Die Geschichte des Upcycling

Was ist Upcycling?

Upcycling ist Trend – und das nicht erst seitdem Greta Thunberg der Welt den Klima-Finger entgegenreckt. Aber was ist Upcycling? Wenn Du schon immer wissen wolltest, wo der Ursprung von Upcycling liegt, wann man das kreative Aufwerten von Abfallprodukten zum ersten Mal "upcycling" nannte und wer daraus einen riesigen DIY-Trend kreierte, dann wirst Du hiervon begeistert sein.

Upcycling Geschichte
Upcycling ist ein Trend. Doch was bedeutet Upcycling? Foto: Nicola Fioravanti / Unsplash
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Die Geschichte von Upcycling ist im Prinzip nicht neu: Aus Altem Neues schaffen, das haben Menschen schon immer gemacht – Dinge reparieren, wiederverwerten, umnutzen. In Zeiten von Armut (z. B. in den Slums der dritten Welt) oder Mangelwirtschaft (nach Kriegen, in der Planwirtschaft) wurden Menschen schon immer kreativ und haben versucht, aus den Rohstoffen, die vorhanden waren – und seien es auch "Abfallstoffe" – neue, funktionale Gebrauchsgegenstände zu schaffen! Frag doch mal Deine Großeltern, wie erfindungsreich deren Generation den Alltag gemeistert hat! Die moderne Wegwerfgesellschaft, wie sie heute existiert, ist viel eher die (unrühmliche) Ausnahme in der Geschichte – Zeit, sich auf den Ursprung des Upcycling zurückzubesinnen!

Ein Upcycling-Projekt zeigen wir bereits im Video:

Video Platzhalter
Video: Xcel Production

Was bebedeutet Upcycling?

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  • Upcycling-Ideen

  • Upcycling-Möbel

Was ist Upcycling eigentlich genau: einfach Abfall wiederverwerten? Nicht ganz, das Wort Upcycling setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen „up“ (= nach oben) und „recycling“ (= Wiederverwertung). Im Unterschied zum einfachen Recycling, bei dem der Abfall (ob Plastikbecher, Tetra-Pak oder Bauschutt) unter zum Teil hohen Energieeinsatz geschreddert wird, um die ursprünglichen Rohstoffe voneinander zu trennen, nutzt man das vorhandene Material beim Upcycling einfach weiter – mit einer anderen Funktion und erhöht so den (Nutz-)Wert des vermeintlichen Abfallproduktes!

Ursprung Upcycling
Alte T-Shirts lieferten den Stoff für das Blumenampel-Makramee. Foto: BauerStock / Bydlinska / stock.adobe.com

Fazit: Upcycling bedeutet, dass man (abgenutzte oder defekte) Alltagsgegenstände kreativ zweckentfremdet und anders als ursprünglich gedacht weiternutzt, statt sie einfach wegzuschmeißen!
Warum Upcycling so sinnvoll ist, erklärt dieser Beitrag an vielen überraschenden Beispielen:

Seit wann gibt es Upcycling?

Not macht erfinderisch: Den Spruch gab es schon lange vor dem Upcycling-Trend! Wo Rohstoffe rar sind, wertschätzen und pflegen die Menschen daraus hergestellte Produkte. Gartenwerkzeuge werden repariert, kaputte Socken gestopft, verschlissene Kleidung als Topflappen weitergenutzt – das war das vollkommen natürliche Upcycling unserer Vorfahren – seit Generationen! Bis die unvernünftige Wegwerf-Mentalität in der Moderne zur "Normalität" wurde.

Auch in vermeintlich "unterentwickelten" Gesellschaften fernab der Zivilisation wird Upcycling ganz selbstverständlich genutzt – lange bevor der Begriff überhaupt geprägt wurde:

  • In Afrika fertigen Nomadenstämme aus alten Autoreifen Schuhe, die ideal für die langen Märsche durch die Steppe sind.
  • Wassergefüllte PET-Flaschen, die mit dem Boden nach unten in Lehmdecken eingebaut sind, versorgen Schul- und Wohnräume auf den Philippinen mit Tageslicht.
  • In Indien ersetzen leere PET-Flaschen die Klimaanlage: Hierzu wird der Boden abgeschnitten, viele Flaschen neben- und übereinander in die Wand eingemauert, so dass die Ausgießöffnung nach innen weist. Der Einströmende Wind kühlt dann ohne Energieeinsatz die Häuser – dank Upcycling der Plastikflaschen wurde echter Mehrwert geschaffen, ohne neue Ressourcen zu verbrauchen!

Wer hat Upcycling erfunden?

Dem Ingenieur Reiner Pilz wird die Erfindung von Upcycling zugesprochen – zumindest das Wort "Upcycling" hat er geprägt und erstmals auf den Unterschied zum „Recycling“ hingewiesen, was in seinen Augen immer ein „Downcycling“ bedeutet. 1994 gab der Bauingenieur der britischen Zeitschrift „Salvo“ ein Interview, in dem er sagte: "Recycling? Ich nenne es Downcycling. Sie schlagen Steine kaputt, sie schlagen alles kaputt. Was wir brauchen, ist Upcycling, bei dem alte Produkte einen höheren Wert erhalten, keinen geringeren."

Was bedeutet Upcycling
Aus Marmeladengläsern werden dank Upcycling schnell praktische Aufbewahrungsbehälter Foto: Jen Theodore / Unsplash

Damit hat Reiner Pilz, der sich bereits mit den Wertsoffzyklen im Bauwesen (Bauschutt wird noch heute überwiegend geschreddert, anstatt demontierbare Konstruktionen zu wählen, um deren Baustoffe zerstörungsfrei wiederverwenden zu können) beschäftigt hatte, auf den Punkt gebracht, was Upcycling ausmacht: „Warum zusätzlich Rohstoffe abbauen und verbrauchen, wenn doch schon Unmengen zu Abfall degradierter Rohstoffe verfügbar im Umlauf sind?“ Lese-Tipp: 5 Fragen an den Upcycling-Erfinder Reiner Pilz >>

Damit war der Grundgedanke zum Upcycling in der Welt: Gunter Pauli konkretisierte in seinem Buch das „Upcycling-Konzept“ 1997 die Ideen aus Pilz' beruflicher Erfahrung. Die Beachtung der Vielen fand die ressourcenschonende Vision des Upcyclings erst  2002 mit dem Buch „Cradle to Cradle“ von McDonough und Michael Braungart. Massenhafte Verbreitung fand Upcycling aber erst ab 2010 mit der vor allen in den USA gehypten App „upcycled“.

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