Als Minimal-Pflegemaßnahme sollte das nebelfeuchte Abwischen von Glattleder gehören: Einmal in der Woche entfernen Sie so gründlich, Krümel, Staub und andere Schmutzpartikel, damit die Ledercouch durch den Alltagsgebrauch nicht übermäßig verschmutzt, austrocknet oder ihre Farbe einbüßt.

Leder klebt: Wie reinigen?

Altes Leder kann schnell speckig werden und kleben. Dieser Fettfilm entsteht durch einen normalen Umgang. Denn unsere Haut besitzt einen natürlichen Fettfilm, der die Poren des Leders verstopft. Um das zu verhindern, sollten Sie das Ledersofa regelmäßig reinigen. Denn ist das Fett erst mal in das Leder eingezogen, helfen auch viele Reinigungsmittel nicht mehr. Folgende Dinge können Sie ausprobieren, wenn normale Reinigungsmittel nicht mehr helfen:

  • Bügelfolien: Diese gibt es speziell für Leder und ähneln Löschblättern. Einfach auf das Leder legen und bügeln.
  • Spezialreiniger: Wie für alles andere auch, gibt es auch für Leder spezielle Reiniger. Diese wenden Sie am besten nach Herstellerangabe an.
  • Reinigungsalkohol: Diesen verdünnen Sie etwas und tupfen ihn dann auf das Sofa. Nach einer Einwirkzeit können Sie es dann abwischen oder abbürsten.
  • Wasser: Warmes Wasser löst Fette. Benetzen Sie die Oberfläche vorsichtig mit etwas Wasser. Danach: ausbürsten und gut trocknen lassen.
  • Letzte Rettung: Als letzte Maßnahme können Sie auch die Couch auch professionell reinigen lassen.

Praxistipp: Damit das fettige Gefühl des Leders nicht wieder auftritt, ist eine regelmäßige Reinigung Pflicht. Um die Zeit zwischen den Reinigungen zu verlängern, können auch Versiegelungen helfen.

 

Leder-Risse reparieren

Achtung: Bei der Lederpflege ist auch die Art des Leders entscheidend! Wegen seiner Weichheit und Wärme wird Anilinleder besonders gern für Sofas verwendet. Aber diese Eigenschaften machen das offenporige Leder sehr anfällig für Flecken. Auf Anilinleder abgestimmte Pflegeprodukte führen dem Leder vor allem rückfettende und Feuchtigkeit spendende Inhaltsstoffe zu – sekundär bieten sie auch eine Imprägnierung und einen gewissen Schutz gegen Verbleichen.
Viel robuster sind Sofas aus pigmentiertem, gedecktem Leder, das mit einer schützenden Farbschicht überzogen ist. Das Leder fühlt sich fester, härter, kälter an – ist dafür aber auch viel pflegeleichter: Eine gute Lederpolitur genügt, um das Leder lange Zeit sauber, geschmeidig und farbecht zu halten.

Was tun, wenn Leder abblättert?

Gerade bei Kunstleder passiert es schnell, dass das Leder abblättert. Sobald die ersten Anzeichen auftreten (z.B. verblasste Farbe, leichte Risse), kann man dem entgegenwirken. Mit speziellen Lacken kann man dann die verblichene Farbe nachfärben und gleichzeitig die bröckelnden Stellen verkleben. Damit sich das Leder nicht löst, gibt es Gewebeauflagen oder Netze aus Kunststoff. Außerdem kann auch die richtige Pflege helfen. Dafür sollten Sie regelmäßig einen Versiegelungsfilm auftragen. Dieser verlangsamt den Prozess. Auch das Vermeiden von Verformungen und Knicken kann die Lebensdauer des Kunstleders verlängern. Mit Decken oder Überwürfen können Sie das Kunstleder auch schützen. Der letzte Ausweg sind Flicken, die das Abblättern um ein paar Monate verzögern.

Fotos: sidm / Archiv

Quelle: selbst ist der Mann

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