Ganzjahresreifen

Ein Reifen für alle Jahreszeiten?

Ganzjahresreifen werden immer beliebter. Kein Wunder, denn wer wechselt schon gerne die Reifen? Doch reichen die angeblichen Allround-Talente tatsächlich an die Qualität und Sicherheit von Sommer- und Winterreifen heran?

Ganzjahresreifen
Foto: ADAC
Auf Pinterest merken

Mehr zum Thema:

Zunächst einmal die gute Nachricht: Sofern Ganzjahresreifen über das entsprechende Alpine-Symbol – einer Schneeflocke in einer Bergkette mit drei Gipfeln – verfügen, sind Sie gesetzlich auch für das Fahren auf Schnee und Eis zulässig. Das heißt jedoch nur, dass sie die gesetzlichen Mindestanforderungen für das Fahren auf Schnee und Eis erfüllen. Wir erklären Ihnen, wie sich Ganzjahresreifen von typischen Sommer- und Winterreifen unterscheiden und wo ihre Vor- und Nachteile liegen.

Winterreifen
© ADAC e.V./Wolfgang Grube

Ganzjahresreifen: Vor- und Nachteile

Der Vorteil von Ganzjahresreifen ist ganz klar: Man spart sich zwei Mal im Jahr das lästige Umrüsten der Reifen sowie die Kosten für die Lagerung. Insbesondere wenn Sie Ihre Reifen nicht selber wechseln können und auch keinen Platz für deren Lagerung haben, spart das nicht nur Zeit sondern auch Geld. Ein Satz Ganzjahresreifen ist zwar generell teurer als ein Satz Sommer- oder Winterreifen, dafür benötigt man jedoch auch nur einen Satz.

Ein deutlicher Nachteil ist der schnellere Verschleiß der Reifen. So sparen Sie zwar anfänglich in der Anschaffung, müssen jedoch auch häufiger neue Reifen kaufen – das summiert sich auf Dauer. Hinzu kommt der höhere Spritverbrauch durch die erhöhte Abnutzung der Reifen.

Sommer-, Winter-, Ganzjahresreifen: Die Unterschiede

Sommer- und Winterreifen unterscheiden sich grundsätzlich in zwei Punkten: dem Profil und der Gummimischung. Winterreifen müssen vornehmlich Schnee und Eis bewältigen und verfügen daher über zahlreiche Lamellen im Profil, die die Haftung auf glatten Oberflächen erhöhen. Das Profil von Sommerreifen ist hingegen besser geeignet, um Wasser zu verdrängen. Die Gummimischung von Sommerreifen ist zudem härter, was einen geringeren Bremsweg und einen geringeren Abrieb bei hohen Temperaturen sichert.

Ganzjahresreifen übernehmen die Aufgaben von sowohl Sommer- als auch Winterreifen und müssen daher ein gutes Fahrverhalten bei Schnee, Eis, Nässe und Trockenheit aufweisen. Dafür stellen sie sowohl im Profil als auch im Material eine Mischung zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Da Ganzjahresreifen jedoch nicht über beides gleichzeitig verfügen können – einer harten und einer weichen Gummimischung sowie einem Sommer- und einem Winterprofil – müssen die Allwetterreifen Kompromisse eingehen:

  • Sie verfügen über Lamellen im Profil wie Winterreifen – allerdings über weniger: Das verringert die Haftung auf Schnee und Eis.
  • Sie sind nicht so weich wie Winterreifen, aber auch nicht so hart wie Sommerreifen: Das verlängert den Bremsweg und erhöht den Verschleiß.

Ganzjahresreifen sind daher vor allem attraktiv für Zweitwagen oder wenn Sie generell wenig fahren. So können Sie den Wagen bei extremen Wetterlagen stehen lassen, verschleißen im Sommer nicht so viel Gummi und sparen sich obendrein noch den lästigen Reifenwechsel.

Ganzjahresreifen im Test

Ein aktueller Ganzjahresreifen-Test des ADAC zeigt die Kompromisse, die Ganzjahresreifen eingehen, noch einmal deutlich auf. So sind die besten Ganzjahresreifen zwar immer noch besser als Sommerreifen im Winter bzw. Winterreifen im Sommer, sie reichen jedoch nicht an die „Experten“ der jeweiligen Saison heran. Vor allem das Fahrverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn lässt zu wünschen übrig.

