Neun Kartuschenpressen im großen Test 2026: Die besten Modelle für präzises Arbeiten!
Unser letzter Vergleichstest von Kartuschenpressen in Zusammenarbeit mit der VPA Remscheid fand 2020 statt – damals bekam kein einziges Gerät die Bestnote. Das war dieses Mal anders. Von neun getesteten Geräten konnten die ersten drei eine „sehr gute“ Note erzielen.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.

- Welche Kartuschenpresse ist die beste im Test?
- Testsieger: Wolfcraft MG 550
- Das ist uns im Test aufgefallen
- Das sollten Sie beim Kauf beachten
- Unsere Empfehlung: Wolfcraft MG 400
- Unsere Empfehlung: Heytec Heyco Multipower
- Wolfcraft MG 600 Pro
- Heytec Heyco Multipower Universal
- Preistipp: Soudal Sealant Gun
- Bauhaus Wisent
- Fischer KMP 2 Plus
- Hornbach Akkit Profi
- Aktuellen Kartuschenpresse-Test herunterladen
- Auspresspistolen-Test 2020: Die Ergebnisse von damals!
- Die häufigsten Fragen und Antworten zu Auspresspistolen
Was war in diesem Praxistest anders als im vorigen? Damals hielt keine der getesteten Pistolen den geforderten Mindest-Griffabstand von 15 mm ein, wodurch bei der Betätigung ein Verletzungsrisiko bestand. Daran hat sich ein bisschen was geändert.
Diese Marken haben wir getestet:
Bauhaus, Heytec Heyco, Hornbach, Fischer, Soudal, Wolfcraft
Der Griffabstand von mindestens 15 mm bedeutet, dass sich der Griff nicht vollständig zusammendrücken lässt, sondern bei einem Abstand von mindestens 15 mm blockiert wird – dadurch wird verhindert, dass man sich bei der Benutzung die Finger quetschen kann. Für die VPA ist das ein wichtiges Sicherheitskriterium.
Faktisch erfüllt auch dieses Mal nur eines unserer getesteten Produkte dieses Kriterium (nämlich Wisent), aber Wolfcraft hat ein anderes Griffkonzept entwickelt, bei dem der vordere Griff im hinteren Griff versenkt wird. Dadurch besteht – auch nach Ansicht der VPA – kein echtes Klemmrisiko.
Zu unseren neun getesteten Auspresspistolen gehören acht offene Modelle und ein geschlossenes Röhrchen-Modell mit Aluminiumgehäuse, das für Kartuschen und Beutel gedacht ist. Interessant dabei ist: Die Kartusche fasst Beutel mit einem Volumen von maximal 310 ml, in Deutschland sind aber überwiegend Schlauchbeutel von mindestens 500 ml erhältlich. Daher stellte sich uns die Frage nach dem Zusatznutzen des Produkts in Deutschland.

Welche Kartuschenpresse ist die beste im Test?
Wir haben neun Auspresspistolen getestet. Die besten Produkte kommen von Wolfcraft, weil sie sehr gute Praxisergebnisse erzielen und die Verletzungsgefahr sehr gering ist.
Schlecht schneiden die Produkte der anderen Marken jedoch auch nicht ab. Insgesamt erreichten drei Geräte ein „sehr gut“, fünf ein „gut“ und selbst das schlechteste Produkt im Test ist mit einem „befriedigend“ noch empfehlenswert.
Testsieger: Wolfcraft MG 550
Spitzenreiter im Test ist die Kartuschenpresse von Wolfcraft MG 550. Sie konnte unsere Tester im Praxisteil vollends überzeugen und erreichte dort die Höchstpunktzahl. Abzüge gibt es nur sehr wenig bei der Kennzeichnung und aufgrund des etwas schwergängigen Vorschubs.

Das ist uns im Test aufgefallen
Praktische Anwendungen stehen bei unseren Tests im Vordergrund, doch auch die Sicherheit und Ergonomie spielen eine große Rolle. Während des Tests sind uns daher einige positive wie auch negative Dinge aufgefallen:

Positiv aufgefallen im Praxistest
Angenehm: Bei der Kartuschenpresse MG 400 von Wolfcraft lässt sich die Griffweite an die Handgröße anpassen.
Praktisch: Bei den beiden Heyco-Modellen lässt sich der Vorschub über eine Stellschraube einstellen.
Funktionell: Vier von neun Produkten besitzen einen Dorn zum Durchstechen verstopfter Tüllen.
Sauber: Alle Produkte überzeugten mit einer guten bis sehr guten Austrittsgenauigkeit.

