Auspresspistolen-Test 2020 Die besten Kartuschenpressen im Vergleich

Keine der aktuell getesteten Auspresspistolen kam ohne Rüffel durch die VPA-Tests. Viele Produkte sind nicht stabil genug, außerdem kann man sich empfindlich klemmen. In unserem Auspresspistolen-Test haben wir 12 Auspresspistolen getestet.

Auspresspistolen-Test 2020
Foto: sidm / MMM
Diese Marken haben wir getestet:
  • Fischer
  • Go on (Hagebau)
  • Tox
  • Wisent (Bauhaus)
  • Wolfcraft

Wie in unserem Auspresspistolen-Test vor acht Jahren erfüllt auch dieses Mal keines der untersuchten Kartuschenpressen die einschlägigen Sicherheitsvorschriften – die Bestnote konnten wir daher nicht vergeben. Durchgehendes Manko ist nach wie vor der fehlende Klemmschutz, keine der Auspresspistolen im Test bietet den geforderten Mindest-Griffabstand von 15 mm. Meist kommen allerdings noch andere Mängel hinzu – so sind sieben der zwölf getesteten Auspresspistolen nicht stabil genug und fielen im Belastungstest durch, zwei Kartuschenpressen sind außerdem nicht hinreichend mit dem Namen des Anbieters gekennzeichnet. Von der Mehrheit der Auspresspistolen im Vergleich müssen wir daher abraten – und selbst unser Testsieger zeigte Schwächen. Drei Modelle erreichten immerhin die Gesamtnote „gut“, zwei weitere Auspresspistolen sind „befriedigend“. Neben den aufgelisteten Marken haben wir auch Auspresspistolen von Heyco, Baumarkt-Discounter, Bürstenmann und Veto getestet.

Wofür Auspresspistolen anwenden?

Eine Auspresspistole, oder auch Kartuschenpresse genannt, ist ein nützliches Werkzeug, um Silikon, Acryldichtstoffe, Kleber oder Fugenmaterial in Fugen oder Löcher zu drücken. So werden Fugen im Bad oder der Küche sauber und bequem geschlossen. Es gibt auch Verbundmörtel (Injektionsmörtel) in Kartuschen. Dieser wird benutzt, wenn für schwere Gegenstände Anker oder Gewindestangen angebracht werden müssen.

Baustoffe
Montagekleber

Polymerklebstoffe sind die neue Allzweckwaffe, wenn es darum geht, wasserfest zu kleben

Wie funktioniert eine Auspresspistole?

Die Kartusche wird in die Auspresspistole eingelegt und durch das Betätigen des Hebels wird von hinten eine Stange gegen den Boden der Kartusche gepresst. Dadurch bewegt sich der Boden der Kartusche und drückt so den Kleber oder das Silikon nach vorne. Der Inhalt kommt dann aus der Spitze der Kartusche raus. Die meisten Auspresspistolen haben einen Rückhaltebügel, welcher das Zurückrutschen der Stange verhindert.

Praktisch: Bei der Verarbeitung von Dichtstoffen kann man bei manchen Auspresspistolen auch auf eine automatische Druckentlastung umstellen, dann ist ein Betätigen des Entlastungshebels bei Arbeitsunterbrechungen nicht nötig – der Druckstempel wird automatisch entlastet und es läuft kein Material nach. Dafür können aber dickflüssige Montagekleber und Klebstoffe nicht verarbeitet werden, weil nach jedem Hub der Auspressdruck automatisch abgebaut wird – dadurch wird die Abgabe dann ungleichmäßig.

 

Welche ist die beste Auspresspistole?

Bei Auspresspistolen ist es wichtig, dass jeder Anwender die Kartuschenpresse anwenden kann. Bei unserem Auspresspistolen-Test war klar, dass die Auspresspistolen sauber arbeiten müssen und kein Dichtstoff nachlaufen darf, wenn der Druck abgebaut wird. Was uns bei dem Vergleich von Auspresspistolen aufgefallen ist, erfahren Sie hier:

Positiv aufgefallen im Auspresspistolen-Test

  • Mit den meisten getesteten Auspresspistolen können Sie den Dichtstoffes einfach und gleichmäßig auftragen
  • Fast alle Pistolen haben einen Hebel zum Druckabbau am Stempel, damit der Dichtstoff nicht nachläuft.

