Lüftungssysteme Lüftungsanlage verlegen und reinigen

Je dichter ein Gebäude, desto schlechter die Luft darin. Lüftungssysteme verbessern sie und können noch dazu Energie einsparen. Dafür ist aber auch das richtige Verlegen und Reinigen der Lüftungssysteme wichtig.

Inhalt
  1. Lüftungssystem verlegen
  2. Lüftungssystem reinigen
  3. Geregelte Lüftungssysteme

Gekippte Fenster oder wahllos verstreute Undichtigkeiten in der Gebäudehülle lassen Wärme entweichen und führen schlimmstenfalls zu Schimmel. Denn trifft warme Innenluft auf kühle Stellen, verflüssigt sie sich und es wird feucht. Ein undichtes Gebäude oder ein schlechtes Lüftungsverhalten sind deshalb keine Lösung. Besser man verfügt über ein gut gedämmtes Gebäude, das kontrolliert be- und entlüftet wird.

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Energiesparen: Lüftungsanlage

In hochgedämmten Häusern ist Lüften das Wichtigste: Eine Lüftungsanlage hilft dabei

Derartige Anlagen sind mit einem Wärmetauscher ausgestattet, der der verbrauchten Luft ihre Wärme entzieht und sie an die angesaugte Frischluft abgibt. Statt Wärmeverluste zu verzeichnen, generiert man so Wärmeenergie. Mit mechanischem Lüften oder einfachen Abluftsystemen ist das nicht zu erzielen (Nichtsdestotrotz muss feuchte Luft raus! Abluftgeräte/Ventilatoren sind bei nicht vorhandener kontrollierter Be- und Entlüftung gerade für fensterlose Bäder also auch empfehlenswert.). Anlagen mit Wärmerückgewinnung, ob zentral oder dezentral, sind also vorzuziehen. Wir zeigen, wie Sie ein Lüftungssystem verlegen und reinigen >>

 

Lüftungssystem verlegen

Die Lüftungsrohre für Zu- und Abluft müssen durch die Räume bis zum Lüftungsgerät verlegt werden – und von dort nach außen. Im Neubau plant man passende Schächte ein, im Altbau lässt sich die Rohrstrecke hinter Trockenbaukonstruktionen verstecken.

  1. Als erstes verbinden Sie die Rohre mit den Zu- und Abluftventilen.
  2. Dann bohren Sie zum Raum Durchgänge und führen die Flexrohre durch.
  3. Jetzt die Zu- und Abluftrohre anschließen und die Flexrohre mit Kaltschrumpfband abdichten.
  4. Anschließend die Rohre für Außen- und Fortluft und Zu- und Abluft anschließen.
  5. In den Räumen werden dann die Ventile montiert.
  6. Dann Außen- und Fortluftrohre draußen richtig anbringen (min. einen Meter über Erde).
 

Lüftungssystem reinigen

Damit die frische Luft auch frisch bleibt, sollte man Lüftungsgerät und -strecke regelmäßig warten. Filterwechsel und Reinigung kann man gut selbst übernehmen, alle zwei bis fünf Jahre sollte die Anlage aber auch vom Fachmann überprüft werden.

  1. Zur Reinigung ziehen Sie das Filterteil raus und setzen einen neuen Filter ein.
  2. Nun den Wäremetauscher demontieren und die Membran mit Wasser reinigen.
  3. Auch den Pollenfilter sollten Sie nun ersetzen.
  4. Zum Schluss die Ablufteingänge herausziehen und den Filter erneuern.

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Lüftungsanlage reinigen

Die sachgemäße Reinigung der Lüftungsanlage sollte alle halbe Jahre erfolgen – inklusive Filterwechsel

 

Geregelte Lüftungssysteme

Zentrale Lüftungsanlage, dezentrale Lüftungsanlage oder eine zentrale Zu- und Abluftanlage? Wie soll man sich da nur entscheiden? Jedes dieser Lüftungssysteme hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Doch wie funktionieen sie? Und welche Kosten können entstehen? Wir haben das im folgenden Abschnitt übersichtlich zusammengefasst.

Zentrale Abluftanlage

Funktionsweise: Ein zentraler Abluftventilator saugt die verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC ab und bläst sie ins Freie. Durch den entstehenden Unterdruck strömt Frischluft über Nachströmöffnungen in der Außenwand ein (im geschlossenen Zustand wirkt ein Luftpolster im Kanal isolierend und hält die Wärme im Haus). Eine Vorerwärmung der Luft erfolgt über Heizkörper.

  • Vorteile: Preiswerte, effektive Modernisierungslösung ohne Zuluftsystem, die Wärme der Abluft kann indirekt durch eine Brauchwasser-Wärmepumpe genutzt werden
  • Nachteile: Keine Wärmerückgewinnung aus der Abluft, in windexponierten Lagen können Störungen durch Winddruck/-sog auftreten
  • Kosten (ohne Montage): ca. 15 bis 20 Euro/m2 Wohnfläche

Dezentrales Lüftungssystem

Ein Lüftungsgerät an der Innenseite der Außenwand überdeckt jeweils eine Zu- und eine Abluftöffnung. Sofern das Gerät mit Wärmetauscher ausgerüstet ist, wird die angesaugte kalte Frischluft dann durch die Abluft vorgewärmt, bevor sie in den Raum strömt. Die abgekühlte Raumluft wird nach außen geblasen.

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Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Verbrauchte Luft raus, frische Luft rein, und das mit möglichst geringem Energieverlust

  • Vorteile: Kein Luftverteilsystem erforderlich, einfache Montage mit Aufputz-Geräten, Wärmerückgewinnung möglich, wenig Planungsaufwand, geringe Anschaffungskosten
  • Nachteile: In jedem Raum sind ein Gerät sowie Zu- und Abluftöffnungen erforderlich, mit der Anzahl der Geräte steigen auch die Wartungskosten, Geräuschentwicklung im Raum
  • Kosten (ohne Montage): ab ca. 250 Euro für ein Gerät mit Wärmerückgewinnung

Zentrale Zu- und Abluftanlage

Funktionsweise: Die kalte Außenluft (B) wird zentral angesaugt, am Wärmetauscher durch die warme Abluft (C) vorgewärmt und gelangt über ein eigenes Kanalsystem in die Wohnräume (D). Die kalte Raumluft (A) wird nach außen geblasen und das bei der Abkühlung anfallende Kondensat abgeleitet (oder durch Enthalpie-Wärmetauscher ohnehin reduziert).

A= Abgekühlte Fortluft, B= Kalte Außenluft, C= Warme Abluft, D= Vorgewärmte Zuluft Foto: Hersteller / BDH
  • Vorteile: Wärmerückgewinnung bis über 90 Prozent, Lüftung genau auf den Bedarf abstimmbar, Leise; Geräuschentwicklung nur am Standort des Gerätes, bei Zuluft-Erdleitungen ist eine natürliche Kühlung im Sommer möglich
  • Nachteile: Ein nachträglicher Einbau ist aufgrund des umfangreichen Zuluftsystems sehr aufwendig, teuerste Lösung
  • Kosten (ohne Montage): ca. 40 bis 60 Euro/m2 Wohnfläche

Quelle: selbst ist der Mann 1 / 2020

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