Negativ aufgefallen im Praxistest
Punktabzug: Bei Fischer lief die Dichtmasse nach. Das ist nicht erwünscht.
Schwierig: Die Heyco Multipower Universal ist unter anderem für Beutel gedacht. Die Beutel deutscher Hersteller sind aber zu groß.
Quetschrisiko: Bei Akkit und Wisent bestand eine Klemmgefahr oberhalb des Griffs.
Beschädigt: Nach dem Belastungstest zeigte Wisent deutliche Beschädigungen, die die Leichtläufigkeit beeinflussen.
Das sollten Sie beim Kauf beachten
Ein Handwerkzeug wie eine Auspresspistole lässt sich nur richtig testen, wenn man es auch in die Hand nimmt und tatsächlich damit arbeitet. Da das vor dem Kauf eines Geräts jedoch meist nicht möglich ist, haben wir die Pressen im Test unter realistischen Bedingungen getestet. Dabei wurden auch die Sicherheit und die Ergonomie der Geräte berücksichtigt.
Ergonomie | Bieten die Griffschenkel eine bequeme Nutzung? Können Anwender gut Druck aufbauen? |
Betätigungsweg | Wie viel Dichtstoff kann mit einem Hub ausgepresst werden? In Kombination mit einer möglichst geringen Kraft ist ein größerer Hub günstig für die Möglichkeit, das Material gleichmäßig aufzubringen. |
Ausbringung | Mit Silikondichtstoff und Montagekleber haben wir die Ausbringung getestet. Sie sollte gleichmäßig und gut zu dosieren sein. |
Entlastung des Vorschubs | Der Hebel für die Druckentlastung ist bei einigen Auspresspistolen schwergängig oder schwerer erreichbar. |
Klemmschutz | Die Anforderungen der VPA – mindestens 15 mm Griffabstand – erfüllt nur eine der getesteten Auspresspistolen. |
Sicherheit | Die Auspresspistolen wurden einer Belastungsprüfung nach EK5/AK2 23-01:2023 unterzogen (Belastung der Werkzeuggriffe bis 500 N mit zwei verschieden langen Distanzstücken). Hinzu kam ein Falltest mit einem zehnmaligen Fall aus 80 cm Höhe auf Beton. Viele Produkte waren robust und erwiesen sich als sicher genug. |
Unsere Empfehlung: Wolfcraft MG 400
Auch die zweite Kartuschenpresse von Wolfcraft, die MG 400, überzeugt auf ganzer Linie und erhält nur einen kleinen Abzug bei der Betätigung der Presse, die doch etwas mehr Kraft erfordert. Dafür sind lediglich 27 Pressbetätigungen nötig, um eine Kartusche zu leeren. Praktisch und ergonomisch sinnvoll: Die Griffweite lässt sich an die Handgröße anpassen.

Unsere Empfehlung: Heytec Heyco Multipower
Auf Platz drei und für uns immer noch uneingeschränkt empfehlenswert: die Heytec Heyco Multipower Kartuschenpresse. Sie liefert gute Praxisergebnisse und ist mit dem zweiten Platz von Wolfcraft punktemäßig gleich auf. Besonders einfallsreich: Der Vorschub lässt sich über eine Stellschraube einstellen, sodass man verschiedene Dichtmassen unterschiedlich dosieren kann. Kleiner Nachteil: Für die Einstellung der Schraube benötigt man einen Schraubendreher.

Wolfcraft MG 600 Pro
Die Wolfcraft MG 600 Pro erreicht sehr gute Ergebnisse im Praxistest, allerdings ist eine Kraftübertragung nur begrenzt möglich und das obwohl die gehärtete Druckstange einen hohen Anpressdruck ermöglicht.