Negativ aufgefallen im Auspresspistolen-Test

  • Keine der getesteten Auspresspistolen bietet den von der VPA geforderten Klemmschutz.
  • Mehr als die Hälfte der getesteten Auspresspistolen weisen Stabilitätsmängel auf.
 

Auspresspistole kaufen: Worauf achten?

Im Auspresspistolen-Test 2020 haben wir auf verschiedene Faktoren geachtet. Diese sollen sicherstellen, dass eine saubere und bequeme Anwendung möglich ist. Die Auspresspistolen in unserem Vergleich wurden auf diese Dinge getestet:

  • Ergonomie: Sind die Griffschenkel für eine bequeme Nutzung lang genug? Können Anwender mit großen und kleinen Händen gleichermaßen gut Druck aufbauen? Auspresspistolen mit begrenzter Stabilität sind bei höherem Auspressdruck ein Risiko.
  • Betätigungsweg: Wie viel Dichtstoff kann mit einem Hub ausgepresst werden? In Kombination mit einer möglichst geringen Kraft ist ein größerer Hub günstig für die Möglichkeit, das Material gleichmäßig aufzubringen.
  • Ausbringung: Mit Silikondichtstoff, Montagekleber und 2K-Klebstoff haben wir die Ausbringung getestet. Mehrere Anwender haben dazu ihre Erfahrungen bei praxisüblichen Anwendungen dokumentiert.
  • Entlastung des Vorschubs: Der Hebel für die Druckentlastung ist bei einigen Auspresspistolen schwergängig oder schwerer erreichbar.
  • Klemmschutz: Die Anforderungen der VPA ­– mindestens 15 mm Griffabstand – erfüllt keine der getesteten Auspresspistolen.
  • Sicherheit: Die Kartuschenpresse wurden nach Prüfanweisung PA 80-9.6.1 (Ausgabe 03/07) auf halber Auspresslänge mit einer Hubkraft von 500N belastet. Hinzu kam ein Falltest mit einem 10-maligen Fall aus 80 cm Höhe auf Beton. Viele Produkte wirken robust – erwiesen sich aber als nicht sicher genug.

In unserem Vergleich sind 12 Auspresspistolen gegeneinander angetreten. Eine Ergebnistabelle mit allen Noten, Wertungen, Platzierungen und den Testsiegern finden Sie in unserem Download (weiter unten).


Name: Fischer KPM 3
Gewicht (g): 570
Maximale Kartuschenlänge (cm): 21,3
Gleichmäßige Ausbringung: sehr gut
Stoppen des Vorschubs: stoppt sofort
Fazit: Gleichmäßige Ausbringung und sehr gute Dosierbarkeit, ungünstige Entlastung


Name: Heyco Multipower 50817910100
Gewicht (g): 612
Maximale Kartuschenlänge (cm): 21,2
Gleichmäßige Ausbringung: gut
Stoppen des Vorschubs: stoppt sofort, Hebel schwergängig
Fazit: Gute Praxisergebnisse, nur begrenzte Kraftübertragung möglich, Entlastung schwergängig


Name: Wolfcraft MG 400 Ergo
Gewicht (g): 396
Maximale Kartuschenlänge (cm): 22,5
Gleichmäßige Ausbringung: gut
Stoppen des Vorschubs: läuft geringfügig nach
Fazit: Gleichmäßige Ausbringung und sehr gute Dosierbarkeit, teils höhere Betätigungskraft


Name: Wolfcraft MG 550
Gewicht (g): 408
Maximale Kartuschenlänge (cm): 22,5
Gleichmäßige Ausbringung: sehr gut
Stoppen des Vorschubs: läuft bei Automatik geringfügig nach
Fazit: Gleichmäßige Ausbringung und sehr gute Dosierbarkeit, Umschalter schwergängig