Grundsätzlich hat sich laut ADAC in den letzten Jahren jedoch einiges verbessert, eine deutliche Empfehlung kann jedoch nach wie vor nur für die spezialisierten Sommer- und Winterreifen ausgesprochen werden. Wer sich dennoch Ganzjahresreifen kaufen möchte, sollte die Tests genau studieren und nicht an den Kosten geizen. Wer bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, erhält meist auch einen Ganzjahresreifen, der deutlich besser und sicherer ist als die billige Konkurrenz.

Das könnte Sie auch interessieren ...

Elektroschubkarre - Foto: iStock/ AleksandarNakic
Ohne Muskelkraft
Elektroschubkarre: Für den einfachen & schnellen Transport

Während klassische Schubkarren mit recht viel Muskelkraft geschoben werden müssen, versprechen Elektroschubkarren eine entspanntere und rückenschonende Alternative. Doch welche Elektroschubkarre ist das richtige Modell für Sie und woran ist ein gutes Produkt überhaupt zu erkennen?

Stihl - Foto: STIHL
Nachhaltiger Garten & Artenvielfalt
Kirschlorbeer ersetzen: Die besten Alternativen im Überblick

Eine Hecke im Garten schützt vor Lärm und bietet Privatsphäre. Sie kann außerdem ein wichtiger Lebensraum für Tiere sein und Insekten Nahrung liefern. Bei Heckenpflanzen wie Thuja- oder Kirschlorbeer kommt dieser Aspekt aber eher zu kurz. Doch die Biodiversität lässt sich durch zusätzliche Wildsträucher und Stauden verbessern.

Ein Mann kniet im Garten neben einem neu angelegten Weg aus Natursteinen. Mit roter Arbeitshandschuhen verteilt er Sand mit einer Kelle und prüft mit einer Wasserwaage die Ausrichtung der Pflastersteine. Neben ihm liegen Werkzeuge, im Hintergrund stehen Baumaterialien und ein Betonmischer. - Foto: iStock/sturti
Pflaster richtig vorbereiten
Solider Unterbau für Pflaster-Flächen

Bevor die eigentlichen Pflasterarbeiten starten konnten, musste zunächst ein solider und tragfähiger Untergrund geschaffen werden. Dieser bildet die Grundlage für die gesamte Fläche und sorgt dafür, dass das Pflaster später dauerhaft stabil, eben und belastbar bleibt.

Welche Erde fürs Hochbeet? - Foto: sidm / MMM
Hochbeetfüllung
Welche Erde fürs Hochbeet wählen? Tipps für die perfekte Mischung

Damit Gemüse- oder Zierpflanzen im Hochbeet gut gedeihen, kommt es auf die richtige Hochbeetfüllung an. Doch: Welche Erde eignet sich fürs Hochbeet?

Auf einem Dach hat sich viel Schnee angesammelt – an der Dachrinne hängen kristallklare, spitze Eiszapfen - Foto: Hersteller / Braas
Winterdienst
Schneeschäden vorbeugen: So schützen Sie Haus & Dach vor Wintergefahren

Mit praktischen Checklisten und Experten-Tipps Schneeschäden vorbeugen! So schützen Sie Ihr Haus, Dach & Garten vor Schnee, Eis und Frost. Jetzt clever vorbereiten!

Ein Mann in braunen Winterstiefeln befreit den Gehweg mit einer schwarzen Schneeschaufel von Schnee. - Foto: AdobeStock / aboutmomentsimages
Winterdienst
Schnee schippen: Pflichten, Tipps & die besten Werkzeuge für sicheres Schneeräumen

Schneeräumen ist im Winter eine lästige Pflicht: Unsere Tipps erleichtern die mühsame Arbeit mit der Schneeschaufel. Außerdem erfahren Sie in diesem Ratgeber alles Wichtige zur Schneeräumpflicht beim Winterdienst vor der eigenen Haustür.