Heytec Heyco Multipower Universal
Die Heytec Heyco Multipower Universal Kartuschenpistole überzeugt mit guten Praxisergebnissen. Etwas verwundert hat uns jedoch die Funktion des Röhren-Modells. Die Kartusche fasst lediglich Beutel in einer Größe bis 310 ml. In Deutschland werden jedoch vorwiegend Beutel ab einer Größe von 500 ml verkauft. Uns stellt sich also die Frage nach dem Zusatznutzen des Geräts.
Anmerkung: Die Auspresspistole ist noch in einer XL-Variante erhältlich, die auch größere Beutel fasst. Die wiederum kostet dann allerdings auch mehr.

Preistipp: Soudal Sealant Gun
Unser Preistipp ist die Soudal Sealant Gun. Für einen sehr günstigen Preis liefert die Kartuschenpresse gute Praxisergebnisse und überzeugt mit einer guten Verarbeitung. Leider funktionierte der Tropfstoff nicht immer. Hin und wieder lief die Dichtmasse minimal nach – es bewegte sich jedoch noch in einem vertretbaren Rahmen.
Bauhaus Wisent
Die Kartuschenpresse von Wisent liefert gute Praxisergebnisse, bestand den Belastungstest jedoch nicht. Sie zeigte deutliche Beschädigungen, die die Leichtläufigkeit entscheidend beeinflussten. Vorsicht ist auch oberhalb des Griffs geboten, da man sich hier leicht die Finger klemmen kann.
Die Wisent Auspresspistole ist exklusiv bei Bauhaus erhältlich.
Fischer KMP 2 Plus
Die KMP 2 Plus Kartuschenpresse von fischer überzeugt mit sehr guten Praxisergebnissen. Leider funktioniert der automatische Tropfstopp nicht gut – die Dichtmasse lief dennoch nach. Die Feder kann sich außerdem lösen und herausfallen.

Hornbach Akkit Profi
Letzter Platz im Feld erreicht die Akkit Profi Kartuschenpresse von Hornbach. Es reicht jedoch auch hier noch für ein ordentliches „Befriedigend“. Die Praxisergebnisse sehen gut aus, leider ist die Verarbeitung mittelmäßig und es besteht auch hier eine Klemmgefahr, sowohl am Griff selbst als auch oberhalb.
Die Akkit Profi Auspresspistole ist exklusiv bei Hornbach erhältlich.
Unser Fazit
Beim Kauf einer Kartuschenpresse können Sie wenig falsch machen. Wer die Geräte regelmäßig und häufig verwendet, sollte vor der Anschaffung etwas genauer hingucken und die Spitzengeräte von Wolfcraft und Heytec Heyco auswählen. Benötigen Sie jedoch schnell eine Auspresspistole und sind Sie bereit, kleine Abzüge in Kauf zu nehmen, können Sie auch bei Soudal und den Eigenmarken der Baumärkte nicht viel verkehrt machen. Ganz im Gegenteil: Wer nicht regelmäßig eine Kartuschenpresse benötigt, kommt hier wesentlich günstiger weg und erhält dennoch gute bis sehr gute Praxisergebnisse.
Aktuellen Kartuschenpresse-Test herunterladen
Alle Bewertungen, Testabläufe und die detaillierten Ergebnisse aus unserem Praxistest finden Sie hier als kostenlosen PDF-Download:
Kartuschenpresse-Test
Umfang: 6 Seiten - kostenlos!
PDF herunterladen >> (1.26 MB)
Auspresspistolen-Test 2020: Die Ergebnisse von damals!
Kartuschenpressen sind regelmäßig bei uns im Test, da es sich bei ihnen schlicht um Geräte handelt, die häufig zum Einsatz kommen und die jeder Heimwerker regelmäßig verwendet. Unser letzter Test aus dem Jahr 2020 ist daher noch gar nicht so lange her. Trotzdem hat sich seitdem eine Menge getan.
Damals kam keine der getesteten Kartuschenpressen ohne Rüffel durch den VPA-Test. Viele Produkte waren nicht stabil genug und die Gefahr, sich die Finger einzuklemmen war damals noch bei beinahe allen Geräten ein Problem. Damals wie heute schnitten die Geräte von Wolfcraft und Heyco besonders gut ab.
Den ersten Platz erreichte damals eine Auspresspistole von fischer. Die KPM 3 erreichte ein „gut“ und überzeugte mit einer gleichmäßigen Ausbringung und sehr guter Dosierbarkeit.