Name: Wolfcraft MG 600 Pro
Gewicht (g): 598
Maximale Kartuschenlänge (cm): 22
Gleichmäßige Ausbringung: sehr gut
Stoppen des Vorschubs: stoppt sofort
Fazit: Sehr gute Praxisergebnisse, nur begrenzte Kraftübertragung möglich


 

Aktuellen Auspresspistolen-Test downloaden

Auspresspistolen-Test SE10/2020
Umfang: 6 Seiten
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Die detaillierten Einzel-Ergebnisse aller getesteten Auspresspistolen haben wir in einer übersichtlichen Tabelle für Sie zum direkten Vergleich der Produkte zusammengefasst. In dem aktuellen Auspresspistolen-Test 10/2020 erfahren Sie auf 6 Seiten, welche der 12 Kartuschenpressen unser Testsieger ist. Hier finden Sie den kompletten Test zum Download >>

Welche Auspresspistolen gibt es?

Auspresspistolen werden in drei Kategorien unterteilt:
Es gibt offene Skelettpistolen, die aus einem dünnen Rahmen bestehen, Kartuschenpressen mit/ohne Zahnstange, die wie eine Halbschale ausgeführt sind und Auspresspistolen mit einem Rohr, in das die Kartusche von vorne eingeschoben und dann mit einem Schraubverschluss befestigt wird.
Geschlossene Auspressgeräte sind sowohl für die Verarbeitung von Kunststoffkartuschen als auch Schlauchware geeignet. Beim im Test berücksichtigten Modell verfehlt diese Bauweise jedoch ihren Zweck: Da der Zylinder für die Aufnahme, der inzwischen ausschließlich angebotenen 600-ml-Schlauchgebinde erheblich zu kurz ist, können trotzdem nur Kunststoffkartuschen verwendet werden.

Mit Kartuschenpressen kann man Kleber oder Silikon einfach verwenden.

Auspresspistole Anleitung: Kartusche einlegen und wechseln

Bevor Sie die Auspresspistole verwenden können, müssen Sie die Kartusche einlegen. Wenn Sie noch nie eine Kartuschenpresse genutzt haben, finden Sie hier die Anleitung zum Einlegen der Kartusche:

  1. Bevor Sie die Kartusche einlegen, müssen Sie den Verschluss der Kartusche entfernen.
  2. Dann nehmen Sie ein Messer und schneiden die Spitze der Kartusche schräg ab.
    Praxistipp: Schneiden Sie erst etwas weniger ab und testen Sie dann, ob die Breite passt. Denn die Breite der Kartuschentülle sollte ungefähr so breit sein, wie die angedachte Fugen- oder Klebespur.
  3. Ziehen Sie den Kolben der Pistole nach hinten und legen Sie die Kartusche ein. Jetzt nur noch den gespannten Kolben loslassen.

Das Wechseln der Kartusche ist genauso einfach wie das Einlegen der Kartusche: Pistole entspannen, Kolben zurückziehen, leere Kartusche herausnehmen, neue Kartusche einsetzen und den Kolben wieder loslassen.

Was tun, wenn die Kartusche verstopft?

Bei einigen Auspresspistolen ist eine Reinigungsnadel angebracht. Diese hilft, wenn die Tülle der Kartusche verstopft ist. Einziger Nachteil: Beim Durchstoßen von Verstopfungen verschmutzt der Reinigungsstab. Falls Ihre Auspresspistole keine Reinigungsnadel hat, reicht oft auch ein gewöhnlicher Nagel. Ist der Inhalt der Kartusche bereits eingetrocknet, hilft es manchmal, mit etwas warmen Wasser die erste Schicht anzufeuchten. Wenn die Öffnung der Kartusche groß genug ist, können Sie das eingetrocknete Material auch mit einem Korkenzieher heraus drehen.

Quelle: selbst ist der Mann 10 / 2020

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