Alten Test herunterladen
Die Bewertungen, Testabläufe und Ergebnisse aus unserem alten Praxistest von 2020 finden Sie hier als kostenlosen PDF-Download:
Kartuschenpresse-Test
Umfang: 6 Seiten - kostenlos!
PDF herunterladen >> (1.52 MB)
Die häufigsten Fragen und Antworten zu Auspresspistolen
Hier haben wir einmal die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Kartuschenpressen zusammengefasst:
Wie funktioniert eine Auspresspistole?
Die Kartusche wird in die Auspresspistole eingelegt und durch das Betätigen des Hebels wird von hinten eine Stange gegen den Boden der Kartusche gepresst. Dadurch bewegt sich der Boden der Kartusche und drückt so den Kleber oder das Silikon nach vorne. Der Inhalt kommt dann aus der Spitze der Kartusche raus. Die meisten Auspresspistolen haben einen Rückhaltebügel, welcher das Zurückrutschen der Stange verhindert.
Praktisch: Bei der Verarbeitung von Dichtstoffen kann man bei manchen Auspresspistolen auch auf eine automatische Druckentlastung umstellen, dann ist ein Betätigen des Entlastungshebels bei Arbeitsunterbrechungen nicht nötig – der Druckstempel wird automatisch entlastet und es läuft kein Material nach. Dafür können aber dickflüssige Montagekleber und Klebstoffe nicht verarbeitet werden, weil nach jedem Hub der Auspressdruck automatisch abgebaut wird – dadurch wird die Abgabe dann ungleichmäßig.
Welche Auspresspistolen gibt es?
Auspresspistolen werden in drei Kategorien unterteilt:
Offene Skelettpistolen, die aus einem dünnen Rahmen bestehen.
Kartuschenpressen mit/ohne Zahnstange, die wie eine Halbschale ausgeführt sind.
Auspresspistolen mit einem Rohr, in das die Kartusche von vorne eingeschoben und dann mit einem Schraubverschluss befestigt wird
Geschlossene Auspressgeräte sind sowohl für die Verarbeitung von Kunststoffkartuschen als auch Schlauchware geeignet. Beim im Test berücksichtigten Modell verfehlt diese Bauweise jedoch ihren Zweck: Da der Zylinder für die Aufnahme, der inzwischen ausschließlich angebotenen 600-ml-Schlauchgebinde erheblich zu kurz ist, können trotzdem nur Kunststoffkartuschen verwendet werden.
Was tun, wenn die Kartusche verstopft?
Bei einigen Auspresspistolen ist eine Reinigungsnadel angebracht. Diese hilft, wenn die Tülle der Kartusche verstopft ist. Einziger Nachteil: Beim Durchstoßen von Verstopfungen verschmutzt der Reinigungsstab. Falls Ihre Auspresspistole keine Reinigungsnadel hat, reicht oft auch ein gewöhnlicher Nagel. Ist der Inhalt der Kartusche bereits eingetrocknet, hilft es manchmal, mit etwas warmen Wasser die erste Schicht anzufeuchten. Wenn die Öffnung der Kartusche groß genug ist, können Sie das eingetrocknete Material auch mit einem Korkenzieher heraus drehen.
Wie wird die Kartusche eingelegt und gewechselt?
Bevor Sie die Auspresspistole verwenden können, müssen Sie die Kartusche einlegen. Wenn Sie noch nie eine Kartuschenpresse genutzt haben, finden Sie hier die Anleitung zum Einlegen der Kartusche:
Verschluss entfernen: Bevor Sie die Kartusche einlegen, müssen Sie den Verschluss der Kartusche entfernen.
Spitze abschneiden: Dann nehmen Sie ein Messer und schneiden die Spitze der Kartusche schräg ab. Schneiden Sie erst etwas weniger ab und testen Sie dann, ob die Breite passt. Denn die Breite der Kartuschentülle sollte ungefähr so breit sein, wie die angedachte Fugen- oder Klebespur.
Kartusche einlegen: Ziehen Sie den Kolben der Pistole nach hinten und legen Sie die Kartusche ein. Jetzt nur noch den gespannten Kolben loslassen.
Das Wechseln der Kartusche ist genauso einfach wie das Einlegen der Kartusche: Pistole entspannen, Kolben zurückziehen, leere Kartusche herausnehmen, neue Kartusche einsetzen und den Kolben wieder loslassen.
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